Dortmunder Schauspiel soll nicht nahezu ausschließlich gesellschaftliche Nischen besetzen.

Julia Wissert Foto: Hupfeld/Schauspiel Dortmund Lizenz: Copyright


Julia Wissert, die Intendantin des Dortmunder Schauspielhauses, findet nur eine geringe Akzeptanz beim Publikum. Ein Anfang Mai in der WAZ erschienener Artikel belegte ihr Scheitern: Keine 116 Menschen besuchten im Schnitt zwischen  August 20022 und Februar 2023 das Theater. In einem Gastbeitrag formuliert nun die  CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund Anforderungen an das Schauspielhaus.

Leitgedanke für die Anforderungen an das Dortmunder Schauspiel ist für die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund die Frage der Relevanz. Das Dortmunder Schauspiel ist dann ein erfolgreiches Schauspiel, wenn es relevant ist, wenn es als Sprechtheater als ein Ort der Kunst und Kultur in der Stadtgesellschaft fest etabliert ist. Die hierzu notwendige Relevanz kann auf unterschiedlichen Ebenen erreicht werden, die wie folgt lauten und innerhalb derer die Intendanz im Rahmen der Kunstfreiheit frei agieren kann:

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Die Realität heißt weiter Erdogan

Macit Karaahmetoğlu Foto: Stella von Saldern Lizenz: Copyright


Trotz Wirtschaftskrise und Zerfall des Rechtsstaats bleibt Recep Tayyip Erdogan Präsident der Türkei. Auch wenn die Wahlen nie fair waren, gilt es für Deutschland und Europa, schnell die neue alte Realität anzunehmen und eine Brücke zur Türkei zu bauen. Denn für eine Verschlechterung der Beziehungen steht für alle Akteure zu viel auf dem Spiel. Unser Gastautor Macit Karaahmetoglu ist Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion.

Recep Tayyip Erdogan bleibt Präsident der Türkei. Er hat wieder einmal gewonnen, wird nach zwei Jahrzehnten für weitere fünf Jahre das Schicksal der Türkei bestimmen. Die offenkundigen Gründe für seinen Sieg: Kontrolle fast aller Medien und ihrer Inhalte, Kontrolle der Justiz und damit die Möglichkeit politische Gegner zu unterdrücken und – hier wird beides verbunden – die Skrupellosigkeit seinem Gegenkandidaten mit Lügen und Fake News eine Nähe zur Terrororganisation PKK zu unterstellen.

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Wie die Türken mit einem diskriminierenden Wahlsystem ihrer Republik schadeten

Recep Tayyip Erdogan Foto: ArtemAugust Lizenz: CC BY-SA 4.0


Prozentuale Wahlhürden gibt es in vielen politischen Systemen. Oft liegt die Höhe dieser Hürde bei 5%, wie etwa in Deutschland. Das Motiv beim Setzen solcher Wahlhürden ist meistens der Wille, die politisch massgeblichen Kräfte im Land zu stärken und sehr kleinen Parteien, die praktisch ohne Relevanz sind, den Zugang ins Parlament ganz generell zu verweigern. Grundsätzlich ist gegen solche Wahlhürden von 5% nichts einzuwenden, weil damit auch eine gewisse politische Stabilität erreicht wird. Vor allem können politische Kleinstparteien mit geringer demokratischer Legitimation nicht „Zünglein an der Waage“ sein, wenn es um wichtige politische Entscheidungen geht. Von unserem Gastautor Emrah Erken.

Bei der türkischen Parlamentswahl im Jahr 2002, welche der AKP den Weg zur Macht ebnen sollte, kam eine ungewöhnlich hohe Wahlhürde von 10% zur Anwendung. Das primäre Motiv dahinter war die Erschwerung, wenn nicht gar Verunmöglichung eines Einzugs einer möglichen kurdischen Partei ins Parlament (TBMM). Politischen Parteien, die primär kurdische Interessen wahrnahmen, sollten also verhindert werden. Da bei einigen kurdischen Politikerinnen und Politikern Verbindungen zur PKK bestanden, die nicht nur von der Türkei als terroristisch eingestuft wird, kann diesem Motiv vielleicht ein gewisses Verständnis entgegenbringen, respektive man kann es vielleicht nachvollziehen.

