Menina Loop & Rachel Schamberg, Montag, 2. August, 21.00 Uhr, Blue Shell, Köln
Der Ruhrpilot

Loveparade: Wulff fordert Hilfsfonds für Opfer-Familien…Der Westen
Loveparade II: Tod im Tunnel…FAZ
Loveparade III: Die Chronologie des Versagens…Welt
Loveparade IV: Wiedersehen mit der Angst…Spiegel
Loveparade V: Bewegende Rede von Hannelore Kraft…Pottblog
Loveparade VI: Der fehlende Anstand des Alexander Dobrindt…F!XMBR
Loveparade VII: Zeit gehen zu lassen…Unkreativ
Ruhr2010: Kulturhauptstadt 2010 geht ohne Änderungen weiter…Welt
Verkehr: Komplettsperrung bei Bochum-Stahlhausen…Ruhr Nachrichten
NRW: Ministerin verlangt Frauenquote für Aufsichtsräte…Der Westen
Bochum: BP bietet Aral zum Verkauf…WiWo
Bochum II: Uni-Neubau versus Wald…Ruhr Nachrichten
Dortmund: 20 000 beim Juicy Beats im Westfalenpark…Der Westen
Gelsenkirchen: Gelsenkirchen feiert seinen Galaktischen…Spiegel
Justiz: Keine Menschen zweiter Klasse…Law Blog
Debatte: Das alte Europa wird zum Morgenland…Welt
Und Sauerland will bleiben…

