Düsseldorf: Die AfD lädt zum Kulturkampf. Die Nachbarschaft zum Protest.

Heine Haus an der Bolkerstraße 53 in Düsseldorf
Das Heine Haus an der Bolkerstraße 53 in Düsseldorf. Die AfD beruft sich auf den Dichter. Ihr Kulturabend ist im Palais Wittgenstein geplant. (Archivfoto 2024: Peter Ansmann)

Die AfD hat einen Saal. Zwei Anwohner sorgen dafür, dass sie auch Widerspruch bekommt. Rivkah Young und Peter Wildanger haben für Montag, den 26. Oktober 2026, eine friedliche Kundgebung in der Düsseldorfer Carlstadt angemeldet. Ihr Motto: „Carlstadt ist bunt. Nicht braun.“

Anlass ist ein Vortrag von Matthias Helferich (AfD) über „Kulturpolitik von rechts“ im Palais Wittgenstein.

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AfD-Kulturpolitik in Düsseldorf: Heine wäre gern verhindert

Heine Haus an der Bolkerstraße 53 in Düsseldorf
2024: Das Heine Haus an der Bolkerstraße 53 in Düsseldorf: Im damaligen Hinterhaus wurde Heinrich Heine 1797 geboren. Heute ist hier ein Literaturhaus. (Foto: Peter Ansmann)

Die AfD möchte in Düsseldorf über Kultur sprechen. Die Galerien haben schon geantwortet: Vielen Dank, ohne uns. Für Montag, den 26. Oktober 2026, kündigt die Partei einen Kulturspaziergang und einen Vortrag mit Matthias Helferich an. Mehr als 50 Galerien aus Düsseldorf und Köln wenden sich gegen die politische Vereinnahmung der Kunst. Das Bildungsprogramm trägt also bereits Früchte: Man weiß jetzt ziemlich genau, wer mit wem nichts zu tun haben möchte.

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Kulturkampfminster Weimer auf Irrwegen

Wolfram Weimer Foto: Sandro Halank. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Mit der Absage des Buchhandelspreises schießt sich Merzens Mann fürs Grobe endgültig ins Aus, nachdem er drei Buchhandlungen wegen angeblicher linker verfassungswidriger Umtriebe von der Preisvergabe ausgeschlossen und damit eine Revolte im Kulturbetrieb ausgelöste hatte. Sein Posten sollte eingespart werden.

Eigentlich hatte man gedacht, schlimmer als unter Wolfram Weimers Vorgängerin Claudia Roth als Staatsministerin für grün-linke Kulturprojekte und antisemitischen Agitprop aka documenta 15 könnte es nicht werden. Doch, kann. Weimer stellt es immer wieder unter Beweis. Nun hat er, nachdem die von ihm veranlasste Regelüberprüfung der Kandidaten für Buchhändlerpreis durch den Verfassungsschutz verständlicherweise in der Kulturszene auf Widerstand stieß, die Preisvergabe kurzerhand abgesagt. Steht jetzt die gesamte Branche unter Verdacht?

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Macht Kunst Politik! Das Impulse Theater Festival setzt ein Zeichen: Kultur in Rotstift-Zeiten

Macht Kunst Politik! Impulse Theater Festival (c) Robin Junicke
Macht Kunst Politik! beim Impulse Theater Festival (c) Robin Junicke

Macht, Kunst und Politik prallen beim Impulse Theater Festival im Rathaus von Düsseldorf aufeinander. In dem temporeichen Veranstaltungsformat, mit dem das Festival der freien Szene eine brisante Diskussion eröffnet, werden Kulturpolitiker aller Parteien auf besondere Weise herausgefordert. Statt langer Reden sollen sie ein knappes Jahr vor den NRW Landtagswahlen in 7-Minuten-Statements ihre kulturpolitischen Ziele formulieren. Ihnen gegenüber sitzen diejenigen, die Kultur schaffen und Kunst auf professionellem Niveau betreiben. Dass Kultur ohne die Förderung der öffentlichen Hand kaum möglich ist, ist an diesem Abend keine besonders neue Erkenntnis. Kulturpolitik wird an diesem Samstag Abend nicht neu verhandelt. Am Ende geht es wie immer vor allem um eines – Geld. Dennoch gelingt der israelischen Künstlergruppe Public Movement ein Veranstaltungsformat zu installieren, das eine innovative Dialogplattform zwischen Politik und Kultur schafft. Das ist weit mehr, als man von den üblichen Podiumsdiskussionen erwarten kann und könnte so manche Landtagsdebatte erfrischen.

Die Kulturschaffenden und Betroffenen der Sparpolitik dürfen in der Rolle des Publikums der Diskussion Kritik und Unmut, in Frageform verpackt auf handlichen Zetteln, beisteuern. Durch das Hochhalten von farbigen Karten können sie direkt intervenieren und den Redefluss der Politiker mit der Frage „Warum?“ und der Aufforderung „Sei konkret, gib ein Beispiel!“, stoppen. Begleitet werden die Unterbrechungen von getragen-melancholischer Musik (warum?) und einem fröhlichen Jingle (werde konkret!). Das führte selbst bei hartnäckigen Langrednern zur Unterbrechung des Vortrages – auch weil der Abend von der Reporterin und Autorin Ina Sonnenberg charmant und mit der notwendigen souveränen Autorität moderiert wird.

Moderatorin Ina Sonnenberg, Foto: Impulse Theater Festival (c) Robin Junicke, Im
Moderatorin Ina Sonnenberg, Foto: (c) Robin Junicke

Die Kulturpolitiker der SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Piraten, der Linken und der FDP sind sich weitestgehend einig: Kunst braucht Förderung, damit sie der Aufgabe, intellektuelle Freiräume und künstlerische Diskurse jenseits von Wirtschaftlichkeit zu schaffen, nachkommen kann. So weit so gut. Dennoch wird der reale Druck auf die Kreativen und Kunstschaffenden angesichts leerer kommunaler Kassen und einem Minimalanteil am Landeshaushalt immer größer. An dieser Frage hakt Martin Maier-Bode (Die Linke) ein, der als Kabarettist nicht nur die Politbühne, sondern auch die harten Bretter kennt, die die Welt bedeuten.

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