Moskitos Essen: Verletzte Fans überschatten erneute gute Leistung beim Meister aus Duisburg

Nicht sonderlich kreativ: Füchse schreiben bei den Moskitos ab. (Foto: Simon Ilger)

Nach dem ungefährdeten 6:0-Sieg am heimischen Westbahnhof gegen die Beach Boys vom Timmendorfer Strand ging es für die Moskitos gestern zum dritten Derby mit den Duisburger Füchsen. Nach zwei Siegen für Essen in den ersten beiden Spielen und der Tatsache geschuldet, dass es für beide Teams um nichts mehr geht – die Duisburger stehen als Meister fest und die Essener können bekannterweise die Play-offs nicht mehr erreichen – waren die Füchse hauptsächlich auf eine Revanche für die bitte 9:2-Klatsche am Westbahnhof Ende November aus. Die Stechmücken machten es dem EVD aber nicht zu leicht und zeigten eine couragierte Leistung gegen den Duisburger Ligenprimus. Überschattet wurde das schöne Eishockeyspiel von erneuten Ausfällen des Duisburger Ordnungsdienstes, in dessen Folge drei Essener Zuschauer den Abend in Duisburger Kliniken verbrachten.

Das Spiel beginnt schwungvoll, beide Teams zeigen dass sie gewinnen wollen. In der fünften Minute verliert Leonhard Zink der Puck hinter dem eigenen Tor und die erste Duisburger Sturmreihe nutzt die Möglichkeit eiskalt aus und markiert das 1:0. Zwei Minuten später fällt das 2:0 für den EVD. Die Füchse gewinnen ein Bully in der eigenen Zone und zeigen dann, warum sie zurecht an der Tabellenspitze stehen. Zwei schnelle Pässe und Daniel Kunce steht quasi alleine vor Justin Schrörs und lässt dem Essener Goalie keine Chance. Schocken tut dies das Team von Trainer Frank Gentges jedoch keinesfalls, die Moskitos spielen weiter engagiert nach vorne und Sebastian Stefaniszin im Duisburger Tor ist einige Male gefordert. Die gut 2200 Zuschauer sehen ein ausgeglichenes Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. In der 17. Minute, während Maik Klingsporn die Essener Strafbank drückt, fällt das 3:0 für den EVD. Die meisten Anwesenden Essener erkannten ein Torraumabseits, die Schiedsrichter teilten diese Meinung jedoch nicht. Mit einem deutlich zu hohen 3:0 geht es in die erste Pause. Die Moskitos halten mit dem Meister gut mit und mit etwas von der Kaltschnäuzigkeit welche der EVD vor dem Tor an den Tag legt, wäre das Ergebnis nach dem ersten Drittel nicht so deutlich ausgefallen.

Das zweite Drittel bleibt weiter ausgeglichen, in der Schussstatistik sind die Moskitos sogar führend, jedoch können sie auch mehrere Überzahlspiele nicht in Tore umsetzen. In der 37. Minute nach Strafen gegen beide Teams ist es Michal Velecky der den Platz auf dem Eis bei Vier gegen Vier nutzt und über rechts ins Angriffdrittel fährt, aber an Stefaniszin im Duisburger Tor scheitert. DEG-Förderlizenzspieler Leonhard Niederberger ist jedoch am reaktionsschnellsten und steht an der richtigen Stelle. Den Abpraller kann er aufsnehmen und im Tor der Füchse unterbringen. Kurz vor Drittelende hindert Maik Klingsporn der Duisburger Top-Scorer Chad Niddery mit seinem Schläger am Torschuss. Hauptschiedsrichter Naust entscheidet auf Penalty und Niddery stellt den alten Abstand wieder her. Auch im zweiten Drittel sind die Füchse nicht drei Tore besser, mehr individuelle Qualität und Erfahrung ist bis dato aber ausschlaggebend für das Ergebnis.

Mit dem Beginn des dritten Drittels geht es etwas härter auf dem Eis zu. In der 42. Minute verpasst HSR Naust nach hohem Stock mit Verletzungsfolge leider Finn Walkowiak unter die Dusche zu schicken, stattdessen geht es für ihn nur zwei Minuten auf die Strafbank. In der 51. Minute ist es Andrej Bires der, nachdem die Moskitos endlich mal eine Überzahlsituation nutzen, das 2:4 aus Essener Sicht erzielen kann. Vier Minuten später stellt der EVD jedoch den Drei-Tore-Abstand wieder her. Die Essener Defensiver kann den Puck nicht klären und in bester Ping-Pong-Manier landet die Scheibe bei Andre Huebscher und dann im Tor von Justin Schrörs. Eine weitere Minute später muss muss der 21jährige erneut hinter sich greifen.

