Yvonne Gebauer hat sich in den letzten Wochen und Monaten bei den Eltern und Lehrkräften in NRW einen Namen gemacht: die FDP-Schulministerin fiel durch zielloses und unsicheres Handeln im Rahmen der Corona-Pandemie auf, und dadurch, dass ihr Ratschläge von Wissenschaftlern ebenso unwichtig waren, wie das konsequente Vorantreiben von digitalen Schulkonzepten.
Jetzt hat Gebauer in gewohnt mangelnder Qualität nachgelegt.
Sollten die jetzt brandheiß angekündigten Corona-Gegenmaßnahmen nicht schnell wirken, so explodieren in wenigen Wochen vor allem im Osten die Zahlen. Besonders düster sind die Prognosen für Sachsen. Hier könnten sich die Fallzahlen bis Silvester verdoppeln und bis Ende Januar sogar vervierfachen. Die Todesfälle könnten auf das sechsfache steigen. Aber auch in den anderen östlichen Bundesländern ist mit starken Zunahmen zu rechnen. Bundesweit könnten sich die Todesfälle auf insgesamt mehr als 44.000 verdoppeln. In den Großstädten an der Ruhr und in NRW sähe es nicht viel besser aus.
Die Prognosen des Saarbrücker Covid-19-Simulators klangen für die abgelaufene Woche schon sehr düster. Panikmache war der naheliegende Vorwurf von Corona-Leugnern. Es kam aber schlimmer als befürchtet. In Deutschland stieg die Zahl aller Todesopfer auf über 18.500 – fast 7% mehr als vorausgesagt. Und die gemeldeten Fallzahlen stiegen auf insgesamt 1,15 Millionen seit Beginn der Pandemie. Hier lag der Simulator nur um 1% unter dem tatsächlichen Ist-Wert. Auch im Ruhrgebiet kam es vielerorts schlimmer als befürchtet.
Graf-Engelbert-Schule Bochum (Foto: Roland W. Waniek)
Die Weihnachtsferien werden dieses Jahr Corona-bedingt um zwei Tage vorgezogen. Für Lehrer bedeutet dies jedoch kein zusätzliches Dienstfrei. Sie müssen für eine Notbetreuung der Schulkinder auch am 21. und 22. Dezember zur Verfügung stehen. Auf Wunsch können Eltern ihre Kinder auch an diesen Tagen zur Schule schicken. Dafür müssen sie einen schriftlichen Antrag stellen. Dies gilt allerdings nur für Kinder der Klassen 1 bis 6. Aber auch Klausuren und Prüfungen können an diesen beiden Tagen stattfinden.
Das RKI meldet 250 mehr Corona-Fälle für das Ruhrgebiet am 30. Oktober. Die 7-Tage-Inzidenz liegt nun bei 146 (+5). Duisburg bleibt Spitzenreiter mit 1.214 Fällen, gefolgt von Dortmund (1.018), dem Kreis Recklinghausen (887) und Essen (862). Inzidenzen über 200 haben Duisburg und Herne. Am unteren Ende der Skala finden sich die Kreise Wesel und Unna.
Nun sind es mehr als 7.200 akute Fallzahlen im ganzen Ruhrgebiet – 500 mehr als noch vor einem Tag. Die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 141 (+10). Spitzenreiter bleibt Duisburg mit 1.200 (+200) Fällen und einer Inzidenz von 240 (+40). Bundesweit steht Duisburg auf Platz 4 der Orte mit den höchsten Inzidenzen. Nur in drei bayerischen Landkreisen steht es noch schlechter.
Vieles deutet in diesen Stunden auf neue, massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Monat November hin. Bundeskanzlerin Angela Merkel berät heute in Berlin mit den Ministerpräsidenten der Länder über neue Schutzmaßnahmen gegen das sich immer rasanter ausbreitende Corona-Virus. Erste Pläne sickerten bereits durch. Was am Ende wirklich bei den Beratungen herauskommen wird, ist aktuell naturgemäß noch offen.
