Großer Nachteil gegenüber der Konkurrenz: Wo bleibt der Aufschrei auf Schalke?

Die Fans in Gelsenkirchen. Foto: Michael Kamps

Es war die herausragende Fußballmeldung dieser Woche: Torwart Alexander Nübel wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag auf Schalke nach übereinstimmenden Berichten nicht über den Sommer 2020 hinaus verlängern und sich stattdessen ab der kommenden Saison dem FC Bayern München anschließen.

Fußballdeutschland diskutierte die Entscheidung des Keepers emotional. Wie kann er nur? Warum ist Nübel scheinbar bereit sich hinter Nationaltorwart Manuel Neuer womöglich über Jahre hinweg nur auf die Bank setzen zu müssen?

Durchaus spannende Fragen. Noch kennen wir alle allerdings die genauen Hintergründe nicht. Gibt es womöglich Vereinbarungen? Weiß Nübel diesbezüglich bereits mehr als die Öffentlichkeit? Kritik an der Entscheidung des jungen Torhütertalents ist auf den ersten Blick naheliegend, aber sicherlich noch nicht endgültig fundiert.

Viel spannender und wichtiger für die Zukunft des Klubs finde ich aktuell ohnehin eine ganz andere Frage:

Warum verliert der FC Schalke 04 in den vergangenen Jahren eigentlich so viele seiner Top-Spieler ablösefrei an die Konkurrenz? Nübel ist ja längst nicht der erste Akteur der Knappen, der den Verein mit einem auslaufenden Vertrag verlassen wird, somit keinerlei finanzielle Entschädigung für den Klub einbringen wird.

Goretzka, Meier, Matip, Kolasinac und jetzt Nübel. Alleine die namhaftesten ablösefreien Abgänge der vergangenen Jahre hätten die Kassenlage des Gelsenkirchener Kultklubs dramatisch verbessern können, wenn es den Verantwortlichen gelungen wäre die Spieler mit gültigen Arbeitsverträgen zu transferieren, statt sie erst nach Ablauf der Vertragsdauer entschädigungsfrei zu verlieren.

Vergleicht man die Situation mit der von Borussia Dortmund, wo alleine im Vorjahr das Talent Christian Pulisic mit einer recht geringen verbleibenden Restlaufzeit seines Vertrages von einem Jahr für über 60 Mio. Euro zum FC Chelsea wechselte, wird klar, welche Summen den Schalkern hier fehlen. Von den Transfererlösen der sich aus Dortmund ‚wegstreikenden‘ Dembele und Aubameyang einmal ganz zu schweigen. Alleine diese drei Profis brachten den Schwarzgelben dem Vernehmen nach über 200 Mio. Euro ein.

Hätten die Königsblauen für ihre ablösefreien Abgänge auch nur halbwegs den aktuellen Marktwert ergattern können, es wären sicherlich deutlich über 100 Mio. Euro mehr in der Kasse der Schalker gelandet.

Diesen Punkt finde ich auch beim in Kürze anstehenden Nübel-Abgang deutlich spannender, als die Frage warum sich der junge Torhüter ab Sommer womöglich freiwillig bei den Bayern auf die Auswechselbank setzt. Denn das ist seine Privatentscheidung, die es zu respektieren gilt, auch wenn sie einem persönlich vielleicht nicht gefällt.

Die Frage nach diesen theoretischen Mindereinnahmen in der Schalker Vereinskasse, die ist allerdings eine, die die Allgemeinheit der Schalke-Fans durchaus mehr beschäftigen sollte. Denn ein Alexander Nübel wird in der Geschichte des FC Schalke 04 im Rückblich nur eine sehr kleine Rolle einnehmen. Der so seit Jahren fabrizierte finanzielle Nachteil gegenüber den anderen Klubs, der wird hingegen für lange Zeit bestehen bleiben.

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19 Kommentare

  1. #1 | Thommy sagt am 25. Dezember 2019 um 11:23 Uhr

    Immerhin-all die genannten Spieler haben eines – Wenn auch Unübliches getan-sie haben ihre Verträge erfüllt.

  2. #2 | Reiner Pohl sagt am 25. Dezember 2019 um 13:39 Uhr

    Die immer wieder, in meinen Augen butterweiche Strategie, die ach so jungen Spieler nicht unter Druck zu setzen ist einer der Faktoren. Anstatt spätestens ein Jahr vor Auslaufen des Vertrages auf Verlängerung zu drängen, wir immer ieder betont, man wolle dem Spieler (Jungunternehmer) Zeit geben und man werde sich zusammensetzen. Meiner Meinung nach sollte knallhart in den Raum gestellt werden: verlängern oder Abgang solange man noch Geld bekommt. Es ist unerträglich wie sich Schalke immer wieder vorführen lässt mit Argumenten, das man sich alles überlegen und die sportliche Entwicklung abwarten will. Es geht nur darum, Gehaltsvorschläge (siehe Meyer) aufzurufen, und diese dann in Verhandlungen mit anderen Vereinen als Druckmittel zu nutzen. Der Abschied ist schon im Kopf vollzogen.

