Grün, sauber, falsch – das China-Bild der Deutschen

Kernkraftwerk Haiyang Foto: WPTO Lizenz: CC BY-SA 4.0


China baut Plug-in-Hybride, Kohlekraftwerke und Kernreaktoren – und dominiert trotzdem den Markt für Solarpanels und Windräder.
Während Deutschland auf reine Lehren setzt und an Technologieverboten bastelt, kombiniert China pragmatisch, was funktioniert. Ein Text über Mobilitätsmythen, mediale Wunschbilder – und die Realität eines Landes, das wirtschaftlich denkt, nicht ideologisch. Von unserem Gastautor Carsten Seifert.

In deutschen Medien ist China ein Zukunftsversprechen: Hightech, Tempo, Transformation. Wenn es um Energie und Mobilität geht, gilt das Land als elektrifizierter Vorreiter in eine emissionsfreie Zukunft. Deutsche Politiker träumen davon, China in puncto Elektromobilität

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„Viele glauben, dass der Klimawandel das alles bestimmende Umweltproblem ist“


Zustand nach einer Brandrodung südlich von Santa Fé, Panama Foto: DirkvdM Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Evolutionsbiologe Matthais Glaubrecht befasst sich in seinem jüngsten Buch mit zwei globalen Krisen: dem Klimawandel und dem Artenschwund. Dabei widerlegt er den verbreiteten Glauben, die Klimaerwärmung sei Hauptursache des Aussterbens von Tier- und Pflanzenarten. Natur- und Artenschutz müssten unabhängig von der Klimafrage mehr politisches Gewicht bekommen. Von unseren Gastautoren Ellen Daniel und Michael Miersch.

Frage: Herr Glaubrecht, wie viele Tier- und Pflanzenarten gibt es auf der Welt?

Matthias Glaubrecht: Das weiß niemand. Fundierte Hochrechnungen haben ergeben, dass es zwischen acht und neun Millionen sein könnten. Wissenschaftlich erfasst und beschrieben sind bisher weniger als zwei Millionen. Unter den Unbekannten sind höchst wahrscheinlich nur noch wenige Säugetiere, Vögel und andere größere Wirbeltiere. Das Heer der unbeschriebenen Arten bilden die Insekten.

Warum weiß man so wenig über das Leben auf der Erde?

Dass wir so wenig über die Vielfalt der Natur wissen, hat mehrere Gründe. Winzige Lebewesen nach Arten zu unterscheiden, ist schwierig. Bevor man das Genom lesen konnte, war es noch viel schwieriger. Große

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Hier rollt der Ball – und der Einkaufswagen

Stadion an der Hafenstraße in Essen Foto: Jöran Steinsiek


Eine grenzüberschreitende Betrachtung zwischen Ruhrpott-Romantik und Schweizer Sachlichkeit. Von unserem Gastautor Jöran Steinsiek.

Als Kind des Ruhrgebiets hat man gelernt, dass Stadien irgendwie immer gebaut werden. Und zwar aus Prinzip. Rechnet sich das? Ach, Watt! In Essen hat man einst mit großen Worten und Thomas Strunz versucht, Bundesliga-Fußball aus dem Hut zu zaubern. Geblieben ist davon nicht viel – außer einem Stadion, das mit Steuergeldern gebaut wurde, der Stadt gehört und sich bis heute wirtschaftlich nicht trägt.

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„Ich hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl“ – Wie der unerfüllte Kinderwunsch mein Leben zerstörte

Bild: KI/Sora

Es sollte der Beginn von etwas Wunderschönem werden. Meine Frau und ich wünschten uns ein Kind. Nach längerer Zeit des Hoffens entschieden wir uns für eine künstliche Befruchtung. Wir vertrauten uns einem Kinderwunschzentrum an, verließen uns auf die dortige Expertise, folgten allen Anweisungen, hielten alle Termine ein. Doch dann kam alles anders. Von unserem Gastautor Till Oliver Becker.

Meine Frau verletzte sich während dieser Zeit leicht am Knie, ein kleiner Arbeitsunfall. Sie musste das Bein ruhig halten und bewegte sich an Krücken. Als sie in diesem Zustand noch einen Termin im

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Die Zivilgesellschaft und die Wissenschaft

Sucharit Bhakdi Foto: Sachwerte Vermögenswerte mit Kompetenz Lizenz: CC BY 3.0

Der „Weltgesundheitsrat“ („World Council for Health“) hat dem als Gegner der Coronaimpfung bekannt gewordenen Mikrobiologen Sucharit Bhakdi soeben „den Preis für Mut, Wahrheit, Wissenschaft und Weisheit“ verliehen, wörtlich „Best of Mankind Award For Courage, Truth, Science and Wisdom“.  Von unserem Gastautor Ludger Weß.

