Eine Zumutung? Die Furcht vor der Freiheit

Christiane Jochum (Foto: privat)

Selten wurde um einen Begriff und seine Bedeutung so hart gerungen wie um die Freiheit. In ihrem Namen wurde und wird gekämpft, demonstriert, sie wird in Liedern besungen, viele Regalmeter in den philosophischen Abteilungen der Universitätsbibliotheken sind mit entsprechenden Werken gefüllt und doch bleibt sie uns seltsam fremd. Von unserer Gastautorin Christiane Jochum.

Auf die Frage: „Fühlst du dich frei?“ antworten die meisten Menschen hierzulande mit einem klaren „Ja“. Warum auch nicht? Niemand schreibt uns vor, ob wir morgens den schwarzen oder weißen Pullover aus dem Schrank holen, ob und wohin wir verreisen, welchen Beruf wir wählen, kurz: welche Lebensentscheidungen wir für uns im privaten Raum treffen. Alles ist selbstverständlich. Oder?

Schauen wir zurück. Die Jahre der Coronapandemie haben uns deutlich gezeigt, wie fragil unsere vermeintliche Freiheit geworden ist. Ausgangsbeschränkungen, Lockdowns, Kontaktverbote griffen tief in unsere Grundrechte ein und verunsicherten viele Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt den Stellenwert der Freiheit nicht besonders hoch geschätzt haben, eben weil sie selbstverständlich war, so schien es zumindest.

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Berlin und Ankara: Das Dilemma zwischen Moral und Macht

Recep Tayyip Erdogan Foto: Glenn Fawcett Lizenz: Gemeinfrei


Das Bild war beeindruckend: SPD-Politiker um den Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil, die am Reichstag ein Transparent gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu entrollten. Das Auswärtige Amt verurteilte das Vorgehen der türkischen Justiz, Brüssel mahnte Rechtsstaatlichkeit an. Doch hinter diesen Gesten verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit: Deutschland hat keine wirkliche Antwort auf die Türkei-Frage. Von unserem Gastautoren Friedrich Schmidt

Denn während Berlin mit moralischer Entrüstung reagiert, bleibt die Realpolitik in Ankara davon unberührt. Recep Tayyip Erdogan regiert weiter – unbeeindruckt

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„Identitätspolitik hat ein anti-aufklärerisches Eigenleben“

Judith Butler Foto: University of California, Berkeley Lizenz: Public Domain


Die Definition von biologischem Geschlecht ist als Teil linker und rechter Identitätspolitik umkämpft. Nachdem US-Präsident Donald Trump per Dekret in staatlichen Dokumenten nur noch das biologische Geschlecht gelten lässt, meldet sich nun die Philosophin Judith Butler zu Wort – und zeigt, wie sehr sie selbst Teil des Problems ist. Von unseren Gastautor Till Randolf Amelung.

Eines der ersten Dekrete von US-Präsident Donald Trump, mit dem er queerer Identitätspolitik den Kampf ansagte, trug den Titel „Defending Women from Gender Ideology Extremism and Restoring Biological Truth to the Federal Government“ (zu Deutsch etwa: Verteidigung der Frauen vor dem Extremismus

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Wie geht es mit der Grünen Gentechnik weiter?

Gerstenfeld Foto: USDA Lizenz: Gemeinfrei

Während Landwirte und Konsumenten auf anderen Kontinenten schon längst Obst, Gemüse und Getreide nutzen können, die mit neuen Züchtungstechnologien (den sogenannten neuen genomischen Techniken NGT) erzeugt wurden, ist die EU noch immer mit der Frage beschäftigt, ob diese Verfahren in Europa zulässig sein sollen. Bislang galten sie als streng zu regulierende Gentechnik, obwohl in diese Pflanzen keine neuen Gene eingeführt werden. Von unserem Gastautor Ludger Weß.

2023 gab die EU-Kommission den Anstoß zu einer Neuregelung, um die Zulassung solcher Pflanzen zu erleichtern. Anfang 2024 folgte das EU-Parlament mit einer prinzipiellen Zustimmung, aber zahlreichen Änderungswünschen. Dann geschah eine Weile nichts, weil das dritte Gremium, der EU-Rat, das Thema unter Ungarns Ratspräsidentschaft einfach liegen

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„Die türkische Regierung muss ihre Jagd auf gewählte Politiker einstellen“

Max Lucks (GRÜNE), Foto: Roland W. Waniek

Es gibt in der Welt noch andere Krisenregionen als die Ukraine und den Nahen Osten, die in diesen Tagen von sich reden machen. In einer bemerkenswerten Konferenz kamen jetzt Politiker, Diplomaten und Wissenschaftler zusammen, um über die aktuellen Friedensbemühungen in Aserbaidschan, Armenien und der Türkei zu diskutieren.

Von Sebastian Schmidt

Die Veranstaltung bot einen tiefen Einblick in die Entwicklungen, die die Region in eine neue Ära der Stabilität und Zusammenarbeit führen könnten. Die Teilnehmer zeigten sich vorsichtig optimistisch, betonten jedoch, dass noch erhebliche Herausforderungen zu bewältigen sind.

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„Der Begriff der Arbeitnehmer-Freizügigkeit muss geschärft werden“

Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr Foto: RVR


Das Ruhrgebiet hat im Rahmen seines jahrzehntelangen Strukturwandels enorme Herausforderungen im Bereich der sozialen Transformation bewältigt. Anders als in anderen europäischen Städten oder Regionen mit vergleichbarer Entwicklung gibt es im Ruhrgebiet jedoch keine No-Go-Areas oder Armenviertel. Aktuell verschärft sich allerdings die Situation in einigen Stadtteilen. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die EU-Binnenwanderung in Form von Zuwanderung aus Südosteuropa dar. Unser Gastautor Garrelt Duin (SPD) ist Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr.

