Ägypten wird daneben gehen

Ägypten ist nicht Tunesien. Und egal, was sich viele der Demonstranten wünschen: Nach Mubarak kommt keine offene Gesellschaft sondern die Herrschaft der Muslimbrüder.

Im Oktober war ich mit der Deutschen Welle in Ägypten auf einer deutsch-arabischen Bloggerkonferenz. Zu denen die uns betreuten gehörte ein deutscher Journalist, der perfekt arabisch sprach und seit vielen Jahre in Ägypten lebte. Er sagte, dass das Regime von Mubarak nichts anderes als eine üble Diktatur wäre. Immer wieder würden politische Gegner im Knast verschwinden oder nach üblen Prozessen hingerichtet. Ich fragte ihn, wer seiner Einschätzung nach Ägypten regieren würde, wenn es freie Wahlen gäbe. Seine Antwort: Die Muslimbrüder.

Ägypten ist nicht Tunesien. Ägypten ist die Heimat des modernen islamischen Fundamentalismus. Und für den stehen die Muslimbrüder und ihr Vordenker Sayyid Qutb. Kommen die Muslimbrüder an die Macht, wird nicht nur Israel in seiner Existenz bedroht sein. Auch vielen der jungen, uns sympathischen Demonstranten wird es an den Kragen gehen. Dem Westen wird ein neuer Feind erwachsen. Die Muslimbrüder werden ihr Chance nutzen und in Ägypten ein repressives, islamistisches Regime aufbauen.

Der  Sturz Mubaraks wird ein Fanal sein. Andere arabische Regime werden vielleicht folgen. Am Ende der nächsten Monate werden wir aber nur wenige neue, offene Gesellschaften in der Region erleben, sondern neue autoritäre Regime. Und es werden sehr religiöse autoritäre Regime sein.

Für offene, demokratische Gesellschaften braucht es mehr als Wahlen. Grundlage der Demokratie sind die Aufklärung, Säkularisierung, die breite Akzeptanz der Menschenrechte. Viele träumen im Moment die Traum von selbstbewussten, offenen arabischen  Gesellschaften. Es ist ein schöner Traum. Leider glaube ich nicht, dass er wahr wird.

Wir haben verpasst, im Nahen Osten Demokratien aufzubauen. Den vom Westen protegierten Verbrechern werden einfach nur andere Verbrecher folgen.

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28 Kommentare

  1. #1 | DAMerrick sagt am 31. Januar 2011 um 17:34 Uhr

    Ich einem Punkt gebe ich dir Recht, der Westen hat dort keine Demokratien aufgebaut. Und warum nicht? Weil Ausländer und andere Regierungen und Gesellschaften das nicht können.

    An dieser Stelle muss ich dir dein Traumschloss zerstören, Auswärtige Diplomaten, Regierungen und sowieso alle von außerhalb können ein Land nicht zum Umdenken bewegen. Sieh dich in der Geschichte um, wenn es nicht gerade ein Krieg war kam das Umdenken immer von Innen. Das ist normal und das wird auch weiter so sein. Man kann kein Land dazu zwingen so zu werden wie man sich das vorstellt.

    Ob die Muslimbrüder an die Macht kommen, darauf will ich mich nicht festlegen aber es ist interessant das auch in einem freien Blog das Gleiche propagiert wird was schon die traditionellen Medien sagen „Bei Wahlen kommen die Muslimbrüder.“

    Ich frage dich: Glaubst du das die Demonstranen – welche keine Fundamentalisten oder unterdrückte Frauen sondern hasserfüllte und Freiheitswollende Männer sind – nach Wochen des Kampfes mit dem aktuellen Regime sich mit freien Wahlen und einem Ergebnis bezüglich der Muslimbrüder zufriedengeben?
    Da auf der Straße sind nicht die Muslimbrüder sondern die Generation von Heute.

    Und es ist nicht mit einem Wandel wie in Deutschland oder den USA zu vergleichen, dafür geht es den westlichen Ländern zu gut. Hier wird gemeckert aber es ist nicht so schlecht das man mit den Hinterbeinen ausschlägt.

