Der letzte Versuch

Lars Klingbeil, SPD-Vorsitzender (Foto: Roland W. Waniek)


Die SPD regiert seit fast einem Vierteljahrhundert mit. In dieser Zeit hat sie einen beispiellosen Niedergang erlebt. Nun muss sie zeigen, dass sie in einer höchst schwierigen Zeit gemeinsam mit der Union die Weichen für eine bessere Politik stellen kann. Sonst war’s das wohl für sie. Von unserem Gastautor Ludwig Greven.

Was war das für ein Jubel, als die SPD 1998 mit Gerhard Schröder die Wahl gewann. Zum zweiten Mal überhaupt lag sie vor der Union und konnte mit den Grünen Helmut Kohl ablösen. Danach folgten ab 2005 zwölf Jahre an der Seite von Merkel – und eine Serie von Wahlniederlagen, fast jede heftiger als die vorhergehende, unterbrochen nur

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Faesers Spaltpilz

Bundesinnenministerin Nancy Faeser Foto (Ausschnitt) Peter Jülich Lizenz: CC BY-SA 4.0


Eine AfD-Verbotsdebatte ist das letzte, was das Land im Moment braucht. Doch pünktlich zum Regierungsantritt von Merz und ihrem Ausscheiden lässt die SPD-Innenministerin das lange zurückgehaltene Verdikt des Verfassungsschutzes veröffentlichen, wonach die Partei gesichert rechtextremistisch ist. Das Ziel: Zwietracht sähen in die labile schwarz-rote Koalition. Von unserem Gastautor Ludwig Greven.

Europa steht womöglich vor einem großen Krieg, wenn Putin-Russland nicht in der Ukraine gestoppt wird. Die Bundeswehr ist nicht verteidigungsbereit. Auf die USA ist unter Trump kein Verlass mehr. Der bedroht zudem den Welthandel und die ohnehin kriselnden deutsche Wirtschaft. Derweil hat Deutschland seit sechs Monaten keine

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„Vielleicht ist die Absage des Back To Future-Festivals eine Chance“

Keine Rückkehr: Absage des Back to Future-Festivals


Am Mittwoch die Nachricht, die in der Punk- und DIY-Szene für einen echten Dämpfer sorgt: Das traditionsreiche Back-To-Future-Festival in Glaubitz wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Ein Gastbeitrag – der Autor schreibt anonym, aus Sorge vor Gewalt und Anfeindungen, wie sie inzwischen leider auch in der linken Szene keine Ausnahme mehr sind.

Die offizielle Begründung liest sich diplomatisch: gestiegene Kosten, mangelnder Vorverkauf, schwierige Rahmenbedingungen.

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Gibt es Bildung ohne Lesen?

Umblättern eines Buches Foto: Nevit Dilmen Lizenz: CC BY-SA 3.0


Stirbt das Lesen aus? Gibt es Bildung ohne Lesen? Sind deutsche Verlage zu konformistisch? Wolfgang Ferchl blickt auf ein halbes Jahrhundert Verlegererfahrung zurück und weiß Antworten. Von unseren Gastautoren Ellen Daniel und Michael Miersch

Dir geht der Ruf voraus, eine Nase für Bestseller zu haben. Als Chef großer Publikumsverlage hast du Autorinnen und Autoren entdeckt oder betreut, die von Millionen Menschen gelesen werden. Walter Moers, Dörte Hansen, Hape Kerkeling, Gabor Steingart, um nur ein paar zu nennen. Welcher Erfolg hat dich am meisten überrascht?

 

Wolfgang Ferchl: Die ganz großen Bestseller waren alle eine Überraschung. Übrigens ist das mit dem „Entdecken“ so eine Sache. Verlagsarbeit ist Teamarbeit. Entsprechend hat der Erfolg viele Väter und Mütter.

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Eckart von Hirschhausen: Katastrophen vor acht

Eckart von Hirschhausen Foto: Martin Kraft Lizenz: CC BY-SA 4.0


Erinnert sich noch jemand an die 11.000 Pestizidtoten, die auf einer dubiosen „Studie“ beruhten, die schon auf den ersten Blick unglaubhaft erschien und inzwischen zurückgezogen wurde? Sie wurde landauf, landab wiedergegeben, ohne sie kritisch zu hinterfragen. Dass die Redaktion der Zeitschrift die Veröffentlichung zurückzog, weil die Daten nicht plausibel waren, hat kaum ein Medium berichtet. So ist die Zahl bis heute in der Welt und niemand hinterfragt sie mehr. Von unserem Gastautor Ludger Weß.

