Die Nachricht hat mir heute Vormittag tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert: Trainer Niko Kovac bleibt Borussia Dortmund bis 2029 erhalten. Das ist für mich mehr als eine gewöhnliche Vertragsverlängerung. Es ist ein Signal, dass der BVB auf einer seiner wichtigsten Positionen endlich wieder auf Kontinuität statt auf das nächste Experiment setzt.
BVB-Trainer Niko Kovac mit kritischem Blick. Foto: Robin Patzwaldt
Eigentlich müsste ich als langjähriger Begleiter des BVB jetzt einfach zufrieden sein. Zwei Spiele, zwei Siege, sechs Punkte – was will der Dortmunder Fußballfan zum Saisonstart 2026/27 eigentlich mehr? Heimsieg gegen den HSV, Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim. Dazu ein 3:2 nach 0:2-Rückstand. Klingt nach Charakter, Moral und einer Mannschaft, die sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.
Und trotzdem ertappe ich mich dabei, dass ich schon wieder genauer hinschaue. Vielleicht sogar genauer, als mir lieb ist.
Lange her: Ein entspannter Jürgen Klopp in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Borussia Dortmund steht einmal mehr in der Champions League, die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Monate in der Bundesliga waren solide bis gut, bevor der Verein zuletzt nach der vorzeitigen Qualifikation den Fokus verlor. Dennoch bleibt rund um den Verein am Ende der Spielzeit 2025/26 ein seltsames Gefühl der Unzufriedenheit zurück. Der BVB gewinnt unter Trainer Niko Kovac ausreichend Spiele in der Liga, aber er begeistert seine Anhänger nur noch selten nachhaltig.
Die Identifikation vieler Anhänger mit der Mannschaft wirkt brüchiger als früher, die emotionale Bindung schwächer. Genau deshalb greift die aktuelle Debatte um eine Rückkehr zur „BVB-DNA“ so tief. Denn viele Fans sehnen sich nicht einfach nach besseren Resultaten – sie sehnen sich nach einem Verein, der wieder klar erkennbar für etwas steht.
Die Diskussionen rund um Borussia Dortmund nach dem 2:0 gegen Mönchengladbach am Freitag offenbaren weit mehr als nur die üblichen Emotionen eines Bundesligaspiels. Ja, da war Gesprächsbedarf wegen Schiedsrichterentscheidungen, wegen Tabellenplatz zwei – doch all das trat schnell in den Hintergrund. Stattdessen stand einmal mehr ein Thema im Mittelpunkt, das den BVB seit Monaten begleitet: interne Unruhe.
Und die Frage, wie ernst es der Klub eigentlich noch mit seinen einst so stolz vor sich hergetragenen Charakterprüfungen meint.
Bei der Vorstellung von Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga suggeriert Ruhe. Nur eine Niederlage aus den ersten 14 Bundesliga-Spielen der Saison 2025/26 – das ist eine Bilanz, die andernorts Euphorie auslösen würde. In Dortmund hingegen macht sich Ernüchterung breit. Und das ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck eines tieferliegenden Problems: Der BVB sammelt Punkte, aber er sammelt keine Überzeugung.
Ernüchterung bei BVB-Trainer Niko Kovac. Foto: Robin Patzwaldt
Borussia Dortmund wollte in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga wieder ein echtes Wörtchen im Titelrennen mitreden. Nach dem vielversprechenden Saisonstart war Euphorie spürbar – endlich schien die Mannschaft stabil, reifer, konstanter.
Doch die beiden jüngsten Spiele gegen RB Leipzig (1:1) und Bayern München (1:2) haben ernüchternd deutlich gezeigt: Der BVB ist noch nicht da, wo er sein möchte. Und vor allem – wo einige in Schwarzgelb glaubten, schon zu sein.
Bei der Vorstellung von Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Borussia Dortmund hat am heutigen Dienstag die vorzeitige Verlängerung des Vertrags mit Niko Kovač bis 2027 bestätigt – und sendet damit ein starkes Signal. Diese Entscheidung ist nicht nur ein Vertrauensbeweis, sondern Ausdruck einer neuen strategischen Klarheit im Verein.
Kovač, der bei seiner Vorstellung im Februar noch mit sehr viel Skepsis im Umfeld empfangen wurde, hat in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, dass er mehr ist als ein kurzfristiger Feuerwehrmann. Er hat eine taumelnde Mannschaft
Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac (2.v.r.) in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Es sollte ein Sommer des Umbruchs in Dortmund werden. Ein Neuanfang. Nach einer Saison voller Widersprüche, in der der BVB zwar dank eines starken Endspurt erneut die Champions-League-Qualifikation klar machte, aber gleichzeitig in der Bundesliga über weite Strecken enttäuschte, war die Marschroute eigentlich klar: Die Mannschaft muss neu strukturiert, mit frischer Qualität und neuer Mentalität aufgeladen werden.
Doch Stand Ende Juli wirkt die vielbeschworene Erneuerung eher wie eine leere Worthülse. Denn von einem Umbruch ist bislang kaum etwas zu sehen. Im Gegenteil: Der BVB droht, eine einmalige Gelegenheit zu verspielen.
Bei der Vorstellung von Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Die Bundesliga-Saison 2024/25 ist Geschichte. Für Borussia Dortmund endete die Spielzeit versöhnlich. Durch ein 3:0 gegen Absteiger Holstein Kiel im heimischen Westfalenstadion erreichte der BVB sein vor Saisonstart ausgerufenes Minimalziel: die Qualifikation für die kommende Champions-League-Runde. Die Freude darüber war groß in der Stadt. Gefeiert wurde in erster Linie Trainer Niko Kovač, der den Verein seit seiner Amtsübernahme im Februar von Platz elf auf Platz vier geführt hatte.
Auch von Seiten der Vereinsverantwortlichen war das Lob groß – fast schon zu groß, wenn etwa Lars Ricken von einer der größten Leistungen eines Trainers in der Klubgeschichte sprach. Entschuldigen müssten sich in diesen Stunden hingegen wohl einige der namhaftesten BVB-Berichterstatter bei Kovač. Und das aus gutem Grund.
Dann kann den Dortmundern der Ausgang des direkten Duells zwischen den Konkurrenten SC Freiburg und Eintracht Frankfurt herzlich egal sein. Andernfalls ist man vom Ergebnis dieser Partie abhängig – und könnte die Königsklasse unter Umständen doch noch verpassen.
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