Wohnen: Die meisten wollen ein Einfamilienhaus

Einfamilienhaus Foto: Jörg Blobelt Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die meisten Menschen würden am liebsten in Einfamilienhäusern am Rande der Stadt wohnen. Dafür nähmen sie auch etwas längere Fahrzeiten ins Zentrum in Kauf. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Neue und gut angebundene Quartiere von modernen Ein- und Zweifamilienhäusern im Umland könnten die städtischen Wohnungsmärkte entspannen.

Im Zuge der Coronakrise ziehen immer mehr Menschen aus den Städten ins Umland. Eine neue IW-Studie im Auftrag der Deutschen Reihenhaus AG verrät jetzt mehr über ihre Motive. Demnach ist die Wohnform den meisten Menschen besonders wichtig, sie wollen am liebsten in Einfamilienhäusern wohnen, auch weil sie an ihnen eine Garage und einen Garten schätzen. Große Mehrfamilienhäuser sind dagegen besonders unbeliebt.

Eine schnelle Anbindung ans Zentrum wollen zwar alle, doch die Befragung unter 1.000 Bürgern zeigt, dass erst ab einer Fahrtzeit von mehr als 40 Minuten ins Zentrum eine Wohnoption negativ bewertet wird. Viele Stadtbewohner könnten sich also vorstellen, ins Umland zu ziehen, wenn sie dort gut angebunden in einem Einfamilienhaus leben können.

Hohe Wohnkosten werden akzeptiert

Anders als oft angenommen sind die meisten Befragten bereit, 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen auszugeben. Natürlich bevorzugen die Befragten es, weniger für ihre Wohnung zu zahlen.

Die beliebteste Wohnungsgröße sind 90 bis 120 Quadratmeter, für kleinere Haushalte sind es 50 bis 75 Quadratmeter. Wichtiger als die Größe ist vielen Befragten, dass die Wohnfläche mehr Räume bietet. „Dies bedeutet, dass Projektentwickler gefordert sind, nicht immer größere Wohnungen zu bauen, sondern die Wohnfläche besser nutzbar zu machen“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Was das für die Wohnungspolitik bedeutet

Die Studie zeigt, dass es möglich wäre, die Wohnungsnachfrage gleichmäßiger zu verteilen. „Der kontinuierliche Zuzug in die Großstadt ist kein Naturgesetz“, sagt Voigtländer. Vielmehr müsse abseits der Metropolen ein präferenzgerechtes Angebot entstehen. Diskussionen wie jüngst um ein Verbot von Einfamilienhäusern helfen angesichts der klaren Wohnpräferenzen in der Bevölkerung nicht weiter. Eine Stadtentwicklungspolitik, die die Präferenzen der Bevölkerung ignoriert, wird auf Dauer scheitern.

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8 Kommentare

  1. #1 | Philipp sagt am 23. März 2021 um 11:38 Uhr

    Wenn es wenigstens nicht immer diese weißen Klötzchen wären…

  2. #2 | Arnold Voss sagt am 23. März 2021 um 13:03 Uhr

    "Die beliebteste Wohnungsgröße sind 90 bis 120 Quadratmeter, für kleinere Haushalte sind es 50 bis 75 Quadratmeter."

    "Anders als oft angenommen sind die meisten Befragten bereit, 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen auszugeben."

    Ein sehr lustiges Ergebnis, wenn man die Warmmiete pro Quadrameter in den angesagten Ballungsräumen und die Einkommenssituation der meisten ihrer Bewohner miteinander vergleicht.

  3. #3 | Salz sagt am 24. März 2021 um 08:16 Uhr

    Ich lebe im Speckgürtel. Hier verschwinden Felder, Wiesen und Wald. Dafür steht jetzt Haus an Haus, jedes mit einem kleinen hässlichen Gartenhaus und einem Trampolin. Je älter ich werde, desto mehr frage ich mich, ob das immer so weitergehen kann. Ich denke, dass Nachhaltigkeit anders aussehen muss. Man muss nichts verbieten, man sollte jedoch wohnliche Exklusivität teurer machen. Ökologische UND soziale (u.a.) Nachhaltigkeit wäre wohl, den Bau von Drei- oder Vierfamilienhäusern staatlich zu fördern. Ich denke, Mehrgenerationenfamilien, Freundeskreise und Wohngemeinschaften älterer Menschen wären in solchen Häusern mit Garten gut aufgehoben. Dazu braucht es eine mutige Politik. Ich höre schon den zeternden deutschen Michel ob dieses Kommentares…

  4. #4 | DAVBUB sagt am 24. März 2021 um 09:36 Uhr

    @3: "Ich lebe im Speckgürtel. Hier verschwinden Felder, Wiesen und Wald." Was war denn an dem Platz, auf dem Ihr Haus gebaut wurde? Wüste?

  5. #5 | NickM sagt am 24. März 2021 um 21:16 Uhr

    @ #1: Was hätten Sie denn gern? Blaue Pyramiden? Schwefelgelbe Kegel? Ochsenblutrote Zylinder? Oder doch lieber rosafarbene Kugeln?

  6. #6 | DAVBUB sagt am 25. März 2021 um 09:51 Uhr

    Die "weißen Klötzchen" von heute sind die denkmalgeschützten "schönen alten Häuser" von übermorgen.

  7. #7 | Philipp sagt am 25. März 2021 um 10:48 Uhr

    @5 Staffelgeschosse, vielleicht Fassadenschmuck, aber vor allem Farbe! Blau, grau, rot und beige, alles nur nicht immer weiß, bis man kotzen muss.

    @6 Ja, ne als Ikonen der minimalistischen Moderne. Nur wird das nie passieren, wenn man immer mit billig verputzten Styroporwänden arbeitet, die maximal 20, 30 Jahre halten.

  8. #8 | Ruhr Reisen sagt am 26. März 2021 um 12:25 Uhr

    Husch, husch, dann aber schnell raus mit euch – aus der Stadt – dann gibts wieder Platz und bezahlbaren Raum außerhalb der Kleinfamilie!

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