Ruhrbarone-Ausflugstipp: Der Landschaftspark Duisburg-Nord

Idyllischer geht es kaum: Der Landschaftspark Duisburg-Nord; Foto: Peter Ansmann
Idyllischer geht es kaum: Der Landschaftspark Duisburg-Nord; Foto: Peter Ansmann

Nach der Regattabahn in Duisburg-Wedau, der Sechs-Seen-Platte, der Landmarke TIGER & TURTLE – MAGIC MOUNTAIN und dem Rheinpark stelle ich heute im Blog das letzte touristische Highlight in Duisburg für dieses Jahr vor: Den Landschaftspark Duisburg-Nord.

Letzten Freitag, bei leider eher trüben Wetterbedingungen, besuchten Ruhrbaron-Kollege Robin Patzwaldt und ich das ehemalige Hüttengelände in Duisburg-Meiderich:

Mit Reitze Dijkstra, einem überzeugten Duisburger und Dauergast im Landschaftspark, hatten wir einen kompetenten Guide der uns durch „seinen Landi“ führte.

Und mit allerhand Informationen zur Geschichte „einer der schönsten Großstadtoasen in Deutschland“ (Eigenwerbung der Betreibergesellschaft) aufwartete.

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„REVIERBLICKE“: Neue Ausstellung von Fotograf Ruben Becker in Herne

Nach und nach kommt auch das Kulturleben im Ruhrgebiet nach dem wochenlangen Lockdown wieder in Gang. Ab Juni zeigt der Fotograf Ruben Becker einen Teil seiner Werke in Herne.

Kompositionen aus Licht und Zeit. Diese Elemente haben ihn nach eigener Aussage schon immer fasziniert. Becker, der 1972 in Herne geboren wurde, hat schon als Kind und Jugendlicher gerne geknipst.

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Inside Zollverein

Foto: Roland W. Waniek

 

Sie ist das markanteste Industriedenkmal Deutschlands: die Zeche Zollverein. Hier wurde von 1851 bis 1986 Steinkohle gefördert. Einst war sie die förderstärkste, heute gilt sie als die schönste Zeche der Welt. Seit 2001 ist sie UNESCO-Weltkulturerbe.

Viele kennen ihre Aussenansicht, vor allem den majestätischen Doppelbock des Schachtes XII. Als Essen in 2010 Europäische Kulturhauptstadt wurde, ging sein Bild um die Welt. Hier nun eine Innenansicht mit Fotos der weit weniger bekannten Werkstätten und Anlagen.

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Schicht im Schacht an der Moritz Fiege Brauerei

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Am gestrigen Samstag feierte die „ExtraSchicht“ ihren 15. Geburtstag.

Mit 19 Städten, 45 Spielorten und 500 Events lud die Nacht der Industriekultur von 18 – 2 Uhr zu einem Kulturfest der Region ein, und fast das gesamt Ruhrgebiet war auf den Beinen. 2.000 Künstler und 200 Kooperationspartner machten es möglich, dass auch nach 15 Jahren Entdeckungsreisen durch die Metropole Ruhr immer noch keine Langeweile aufkam und in diesem Jahr waren wieder drei neue Spielorte mit dabei.

Ich muss gestehen, dass ich es nur zur letzten Runde der Extraschicht geschafft habe, dafür konnte ich aber an der Moritz Fiege Brauerei noch ein paar schöne Momente der 3D-Lichtkunst der Illuminationsspezialisten von TNL einfangen und das machte sich in der Dunkelheit besonders gut 🙂

Wer übrigens auch mit der Kamera unterwegs war, der hat die Möglichkeit mit seinen Aufnahmen an dem Fotowettbewerb der Extraschicht teilzunehmen. Alle Informationen dazu findet ihr unter www.extraschicht.de/fotowettbewerb.

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[Das Ruhrgebiet legt eine Extraschicht ein]

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Zwischen Fußball, dem einen oder anderen Festival und kurz vor Bochum Total, steht uns am Samstag noch mal eine ganz besondere Nacht bevor.

Dann heißt es wieder acht Stunden geballte Ladung Industriekultur, verteilt auf 25 Ruhrgebietsstädte, 50 Spielorte, 190 Shuttlebusse, 500 Events, 2000 Künstler und das alles geht auf ein Ticket für maximal 18 Euro.

Der Grundgedanke der Extraschicht vor 14 Jahren war, ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur kulturell in Szene zu setzen, um damit den Wandel von der Schwerindustrie zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion zu verdeutlichen.

Internationale Künstler lassen dabei die Spielorte durch fantasievolle Inszenierungen in einem neuen Blickwinkel erscheinen.

Nun stellt sich die Frage, wenn man sich das gesamte Programm dieser Nacht anschaut, wie man das alles unter einen Hut bekommen soll.

Es ist nicht möglich 🙂

Deshalb von mir noch ein paar Tipps für alle, die dabei sein wollen.

Teil des Konzepts der Extraschicht ist das „Fahren“ von einer Spielstätte zur nächsten. Aus diesem Grund ist für Mobilität und die Erreichbarkeit der Locations bestens gesorgt.

Das Ticket der ExtraSchicht gilt in sämtlichen ExtraSchicht-Shuttlelinien sowie im gesamten Nahverkehrsnetz des VRR (2. Klasse) vom 28. Juni 2014 bis 7 Uhr des Folgetages.

Man kann auch mit „rollenden“ Spielorten unterwegs sein, mit dem Rad, dem Schiff…oder den historischen Bahnen.

