Navid Kermani wird mit evangelischem Hans Ehrenberg-Preis geehrt

Navid_Kermani, Frankfurter Buchmesse 2012 by Lesekreis cc 1.0

Für seine „Kunst des dialogischen Denkens“ zeichnet die Evangelische Kirche den Publizisten und Schriftsteller Navid Kermani aus. Preisverleihung am 31. Mai in der Christuskirche Bochum am Platz des europäischen Versprechens mit Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert und der Ratsvorsitzenden der EKD, Präses Annette Kurschus.

„Navid Kermani mit dem Preis zu ehren, der Hans Ehrenberg erinnert, bedeutet für uns, die Kunst des dialogischen Denkens zu feiern“, sagt Gerald Hagmann, Superintendent der Evangelischen Kirche in Bochum, die den mit 5000 € dotierten Preis gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Westfalen verleiht. Geehrt werden Persönlichkeiten, „die in öffentlicher Auseinandersetzung protestantische Position beziehen“, heißt es in den Statuten. Zu den bisherigen Preisträgern zählen  –  neben hochrangigen Repräsentanten der verfassten Kirche wie dem heutigen Vorsitzenden des Weltkirchenrats, Heinrich Bedford-Strohm  –  u.a. die kürzlich verstorbene Politikerin Antje Vollmer, der Regisseur und Autor Wim Wenders sowie die Publizistin und langjährige Leiterin des „Hauses jüdisches Kultur“ in Essen, Edna Brocke. Dass mit dem habilitierten Orientalisten Navid Kermani nun ein bekennender und äußerst schriftgelehrter Muslim geehrt wird, zeige, so Hagmann, „worum es Ehrenberg ganz wesentlich ging: um ein mitfühlendes, ein dialogisches Denken“. Kermani, heißt es in der Begründung für dessen Ehrung, sei jederzeit bereit, dem, der Widerspruch einlege, dasselbe Maß an Wahrheit zugute zu halten wie sich selbst, sei aber eben deshalb bereit, „scharfe Grenzen zu ziehen gegenüber einem totalitären und fundamentalistischen Denken“. In dieser Haltung, so Hagmann, „erkennen wir Hans Ehrenberg wieder“.

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Leutheusser-Schnarrenberger: „Für Jüdinnen und Juden in Deutschland ist die Konfrontation mit Antisemitismus Teil ihres Alltags“

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Anitsemitismus-Beauftragte NRW | (c) Land NRW 2018


Im Jahr 2022 wurden 331 antisemitische Straftaten in Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Mit 287 Straftaten wird der überwiegende Teil dem Phänomenbereich rechts zugeordnet.

Im Jahr 2022 wurden 331 antisemitische Straftaten in Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Mit 287 Straftaten wird der überwiegende Teil dem Phänomenbereich rechts zugeordnet. Im Vergleich zum Jahr 2021 ist damit zwar ein

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„EU-Kommission gefährdet Ernährungssicherheit“

Getreideernte Foto: Fischer.H Lizenz: CC BY-SA 4.0


Der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR) würde klassischen Acker-, Obst-, Gemüse- und Weinbau in Schutzgebieten unmöglich machen und ginge mit massiven Ertragseinbußen sowie Einkommensminderungen der landwirtschaftlichen Betriebe einher. Das belegt ein im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes erstelltes Gutachten der Hochschule Soest.

Das Gutachten ermittelt die Auswirkungen des SUR-Entwurfs auf die betrieblichen Ergebnisse von Acker-, Futter- und Gemüsebaubetrieben sowie die Folgen für das Anbauspektrum in den betroffenen Gebietskulissen. Im Ergebnis sind auf Standorten mit hohem Ertragspotenzial Einkommensminderungen von rund 50 Prozent zu erwarten. Auf schwächeren Standorten wäre Ackerbau mittelfristig nicht mehr wirtschaftlich tragfähig.

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Zahl der Pfarreien im Ruhrbistum soll deutlich sinken

Die Zahl der Pfarreien im katholischen Ruhrbistum könnte mittelfristig von 40 auf zehn reduziert werden. So steht es in einer internen Mail an Pastoren und Pfarrer des Bistums, die der in Essen erscheinenden Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ, Donnerstagsausgabe) vorliegt. Hintergrund sind die weiter schrumpfende Zahl an Gläubigen und Priesteramtsanwärtern sowie sinkende Kirchensteuereinnahmen. In der Pfarrerkonferenz am Dienstag soll bereits darüber gesprochen worden sein. Noch gebe es für das Projekt keinen Zeitplan, sagte Bistumssprecher Ulrich Lota auf Nachfrage. „Es gibt dazu keine Geheimpläne in der Schublade.“ Aber es gehe nun darum, die Diskussion zu eröffnen. Letztlich sei dies eine Frage der Organisationsstruktur, heißt es in dem Papier. Wichtiger sei, was innerhalb dieser Struktur an geistlichem und religiösem Leben passiere. Angedacht sei, dass dann in jeder Stadt und in den zwei Landkreisen des Bistums nur je eine Pfarrei übrig bleibt.

