Wenn der zugesicherte Ebay-Käuferschutz den Käufer am Ende dann doch nicht schützt

Screenshot des dazugehörigen Ebay-Onlinetrackings vom 16.12.20

Dass ich ein regelmäßiger Online-Shopper bin, das habe ich hier im Blog in der Vergangenheit ja schon häufiger und an verschiedenen Stellen thematisiert. Die Vorteile des Kaufs im Internet sind aus meiner Sicht einfach gigantisch. Eine riesige, geradezu unschlagbare Auswahl, günstige Preise, bequemer Versand zur heimischen Adresse. Es sind immense Vorteile, die ein Einkauf per Internet bietet. Egal ob bei Amazon, Ebay, Wish oder rebuy überall findet man sowohl als Käufer als auch als privater Verkäufer Möglichkeiten, von denen man vor Jahren nur geträumt hat.

Doch wo viel Licht ist, da gib es eben auch Schatten. In dieser Woche habe ich wieder einmal eine solche Enttäuschung erlebt, von der ich heute unseren Lesern berichten möchte:

Der durch Paypal-Zahlungen bei Ebay versprochene Käuferschutz, er hat mich nämlich erstmals kläglich im Stich gelassen. Und das völlig unerwartet!

Bei Ebay verspricht einem die Zahlung per Paypal eine Sicherheit, die es offenkundig dann doch nicht immer gibt. Ein von mir im Oktober ersteigerter Artikel sollte mir aus Asien zugeschickt werden. In Zeiten der Corona-Pandemie muss man da als Käufer schon etwas Geduld mitbringen, was ich natürlich auch tat.

Die auf ebay angegebene Lieferfrist, sie erstreckte sich daher auch bis Anfang Dezember. Im Regelfall ist das wirklich großzügig bemessen, so dass einen die erworbenen Dinge größtenteils viel früher erreichen.

Hat man jedoch mit einem Kauf Probleme, zehrt das Ganze schon ein wenig an den Nerven, bis man die Reklamation an Ebay weiterreichen kann um eine Erstattung für einen nicht erhaltenen Artikel zu beantragen.

Im konkreten Fall war der erworbene Artikel auch nach rund sechs Wochen noch nicht eingetroffen. Üblich sind in solchen Fällen meiner Erfahrung nach Lieferzeiten von drei bis vier Wochen. Die eingebaute ‚Toleranz‘ für Schwankungsbreiten ist also schon durchaus großzügig bemessen. Das erscheint auch mir als Kunden durchaus logisch, schließlich leben wir derzeit in besonderen Zeiten. OK, soviel kurz zur Vorgeschichte.

Als die Ware selbst nach Ablauf der angegebenen, großzügigen Frist jedoch immer noch nicht vorlag, ein Blick in das vom Verkäufer ermöglichte Onlinetracking anzeigte, dass das Paket wohl auf dem Lieferweg irgendwann abhandengekommen sein dürfte, jedenfalls tat sich da schon seit rund vier Wochen lang in Sachen einer Aktualisierung der Daten nichts mehr, schaltete ich den Verkäufer und auch Ebay ein, eröffnete einen ‚Fall‘ zwecks Rückerstattung des im Oktober von meinem Konto abgebuchten Kaufpreises.

Auch hierfür bedarf es dann wieder einiges an zusätzlicher Geduld. Der Verkäufer bekommt einige Tage um seinerseits dazu Stellung zu nehmen. Häufig, so meine Erfahrung, nutzen die Verkäufer diesen maximal aus, wollen eine rasche Aufklärung bzw. Rückerstattung ausbremsen, wohl in der Hoffnung, dass das Paket vielleicht in der Zwischenzeit doch noch beim vorgesehenen Empfänger ankommen möge.

So auch in diesem Fall. Was dann zu Beginn dieser woche als Antwort seitens des Verkäufers kam war scheinbar auch nichts von Wichtigkeit. Der Verkäufer schickte lediglich die bereits zuvor bei Ebay eingepflegte Onlinetracking Nummer, die ich zuvor ja schon meinerseits immer wieder genutzt hatte, um zu erkennen, dass das Paket bereits vor Wochen irgendwo auf dem Transportweg abhandengekommen sein dürfte.

