Pater Tobias unterwegs im strömenden Regen in Lünen, kurz vor der Ankunft in Werne a.d. Lippe am frühen Nachmittag; Foto: Tobias Appelt (Team Ruhr)
Pater Tobias läuft für den guten Zweck. Der „Marathon-Pater“ ist ständig in Bewegung, um Spenden für Kinder aus armen Familien zu sammeln. Am Freitag, 5. Juni, hat er einen besonders harten Lauf absolviert:
100 Kilometer, allein – von Duisburg nach Münster. Mehr als 13 Stunden war der Pater unterwegs. 15.000 Euro Spendengeld kamen bei dem Lauf bislang zusammen.
Petrus hatte kein richtiges Erbarmen mit dem guten Hirten aus Duisburg-Neumühl:
Wohin geht die Reise des FC Schalke 04? Foto: Michael Kamps
Tja, was fangen wir jetzt mit diesem 0:1 (0:1) des FC Schalke 04 gegen den SV Werder Bremen vom gestrigen Samstag an? Das zuvor als Pflichtsieg geltende Spiel der Gelsenkirchener in der Fußball-Bundesliga, es ging verloren.
Viel schlimmer noch: Die Leistung der Mannschaft, sie war über weite Phasen des Spiels völlig indiskutabel. Nichts zu spüren von der angekündigten Leistungssteigerung, von einem Aufbäumen gegen den Niedergang. Schalke wird aufgrund der überraschend punktreichen Hinrunde in dieser Saison, im Gegensatz zum Vorjahr, wohl nicht mehr in Abstiegsnot geraten. Aber wie ist es um die Zukunft des Klubs bestellt? Kann es in dieser personellen Konstellation tatsächlich schon in relativer Kürze wieder bessere Tage geben?
Ein neugieriger Bär im Allwetterzoo Münster. Foto(s): Robin Patzwaldt
Wer im Ruhrgebiet lebt, der ist mit wirklich konkurrenzfähigen Zoos nicht gerade gesegnet. Das Angebot in Dortmund zuletzt eher im Sinkflug, Gelsenkirchen noch etwas steril und künstlich wirkend und Duisburg auch nicht gerade glanzvoll, was seinen Zoo betrifft. Kleinere Anlagen wie Bochum oder Recklinghausen sind ohnehin keinen ernsthaften Vergleich mit anderen Tiergärten wert.
Kein Wunder also, dass immer mehr Tierfreunde zwischen Duisburg und Hamm Reisen in die Umgebung unternehmen, wenn sie Anlagen dieser Art sehen wollen. Besonders empfehlenswert sind da in leicht erreichbarer Nähe unter anderem der Aquazoo in Düsseldorf, aber auch der Allwetterzoo in Münster, den man auch in der Corona-Zeit jetzt wieder prima aufsuchen kann.
Gesagt, getan. Am Dienstag machten wir uns mit der Familie auf nach Münster, um dort am Ende einen halben Tag bei herrlichstem Wetter an der frischen Luft zu verbringen.
Ich habe mir für dieses Jahr, so ab Mai, viel vorgenommen: Endlich wieder aufs Fahrrad steigen, mindestens zehn Kilogramm an Körpergewicht via Bike-Aktivitäten abzubauen und das Ruhrgebiet dabei zu erkunden.
Um, nach langer Abwesenheit, das Revier wieder besser kennenzulernen: Es hat sich ja einiges getan in den letzten Jahrzehnten. Solche Fahrradtouren wollen natürlich geplant sein.
Ein wichtiges Hilfsmittel bei der Planung solcher Expeditionen: Das Internet und Bücher!
Die Stadtverwaltung in Gelsenkirchen hat geschlafen. Trotz Widerstandes des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters, Frank Baranowski, und der demokratischen Parteien – SPD, CDU, Bündnis90/Grüne, FDP – wird die semiromantische Ruhrmetropole demnächst, wie Ruhrbaron Stefan Laurin es gestern formulierte, zum neuen Leningrad an der Emscher:
In Gelsenkirchen-Horst liegt die Parteizentrale der umtriebigsten marxistisch-leninistischen Avantgardepartei der Arbeiterklasse wo gibt im Universum. Seit vielen Jahren wird von diesem geschichtsträchtigen Ort in Gelsenkirchen, mit eher überschaubaren Erfolgsmeldungen, die große sozialistische Weltrevolution vorangetrieben.