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Köln: Das armenische Mahnmal soll wieder abtransportiert werden

Armenier-Mahnmal in Köln 2018


Die Kölner Stadtverwaltung beugt sich dem Druck türkischer Geschichtsleugner. Von unserer Gastautorin Jennifer Marken.

Es war eine lange, würdelose Geschichte. Und doch waren sich am Ende nahezu alle zuständigen politischen Gremien und Fachleute in Köln darin einig, dass das armenische Mahnmal Dieser Schmerz betrifft uns alle endlich einen dauerhaften Platz im Zentrum Kölns erhalten sollte. Auch die zuständige Bezirksvertretung Innenstadt stimmte dem vor wenigen Wochen zu.

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Syrien: Zurück im Club der arabischen Autokraten

Baschar al-Assad Foto (Ausschnitt): Mehr News Agency Lizenz: CC BY 4.0


Syrien ist wieder vollwertiges Mitglied der Arabischen Liga. Genau in diesen Club von Autokraten hat es immer gehört. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Die Schlagzeile der österreichischen Tageszeitung Der Standard beschreibt das Ereignis so: »Araber umarmen Assad und nehmen Syrien wieder in die Arabische Liga auf.« Und in der Tat ging es plötzlich unter der Führung von Saudi-Arabien gar nicht schnell genug. Hoffte Riad noch vor zehn Jahren auf einen baldigen Sturz des syrischen Diktators, übte seit Anfang des Jahres ausgerechnet die saudische Regierung Druck auf ihre Kollegen in der Arabischen Liga auf, Syrien wieder diplomatisch anzuerkennen und erneut in den Club aufzunehmen, aus dem es 2011 ausgeschlossen worden war.

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Sudan: Die Blindheit westlicher Experten

47. Münchner Sicherheitskonferenz 2011: Prof. Dr. Volker Perthes, damals Direktor, Stiftung Wissenschaft und Politik. Foto (Ausschnitt): Harald Dettenborn – www.securityconference.de Lizenz: CC BY 3.0 de


Während vielen Menschen im Sudan offenbar seit Monaten klar war, dass eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Armee und den Milizen der Schnellen Eingreiftruppen droht, schienen westliche Experten blind dafür zu sein. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Nach erfolgreicher Karriere beim deutschen Thinktank Stiftung Wissenschaft und Politik zog es Volker Perthes in die Politik. So wurde er im Februar 2021 zum UN-Sonderbeauftragten für den Sudan und sollte auf diesem Posten der Weltorganisation schließlich dabei helfen, nach dem Putsch der Armee gegen die damalige Regierung eine zivile Übergangsregierung zu formen.

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Die zwei Säulen des iranischen Regimes: Frauenunterdrückung und Israelhass

Ali Chamenei Foto (Ausschnitt) : Khamenei.ir Lizenz: CC BY 4.0

Je tiefer die iranische Führung in der Krise steckt, desto mehr setzt sie auf die Unterdrückung von Frauen und den Kampf gegen Israel. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Nur wer sich nicht intensiv mit dem Wesen des iranischen Regimes auseinandergesetzt hat, mag dieser Tage erstaunt verfolgen, wie es auf die unzähligen Krisen reagiert, die das Land beuteln: Nicht etwa mit Reformen oder Zugeständnissen, sondern indem es sowohl seinen Krieg gegen Israel als auch den gegen die Frauen im Land intensiviert. Beide Schlachtfelder stellen seit der Revolution von 1979 gewissermaßen den Kern der Islamischen Republik dar, die Säulen, auf denen sie ruht. Wer sie infrage stellt, stellt das Regime selbst infrage.

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Ukraine: Die „UkrArmy cats & dogs“

Die ukrainische Armee hilft – auch Tieren (Quelle: https://www.twitter.com/UAarmy_animals)

Seit Jahren schlägt mein Herz für Strassenhunde und –katzen in Rumänien. Nach Beginn des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hab ich über mein eigenes Hilfsprojekt „Streuner Seelen“ einer rumänischen Freundin, die in Siret an der Grenze zur Ukraine lebt und einen Tiershelter (Arca lui Oscar) führt, Sach- und Geldspenden zukommen lassen, um ukrainischen Flüchtlingen mit ihren Tieren zu helfen und diese zu versorgen. Auch gehen über sie Sachspenden in den Oblast an der Grenze zu ihrer Heimatstadt. Von unserem Gastautor Tom Pedall.