Wer sich am gestrigen Dienstag jedoch einmal die Pressekonferenz von NRW-Ministerpräsident Armin Laschen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angesehen hat, der konnte schon an deren optischer Erscheinung erahnen, was da gerade hinter den Kulissen los ist.
Die beiden sahen schon einen Tag vor dem wichtigen treffen in Berlin heute extrem mitgenommen aus, strahlten längst nicht mehr die Sicherheit und Souveränität aus, die sie noch im Monat März ausgezeichnet hatte.
Duisburg ist nach wie vor die am schlimmsten betroffene Stadt im Ruhrgebiet. Das RKI meldet für sie 1.005 (+25) Infizierte bei einer 7-Tage-Inzidenz von 201 (+5). Nicht viel besser sieht es bei der Inzidenz auf den darauf folgenden Plätzen aus: Herne (189), Gelsenkirchen (160) und Dortmund (156). Aus dem gesamten Ruhrgebiet werden per 28. Oktober 6.700 (+125) Infizierte gemeldet. Die Inzidenz beträgt dabei 131.
Erfreulicher Weise gehen in sieben der 15 Ruhrstädte und -kreise die Inzidenzen zurück, am stärksten in Hagen mit -20 und am schwächsten in Hamm mit -0,6.
NRW-weit nehmen die Fälle auf 21.854 (+900) bei einer Inzidenz von 121 (+5) zu.
Hier nun die Zahlen für alle Ruhrgebiet-Städte und -Kreise in Form übersichtlicher Graphiken.
Der Corona-Trend zeigt ungebrochen nach oben: Für das Ruhrgebiet meldet das RKI heute 6.575 Fälle (Inzidenz: 129). Dies dürfte jedoch nur die untere Grenze der von den lokalen Gesundheitsämtern verzeichneten Fälle sein. Der Grund: Die Meldekette Gesundheitsamt zu Landesregierung zu RKI funktioniert nicht immer pünktlich bis zur Deadline des RKI. Erhält das RKI keine neuen Zahlen, so nimmt es die des Vortags.
So geschehen heute mit der Stadt Essen und dem Kreis Unna. Und im Kreis Recklinghausen steigen von gestern auf heute die Fallzahlen so stark an, nämlich um +284 auf 838, dass hier wahrscheinlich am Vortag zu niedrige Werte gemeldet worden sind.
Aber das Gesamtbild ist klar: Die Corona-Zahlen zeigen nach oben. Spitzenreiter an der Ruhr ist weiterhin Duisburg mit 980 (+42) Fällen und einer 7-Tage-Inzidenz von 196 (+8). Es folgt Herne auf Platz zwei mit einer Inzidenz von 185 (+31) und Hagen auf Platz 3 mit einer Inzidenz von 156 (+42). Im Kreis Wesel und in der Stadt Mülheim a.d. Ruhr gehen die Inzidenzen leicht zurück, jeweils um -3.
Hier nun die Zahlen für alle Ruhrgebiet-Städte und -Kreise in Form übersichtlicher Graphiken.
Ein Serverausfall beim RKI führte am Freitag letzter Woche zu einer unvollständigen Statistik am 23. Oktober und zu Verwirrung der Öffentlichkeit. Nun hat das RKI eine zum Wochenbeginn korrigierte Statistik gemeldet. Im Folgenden werden daher die Zuwächse gegenüber dem 22.10. dargestellt, dem letzten Tag mit zuverlässigen Werten.
Das Ruhrgebiet hat nun knapp 6.000 gemeldete Corona-Infizierte (+1.700) bei einer 7-Tage-Inzidenz von 116,4 (+32). Einsamer Spitzenreiter ist Duisburg mit 938 (+411) Fällen mit einer Inzidenz von 188 (+82). Dortmund folgt auf Platz 2 mit 792 (+342) Fällen mit Inzidenz 135 (+58). Die geringste Inzidenz weist der Kreis Recklinghausen mit 90 (-6) auf. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es 18.800 Fälle bei einer Inzidenz von 105. Hier nun die Zahlen für alle Ruhrgebiet-Städte und -Kreise in Form übersichtlicher Graphiken.