Der EVD gewinnt gegen starke Essener, jedoch deutlich zu hoch. Über weite Strecken des Spiels war nicht zu erkennen, dass der Tabellenerste gegen den Tabellenneunten spielte. Erneut konnte das Team von Frank Gentges ein Top-Team der Liga fordern und mit mehr Treffsicherheit vor allem im zweiten Drittel, hätte das Ergebnis deutlich knapper ausfallen können. Erneut mehr als überzeugen konnte der 19jährige Leonhard Niederberger von der Düsseldorfer EG, welcher in der nächsten Saison gerne regelmäßiger am Westbahnhof zu sehen seien dürfte. Die Chance die Derbybilanz gegen die Füchse auf 3:1 nach Spielen auszubauen haben Jan Barta und Co am kommenden Sonntag am heimischen Westbahnhof. Um 18:30Uhr empfangen die Moskitos den Meister der Oberliga Nord zum letzten Heimspiel der Saison. Zuvor geht es am Freitag noch nach Berlin zu den Preussen.

Erneut muss die Polizei den Duisburger Ordnungsdienst und Gästefans zur Räson bringen. Traurig. (Foto: Simon Ilger)
Erneut muss die Polizei den Duisburger Ordnungsdienst und Gästefans zur Räson bringen. Traurig. (Foto: Simon Ilger)

Leider wird die gute Leistung der Moskitos vom erneuten Versagen des Duisburger Ordnungsdienstes überschattet. Kurz vor Ende des zweiten Drittels fliegt unnötigerweise ein Bierbecher aus dem Essener Fanblock in Richtung Eis, was für ein gutes Dutzend Mitarbeiter der Firma A.M.-Security den Startschuss gibt, wild prügelnd in den Essener Block zu gehen. Die wenigen anwesenden Polizisten haben Mühe die Schlägerei zu unterbinden. Da solche Entgleisungen – insbesondere bei Gastspielen der Moskitos in Duisburg-Wedau – leider eher die Regel als die Ausnahme in der sind, sollten die Verantwortlichen des EV Duisburg Stellung beziehen und handeln. Ein äußerst martialisch auftretender, nicht deeskalierend agierender Ordnungsdienst ist einem Eishockeyspiel unwürdig, insbesondere wenn die Konsequenz ist, dass drei Essener Zuschauer den Rest des Abends in Duisburger Kliniken verbringen müssen und die Polizei einschreiten muss, um die Gästefans vor dem Ordnungsdienst zu schützen. Dass es – auch bei Spielen mit rivalisierenden Vereinen – ohne gewalttätige Ordner funktioniert, zeigen z.B. die Spiele in Essen oder Herne. Hier sind ehrenamtliche Ordner am Werk, welche sich größtenteils aus dem Vereinsumfeld rekrutieren und kein privates Sicherheitsunternehmen mit fragwürdigen Mitarbeitern, welche anscheinend auch körperlichen Auseinandersetzungen gegenüber nicht abgeneigt sind. Ein Armutszeugnis für das Duisburger Eishockey, welches sportlich in der Saison eigentlich absolut überzeugt.

Tore:
1:0 (4:45) Niddery (Grözinger, Tepper)
2:0 (7:22) Kunce (Beck, Koziol)
3:0 (16:58) Ziolkowsky (Niddery, Mieszkowski) PP1
3:1 (36:01) Niederberger (Velecky)
4:1 (39:26) Niddery PS
4:2 (50:27) Bires (Weber, Patocka) PP1
5:2 (56:20) Hübscher (Grözinger, Tepper)
6:2 (57:07) Niddery (Mieszkowski, Ziolkowski) PP1

Strafen:
Duisburg 26 – Essen 12

Zuschauer:
2203

 

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7 Kommentare

  1. #1 | Data sagt am 29. Februar 2016 um 13:31 Uhr

    "Da solche Entgleisungen leider eher die Regel als die Ausnahme in der Duisburger Eishalle sind, sollten die Verantwortlichen des EV Duisburg Stellung beziehen und handeln. "

    Wann ist sowas denn schonmal vorgekommen? Facts, or it didn't happen, und die Ruhrbarone müssen sich vorwerfen lassen falsche Fakten zu verbreiten.

    Wenn es "eher die Regel als die Ausnahme" ist, müssten Sie ja nachweisen können, dass es bei mindestens der Hälfte der Spiele (oder wenigstens einem Viertel der Spiele?) irgendwelche Probleme gab, oder Gästefans, die im Krankenhaus gelandet sind. Bitte nennen Sie doch Daten und Vorfälle.