Da mich das Schicksal der Ukraine, die Kriegsverbrechen, die Zivilisten und Soldaten nicht emotional kalt lässt, sondern mich auch sehr beschäftigt, verfolge ich die neuesten Mitteilungen und Informationen aus der Ukraine von dortigen Twitter-Accounts. Dabei stieß ich auf den Account von „UkrArmy Cats & dogs“. Dort werden besonders Bilder und Kurzvideos von Soldatinnen und Soldaten gezeigt, die sich in erster Linie um Katzen und Hunde kümmern, seien es Kitten, Welpen oder ausgewachsene Tiere. Da stellte sich mir dann keine Frage, ich musste den Account von „UkrArmy Cats & dogs“ abonnieren.

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„Wir haben hier einen Dr. Reich, einen wertvollen, aber ungestümen jungen Mann…“

Wilhelm Reich, fotografiert von L. Gutmann, Wien Lizenz: Gemeinfrei

Myron Sharafs großartige Wilhelm Reich-Biografie. Von unserem Gastautor Roland Kaufhold.

Kein Psychoanalytiker hat so heftige Auseinandersetzungen ausgelöst wie der ungestüme, außergewöhnlich produktive psychoanalytische Theoretiker und zeitweilige Marxist Wilhelm Reich. Die Deutungs- und Aneignungsversuche von Reichs imposantem Lebenswerk halten bis heute an (Peglau 2013, Kaufhold & Hristeva 2021).

Anfangs hielt auch Sigmund Freud große Stücke auf den 1897 geborenen Wilhelm Reich: „Wir haben hier einen Dr. Reich, einen wertvollen, aber ungestümen jungen Mann, seinem Steckenpferd leidenschaftlich ergeben, der nunmehr den genitalen Orgasmus als Gegenmittel gegen jegliche Neurose preist. Er mag von Ihrer Analyse (…) vielleicht lernen, etwas Respekt vor der komplizierten Natur der menschlichen Psyche zu empfinden.“ (S. 125) Dies schrieb Sigmund Freud am 9.5.1928 an Lou Andreas-Salomé.

Später, als der Nationalsozialismus seine zerstörerische Macht auch in Freuds Wien zeigte, sollte sich das Verhältnis zwischen den Beiden verfinstern – bis hin zum von Intrigen geprägten Ausschluss Reichs aus den psychoanalytischen Standesverbänden (vgl. Kaufhold & Wirth 2006, Peglau 2013, Reich 2020).

Die Folgewirkungen hiervon ereilten Reich auch im skandinavischen sowie im amerikanischen Exil, wie Sharaf detailreich in seiner faszinierenden Reich-Biografie nachzeichnet.

Myron Sharaf, ein amerikanischer Hochschullehrer und Reich-Weggefährte, hatte bereits als 18-Jähriger in den USA Kontakt zu Reich gefunden. Dennoch wahrte er sich eine gewisse Distanz. Die Fähigkeit zur kritischen, dennoch von starker Sympathie getragenen Betrachtung zeigt sich auch im Buch, was eines seiner Stärken ist.

Als Wilhelm Reich erfuhr, dass Sharaf an einem Buch über ihn arbeitete, untersagte er ihm dies. Seine Biografie sei sein Eigentum. Reich war nicht immer talentiert darin, Mitstreiter als gleichberechtigte Partner zu akzeptieren und diese zu ermutigen.

1983 erschien Sharafs Biografie in den USA, 1994 folgte eine deutsche Übersetzung unter dem Titel Der heilige Zorn des Lebendigen. Nun ist das Werk endlich wieder zugänglich. Es gibt keine bessere Reich-Biografie.

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Eine Fatwa gegen die Hamas

Hamas in Gaza Foto: Israel Defense Forces Lizenz: Copyright


Im Irak wurde eine Fatwa gegen die Hamas erlassen, die es in sich hat. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Ein irakischer islamischer Rat hat am Donnerstag eine historische Fatwa gegen die Terrororganisation Hamas herausgegeben, was das erste Mal ist, dass ein islamischer gesetzgebender Rat entschieden hat, dass die Hamas keine religiöse Legitimität hat.

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