  3. #3 | Hans sagt am 25. Dezember 2019 um 13:41 Uhr

    Ganz einfach, wer Sportdirektoren wie Trainer wechselt bekommt keine Kontinuität rein.

  4. #4 | Robin Patzwaldt sagt am 25. Dezember 2019 um 13:43 Uhr

    Spannend wird aus meiner Sicht auch die Frage sein, ob Wagner Nübel in der Rückrunde überhaupt noch einsetzt, oder aber ob er nicht gleich konsequent auf Schubert setzt und diesen somit als Nübels logischen Nachfolger aufbaut.

  5. #5 | Moritz sagt am 25. Dezember 2019 um 14:39 Uhr

    Den Aufschrei gab es ja schon, weil die Problematik längst bekannt ist. Mittlerweile dürfte das Problem in der (mal wieder neuen) sportlichen Führung bekannt sein; Mit Harit wurde vorzeitig verlängert, bei Nübel handelt es sich um ein (weiteres) Versäumnis von Ex-Sportvorstand Christian Heidel, das Neu-Sportvorstand Schneider offensichtlich nicht mehr gut machen konnte.

  6. #6 | Ulrich Bettenhausen sagt am 25. Dezember 2019 um 14:44 Uhr

    Na ja Herr Patzwaldt die Zeilen, die sie stetig hier verfassen sind den Verantwortlichen und den Fans
    hinreichend bekannt. Denke mal der aktuelle Sportvorstand, Herr Schneider, wird in Zukunft andere Entscheidungen treffen wie er bereits mit den Personalien Mc Kennie und Harit gezeigt hat.
    Vielmehr muss ich mit Erstaunen feststellen, dass ein bekennender BVB Fan Artikel über den ungeliebten Reviernachbarn verfasst. Diese können weder objektiv noch ohne eine gewisse Befangenheit verfasst worden sein- Hier auch noch zu erwähnen der bitterböse Bericht über die
    Reporterlegende Manni Breuckmann.
    Ihre spekulativ verfassten Kommentare über den Fc Schalke 04 sollten sie in priovater Runde mit ihren BVB Kollegen diskutireren.
    Hier mal Fakten. DER BVB hat in zurückliegenden Zeit Transfererlöse von mindestens 200 Millionen
    Euro erzielt. Der BVB hat in der Hinrunde 30 Punkte- Also keinen Punkt mehr als der Verein, der
    in den letzten Jahren nahezu keinerlei Einnahmnen bei den Transfers erzielt.
    Dies wirft den Verein,nach ihrer Aussage um Jahre zurück. Wieder einmal "Kaffeesatzlesen"
    Herr Patzwaldt, es wäre schön wenn sie in Zukunft doch nur über ihren Herzensverein berichten.
    und nicht über den Reviernachbarn, der auf Dortmunder Kommentare wahrlich verzichten kann
    Noch ein schönes Weihnachtsfest.

  7. #7 | Michael Gründker sagt am 25. Dezember 2019 um 14:45 Uhr

    Der ist ja auch kein richtiger Schalker ! Soll er doch gehen ! Markus Schubert jetzt schon als Nummer eins machen

  8. #8 | Haug sagt am 25. Dezember 2019 um 14:47 Uhr

    Wenn einer wie Nuebel meint er muß zu den grosskotzeten Bayern dann sofort weg mit ihm Schalke hat mit Schubert min. einen. gleichwertigen Nachfolger Glückauf von einem
    mehr als 50 jährigen Mitglied
    M.Haug

  9. #9 | Reichenberg sagt am 25. Dezember 2019 um 14:50 Uhr

    Aus meiner sicht ist christian haidl an der gazemn sache darun schuld. Hat man das mal hinterleuchtet?ich stelle mir dir frage ob da nicht mehr dahinter steht. Hab kein problem mit meinem Namen. Mag keine Meldungen ohne Hintergrund.Würde mich freuen auf eine Rückmeldung von Euch. ralf.reichenberg@t-obline.de. wohne seit 40 Jahre in Baeyern und bin seit meiner Geburt S04 Faen.

  10. #10 | TH sagt am 25. Dezember 2019 um 14:55 Uhr

    Was in der Vergangenheit im Management bzgl. Verträgen, passiert ist,kann man nicht mehr ändern.
    Jetzt aber gilt es aufzupassen das solche Dinge nicht mehr passieren.
    Nübel ist hoffentlich der letzte den wir verlieren ohne Kohle dafür zu generieren.
    Hoffnung gibt mir dahingehend die Causa Harit den man ja zeitig verlängern konnte.
    Auf ein erfolgreiches Jahr 2020 und Glück auf…⚽️⚽️

  11. #11 | Wilfried sagt am 25. Dezember 2019 um 15:00 Uhr

    Es sollte der beste Torhüter im Tor stehen, denn auch der jetzt viel geliebte Schubi hat in Dresden nicht anders gehandelt als Nübel jetzt auf Schalke.