Impfgegner feiern die Auszeichnung, während andere zu Recht einordnen, dass dieser ominöse Rat mit dem hochtrabenden Namen ein zweifelhafter Verein ist, der sich als Alternative zur WHO sieht und „Gesundheitsfreiheit“ fördert. Er kritisiert unter anderem die Corona-Maßnahmen und Impfungen und verbreitet absurde Informationen über

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„Run for their lives ist unser Stolperstein“


Am 19. August 1943 war es nach Jahren der Angst so weit: Der 1908 geborene Jude Karl Kaufhold wurde in seiner Wohnung am Kölner Eigelstein 54 festgenommen und drei Monate lang im EL DE Haus verhört. Danach wurde er in das KZ Buchenwald verbracht, als „Mischling ersten Grades“, wie sich die Nationalsozialisten auszudrücken pflegten. Karl

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Die FDP fehlt – und das Land spürt es schon jetzt

Archiv des Liberalismus in Gummersbach Foto: Olaf Kosinsky Lizenz: CC BY-SA 3.0 de


Der Liberalismus stellt den Einzelnen in den Mittelpunkt. Er setzt darauf, dass Menschen ihr Leben selbst gestalten können und sollen, und dass der Staat, der lediglich die Verwaltung übernehmen soll und kein Potentat ist, ihnen vor allem die Freiheit dafür lässt. Er steht für Eigenverantwortung, Wettbewerb, Selbstbestimmung. Für den Mut, Vielfalt auszuhalten und Fehler zu riskieren. Er war in Deutschland immer unbequem – aber unverzichtbar.

Von unserem Gastautor Till Oliver Becker.

Heute ist die einzige dezidiert liberale Partei aus dem Bundestag verschwunden. Schon jetzt zeigt sich, was das bedeutet: Es fehlt das Korrektiv gegen den Reflex, alles staatlich

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Nachhaltig, aber nicht naiv: Europa braucht eine andere Industrie- und Klimapolitik

Jochen Ott Foto: SPD-Fraktion NRW


Man kann ein Virus killen, indem man den Patienten umbringt. Und man kann die CO2-Emissionen der Industrie auf null zwingen, indem man die Industrieproduktion auf null zwingt. Beides funktioniert todsicher und ist gleichermaßen aberwitzig. Von unserem Gastautor Jochen Ott. Jochen Ott ist Fraktionsvorsitzender der SPD im nordrhein-westfälischen Landtag.

Ersteres ist natürlich nur ein abwegiges Gedankenspiel, letzteres aber leider Realität. Durch die CO2-Zertifikate, die europäische Industrieunternehmen für ihre Emissionen kaufen

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Iran: Die Rache des Regimes II

Belutschen im Iran Foto: Mostafameraji Lizenz: CC BY-SA 4.0


Für seine krachende und demütigende militärische Niederlage gegen Israel rächt sich das iranische Regime an denen, die sich nicht wehren können. Nicht nur Oppositionelle oder solche, die im Verdacht stehen, es zu sein, sondern nun auch Mitglieder der kleinen jüdischen Gemeinde im Land und Flüchtlinge aus Afghanistan bekommen das zu spüren. Von unserem GAstautor Thomas von der Osten-Sacken.

Im Iran finden seit Tagen Verhaftungswellen statt – wie an dieser Stelle schon vor zwei Tagen berichtet. Sie richten sich vor allem gegen alle, die im Verdacht stehen, zur Opposition zu gehören. Es war schon immer ein

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Iran: Die Rache des Regimes

Berüchtigtes Gefängnis Evin Foto (2008): Ehsan Iran Lizenz: CC BY-SA 2.0


Für Menschen im Iran bedeutet der Waffenstillstand nicht nur ein Ende der Bomben. Das Regime intensiviert nun die Repression gegen reale oder vermeintliche „innere Feinde“. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Noch als die israelischen Bomben auf den Iran fielen, intensivierten die dortigen Sicherheitskräfte ihren Terror gegen reale oder vermeintliche innere Feinde. Jede und jeden, die dem Regime kritisch gegenübersteht, kann nun als „Spion des Mossad“ verhaftet werden.

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