Status der Sendung war jedenfalls noch immer ‚In Transit‘.

Ich bat also alle Beteiligten nochmals um Erstattung, beantragte den der Bestellung zugrundeliegenden Ebay-Käuferschutz wegen Nichterhalt der Ware. Zu meiner völligen Überraschung entschied ebay, nachdem der Verkäufer seinerseits die Schließung des ‚Falles‘ beantragt hatte, in ‚erster Instanz‘ gegen mich.

Auch die Möglichkeit des Einspruches nutzte ich, zeigte das dazugehörige Onlinetracking doch eindeutig, dass das Paket mit der angegebenen Sendungsnummer eben bislang nie zugestellt wurde.

Auch dieser Hinweis wurde von Ebay nicht entsprechend bewertet. Ganz im Gegenteil, man schrieb mir ich solle doch einmal bei meinen Nachbarn nachfragen, ob das Paket womöglich bei ihnen wäre (siehe Screenshots). Auch mein Einspruch wurde also aus von mir nicht nachvollziehbaren Gründen gegen mich entschieden.

Auf einen weiteren Hinweis per E-Mail bezüglich des offenkundigen Widerspruchs zwischen der Entscheidung ‚Der Verkäufer konnte belegen, dass der Artikel zugestellt wurde‘ und der Aussage im angebotenen Onlinetracking erhielt ich dann (bislang zumindest) gar keine Antwort mehr.

Ganz ehrlich, so etwas habe ich in rund 19 Jahren bei Ebay noch nie erlebt!

Ärger kann es immer einmal geben. Pakete gehen eben manchmal verloren. Aber was nützt mir die durch Paypal-Zahlungen von Ebay vorgegaukelte Sicherheit, der versprochene Käuferschutz, wenn er mich im Zweifelsfall so krass im Stich lässt?

Darüber bin ich aktuell sehr enttäuscht. Fakt ist, die Ware ist hier bei mir nie angekommen, das Onlinetracking zeigt dies auch nach Schließung des ‚Falles‘ noch immer (siehe Screenshots vom gestrigen Abend).

Warum der Käuferschutz hier so krass versagt, ist eine Frage, die mich derzeit sehr beschäftigt.

Auch bei Amazon gab es in meinem Fall in der Vergangenheit durchaus schon Vorgänge, wo Waren verschwanden, Pakete nicht wie angegeben und vorgesehen zugestellt wurden. Nur zeigte sich Amazon da in der Vergangenheit stets sehr kundenfreundlich und kulant. Ein finanzieller Schaden ist mir dort bislang durch meine Einkäufe nie entstanden.

Von Ebay kann ich das leider jetzt nicht behaupten. Ich werde im kommenden Jahr daher wohl wieder deutlich weniger bei ebay kaufen und mich verstärkt bei der Konkurrenz umschauen, nach diesen für mich wirklich üblen Erfahrungen in dieser Woche….

 

Dir gefällt vielleicht auch:

13 Kommentare

  1. #1 | intermerker sagt am 17. Dezember 2020 um 12:04 Uhr

    Ich ersteigere oder kaufe nichts in Asien. Lieber bezahle ich einem europäischen Importeur und Einzelhändler die Dienstleistung das für mich abzuwickeln. Das finde ich geiler als Geiz.

  2. #2 | Michael Springer sagt am 17. Dezember 2020 um 13:40 Uhr

    Wenn man aus China kauft hat man eh das nachsehen sobald das Gerät defekt ankommt. Du musst erstmal für Rücksendung mit Tracking sorgen und kannst nicht mal sicher sein das du die Kohle auch zurück bekommst.

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 17. Dezember 2020 um 13:45 Uhr

    Bisher war ich immer zufrieden, auch mit der Ware aus Fernost. Man muss halt grundsätzlich ein wenig schauen was und wo man dort kauft. Hier half das jedoch nicht. Das hätte ja grundsätzlich so auch mit Waren aus Deutschland oder der EU passieren können, denn auch da kommen bestellte Waren ja schon mal nicht an. Habe ich selber auch schon erlebt (siehe auch andere Beiträge hier im Blog). Das Problem ist hier ganz offenkundig eben auch nicht Asien, sondern aus meiner Sicht der Kundenservice von Ebay 😉 Bei ‚Wish‘ zum Beispiel war die Ausfallquote bei den Lieferungen aus Asien bei mir auf Dauer wirklich erschreckend hoch. Das nervte irgendwann nur noch. Doch da war es nie ein Problem das Geld für nicht erhaltene Waren zurückzubekommen. War das angekündigte Datum dort überschritten, genügte ein Knopfdruck und das Geld kam auf dem Wege zurück, über den man einst für die Waren bezahlt hatte.