Das Phänomen „Armutszuwanderung“ betrifft nicht die ganze Region. Aber da, wo es virulent ist – zum Beispiel in Teilen von Duisburg und Gelsenkirchen – ist es ein großes Thema. Ich sehe mit Sorge, genauso wie die Verantwortlichen in den betroffenen Städten, dass der soziale Frieden in manchen Stadtteilen gefährdet ist. Bund und EU dürfen hier nicht länger wegschauen. Wir im Ruhrgebiet sind jederzeit bereit, an passgenauen Lösungen mitzuarbeiten.

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Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner sieht hin

Ukrainer mit einem erbeuteten russischen Schützenpanzer Foto: Alexander Lipatnikov Lizenz: CC BY-SA 4.0

Während die Welt um uns herum zunehmend im Chaos versinkt, schläft Deutschland weiter den Schlaf der Gerechten. Die USA ziehen sich unter Trump mehr und mehr aus der NATO zurück, und die militärische Unterstützung für die Ukraine könnte bald zusammenbrechen – warum sich mit Europa abmühen, wenn die eigenen Interessen schon genug auf der Kippe stehen? Und Russland? Das Land, das sich nach den Jahren der Schwäche wieder zur Weltmacht aufrichten will, hat längst erkannt, dass der Westen nicht nur militärisch schwach, sondern auch moralisch am Ende ist. Also zieht es die Daumenschrauben an und dehnt den Krieg aus. Was könnte der Westen noch groß entgegensetzen? Eine nach innen zerstrittene NATO und ein Europa, das nicht einmal mehr seinen eigenen Verteidigungsbedarf ernst nimmt. Von unserem Gastautor Christian Gruber.

Der hybride Krieg gegen Europa läuft schon seit Jahren – und wir merken es gesellschaftlich kaum. Russland hat längst erkannt, dass Kriege nicht nur mit Panzern und Raketen geführt werden, sondern vor allem

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NGOs und Parteipolitik: „Steuermittel dürfen nicht verwendet werden, um die politische Meinungsbildung zu beeinflussen“

Hasso Mansfeld Foto: Privat


Die CDU/CSU hat in der vergangenen Woche in einer Kleinen Anfrage im Bundestag die Frage aufgeworfen, inwiefern sich gemeinnützige Vereine, die auch noch mit Steuergeldern gefördert werden, parteipolitisch betätigen dürfen, ohne ihren Gemeinnützigkeitsstatus zu verlieren. Jetzt ist die Aufregung groß. Aber ist sie berechtigt? Nein, meint Kommunikationsberater Hasso Mansfeld, der sich seit Jahren mit der Rolle von NGOs in der deutschen Gesellschaft kritisch auseinandersetzt. Von unserem Gastautor Ludger Weß.

Ludger Weß: Was spricht dagegen, wenn staatlich finanzierte und als gemeinnützig anerkannte NGOs aktiv in politische Meinungsbildung eingreifen? Es sind doch ehrenwerte Ziele, die diese Organisationen verfolgen: mehr Umweltschutz, Verteidigung der Demokratie…

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Wenn ein kleiner weißer Ball den Charakter verrät ….

Für unsere Gastautorin ist Golf auch ein Spiegel des Spielers. (Foto: privat)

Kaum ein anderer Sport polarisiert so sehr wie das Golfen. Für die einen ist es ein elitäres Tun, das die Bezeichnung „Sport“ nicht einmal verdient, die Golfspieler selbst verteidigen leidenschaftlich die einzigartige Verbindung zwischen Ausdauer und anspruchsvoller Spieltechnik, unbeteiligt lässt diese Diskussion die wenigsten.  Wirklich spannend ist jedoch ein ganz anderer Aspekt. Von unserer Gastautorin Christiane Jochum, einer freie Journalistin und Historikerin.

Die Zeiten, in denen Golfclubs abgeschottete Areale waren, in die man nur mit Hilfe von Bürgen und Zahlung mindestens fünfstelliger Mitgliedsbeiträge hineinkam, sind lange vorbei. Ebenso die gut gepflegten Klischeevorstellungen von honorigen älteren Herren, gern in karierten Hosen und Kaschmirpullovern, die auf dem Golfplatz geschäftliche Deals verhandelten, ohne dabei vom „niederen Volk“ belästigt zu werden, treffen zumindest für die meisten Clubs nicht mehr zu. Inzwischen sind die meisten Golfclubs, ähnlich wie im Tennissport schon länger, offen für den Breitensport auf jedem Leistungslevel.

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NGOs: Ein bisschen mehr Transparenz und öffentliche Kontrolle könnten dabei nicht schaden

CDU-Fraktionsvorsitzender Friedrich Merz in Oberhausen Foto: Roland W. Waniek


Ein Fragenkatalog der CDU/CSU sorgt für Aufregung. Offenbar möchten manche Nichtregierungsorganisationen nicht, dass ihre Finanzierung durch die Regierung öffentlich wird. Von unserem Gastautor Michael Miersch.

Neue politische Kräfte tauchen unscheinbar auf. Als sich Ende des 17. Jahrhunderts im britischen Parlament zwei Gruppen formierten, die sich „Whigs“ und „Tories“ nannten,

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