
Man mochte seinen Augen und Ohren gestern eigentlich gar nicht so recht trauen. Da wird die von Jogi Löw verantwortete Deutsche Fußballnationalmannschaft beim Testspiel in Düsseldorf über weite Phasen des Spiels von der Auswahl Spaniens vorgeführt, und die überwiegende Mehrheit der Mainstream-Medien feiert das am Ende glückliche 1:1 im Anschluss wie eine mit Bravour bestandene Meisterprüfung.
Wenige Wochen vor dem Beginn der viel kritisierten Fußballweltmeisterschaft in Russland lieferten sich beide Teams unzweifelhaft zwar einen über weite Phasen recht unterhaltsam anzuschauenden offenen Schlagabtausch, offenbarten jedoch zugleich noch immer etliche eklatante Mängel und Defizite. Die DFB-Auswahl, die an diesem Freitagabend bekanntlich nicht nur als Gastgeber sondern eben auch als Titelverteidiger auf das Feld in der Landeshauptstadt von NRW lief, profitierte im Rückblick ganz klar davon, dass ihre Gäste es versäumten die Begegnung vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Am Ende kam die Löw-Truppe durch einen wahren Glücksschuss von Thomas Müller vor 50.653 Zuschauern im ausverkauften Düsseldorfer Stadion so noch zu einem insgesamt schmeichelhaften 1:1-Ausgleich. Die überaus positiven und wohlwollenden Kommentare in vielen Medien im Nachgang erscheinen hierfür jedoch merkwürdig und gänzlich unangemessen.