    In Ägypten ist es aber so schlecht das die Menschen, insbesondere die Generation Heute, auf die Straße geht und einen echten Wandel will. Weg vom reinen Islamismus, hin zu Freiheit, zu Internet, zu freiem Denken.

    Man kann die Muslimbrüder so oft in den Fokus rücken wie man will, man darf nicht vergessen wer gerade für den Wandel sorgt. Das sind keine versteiften Politiker die jede Woche nach Demokratie schreien aber zugleich Waffen an Diktatoren aus Gründen der Diplomatie liefern.

    Das da unten sind echte Massen, echte Menschen die sich nach diesem Krieg gegen das Regime nicht damit zufrieden geben das Joch gegen die Trense einzutauschen.

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 31. Januar 2011 um 17:38 Uhr

    @DAMerrick: Ich wünsche mir nichts mehr, als dass Du mit der „Generation heute“ Recht haben wirst. Ich fürchte nur, es wird nicht so kommen. Es wäre nicht das erste Mal, dass von einer Revolution nicht diejenigen profitieren, die sie erkämpft haben. Nach dem Ende der DDR hatten mehr Blockflöten und Stasi-Schranzen dort das Sagen als Bürgerrechtler. Und das ist nur ein Beispiel.

  3. #3 | Alex sagt am 31. Januar 2011 um 17:46 Uhr

    Ich hoffe, Sie irren sich. Ich befürchte, Sie werden Recht behalten.

  4. #4 | DAMerrick sagt am 31. Januar 2011 um 17:57 Uhr

    @Stefan

    Ich denke es hängt viel damit zusammen wie das Image während oder vor der Revolution war.

    Schon mal Animal Farm gesehen, die Parabel auf die Geschichte der Sowjets nach der Revolution? Die Schweine (Bolschewisten) hatten während der Revolution das Image der Freunde, konnten deshalb unbeirrt und unbeachtet von den Pferden (Soziale Klassen), dem Esel (Orwell) und den Rindern operieren.

    In Egypt ist es aber anders, den Menschen sind die Muslimbrüder bekannt, ebenso ihre Ziele. Das wird wohl nicht passieren. Dafür kennen die Ägypter die Muslimbrüder zu gut.

    Meine persönliche Befürchtung ist eher das innerhalb der Revolutionäre sich eine Menge gruppiert welche sich als herrschende Machtelite herausbildet. So wie es bei den Sowjets war.

  5. #6 | Stefan Laurin sagt am 31. Januar 2011 um 18:30 Uhr

    @Timo: Das was ich auch geschrieben habe: Die Demonstranten von heute werden die Opfer von morgen sein.

  6. #7 | Michael sagt am 31. Januar 2011 um 18:58 Uhr

    @ Stefan Laurin

    „Wir haben verpasst, im Nahen Osten Demokratien aufzubauen.“

    Stefan, verrat uns doch mal, wo „wir“ nach dem 2ten Weltkrieg überhaupt schon mal Demokratien aufgebaut haben.

  7. #8 | Stefan Laurin sagt am 31. Januar 2011 um 19:01 Uhr

    @Andreas: Der Westen hat das in Deutschland und Japan geschafft. Und nach dem Zusammenbruch der Ostblock-Diktaturen in zahlreichen, wenn auch leider nicht allen Staaten des ehemaligen Sowjektblocks. Und dann ist da noch Südkorea etc.

  8. #9 | Michael sagt am 31. Januar 2011 um 19:13 Uhr

    @ Stefan

    ich hab NACH dem 2ten Weltkrieg gefragt: Deutschland und Japan also schon mal draussen. Da hatten die Alliierten meines Erachtens auch keine andere Wahl, als Länder nach ihrem Vorbild aus den ehemaligen Achsenmächten zu machen …

    Zusammenbruch der Sowjetunion lasse ich als SPEZIAL-Fall durchgehen.

    Soll heissen: Für mich ist es ein Mythos, dass „wir“ uns für echte Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

  9. #10 | Bert sagt am 31. Januar 2011 um 19:51 Uhr

    Guter Artikel, leider les ich in den „normalen“ Medien kaum etwas über die Gefahr eines islamischen Gottesstaates Ägypten.

    Woran liegt das ?