Oder erinnert sich noch jemand an die Angstbotschaft von den nur noch 60 Ernten, die wir erzielen können, bevor unsere Böden unfruchtbar geworden sind? Die Zahl wurde von grünen Europaabgeordneten und zahllosen Medien verbreitet und der

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Not am Stadtrand

Bahnhofsschild Bremen-Aumund Foto: Clic Lizenz: CC BY-SA 4.0


Im Bremer Norden sind viele arm, arbeitslos, ohne Perspektive. Der Anteil der Zugewanderten ist hoch, die Ergebnisse der AfD sind es ebenfalls. Der soziale Zusammenhalt jedoch funktioniert. Von unserem Gastautor Ludwig Greven

Björn* steht vor seinem Wohnblock im Bremer Ortsteil Aumund, am nördlichen Stadtrand, wo Roland und Rathaus fern sind und die Hansestadt Richtung Nordsee ausfranst. Ein Hühne mit kräftigen Oberarmen und Schultern, freundlich

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Schwarz und Weiß und auch in Farbe: eine faszinierende Ausstellung in Düsseldorf

(Copyright Hans Lux / Galerie noir blanche)

Etwas versteckt im Düsseldorfer Stadtteil Flingern liegt die kleine, feine Galerie noir blanche, die für die Freunde hochklassiger Fotokunst ein absolutes „Must see“ ist. Mit vier bis fünf Ausstellungen pro Jahr bietet sich den Besuchern ein vielfältiges Programm mit unterschiedlichen fotografischen Schwerpunkten. Und anders, als es der Galeriename vermuten lässt, gibt es nicht ausschließlich Schwarz-Weiß-Bilder zu sehen. Von unserer Gastautorin Christiane Jochum.

Volker Marschall liebt das offene Haus. Wenn das Wetter es zulässt, ist die Tür seiner Galerie geöffnet, so dass interessierte Besucher sich ohne Schwellenangst eingeladen fühlen sollen, die ausgestellten Fotografien anzuschauen. „Ich freue mich, mit interessierten Besuchern ins Gespräch zu kommen und ihnen die Geschichte ‚hinter den Bildern‘ nahezubringen. Das ist unglaublich spannend, denn der Betrachter sieht ja nur das Ergebnis dieses Prozesses, nämlich das fertige Foto“, so Volker Marschall.

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In Stuttgart gab es die erste Solidaritätskundgebung mit den anti-Hamas-Protesten im Gazastreifen

olidaritätskundgebung von Palästinenserinnen und Palästinensern mit den anti-Hamas-Protesten in Gaza Foto: Privat


Am Donnerstag fand in Stuttgart die erste Solidaritätskundgebung von Palästinenserinnen und Palästinensern mit den anti-Hamas-Protesten in Gaza statt. Organisiert hatten das Event-Mitglieder des Gaza-Youth-Movements, die, als sie noch in Gaza lebten, die damaligen Massenproteste 2019 mit initiiert hatten. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Unter dem Motto “Frieden und Freiheit für Gaza; Weg mit der Hamas” versammelten sich nur knapp unter fünfzig Demonstrierende auf dem Schlossplatz. Dass es nicht mehr waren, lag vor allem daran, dass nicht öffentlich für die Kundgebung geworben wurde – und zwar aus

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Der Karfreitag – der eine Tag im Jahr an dem ganz Deutschland über die FSK lacht

Und dann die Hände zum Himmel, komm, lasst uns – traurig – sein. (Foto von Zachary Olson auf Unsplash)

Es ist Karfreitag und alle Arbeitnehmer in Deutschland freuen sich frei zu haben. Alle Arbeitnehmer? Nein. Für alle Christen im Land ist es ein ernster Feiertag, an dem man dem Leid und Sterben Jesus gedenkt. Somit sind (Stand 2023) 20,3 Millionen Mitglieder in der katholischen Kirche und 18,6 Millionen Mitglieder in der evangelischen Kirche heute ernst und tieftraurig.

Alle Christen? Ich glaube kaum. Zwar bin ich selber nicht mehr katholisch, aber dennoch so aufgewachsen und erst in meinem 27. Lebensjahr aus der Kirche ausgetreten. Aber auch schon zu meinen katholischen Zeiten, in denen ich zur Kirche ging, Messdiener war etc. amüsierte ich mich über die Regeln der verbotenen Filme. Übrigens ebenso

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Evaluatiuon des Selbstbestimmungsgesetzes: Ein kleiner Erfolg für die Vernunft

Screenshot Vorstellung des Koalitonsvertrags von CDU, SPD und CSU


Der schwarz-rote Koalitionsvertrag enttäuscht viele queere Aktivisten, da ihre Themen kaum vorkommen. Besonders die für 2026 angesetzte Evaluation des erst 2024 beschlossenen Selbstbestimmungsgesetzes hinsichtlich Frauen- und Kinderschutzes entrüstet viele. Doch bereits innerhalb der ersten sechs Monate nach Inkrafttreten wird deutlich, dass das Primat des selbstbestimmten Geschlechtes eine Gefahr für Frauen darstellt. Von unserem Gastautor Till Randolf Amelung. 

Seit vergangenem Mittwochnachmittag steht fest: Nach mühsamen Verhandlungen konnten sich CDU/CSU und SPD auf einen Koalitionsvertrag einigen. Anfang Mai soll CDU-Chef Friedrich Merz zum Kanzler gewählt werden und die neue schwarz-rote Bundesregierung ihre Arbeit aufnehmen. Zuvor muss noch die Mehrheit der SPD-Mitglieder diesem Koalitionsvertrag zustimmen.

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