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Verspielen DAZN, Sky Sport und Co. gerade die Gunst der Fußballfans?

Foto: Sky

Dass man als Fußballfan in diesen Zeiten inzwischen mehrere Abos braucht um dem Geschehen Live am Bildschirm folgen zu können, das ist eine Tatsache, an die sich die meisten Anhänger im Laufe der Jahre schon gewöhnt haben. In der seit August laufenden Spielzeit 2021/22 hat sich die Zersplitterung bei den Übertragungsrechten jetzt aber noch einmal deutlich gesteigert.

Der bisherige Platzhirsch ‚Sky‘ hat weitere Marktanteile abgeben müssen. Seit dieser Saison wird auch der komplette Bundesliga-Sonntag vom Konkurrenten DAZN gestemmt. ‚Sky‘ bleibt jetzt aus dem Fußballoberhaus nur noch der Samstag, nachdem auch die UEFA Champions League ab sofort nicht mehr im Programm des Abo-Senders ist. Hier überträgt neben DAZN jetzt unter anderem Amazon Prime einige Spiele.

Diese Verschiebung ist für die Fußballfans nicht nur mit höheren Kosten, sondern in vielen weiteren Bereichen mit erheblichen Konsequenzen verbunden. Nicht nur, dass etliche den Zuschauern seit Jahren vertraute Gesichter und Stimmen auf Journalistenebene im vergangenen Sommer den Arbeitsplatz gewechselt haben, mit der Verschiebung bei den übertragenden ‚Sendern‘ ging zuletzt auch eine erhebliche Stilveränderung bei den Übertragungen und im direkten Umgang mit den Zuschauern einher.

Während man bei ‚Sky‘ in diesem Zusammenhang bisher eher konservativ aufgestellt war und ist, mit Experten vom ‚alten Schlag‘ (Lothar Matthäus, Didi Hamann) daherkommt, setzt Konkurrent ‚DAZN‘ verstärkt auf ein rundherum modernes Erscheinungsbild.

Der Streamingdienst arbeitet in erster Linie mit vergleichsweise unbekannten, dafür aber vielfach deutlich frischer und frecher daherkommenden Experten und Formaten. Jungen Leuten gefällt das im Regelfall, ältere Zuschauer und auch Kommentatoren tun sich hingegen häufig eher schwer mit dieser Veränderung.

So holperte zuletzt selbst der erst im vergangenen Sommer von Sky zu DAZN gewechselte Kommentator Michael Born auffällig häufig durch seine Reportagen. Er muss sich wohl erst noch daran gewöhnen, die bei seinem neuen Arbeitgeber üblichen Umgangsformen einzuhalten. Permanentes duzen, auch gegenüber der Zuschauerschaft, ist halt nicht jedermanns Sache.

Gewöhnungsbedürftig ist dieser Wandel naturgemäß insbesondere dann, wenn man es jahrelang gänzlich anders gewohnt war. Das gilt für etablierte Journalisten ebenso wie für weite Teile des Publikums, das bei DAZN aufgrund des größeren Rechtepakets zuletzt ebenfalls auf breiter Front mehr geworden ist.

Natürlich ist die Zielgruppe bei DAZN seit Jahren eine andere, eine deutlich jüngere gewesen. Diesen Kunden ist der dort an den Tag gelegte Stil vertraut. Fußballspiele stets auf einer ‚Plattform‘, wie DAZN sein Angebot nennt, zu streamen, das ist natürlich in erster Linie ein Angebot für junge und moderne Leute. Bei Sky ist das Publikum eher älter. Dementsprechend sind die Umgangsformen andere. Der aufgezwungene Stilwechsel, er gefällt vielen nicht wirklich. Den einen ist DAZN deutlich zu forsch, den anderen Sky viel zu konservativ.