  10. #11 | Stefan Laurin sagt am 31. Januar 2011 um 19:53 Uhr

    @Bert: Stimmt so nicht:
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2011-01/interview-niall-ferguson
    Sehr gutes Interview in der Zeit. Und die Berichterstattung wird sich bald ändern. Leider. Ich wäre sehr froh, wenn ich daneben liegen würde.

  11. #12 | anna sagt am 31. Januar 2011 um 19:56 Uhr

    Ich begreife nicht, warum immer so ein Worst-Case-Szenario heraufbeschworen werden muss. Angesichts der verhältnismäßig erstaunlich unhysterischen Proteste und der Ausdauer der Demonstranten wünsche ich ihnen von ganzem Herzen und hoffe es auch, dass sie das bekommen, wofür sie gerade Kopf und Kragen riskieren: Mehr Menschenrechte.

    Vielleicht kann man das einfach mal hoffen. Zukunft schwarz zu malen ist immer nur die billigere Alternative.

  12. #13 | Arnold Voß sagt am 31. Januar 2011 um 20:49 Uhr

    Selbst auf die Gefahr hin, dass Stefan recht hat, die Betroffenen haben keine Alternative. Für sie kann nur gelten „wann, wenn nicht jetzt“. Eine solche Chance wird sich für sie nämlich so schnell nicht wieder ergeben. Aus diesem instinktiven Wissen der Vielen kommt auch die unerwartete Wucht und die furiose Eigendynamik des Protestes.

    Ich hoffe, dass das Volk der Ägypter dabei den drohenden Gottestaat gleich mit über die Planken werfen kann. Sonst drohen nämlich dort so grausame Verhältnisse wie wir sie jetzt im Iran haben.

  13. #14 | Richard sagt am 31. Januar 2011 um 21:03 Uhr

    „Kommen die Muslimbrüder an die Macht, wird nicht nur Israel in seiner Existenz bedroht sein.“

    Spätestens hier sollte allen klar sein, dass der Beitrag hier blanker Unfug und absolut tendenziös ist. Die Bilder und Aussagen der letzten Tage deuten auf das exakte Gegenteil, werden aber mit keinem Wort erwähnt.

    Man könnte auch fragen wie es den Muslimbrüdern gelingen könnte einen autoritären islamistischen Staat aufzubauen, falls sie der Meinung wären das jetzt machen zu müssen. Im Moment kann man nicht einmal abschätzen wie die Mehrheitsverhältnisse in einem demokratisch gewähltem Parlament aussehen würden. Nur Stefan Laurin und sein Freund, der Journalist, wissen es genau.

    @Michael: ehem. Yugoslawien könnte man gelten lassen, und in S Korea hat das Militärregime afaik erst auf Druck der USA eine echte Demokratie zugelassen.

  14. #15 | Frank (Frontmotor) sagt am 31. Januar 2011 um 21:51 Uhr

    Länder, deren Jugend in andere, auch westliche Länder zieht, um dort zu studieren, und dann zurückkommt und sich solche Despoten wie Mubarak nicht mehr bieten lassen will, solche Länder sehe ich nicht in der Gefahr islamistischer Revolutionen.

    Auf Al Jazeera sah man überwiegend junge mutige Menschen. Ich traue denen zu, dass sie steinzeitiche Muslimbrüder genauso zum Teufel jagen wird, wie Mubarak.

  15. #16 | Michael sagt am 31. Januar 2011 um 22:05 Uhr

    @ Frank (Frontmotor)

    „Länder, deren Jugend in andere, auch westliche Länder zieht, um dort zu studieren …“

    äh, wie viel Prozent der ägyptischen Bevölkerung sind das ?

  16. #17 | Bert sagt am 31. Januar 2011 um 22:20 Uhr

    @#15 | Frank (Frontmotor):

    Die Moslembruderschaft lässt es gar nicht so weit kommen, dass Demokratie Fuss fassen könnte. Diese Chance lassen sich die Brüder nicht nehmen.

    Auf CNN wird ganz offen über Muslim Brotherhood diskutiert. Auch auf BBC wurde diese Gruppe schon genannt. Andere sind offensichtlich nicht einfach nur in Jubelstimmung wie unsere Medien.

