
Die Automobilindustrie ist in der Krise: BMW, VW, Mercedes, Bosch und zahlreiche Mittelständler wollen Arbeitsplätze abbauen, bei VW geht es um die Schließung von vier Werken. Die Empörung in den Reihen der Politik ist groß. Ob Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) oder sein grüner Amtskollege aus Baden-Württemberg, Cem Özdemir: Alle wollen möglichst viele Arbeitsplätze und Werke – zumindest in ihren Bundesländern – erhalten. Und durch die sozialen Netzwerke geistert ein Zitat von Robert Habeck. Der sagte im Welt-Doppelinterview zum damaligen VW-Chef Diess schon 2019: „Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern.“ Und siehe da: VW hat kein Habeck-Mobil und steckt tief in der Krise.

Grafik: ChatGPT/Chatti
Doch auch wenn es keinen Boom chinesischer Autos auf dem eigenen Markt, kein Versagen der deutschen Automobilindustrie im Bereich der Digitalisierung und keine US-Zölle, dafür aber viele E-Autos aus deutscher Herstellung in allen Preisklassen gäbe, stünden zumindest die Beschäftigten der Automobilindustrie heute mit dem Rücken an der Wand. Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität berät bereits seit 2018 die Bundesregierung und veröffentlichte im Januar 2020 eine Studie: Würden bis 2030 sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen kommen, wäre die Konsequenz bis zum Jahr 2030 der Wegfall von 410.000 Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie. Trotzdem stellte sich kein Politiker und kein Gewerkschafter gegen den grünen Umbau. Der Verlust der Arbeitsplätze, die man nun angeblich erhalten will, war eingepreist: Für die ökologische Transformation Deutschlands mussten nun einmal Opfer gebracht werden. Natürlich nicht in den Kreisen der Politik, sondern bei den Arbeitnehmern. Heute werden Krokodilstränen wegen der wegbrechenden Jobs vergossen, dabei war diese Entwicklung gewollt und absehbar.
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