  4. #4 | Susanne Gunia sagt am 17. Dezember 2020 um 14:51 Uhr

    Gibt es da nicht noch zusätzlich den "PayPal-Käuferschutz", der bis zu 180 Tage nach der Transaktion schützen soll?
    Dieser wird über das PayPal-Kauferkonto abgewickelt.
    Da ich auch viel im Internet bestellen, als Gelsenkirchenerin ist man quasi dazu gezwungen, und ich möchte meinen "freien Samstag" nicht in vollen Geschäften und Shopping-Mails verschwenden, würde mich dieser Fall sehr interessieren.

  5. #5 | Bochumer sagt am 17. Dezember 2020 um 16:02 Uhr

    Der Service bei den großen im Internet nimmt mit zunehmender Marktmacht rapide ab. Das ist ganz normal im Kaptitalismus. Bei Lieferungen aus Fernost haben mir schon viele von ähnlichen Problemen berichtet – auch bei Amazon.

    Wenn nach Corona noch mehr Geschäfte leer stehen, wird sich das fortsetzen. Im Internet kaufen ist natürlich trotzdem besser – es ist aber besser, Thalia oder dem zu nutzen statt die Riesen… aber das wird sich nicht durchsetzen. Am Ende sind wir gezwungen, bei Amazon zu kaufen und verkaufen und der Konzern diktiert die Regeln.

    Luschets Appel im Landtag, nicht beim großen A zu kaufen, war auch niedlich. Seine Partei verhindert doch, dass Paketboten angemessen bezahlt werden und Amazon Steuern zahlen muss – damit kann der stationäre Handel natürlich nicht konkurrieren.

  6. #6 | Günter Rense sagt am 17. Dezember 2020 um 16:05 Uhr

    Offensichtlich ist das halbe Internet voll mit Beschwerden über ebay-Käufe in China und SpeedPAK/Orange Connex als deren auf Asien/China spezialisierten Transportdienstleister. Häufigstes Übel: Ware nicht zugestellt trotz gegenteiliger Behauptung in irgendwelchen Tracking Tools. Ich vermeide seit längerem nicht nur aus diesem Grund Käufe von chinesischen Anbietern (soweit mir das anhand der Verkäuferdaten und vor allem der angegebenen Lieferfristen auffällt) auf ebay und Amazon.

  7. #7 | thomas weigle sagt am 17. Dezember 2020 um 16:56 Uhr

    Ich käme nie auf die Idee, elektronische Geräte aus Ganzweitweg zu kaufen. Lieber ein paar Euro mehr auf den Tisch blättern und dafür vernünftigen Service mit einkaufen. Mein Local Dealer rät auch schon mal von einem Kauf ab, bspw von diesem Zusatzgerät für HD-Empfang bei den Privaten. "Ihr Gerät ist so gut, da brauchen sie das nicht." Und, ganz erstaunlich, er rät auch nicht unbedingt zu Neukauf, sondern zur Reparatur eines Gerätes. Und wenn man ihn braucht, steht ein Mitarbeiter sehr zügig vor der Tür. Was will ich mehr?Hoffentlich übersteht er den Lockdown.

  8. #8 | Robin Patzwaldt sagt am 17. Dezember 2020 um 16:59 Uhr

    @thomas: Ich kaufe so auch keine elektronischen Geräte. Da ist mir die 'Gefahr' eines Garantiefalls zu groß. Elektrogeräte kaufe ich überwiegend bei Amazon.

