Demo am Kohle-Kraftwerk in Datteln im Jahre 2010. Archiv-Foto: Brigitte Patzwaldt
Es sind verstörende Bilder, die heute aus Lützerath zu uns allen kommen. Angebliche Klimaschützer, die vielfach eher an Krawalltouristen erinnern, verteidigen dort ein längst geräumtes Dorf, gegen die anrückende Polizei. Das weckt große Emotionen bei jedem, der diese Szenen zu sehen bekommt. Egal auf welcher Seite man dabei steht.
Für mich, der sich jahrelang in den Reihen der Kritiker des Kohlekraftwerks ‚Datteln 4‘ engagiert hat, sind es heute sehr widersprüchliche Erinnerungen und Gedanken, die das Geschehen im Braunkohlerevier bei mir auslöst.
BVB-Kapitän Marco Reus (rechts).Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Borussia Dortmund bereitet sich aktuell im spanischen Marbella im Rahmen eines Trainingslagers auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga vor. Nach einer völlig enttäuschenden zweiten Jahreshälfte 2022 rangiert der BVB in der Liga derzeit nur auf Rang sechs. Der Trainerwechsel zurück zu Edin Terzic, der im Sommer Nachfolger seines eigenen Nachfolgers Marco Rose wurde, hat sich bisher nicht positiv bemerkbar gemacht.
Der Ruck, der schon im vergangenen Sommer durch die Mannschaft gehen sollte, er war, wenn es ihn denn überhaupt gab, nur von sehr kurzfristiger Natur. Vor diesem Hintergrund wirken die aktuellen Aussagen von Kapitän Marco Reus, die er nun im Rahmen eines Mediengesprächs tätigte, geradezu erschreckend gleichtönig und uninspiriert. Reus wird hier mit Aussagen zitiert, die nichts anderes als Standardaussagen und wohlklingende Floskeln sind. Wo da die dringend erforderliche Aufbruchsstimmung für eine erfolgreichere erste Jahreshälfte 2023 der Dortmunder Profikicker herkommen soll, bleibt völlig schleierhaft.
Bei Borussia Dortmund läuft es nicht! Nicht nur, dass der selbsternannte Meisterschaftskandidat in der Tabelle der Fußball-Bundesliga während der WM- bzw. Winter-Pause auf einem indiskutablen Rang sechs liegt, auch in Sachen Kaderplanung des BVB hakt es in diesen Tagen offenkundig gewaltig.
Wenige Wochen vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs sind Vollzugsmeldungen in Sachen Personalplanung in Dortmund noch immer Mangelware. Bisher haben sich weder personelle Verstärkung realisieren lassen, noch sind Spieler, die sich bisher als Flop erwiesen haben, abgegeben worden.
Und auch in Sachen Vertragsverlängerungen herrscht bislang völlige Funkstille. Während das bei den Spielern Marco Reus und Mats Hummels durchaus nachvollziehbar scheint, da die Zukunft beider in Dortmund gut überlegt und abgewogen sein will, ist das im Falle von Youssoufa Moukoko ein eindeutig schlechtes Zeichen.
Das Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Ein weiteres Kalenderjahr neigt sich mit großen Schritten seinem Ende zu. Traditionell sind die Tage Ende Dezember hierzulande (profi-)fußballfrei. Sie bieten daher immer eine schöne Gelegenheit, kurz inne zu halten und ein Fazit der vergangenen Monate zu ziehen.
Im Jahre 2022 ist mir der Sinn in diesen Stunden nach vielem, aber irgendwie so gar nicht nach Fußball. Und das liegt, so denke ich, auch nur zu einem geringen Anteil an der ungewohnt langen Pause, die die Fußball-Bundesliga aktuell schon hinter sich hat.
Bedingt durch die unsägliche FIFA WM 2022 in Katar, ruht der Spielbetrieb in der Liga bekanntlich schon seit Mitte November. Und während ich in der Vergangenheit das Ende solcher Spielpausen immer mit großer Ungeduld herbeisehnte, ist das dieses Mal völlig anders. Bis Ende Januar müssen wir Fans noch auf Auftritte unserer Lieblingsmannschaft verzichten. Und im Falle ‚Meines‘ BVB fällt mir das derzeit gar nicht schwer. Das erschreckt mich selber.
In den Tagen danach rückte der Manager jedoch immer mehr in den Fokus der Diskussionen. Zuletzt war sogar öffentlich über seine Entmachtung spekuliert worden. Dieser kam Bierhoff nun durch seinen Rückzug zuvor. So behält er die Deutungshoheit an der Geschichte. Ein respektabler, aber eben kein wirklich ehrenvoller Abschied.
Die Bilanz des DFB bei der FIFA-Fußball-WM in Katar ist desaströs. Sportlich ist die Mannschaft bekanntlich schon in der Gruppenphase ausgeschieden, obwohl sie sich selbst im Vorfeld noch zu einem der Titelaspiranten erklärt hatte. Und auch die Funktionärsriege blamierte sich nach Strich und Faden. Genannt sei hier nur die unwürdige Debatte über die ‚One-love-Binde‘, bei der der Verband gegenüber der FIFA am Ende einknickte und dabei ein ziemlich erbärmliches Bild abgab.