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RWE und Westfalen Gruppe bauen Wasserstoff-Tankstellennetz

Der Essener Energiekonzern RWE und die Westfalen Gruppe wollen im Rahmen eines Joint Ventures eine Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge aufbauen. Bis 2030 sollen bis zu 70 Wasserstoff-Tankstellen entstehen; der Fokus liegt auf Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Der Ausbau soll in Abstimmung mit Logistik-Unternehmen aus der jeweiligen Region erfolgen. Standorte sollen zunächst im Umfeld von Logistikzentren entstehen, danach entlang von Autobahnen.

Die erste Wasserstoff-Tankstelle des Joint Ventures wird voraussichtlich 2024 auf dem Gelände des RWE-Gaskraftwerks Emsland in Lingen in Betrieb genommen. Das Bundesverkehrsministerium fördert den Bau der Wasserstoff-Tankstelle in Lingen mit mehr als sechs Millionen Euro.

Bei Erdogan-Sieg kommt es zu einer Auswanderungswelle

Grünen-Politiker Cem Özdemir rechnet im Falle eines erneuten Wahlsieges des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einer Auswanderungswelle aus der Türkei. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Özdemir: „Wenn Erdogan die Wahl gewinnt, dann wird sich – das zeigen Umfragen – ein Großteil der Jugendlichen aus der Türkei verabschieden. Weil dann die Hoffnung auf eine bessere Entwicklung dahin wäre.“ Oppositionelle, Journalisten und Wissenschaftlern „würde die Luft zum Atmen abgeschnitten“. Türken machen derzeit hinter Syrern und Afghanen die drittgrößte Gruppe der Asylantragsteller in Deutschland aus.

Die derzeit in der Türkei laufende Wahl um das Präsidentenamt wirke tief in die deutsch-türkische Gemeinschaft hinein. Özdemir sagte: „Die Polarisierung, die wir in der Türkei haben und die im Fall eines Wahlsiegs von Erdogan noch massiver werden würde, hat sich auch hierzulande fortgesetzt.“ Der Sohn türkischer Einwanderer betonte, die Wahl spalte Familien, Freundeskreise und Belegschaften. „Viele aus der Opposition, die eine andere Meinung vertreten, fürchten sich – das ist natürlich unerträglich“, so Özdemir.

Tess Parks: Optimistischer Psych-Pop

Tess Parks Foto: Luz Gallardo Lizenz: Copyright/PR

Tess Parks ist eine in Toronto geborene und in London lebende Künstlerin. Sie kehrte im Mai 2022 mit ihrem lang erwarteten Album “And Those Who Were Seen Dancing” zurück. Es war Tess Parks erstes Solo-Album in voller Länge seit ihrem Debüt “Blood Hot” im Jahr 2013 auf Alan McGees Label 359 Music. Musikalisch markiert Tess Parks mit ihrer rauchig-coolen Stimme eine leichtere, fröhlichere Abkehr vom hypnotischen Psych-Rock ihrer

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Macbeth in Bochum

Am Schauspielhaus Bochum ist mit „Macbeth“ die dritte gemeinsame Arbeit von Intendant Johan Simons und Schauspieler Jens Harzer zu sehen. Sie untersuchen in einer Reihe von Performances William Shakespeares blutige Tragödie. Ihre Titelgestalt zeigt, dass der Mensch ein reflektierendes Tier ist. Die Premiere am 12. Mai ist ausverkauft, für die Vorstellung am 13. Mai, 19.30 Uhr, gibt es noch Karten.
https://www.schauspielhausbochum.de/de/stuecke/8009/macbeth

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Perspektivisch gesehen, Spaghettieis

„Perspektivisch gesehen, Spaghettieis“ heißt es am 14. Mai, wenn der Emscherkunstweg ab 15 Uhr zur nächsten Vor-Ort-Veranstaltung einlädt. Die gleichnamige Performance der Künstlerin Inga Krüger findet in der Nähe der neuen Emschermündung gegenüber der Rheinaue 51-55 in Dinslaken statt. Der Titel steht für die vom Menschen überformte Natur und konstruierte Zeit. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, gemeinsam rund um die neue Emschermündung zu spazieren. Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist Urbane Künste Ruhr.
http://www.emscherkunstweg.de

Kunst Lesen

In der Reihe „Kunst Lesen“ stellt Rose Maria Gropp am 11. Mai, 18 Uhr, im Lehmbruck Museum in Duisburg ihr Buch „Göttinnen und Fußabstreifer. Die Frauen und Picasso“ vor. Darin erkundet die Publizistin und Kritikerin die Biografien der Gefährtinnen, Geliebten und Gemalten des Künstlers. Das Gespräch führt Stefan Koldehoff vom Deutschlandfunk. https://literaturbuero-ruhr.de/programm