  12. #12 | Jo sagt am 25. Dezember 2019 um 15:05 Uhr

    Es ist doch ganz einfach:
    Nübels vertrag war schon nach der Em im Sommer klar mit Bayern!Er hat die leute an der Nase rumgeführt,das gleich prinzip wie bei Goretzka der auch schon vorab mit bayern klar war,da kann ein Manger,Sportdirektor nichts mehr machen dazu kommen die Sielervermitler die ja nur verdienen bei Weggang und nur wenig bei verbleib.Ich aus meiner sicht würde Nübel das letzte halbe jahr aufgrund seiner *von Moderator editiert*…und hinhalttaktik auf die Bank(Tribüne)setzen,und Schubert das vertrauen schenken.
    sollte Nübel doch im Tir stehen dann gute Nacht Hr.Wagner!!!!

  13. #13 | Schalker 1959 sagt am 25. Dezember 2019 um 15:45 Uhr

    Für den S04 ist es in dieser Saison wichtig den eingeschlagenen Weg unter David Wagner ohne wenn und aber weiterzugehen. Abgaenge wird es immer wieder geben. Schalkes Faustpfand ist aber immer noch der tolle Nachwuchs der von N. Elgert geformt wird. Ausserdem haben Spieler wie McKenny, Harit und Serdar langfristige Verträge abgeschlossen. Wichtig wäre für uns eine baldige Verlängerung unses waren Kapitäns Stambuli. Und den Herren Schneider und seinem Team ein glückliches Händchen bei ein und Verkaufen. Glück auf!!! ??

  14. #14 | Muchau Ingo sagt am 25. Dezember 2019 um 15:51 Uhr

    Ulrich Betten Bettenhausen, schreibt wie es ist!!
    Herr Patzwald sollte seinen BVB kommentieren
    Und nicht unseren Klub! Wir sind mit Schneider und Wagner auf dem richtigen Weg!! Glueck Auf, ich bin stolz ein Schalker zu sein.

  15. #15 | K. Stange sagt am 25. Dezember 2019 um 17:25 Uhr

    Das Handheld spielt eine ganz große Rolle, zB Goretzka 20 Millionen …….BwG

  16. #16 | Bruder sagt am 25. Dezember 2019 um 21:42 Uhr

    Es ist einfach nur traurig wie viele Spieler den S04 hat ziehen lassen müssen. Was hätte der S04 für ein Erfolg eingefahren, wenn die Herren Özil,Neuer,Goretzka Mayer, Höwedes. Die Herren die nach Paris wechselten nicht mitgerechnet. Ein Bekenntnis für den S04 abgegeben hätten. Es geht doch nur noch um Kohle. Wo kann ich mir die Taschen in kurzer Zeit füllen. Da gebe gebe den Spielerberatern die größere Schuld, warum das beim S04 so entstanden ist. Aber da haben die Werbefirmen auch einen Einfluss. Hätten die Herren nur ein wenig Geduld gehabt und sich mal wiedersetzt. Mit der Verpflichtung Raul befand sich unser S04 schon einmal auf dem richtigen Weg. Ich hoffe, daß die Kausa Nübel die letzte Person ist die unseren S04 nur als Sprungbrett benutzt hat. Ich habe mir schon vor 10 Jahren gesagt, wem das Trikot nicht mehr gefällt soll verschwinden. Wir Fans sind immer da und werden den Verein immer unterstützen. Unser S04 ist seit der Saison 2019/20 sehr gut aufgestellt und haben begonnen Spieler länger an den Verein zu binden. Das macht Hoffnung auf finanziellen und sportlichen Erfolg. Noch schöne Festtage. Auf einen sportlichen Erfolg in derZukunft. BwG bleibt mir alle sportlich.

  17. #17 | Artur sagt am 25. Dezember 2019 um 23:26 Uhr

    Nübel ist ein Verräter. Weg mit ihm. Meiner Meinung nach sollte er kein Spiel mehr für Schalke machen. Wir haben in Schubert einen gleichwertigen vielleicht sogar noch besseren Tormann. Nübel ist ein kleiner Schnösel und wird genau so in der Versenkung verschwinden wie viele andere Spieler bei den großkotzigen Bayern. Wenn Fährmann wiederkommt sollte man ihn unbedingt halten.

  18. #18 | Manfred Friele sagt am 26. Dezember 2019 um 17:04 Uhr

    Der Fehler wurde doch schon letztes Jahr gemacht, als man diesen jungen Torwart erst zur Nummer 1 machte und letztlich, für mich unverständlich, zum Kapitän machte.

    Wenn Du denkst Du bist was, hast Du aufgehört etwas zu werden.

    Langsam und behutsam aufbauen geht anders. Kein Wunder, dass er jetzt den zweiten Schritt machen will, obwohl er nach nur 41 Einsätzen den ersten nicht beendet hat.

  19. #19 | Frank Husten sagt am 26. Dezember 2019 um 18:33 Uhr

    Wieso spricht kaum jemand über die Vermittler? Das sind doch die Abzocker. Die jungen Spieler werden weichgekloppt von denen. Bayerns niedertraechtige Verhaltensweise ist bekannt. Da kann Werder auch ein Lied von singen.

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