Kein Wunder also, dass viele Fans im Nachhinein der Meinung waren, Deutschland hätte auf eine Teilnahme am seit Jahren umstrittenen Turnier in der Wüste wohl besser schon im Vorfeld komplett verzichten sollen. Dann wäre der Imageschaden auf allen Ebenen jetzt nicht so groß.
Nun gut, im Nachhinein erscheint es müßig darüber jetzt noch lange zu diskutieren. Wichtiger erscheint es in diesen Tagen den Blick nach vorne in Richtung Zukunft zu richten, um aus diesen bitteren Erlebnissen jetzt die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Dabei helfen soll nach übereinstimmenden Medienberichten in verantwortlicher Position offenbar auch BVB-Boss Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke, der bei der Neuausrichtung des DFB demnach ein entscheidendes Wörtchen mitreden soll. Das erstaunt, beweist der langjährige Hauptverantwortliche aus Dortmund doch immer wieder, dass er jetzt schon seit Jahren eher durch personelle Missgriffe und Fehlentscheidungen als durch ein besonders glückliches Händchen auffällt.
Tja, so schnell kann das gehen. Nach dem peinlichen Vorrundenaus der DFB-Elf bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, sind plötzlich alle Teilnehmer aus Deutschland gefühlte Verlierer. Egal ob Bundestrainer Hansi Flick, Manager Oliver Bierhoff, oder die beteiligten Profikicker. Jeder steht aktuell kritisch auf dem Prüfstand.
Wohl denen, die in Katar nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben, wie etwa die Dortmunder Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Julian Brandt, Karim Adeyemi und Youssoufa Moukoko. Von diesen werden die Abwehrspieler Süle und Schlotterbeck nach ihren schwachen Auftritten dort zwar ebenfalls kritisch gesehen, kommen in den Analysen aber auch nur als Randfiguren vor. Brandt, Adeyemi und Moukoko werden komplett verschont, da sie keine nennenswerten Anteile am Scheitern des Weltmeisters von 2014 hatten.
Zu regelrechten Gewinnern des sportlichen Offenbarungseides in dem Wüstenstaat werden hingegen plötzlich zwei BVB-Kicker, die bei der Nominierung noch als die ganz großen Verlierer galten: Mats Hummels und Marco Reus. Plötzlich heißt es: Wohl dem, der mit dem Turnier in Katar gar nichts zu tun hatte.
In der Phase der Vorbereitung auf ein großes Fußballturnier streiten sich die selbsternannten Experten seit Jahren stets um die bestmögliche Aufstellung. Das war auch im Vorfeld der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar nicht anders. Seit Beginn der Qualifikation wurde diskutiert, welche Besetzung des DFB-Teams wohl die erfolgversprechendste wäre.
Ein Name wurde in diesem Zusammenhang nur selten bis gar nicht genannt: Niclas Füllkrug. Der Stürmer des SV Werder Bremen kickte im Vorjahr mit den Hanseaten noch in der zweiten Liga und sprang erst im Vorfeld des Turniers in dem Wüstenstaat als einer der Überraschungskandidaten in letzter Minute noch mit auf den ‚Zug‘ auf, wurde von Bundestrainer Hansi Flick als eine Alternative im Offensivbereich nominiert. Und ausgerechnet dieser Niclas Füllkrug soll im Vorfeld des heute Abend anstehenden Länderspiels der Deutschen gegen Costa Rica der Heilsbringer sein? Schon irgendwie verrückt!
An der ‚Galenschule‘ in Waltrop gibt es immer wieder Ärger. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Die Erkenntnis, dass Eltern von schulpflichtigen Kindern eine ganz spezielle Gruppe von Menschen ist, die ist nicht neu. Wer das Geschehen rund um die Schulpolitik und das Verhalten von Schülern und Eltern an seinem Wohnort und im gesamten Lande mal ein paar Jahre lang mit etwas Abstand beobachtet hat, der wird mir sicherlich zustimmen.
Wer, wie ich, zudem in unmittelbarer Schulnähe wohnt, der kann ein besonderes Lied davon singen. Leute, denen viele gesellschaftliche Entwicklungen vielfach am sprichwörtlichen Hintern vorbeizugehen scheinen, wenn die Probleme außerhalb der eigenen Familie liegen, werden plötzlich sehr eifrig, wenn ihre Kleinen irgendwie betroffen sind. Man erlebt das immer wieder.
In dieser Woche konnte man das bei mir vor der Haustür einmal wieder sehr schön miterleben.
Am Montag sorgte zum Beispiel ein ‚Flitzer‘ beim Spiel zwischen Uruguay und Portugal (0:2) für viel Aufsehen. Der Mann, der zu Beginn der zweiten Spielhälfte auf den Platz stürmte, verband mit seiner Aktion mehrere politische Botschaften: Auf der Vorderseite seines Superman-T-Shirts stand ‚Save Ukraine‘ (‚Rettet die Ukraine‘), auf dem Rücken ‚Respect for Iranian Woman‘ (‚Respekt für iranische Frauen‘) und er trug eine Regenbogen-Fahne über den Platz. Jetzt machen sich viele Zeitgenossen Sorgen um die Sicherheit des Aktivisten, der von Ordnern vom Platz geführt wurde.
Mich beschäftigt an der Sache heute zudem noch ein ganz anderer Aspekt.
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