6

Die städtischen Raubkopierer aus Essen

In Ruhrgebiet | Am 7 Februar 2013 | Von Stefan Laurin

Raubkopierertreff: Essens Rathaus Foto: Tuxyso Lizenz: GNU/CC

Raubkopierertreff: Essens Rathaus Foto: Tuxyso Lizenz: GNU/CC

Ist die Gratiskultur ein Problem?Auf jeden Fall nicht nur im Internet:  Die Stadt Essen hat nach einem Bericht der NRZ seit 2006 ihren Pressespiegel raubkopiert und weder über bei der  VG Wort noch mit der Presse-Monitor GmbH  Vergütungsverträge abgeschlossen.

Wo in Essen die Schnorrer sitzen weiß spätestens nach einem Bericht der NRZ von Wolfgang Kintscher jeder: Seit 2006 hat die Stadtverwaltung täglich einen Pressespiegel von bis zu 80 Artikeln erstellt und verteilen lassen. Für Pressespiegel zahlt man abgaben. Nicht die Stadt essen, die den Pressespiegel nun eingestellt hat – angeblich um die Kosten zu sparen, die sie seit 2006 nicht mehr entrichtet hat. Städtisch finanzierte Raubkopierer, Schnorrer, die sich der Leistungen anderer bedienen. Eine Menge Geld:

Bei einem Kreis von 300 „Regelnutzern“ etwa sind derzeit 1,87 Cent pro Artikel und Regelnutzer zu berappen, der Rest ist dann simple Mathematik: Im Schnitt 80 Artikel mal 1,87 Cent mal 300 Regelnutzer mal 250 Arbeitstage bescheren unterm Strich Kosten von 112.200 Euro pro Jahr.

Geld, das den Verlagen und  Journalisten zusteht, deren Texte in dem  Pressespiegel vorkommen. Und es ist das Geld, mit dem sie die Steuern zahlen von denen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ebenso bezahlt werden wie die Politiker, die jedes Mal verzückt sind, wenn sie ihren Namen in einem Medium lesen. Ich hoffe, jemand verklagt die Stadt. Und wenn die nicht zahlen kann? Taschenpfändung beim Oberbürgermeister. Aber bitte in Anwesenheit eines Pressefotografen.

 

 


6 Kommentare zu »Die städtischen Raubkopierer aus Essen«

  1. #1 | Guido V. sagt am 7. Februar 2013 um 10:13

    :)

  2. #2 | Erdgeruch sagt am 7. Februar 2013 um 12:01

    Das ist wirklich lächerlich und klingt eher nach Amateurniveau einer Pressestelle. Ich vermute da wirklich keine Absicht, sondern schlicht Unfähigkeit, aber das schützt eben auch nicht. Zur Strafe sollte die Presseabteilung von Essen jeden Artikel zählen und von sich aus nachzahlen. Oder wollen die etwa wirklich mit den ganzen Lokaljournalisten vor Gericht ziehen?

  3. #3 | teekay sagt am 7. Februar 2013 um 14:26

    Kopierte Pressespiegel aus ausgeschnittenen Zeitungsartikeln-kann man da nicht irgendwelche EU-Subventionen beantragen weil das eine vermeintlich schuetzenswerte aussterbende kulturelle Praxis ist ;) ) ?!

  4. #4 | Alex sagt am 7. Februar 2013 um 18:32

    Raubkopie und Schnorrer ist auch höchst tendenziös und journalistisch unterste Schublade.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 7. Februar 2013 um 18:35

    @Alex: Es geht um gestohlene Inhalte – also Raubkopierer. Und vielleicht wäre Diebe passender gewesen.

  6. #6 | Alex sagt am 7. Februar 2013 um 18:36

    Nicht nur vielleicht. Da wurde nichts geraubt (d.h. unter Gewaltanwendung entwendet), sondern erschlichen oder gestohlen. Solche Begriffe sind unnötige Stimmungsmache.

Hinterlasse eine Antwort

Du hast die Kommentare zu diesem Beitrag abbonniert.

XHTML: Diese Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>