    Mir ist innerhalb von zwei Jahren kein einziger (!) bekannt. In Duisburg ist die Situation zumeist viel angenehmer und völlig uneskalativ, im Unterschied zu Herne, wo die Gästefäns in eine Art Käfig hinter dem Tor mit eigenem Eingang eingesperrt werden und sich nicht frei in der Halle bewegen dürfen…

    Also: Für die Duisburger Security würde ich ja nun auch nicht meine Hand ins Feuer legen (wie auch für keine andere Security), aber von irgendwelchen Problemen zu sprechen, die "die Regel" sind, ist nun wirklich Quatsch. Auch das Derby gegen Herne war völlig unproblematisch für alle Seiten, und ohne Käfige für Gästefans, wie das Herne so veranstaltet….

    Also: Jetzt bitte die Spiele benennen, bei denen es angeblich zu Vorfällen kam, die Ihre "Regel" belegen, oder den Artikel korrigieren und sich für falsche Unterstellungen entschuldigen!

  2. #2 | Simon Ilger sagt am 29. Februar 2016 um 14:00 Uhr

    Eher die Regel als die Ausnahme bei Spielen gegen Essen, da gibt es quasi jedem Spiel Stress. Zwar eskaliert der nicht immer in der Form wie gestern, aber schon zu Zeiten als Maggis noch den Ordnungsdienst in der Duisburger Eissporthalle gestellt hat, gab es bei jeder Begegnung Auseinandersetzungen. Konkrete Spiele kann und muss ich hier jetzt nicht benennen, aber Du kannst einfach mal die Spielpläne der letzten zehn Jahre abgleichen in Spielzeiten in denen Duisburg und Essen in einer Liga spielte. Dann hast Du die Daten. 😉

  3. #3 | Data sagt am 29. Februar 2016 um 15:16 Uhr

    Was für ein Zufall: Bei den letzten 50 Spielen in der Duisburger Scania Arena gabs keine Probleme und alles lief unproblematisch ab – nur dann nicht, wenn die Fans aus Essen kommen. Das MUSS dann ja an Duisburg und der Duisburger Security liegen. Zumal die mehrfach gewechselt hat – völlig unterschiedliche Firmen mit völlig unterschiedlichem Personal. Ist Bestimmt eine Verschwörung aller Security-Firmen weltweit. Merkste selber, was? 😉

  4. #4 | Andre Arthur sagt am 29. Februar 2016 um 15:55 Uhr

    Als wir (Hannover Scorpions) da waren, haben wir absolut keine Probleme mit den Ordnern gehabt. Da ja die Scorpions gerne von gewissen Stadtrivalen als gewalttätig und überall negativ auffallend abgestempelt werden, sollte das ja dann eigentlich in Duisburg auch so sein. Aber nein, wir Scorpionsfans durften trotz Niederlage noch lange nach dem Spiel im Gästeblock (mit einer Reihe Ordner vor unserer Nase) feiern und die Ordner fanden es sogar gut.. Also wer weiß was da vorgefallen ist, jedoch das komplette Problem auf die Ordner zu schieben und zu sagen "Da solche Entgleisungen leider eher die Regel als die Ausnahme in der Duisburger Eishalle sind, sollten die Verantwortlichen des EV Duisburg Stellung beziehen und handeln. " finde ich journalistisch gesehen mehr als fragwürdig…

  5. #5 | Simon Ilger sagt am 29. Februar 2016 um 16:03 Uhr

    Das ist erfreulich und so soll es ja auch sein. Die Essener Zuschauer haben gestern und in den vergangenen Jahren jedoch regelmäßig andere Erfahrungen gemacht.

    Eine Schuldfrage wird gar nicht gestellt, sondern lediglich festgehalten, dass der Duisburger Ordnungsdienst massiv überreagiert hat.

  6. #6 | Chris sagt am 29. Februar 2016 um 17:31 Uhr

    Finalspiele Duisburg freiburg genau daselbe. Arrogante anzugträger. Agressive security da glaubt mann jeden Moment eskaliert es. Die Duisburger Fans waren nett vor und nach dem.spiel noch ein Bier getrunken. Nicht zufällig hat kenston öfters mal ärger mit anderen Kollegen anderer Vereine.

  7. #7 | Jürgen Koch sagt am 1. März 2016 um 10:28 Uhr

    Es ist doch bekannt das es mit Essener " Fans" die ich nicht als solche benennen möchte sehr viel Stress selbst zu DSC- Zeiten gegeben hat. Mit allen anderen in der Duisburger Eishalle anwesenden Gästefans kam man zu netten Gesprächen. Ich selber seit 1973 in Duisburg beim Eishokey habe mich beim letzen Auswärtspiel in Herne sehr nett mit ihren Fans unterhalten und viel Spaß gehabt.

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