Dort soll, wenn es nach dem Willen der Parteiführung geht, am 14. März 2020 eine Lenin-Statue feierlich eingeweiht werden.
Ein über zwei Meter großer, kommunistischer, Blickfang.
Gußeisern, nicht stählern, wie man vermuten könnte – wenn man die Haltung dieser Partei zu Josef Stalin kennt.
Die Ruhrbarone haben da ein paar Ideen, um das Stadtbild in Gelsenkirchen generell aufzuwerten und im selben Zug das Lenin-Denkmal, wenn es denn realisiert werden sollte, in den Schatten zu stellen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Schalke gegen Bayern am 24. August 2019. Foto: Michael Kamps
Es ist noch gar nicht so lange her, da war man beim FC Schalke 04 sehr glücklich über die aktuelle Torhütersituation. Mit Alexander Nübel und Markus Schubert schien der Klub über zwei der talentiertesten, jungen deutschen Torhüter zu Verfügung, die den Gelsenkirchenern über Jahre hinaus viel Freude bereiten würden.
Jetzt, Anfang März 2020, stellt sich die Situation jedoch gerade völlig anders dar. Stammtorhüter Nübel, der zum Leidwesen vieler Schalker seinen Wechsel zum FC Bayern München im kommenden Sommer ankündigte, spielt auffällig fehlerhaft, scheint dem Druck rund um seine Person nicht mehr gewachsen zu sein. Und auch Kronprinz Schubert, der Nübel kürzlich während einer Rot-Sperre in einigen Spielen vertreten durfte/musste, scheint noch mehr Risiko als Versprechen auf eine Verbesserung der Lage zu sein. Eine mehr als ungünstige Situation, zumal sich die Schalker parallel dazu in einer tiefen sportlichen Krise befinden.
Vor dem Spiel gegen Leipzig standen auf Schalke noch alle zusammen. Foto: Franz-Christian Müller
Zugegeben, das 0:5 des FC Schalke 04 am Samstag gegen RB Leipzig in der eigenen Arena war schon eine heftige Klatsche. Die Machtdemonstration der Ostdeutschen Brausekicker dürfte auch dem Letzten in und um Gelsenkirchen klargemacht haben, dass die Königsblauen noch ein gehöriges Stück aufholen müssen, wenn die wieder in die Tabellenregionen vorstoßen wollen, die sie noch vor zwei Jahren unter Trainer Domenico Tedesco erreicht hatten, als der Klub aus dem Ruhrgebiet Vizemeister wurde. Zu überlegen waren die von Brausemillionen an die Tabellenspitze geschossenen Ostdeutschen.
Und doch gilt es das Ganze, nachdem man über das Erlebte etwas nachdenken konnte, zu relativieren. Dass die Schalker nach mehreren sieglosen Spielen in der Fußball-Bundesliga in der Tabelle zu den Spitzenplätzen inzwischen abreißen lassen mussten, ist alles andere als in Drama. Im Gegenteil! Die Knappen spielen diese Saison noch immer voll im Bereich ihrer derzeitigen Möglichkeiten.
Es war die herausragende Fußballmeldung dieser Woche: Torwart Alexander Nübel wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag auf Schalke nach übereinstimmenden Berichten nicht über den Sommer 2020 hinaus verlängern und sich stattdessen ab der kommenden Saison dem FC Bayern München anschließen.
Fußballdeutschland diskutierte die Entscheidung des Keepers emotional. Wie kann er nur? Warum ist Nübel scheinbar bereit sich hinter Nationaltorwart Manuel Neuer womöglich über Jahre hinweg nur auf die Bank setzen zu müssen?
Durchaus spannende Fragen. Noch kennen wir alle allerdings die genauen Hintergründe nicht. Gibt es womöglich Vereinbarungen? Weiß Nübel diesbezüglich bereits mehr als die Öffentlichkeit? Kritik an der Entscheidung des jungen Torhütertalents ist auf den ersten Blick naheliegend, aber sicherlich noch nicht endgültig fundiert.
Viel spannender und wichtiger für die Zukunft des Klubs finde ich aktuell ohnehin eine ganz andere Frage