  9. #9 | Helmut Junge sagt am 17. Dezember 2020 um 17:36 Uhr

    Ich hatte kürzlich ein chinesisches Grafiktablett bei Amazon gekauft. Lief bei mir aber nicht. Die Beschreibung war deutsch aber ich habs nicht hingekriegt. Einen Fehler hat der Amazon-Service zu beheben helfen, aber die W-lan- Anbindung hat immer noch nicht funktioniert. Amazon Support wußte auch nicht weiter. Was soll ich aber mit so einem Teil verkabelt? Ich will ja nicht immer direkt vor dem Monitor sitzen. Treiber über Treiber hab ich installiert, aber nichts tat sich. Also hab ich die chinesische Firma angeschrieben. Von der hab ich eine Antwort bekommen, mit einem Link auf deren Web-Seite. Die haben mein Problem wahrscheinlich überhaupt nicht verstanden. Da bin ich fast explodiert, hab denen die mieseste Benotung gegeben, die Amazon kennt. Es war noch Zeit genug für die Rücksendung. Ein paar Tage später hab ich das Gerät an einem anderen Laptop ausprobiert und es lief problemlos. Da benutze ich es jetzt, und hab es nicht zurückgeschickt. Was der Fehler war, weiß ich immer noch nicht, aber es funktioniert. Es ist einfach nicht gut, wenn der Kunde die Treiber selber installieren muß, also hab ich die miese Benotung stehen lassen, als Revanche für die verlorenen Nerven. Eigentlich müßte ich Schmerzensgeld kriegen.

  10. #10 | Faebbe sagt am 15. Januar 2021 um 16:10 Uhr

    Ohje, ich ahne schlimmes. Bei mir steht der Status bei Speedpack/OrangeConnex ebenfalls seit zwei Wochen bei "Arrived at Destination Hub" ohne dass sich etwas geändert hat…

  11. #11 | neomodus sagt am 14. Juli 2021 um 13:15 Uhr

    Hallo zusammen,
    hatte den Fall jetzt mit einem aus Deutschland defekt gelieferten Fernseher. Der Verkäufer zeigte sich uneinsichtig und ich sollte den Fernseher doch beim Hersteller als defekt melden. Dann drohte er schon damit über die eBay Nachrichten die Rückzahlung maximal zu verzögern. Also Fall über eBay geöffnet Fernseher wurde auch abgeholt aber dann das Erschreckende. eBay hat die Bearbeitung des Falls 3x ausgesetzt und der Verkäufer hat sich nicht gemeldet das der Fernseher zurück ist, das ist jetzt 1,5 Monate her und eBay hat wieder die Bearbeitung um 10 Tage ausgesetzt. Habe jetzt einen Fall bei PayPal geöffnet, dadurch wurde dann der Fall bei eBay automatisch geschlossen. Bei PayPal habe ich aber einen Bekannten der den Fall im Zweifel zu meinen Gunsten entscheiden wird. Der Abholbeleg der Spedition liegt vor also alles rechtens. Ich muss zwar jetzt nochmal 10 Tage warten aber dann ist mir die Erstattung wenigstens sicher. Ich werde in Zukunft verstärkt auf Amazon setzen und eBay links liegen lassen. Sowas hab ich noch nicht erlebt.

  12. #12 | Engin Karasu sagt am 9. August 2021 um 22:24 Uhr

    Ich habe aktuell einen ähnlichen Fall. Man könnte doch aber auch bei PayPal direkt den Käuferschutz beantragen oder ? Ich weiss das wenn man einen Fall bei Paypal öffnet, schließt EBay den Fall automatisch. Die Entscheidung liegt das einzig bei PayPal. Die frage ist wer von den beiden kulanter ist ? Zu mir hat die EBay Mitarbeiterin gesagt, bloß nicht Paypl einschalten als ich gefragt habe ob ich die auch informieren soll. Das hat mich ein wenig irritiert.

  13. #13 | Robin Patzwaldt sagt am 9. August 2021 um 22:33 Uhr

    @Engin Karasu: Nachdem Ebay den Käuferschutz in meinem Fall damals abgelehnt hatte, habe ich Paypal eingeschaltet. Das hat aber leider auch nicht geholfen. Das Geld war weg, der Artikel kam nicht an. Inzwischen habe ich mein Ebay-Konto daher auch gekündigt. Mit Paypal werde ich in Kürze wohl das Gleiche tun. Aktuell geht das aber noch nicht, da zunächst noch laufende Aktivitäten zu Ende gebracht werden müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werbung