Von Angst und Geld

Foto: Flickr.com / eatdrinkman

Der Kapitalist im Markt wird eigentlich nur durch seine Angst gebändigt. Die Angst zu verlieren, die Angst zu krepieren, die Angst im Knast oder in der Gosse zu landen.

Die Angst ist deshalb ein wichtiges Instrument, um aus dem Kapitalismus eine wirkungsvolle soziale Marktwirtschaft zu machen.

Womit wir bei den Banken sind.

Um das System zu retten, muss der Staat Banken retten, muss er Kapitalisten retten.

Es wird sogar drüber diskutiert mit Steuergeld Firmen wie Opel und Schaeffler zu päppeln.

Das kann alles richtig sein.

Die Vereinigten Staaten sind derzeit noch stärker als wir von der Weltwirtschaftskrise betroffen. Ich befürchte das wird nicht mehr lange so bleiben. Als Exportnation kommt jedes Überseeproblem mit kurzer zeitlicher Verzögerung zu uns.

In den Staaten wird über die Gründung eines Fonds gesprochen, in dem alle miesen Wertpapiere bis zu einer Grenze von 500 Mrd oder 1000 Mrd Dollar gesammelt werden sollen. Auch diese Frage wird auf uns zukommen. Wohin mit den Giftpapieren der Landes- und sonstigen Banken?

Zum Vergleich: 1 Hot Dog kostet in New York, Wall Street, auf die Hand einen Dollar. 1000 Mrd Hot Dogs entspricht der Masse von ungefähr 5 Mrd Schweinen. Das ist jede Menge Mist. In Deutschland leben ungefähr 26 Mio Schweine.

Das Geld soll genutzt werden, um die Banken vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Und so das System erhalten.

Gut.

Nur bleibt die Frage nach der Angst offen. Dürfen dann die Banker und Kapitalisten damit rechen, dass Sie keine Angst mehr haben müssen? Dass sie weiter und von vorne Mist machen dürfen, ohne die Angst zu verlieren, die Angst zu krepieren, die Angst im Knast oder in der Gosse zu landen.

Denn am Ende nimmt der Staat alle Last von Ihnen? Wie der Pfarrer in der Beichte?

Ich finde, die Angst muss ins System. Denn nur dann wird jeder Kapitalist sein Regulativ selbst sein.

Wenn also der Staat einspringt, muss der Staat die Angst erhalten. Wer Geld gibt, muss bestrafen.

Die Amerikanern haben eine Sondersteuer auf Manager-Boni beschlossen. Und sie wollen von den Investoren privates Geld, um den Totalkollaps zu vermeiden.

Ich finde das reicht nicht. Wer eine System-Bank durch miese Spekulationen an den Rand des Ruins gebracht hat, muss um seinen Ruf fürchten, um sein Haus, um seine Freiheit. Denn so ein Manager hat sich am System Gesellschaft vergangenen. Da reichen ein paar Mark Ablass nicht aus.

Nur vor der Kulisse des Totalverlustes wird der Druck auf die Manager so groß, dass sich auch kein Banker mehr nicht verführen lässt, unter dem Schutz des Staates einfach weiter Mist zu bauen.

Nur dann erfüllt die Angst ihre Rolle im weiterexistierenden Kapitalismus.

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2 Kommentare

  1. #1 | Arnold Voß sagt am 23. März 2009 um 16:01 Uhr

    Würde man einem Arzt bei jedem Kunstfehler mit einem solchen „Totalverlust“ drohen, dann würden wohlmöglich noch mehr davon passieren bzw. schwierige Operationen nicht mehr stattfinden. Strafe muss angemessen, darf aber nicht zerstörerisch sein. D.h im Falle der Banker, dass sie auch privat für ihre Fehler zu bürgen haben, bzw. Finanzinvestoren sich an den „Aufräumarbeiten“ des von ihnen mitverursachtem „Kreditschrotts“ auch finanziell zu beteiligen haben. Aber es muss, sofern nicht nachweislich kriminell gehandelt wurde, auch eine zweite Chance für die geben, die d i e s en zweifellos übergroßen Mist verbockt haben. (Natürlich erst nachdem sie sich diese durch persönliche Widergutmachung verdient haben)

    Den Begriff „Vergehen am System Gesellschaft“ halte ich grundsätzlich für gefährlich. Die „Gesellschaft“, wer soll das sein? Die vielen Menschen, die sich Kredite haben aufschwatzen lassen, obwohl abzusehen war, dass sie sie nicht zurückzahlen konnten? Die vielen Kleinaktionäre, die genauso gierig auf kurzfristige Hypergewinne waren wie die großen? Die Massen von Konsumenten die halt lieber billiger als ökologischer , fairer und nachhaltiger einkaufen? Die immer mehr werdenden überfetteten Menschen, die sich gerne dazu verführen lassen, zuviel Süsses in sich hinein zu stopfen, um am Ende alles auf die zu schieben, die sie verführt haben.

    Das „System“ sind nicht nur die Anderen sondern immer auch Wir selbst!

  2. #2 | Mit-Leser sagt am 24. März 2009 um 09:44 Uhr

    Wer hat diesen abgedrehten Artikel geschrieben? Und: Wie genau ist das mit den Hot Dogs gemeint…?!

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