  17. #18 | Arnold Voss sagt am 31. Januar 2011 um 22:55 Uhr

    @ Bert
    Wie wollen die das denn anstellen, ohne das Teile der Polizei und des Militärs dabei mitmachen, Bert? Ich vermute allerdings, dass die Mehrheit des Sicherheitsapparates nicht unbedingt mit der Moslembruderschaft sympathisiert.
    @ all
    Am Ende steht auf jeden Fall auch eine Veränderung des Islam selbst. Entweder kommt es jetzt zu seiner Modernisierung/Europäisierung von Innen oder der gottesstaatliche Rollback verfestigt sich auf lange lange Zeit.

  18. #19 | Müller sagt am 31. Januar 2011 um 23:26 Uhr

    Hamed Abdel-Samad, der Kollege von Entweder Broder, ist in der FAZ auf die Frage Islamisierung eingegangen und hat folgendes gesagt: „Ist die jetzige Bewegung in Teilen auch fundamentalistisch begründet?

    Nein, im Gegenteil. Mubaraks Behauptung, die einzige Alternative sei ein islamistischer Staat, ist eine faule Ausrede. Ich befand mich mitten in der Demonstration, als ein Anhänger der Muslim-Bruderschaft religiöse Parolen zu rufen begann. Die Umstehenden haben ihn zum Schweigen gebracht und zu ihm gesagt: Keine islamischen Rufe! Hier demonstriert das ägyptische Volk und nicht eine islamische Sekte. Auch daran sieht man, dass eine neue Generation herangewachsen ist, die nicht den Islamisten zuzurechnen ist. Es ist eine Generation, die anders leben will, frei. Der Westen sollte das honorieren und seine Stabilität jetzt nicht auf Kosten der Freiheit des ägyptischen Volks durchsetzen wollen.“ (https://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~EB7A2381F6BFC446CA81D7329EAB21991~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

    Ich persönlich sehe die ganze Revolution auch nicht negativ, sondern eher als Chance für die arabischen Länder ihre verkrusteten Regime auf den Friedhof zu werfen. Denn gerade diese korrupten Strukturen behindern das Wohlstandswachstum in diesen Ländern.

  19. #20 | Bert sagt am 31. Januar 2011 um 23:40 Uhr

    Lesenswert:

    https://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=205962

    When polled recently, 59% of Egyptians said they backed the Islamists and only 27% favored modernizers.

    Experts and news media seem to be overwhelmingly optimistic, just as they generally were in Iran’s case. Wishful thinking is to some extent replacing serious analysis. Indeed, the alternative outcome is barely presented: This could lead to an Islamist Egypt – if not now, then in several years.

    What’s puzzling here is that a lot of the enthusiasm is based on points like saying that the demonstrators are leaderless and spontaneous. But that’s precisely the situation where someone who does have leaders, is well organized, and knows precisely what they want takes over.

  20. #21 | ebook leser sagt am 1. Februar 2011 um 02:39 Uhr

    Ägyptens Armee wird keine Gewalt gegen die Bevölkerung einsetzen, sie hält die Forderungen der Opposition für legitim. Dies gab ein Militärsprecher am Montagabend bekannt. Für heute planen die Regimegener einen „Marsch der Millionen“. Das gibt ja grosse Hoffnung, dass alles relativ friedlich zu Ende geht.

  21. #22 | Links anne Ruhr (01.02.2011) » Pottblog sagt am 1. Februar 2011 um 06:22 Uhr

    […] Ägypten wird daneben gehen (Ruhrbarone) – Stefan Laurin befürchtet, dass nach einem möglichen Machtwechsel in Ägypten, die Muslimbrüder die Herrschaft übernehmen. […]

  22. #23 | Chajm sagt am 1. Februar 2011 um 13:04 Uhr

    Leider stehen die Chance gut, dass es so sein wird – sofern es freie Wahlen geben sollte. Freie Wahlen führten in der Region zu einer Stärkung oder gar zur Machtübernahme der islamistischen Kräfte. Auch ein Land wie der Libanon, dass stets als weltoffen, tolerant und westlich galt, wird heute von den Islamisten gegängelt. Und dort waren die Islamisten anfangs weit weniger etabliert, als sie das in Ägypten heute sind. Wie sich Tunesien entwickeln wird, ist ja auch noch nicht ganz klar…