Wichtig ist nur, dass man sich im Vorfeld seine Favoriten heraussucht und seine Route genau plant. …Die Erfahrung sagt, dass man mit drei Spielstätten in der Nacht ausreichend versorgt ist, was Anfahrten und Aufenthalte angeht.

Optimalerweise wählt man für seine Entdeckungstour Spielorte entlang einer Shuttlelinie aus.

Und noch ein kleiner Tipp von mir.

Jedes Jahr entstehen in der Extraschicht-Nacht tausende wunderschöner Fotoaufnahmen. Jeweils die zwei besten dürfen in diesem Jahr an einem Fotowettbewerb teilnehmen.

Alle ExtraSchichtler sind eingeladen, ihre zwei besten Fotos der Nacht vom 28. Juni 2014 auf www.extraschicht.de/fotowettbewerb hochzuladen und zu gewinnen. Zwei Wochen lang kann man selbst, aber vor allem Freunde, Verwandte, Kollegen, Nachbarn, Facebook-Bekanntschaften, Kommilitonen, Mitschüler, Liebhaber, Fans und jeder, dem die Fotos gefallen, voten – maximal einmal pro Tag darf jeder seine Stimme abgeben……

Wenn das kein schöner Anreiz ist, denn zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas.

Alles weitere findet ihr unter www.extraschicht.de.

Auch Ruhrkultur: Die Kleinkunst der Werkzeuge

Ein einprägsames Bild, charmant, wie das Ruhrgebiet selbst: Klüngelskerle sammeln Altmetall. Was wiegt dabei besonders schwer und ist überall vorhanden? Na, klar: Werkzeug – von Keller zu Keller gewandert, von Generation zu Generation weitergereicht. Verbogen von der Last der Arbeit, roststarrend und fast leidend als wärs lebendig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Standardhandelsware auf dem Revierflohmarkt. Beliebt bei der Haushaltsauflösung. Zuverlässig den Arm der Arbeiterschaft verlängernd. Mit Einfühlungsvermögen gegen lockere Muttern.

So war das damals: Ausschließlich Stahl und Kohle, mehr Zechen als Wohnhäuser, gar keine Menschen, nur Maulwürfe. Ganz klar: In diesem Klima, konnte kein Mann ohne Werkzeug sein. Viele kamen aus Posen, Pommern, Schlesien. Werkzeug war die Erweiterung ihrer Möglichkeiten, fürs Überleben.

Heute: Gibt es nur noch Kochutensilien. Der Hammer schmiedet nicht mehr das Eisen. Er klopft das Steak platt. Die Zange kneift nicht mehr den Nagel: Sie wendet den Fisch in nativem Ölivenöl. Der Korkenzieher killt den Schraubenzieher. Und der Werkzeugkasten hat sich in "Besteckkasten" umbenannt.

Die Ruhries – mein Gott – sind nicht mehr schwarz im Gesicht! Aber so ähnlich: sonnengebräunt. Oder grün hinter den Ohren. Denn sie wissen nicht mehr, wie wichtig gutes Werkzeug ist. Wie identitätsstiftend. Wie der Architektonik des Selbstbildnisses förderlich. Für den Mann natürlich. Aber Werkzeuge sind auch die Waffen einer Frau: Für deren Eigenständigkeit, für ihre Selbstbehauptung.

Leute! Werft die Mäuse fort. Die auf das Fünftausendstel genaue Lasermaus ist grobmotorischer als jede schwere Axt, die ein Holzscheit punktgenau spalten muß. Wieviel Genauigkeit und Präzision dazu gehört? Das weiß keiner mehr. Jetzt lernt mal wieder richtig gucken: Das Ziel ist der Nagel, nicht der Finger. Wer von euch kann das noch real, nicht virtuell? Wer koordiniert Geist und Physis?

Wo Architektur immer gigantomanischer geworden ist, offenbart sie den Wandel zu augenfällig. Doch manches zeigt sich präziser im Kleinen, im Alltag: An Brillenformen, am Design von Schreibgeräten – oder in Werkzeugkisten. Werkzeuge dokumentieren den Wandel der Gesellschaft, ihrer Ästhetik und Wahrnehmung. Sie klatschen uns ins Gesicht, dass Funktion vor Form kommt. Dass es sich mit beiden aber wie mit eineiigen Zwillingen verhält.

Immer ging es bei Hammer und Sichel, bei Messer und Meissel darum, dass ihr Gebrauch eine Anforderung zu erfüllen hatte. Gefertigt wurden sie seit Anbeginn in KMU-Schmieden. Dann mutierten sie zu Industrieprodukten. Die Funktionaltät dieser Werkstücke ist die schärfste Messlatte für sogenannte Gebrauchsgegenstände.

Werkzeuge sind unsere täglichen Begleiter. Sie sollen funktionieren. Aber wir kennen uns nicht mehr aus. Haben Freudentränen in den Augen, weil beim Discounter alles so billig ist. Ramsch goes Schrotting: Brechende Bits, sich krümmende Schraubenschlüssel, überdrehte Schraubenzieher.

 

Da muß Innovatives her: Der Schraubenschlüssel von Morgen schraubt mit Köpfchen. Deutsche Ingenieure bauen eben nicht nur Kraftwerke oder Flugzeuge, auch Werkzeuge. Übrigens rosten die nicht mehr: Euphorische Käufer, depressive Klüngelskerle.