Natürlich war die Medienwelt rund um die Fußball-Bundesliga und den Profifußball im Generellen schon immer im Wandel. Das gehört dazu. Mit der guten, alten ARD-Sportschau mit Ernst Huberty, in der am Samstag drei Spiele per Kurzbeitrag zusammengefasst wurden, die restlichen Begegnungen lediglich im Ergebnisblock genannt wurden, würde sich heutzutage kein Mensch mehr zufriedengeben wollen. Livespiele aus der Fußball-Bundesliga gab es damals noch so gut wie gar nicht. Von der Möglichkeit alle neun Begegnungen eines Spieltags live und in voller Länge verfolgen zu können, einmal ganz zu schweigen.

Was aber auf der Seite der Berichterstattung in den vergangenen rund fünf Jahren abging, das toppt alles, was es bisher gab. In jeder Saison extrem viel Neues. Überall gibt es Verschiebungen und Veränderungen. Das Tempo ist dabei inzwischen jedoch so hoch, dass es zahlreiche Fans spürbar verärgert.

Wer einmal an den Spieltagen durch das Netz schaut, der findet dort unglaublich viel Kritik an der Berichterstattung. Sky, DAZN, Amazon Prime und die anderen aktuellen Rechteinhaber sollten wohl besser verstärkt darauf achten, dass sie die Fußballfans auf dem Weg in die Zukunft nicht verlieren. Derzeit scheint die Stimmung unter den Zuschauern gerade auf mehreren Ebenen zu kippen. Und die steigenden Kosten für die benötigten Abos sind dabei längst nicht der einzige Kritikpunkt.

 

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6 Kommentare zu “Verspielen DAZN, Sky Sport und Co. gerade die Gunst der Fußballfans?

  • #1
    W.Sieglreitmeier

    Seit 2jahren hab ich kein sky,oder Dazn mehr.Das ist nicht mehr zu bezahlen und nicht kundenfreundlich.

  • #2
    Bochumer

    Dazu kommt eine Überfütterung mit korruptem Fussball, siehe etwa die Summe Idee, alle zwei Jahre eine WM zu veranstalten. Wer das schaut, ist selbst schuld.
    Die Fussballblase in Schland platzt bald… und das ist gut so.

  • #3
    Hans Jürgen Hilöers

    Mir macht besonders das umschalten von Sky auf Dzan undzurück grosse probleme (2 Fernbediehnungen)) mache ich fehler? Oder brauche ich einen Resiever von Dzan?

  • #4
    Christian Hasley

    Meine Stammkneipe hat richtig reagiert und alle Abos gekündigt. Mir selbst liegt noch die Jammerei der Profiklubs während der Lockdowns schwer im Magen und ich habe die Kreisliga wiederentdeckt 2,50 € der halbe Liter Pils, lecker Brühwürstchen und ehrlicher Fußball.

  • #5
    DAVBUB

    @ Autor: :"…, in der am Samstag drei Spiele per Kurzbeitrag zusammengefasst wurden, die restlichen Begegnungen lediglich im Ergebnisblock genannt wurden, würde sich heutzutage kein Mensch mehr zufriedengeben wollen."
    Nun ja, falls man Freude dabei empfindet, auch noch den schwächsten vergebenen Abschluß bei i.d.R. eher mittelmäßigen bis unterklassigen-im europäischen Vergleich- Spielen aus drei bis fünf Perspektiven zu sehen, haben Sie wohl recht. Falls man sich gerne langatmige Beiträge über die nicht wenigen 0:0 oder 1:1 endenden Spiele anschaut, wohl auch. Da hatte die Huberty-Show doch noch den Charme der Reduzierung auf das Maximum, der mir da eher liegt. Das ist natürlich alles sehr subjektiv, allein die Unterhaltungsindustrie "Fußball" geht m.M. nach den Weg in die Blase. Madrid und Barca sind da erste Vorboten eines möglichen Crashs.

  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @DAvbub: Ich schaue mir sehr gerne Livespiele aus der Bundesliga an und möchte mich diesbezüglich nicht in die Vergangenheit zurückversetzen. Mir nur Zusammenfassungen aus der Konserve anzuschauen wäre mir persönlich im 21. Jahrhundert deutlich zu wenig. Und ich denke, das geht Millionen genauso.

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