  23. #24 | Jan Luiten sagt am 1. Februar 2011 um 14:00 Uhr

    Ich glaube daß Stefan Laurin die Lage in Ägypten richtig eingeschätzt hat.
    Wenn Mubarak abgesetzt wird oder zurück treten wird, entsteht eine gefährliche Lage. Es gibt leider keine Voraussetzungen für Demokratie in Ägypten.
    Die Moslimbrüderschaft ist der einzige Faktor in der Opposition die gut organisiert ist. Momentan halten die sich noch zurück um nicht den Eindruck zu geben sie werden profitieren von dieser Lage. Würde sie mehr auf dem Vordergrund treten, würde das die internazionale Unterstützung fur den Aufstand verringern.
    Die Chance ist groß daß die Moslimbrüderschft die Macht ergreifen wird, und daß große Teile der Bevölkerung sie unterstützen wird. Wenn dies nicht unmittelbar gelingen würde, könnte dies auch zu einem wirklichen Bürgerkrieg führen.
    Die Opposition ist sonst nicht organisiert und hat keine führende Persönlichkeit. El Baradei hat zu wenig Autorität.
    Ich glaube das beste Szenario würde sein, wenn vorläufig Mubarak die Macht behalten würde , aber demokratische Reformierungen in Gange setzen würde. Lass und hoffen daß es dafür noch nicht zu spät ist.

  24. #25 | lebowski sagt am 1. Februar 2011 um 16:52 Uhr

    „Wir haben verpasst, im Nahen Osten Demokratien aufzubauen.“

    „Wir“ schon wieder. Das Blödeste an „uns“ ist wahrscheinlich der Glaube, wir seien allmächtig.
    In Afghanistan haben wir ja den Demokratieaufbau versucht. Ergebnis: der Präsident ist ein Wahlfälscher, dessen Macht vor seinem Palasttor, spätestens aber an der Kabuler Stadtgrenze endet. Auch sonst ist in Afghanistan nur wenig im grünen Bereich.
    Im Kosovo siehts nicht besser aus. Das Ergebnis unseres Demokratieaufbaus ist, dass da jetzt die Mafia regiert.
    In der Ukraine sind die Freunde des Westens direkt wieder abgewählt worden.

    Und wenn ich mir anschaue, in welch erbärmlichen Zustand die Demokratie auch im Westen zur Zeit ist (Berlusconi usw.), dann sollten wir darauf verzichten, unser politisches System als Exportschlager anzupreisen.

  25. #26 | Gregor Keuschnig sagt am 1. Februar 2011 um 18:31 Uhr

    Welche Arroganz aus diesen Zeilen spricht. Die Arroganz des Bescheidwissers, der jetzt schon prognostizieren kann, wie sich Ägypten entscheiden wird. Die Arroganz des „Demokraten“, der nur die Demokratie akzeptiert, die ihm in den Kram passt. Die Arroganz desjenigen, der dem Westen attestiert, es versäumt zu haben, Demokratien im Nahen Osten aufzubauen und dann Angst vor dem Resultat dieser „Demokratien“ hat. Was wurde denn in Afghanistan und im Irak versucht? Was hat denn der Westen getan, als in Algerien die damals eher gemäßigte FIS (die sich erst später radikalisierte) als Wahlsieger einer freien Wahl hervorging?

  26. #27 | Philipp Engel sagt am 2. Februar 2011 um 14:55 Uhr

    Ich glaube nicht, dass die Muslimbrüder nach dem Fall Mubaraks die Macht übernehmen werden.

    Warum?

    Ich verweise in diesem Zusammenhanag auf mein Gespräch mit Hamed Abdel-Samad, das ich gestern früh mit ihm für den CICERO geführt habe:

    https://www.cicero.de/97.php?item=5841

    https://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hamed_abdel_samad_veraenderung/

    Samad hält sich gerade in Kairo auf und nimmt an den Protesten teil.

  27. #28 | Nahost: Die Hoffnung liegt bei den Jungen « … Kaffee bei mir? sagt am 2. Februar 2011 um 17:13 Uhr

    […] Laurin: Ägypten wird daneben gehen; gute Diskussion in den […]

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