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland will im Amt bleiben. Im gestrigen N24 Interview sehen wir einen Politiker in einer unvorstellbaren Erbärmlichkeit.
21 Tote gab es am vergangenen Samstag bei der Loveparade in Duisburg. Heute war die Trauerfeier. Merkel war da. Wulf war da. Kraft hielt eine wirklich beeindruckende Rede.
Einem ist das egal: Duisburgs Oberbürgermeister will im Amt bleiben. Auf N24 sagte Sauerland, er wolle im Amt bleiben, bis die Vorfälle rund um die Loveparade geklärt seien. Mit seiner Pension habe das nichts zu tun. Gestern stand er wohl kurz vor dem Rücktritt. Er hat es sich anders überlegt. Menschen, die ihm in der vergangenen Woche begegnet sind, berichten von Sauerland als einem Betroffenheitsdarsteller. Seine Hauptsorge: Sein Amt. Nur kurz mimt er in Gesprächen den Trauernden. Er ist aggressiv. Uneinsichtig. Wütend. Ein Egozentriker ohne Moral.
Der Ruhrpilot
Loveparade: Deutschland trauert mit Duisburg…Welt
Loveparade II: Sauerland will sich nach der Trauerfeier äußern…Der Westen
Loveparade III: Schwarzer Peter für den Rat…Xranews
NRW: Aktionsbündnis Raus aus den Schulden…Pottblog
Bochum: Ausstellung im Bochumer Hauptbahnhof vorzeitig beendet…Ruhr Nachrichten
Online: Vorratsdatenspeicherung in 6 EU-Staaten nicht umgesetzt…Netzpolitik
Juicy Beats – Das Sowieso-Festival aus Dortmund
Die Macher der Kulturhauptstadt nannten „Juicy Beats“ ein „Sowieso-Festival“. Eines der vielen Festival aus dem Ruhrgebiet, die unter ihrer Wahrnehmungsschwelle lagen und es sowieso gab. Klar, Mega-Events wie die Loveparade versprachen mehr internationale Aufmerksamkeit.
Seit 1996 gibt es Juicy Beats. Gut 20.000 Besucher werden morgen in den Westfalenpark kommen. Vielleicht ein paar mehr, vielleicht ein paar weniger. Egal. Das Line Up ist hervorragend: Tocotronic, Die Sterne, Blumentopf, Sista Orchestra, Phoneheads und viele andere. Ein Ruhr2010-Logo sieht man nicht auf der Homepage – allemal ein Zeichen für Qualität. Juicy Beats, Blackfield, Bochum Total und all die anderen Festivals aus dem Ruhrgebiet wurden von den Ruhr2010-Machern immer abfällig als „Sowieso-Festivals“ bezeichnet. Veranstaltungen aus dem Revier, für die man sich nicht weiter interessierte, die es sowieso gab. Los geht es um 12.00 Uhr Mittags.
Um 18.45 Uhr gibt es eine Schweigeminute für die Toten der Loveparade.
Der Ruhrpilot
Loveparade: Bosbach fordert im ZDF Sauerlands Rücktritt…Der Westen
Loveparade II: Im Westen geht die Sonne unter…Spiegel
Loveparade III: Teilnehmer-Zahlen waren gefälscht…Der Westen
Loveparade IV: Ein Rathaus ruiniert seinen Ruf…Zeit
Loveparade V: Monitor über die Loveparade…Pottblog
Loveparade VI: Die Loveparade ist für die Bigotten ein Teufelswerk…Welt
Loveparade VII: Menschen geraten in Panik, weil sie sterben…NZZ
Piraten: Flaute und Spaß dabei…Süddeutsche
Bochum: Zeltfestival Ruhr steigt mit vielen Top Acts…Ruhr Nachrichten
Die Metropolen-Show ist vorbei
Die Metropole Ruhr wird zur Zeit in in nahezu allen Medien kritisiert. Zu Recht. Schade nur, dass die Kritik am Kern des Problems vorbei geht.
Es begann in den 90er Jahren, das die Politik reale Probleme zunehmend als Kommunikationsprobleme ansah. Entsprechend setzte man zur Problemlösung auf die Mittel von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung: Die verschiedenen Gründeroffensive, die Teams für Arbeit und all der andere inhaltsleere Unfug hat seinen Ursprung in diesem denken. Die harte, die Veränderung von Strukturen trat in den Hintergrund.
Auch am Ruhrgebiet ging diese Mode nicht vorbei und der Ausdruck dieses PR-Geschwätzes ist der Begriff der Metropole Ruhr. Geschaffen wurde er von Oberbürgermeistern und Landräten, die an einer verbindlichen, intensiven Zusammenarbeit kein Interesse hatten. Das Label Metropole Ruhr war nicht mehr als die Simulation von Einigkeit. Hinter dem peinlichen Begriff, den niemand ernst nahm, verbargen sich immer 53 Städte in all ihrer Mittelmäßigkeit.
Viele Probleme der Region haben ihren Grund in dem legendären Kirchturmdenken der Städte im Ruhrgebiet. Die Politiker des Ruhrgebiets schwadronierten lieber von der Metropole Ruhr als sich darum zu kümmern, aus einem Dutzend Nahverkehrsunternehmen ein einziges zu machen, dass den Bürgern ordentliche Leistungen zu vernünftigen Preisen liefert. Man redete sich nach aussen groß, um die kleinteiligen, teuren und nicht effizienten Strukturen zu erhalten. Dabei kann man die Diskussion, wie viel Städte sich die Region noch leisten kann, sicher ein paar Jahrzehnte hinausschieben. Um radikale Strukturveränderungen drücken wird man sich nicht können. Dafür ist das Ruhrgebiet einfach zu arm.
Das Metropolen-Gerede wird nach der Loveparade sein Ende finden. Eine Alternative zur engeren Zusammenarbeit im Ruhrgebiet gibt es trotzdem nicht. Sie ist notwendig, damit das Ruhrgebiet überhaupt eine Chance hat im Wettbewerb der Regionen und Städte eine Chance zu haben. Die Städte haben allein sie nicht. Dabei geht es nicht darum, sich zu Weltstadt hochzureden. Es geht darum, das Leben in dieser Region halbwegs vernünftig zu organisieren. Dieser Prozess ist gerade einmal in Ansätzen zu erkennen. Geht er nicht weiter, wird die Kritik an der „Metropole“ zur Rechtfertigung der Kirchtürme genutzt, kann man den Möbelwagen rufen. Ich mag ja Köln. Und, natürlich, mein Frankfurt. Berlin ist auch ok. Oder Hamburg…
Der Ruhrpilot

Loveparade: Sauerland bleibt – „aus Pflichtbewusstsein“…Der Westen
Nachruf: Aldi-Gründer Theo Albrecht gestorben…FAZ
Loveparade II: Polizei wirft Love-Parade-Veranstalter Versagen vor…Spiegel
Loveparade III: Macht der Maßlosigkeit…Welt
Loveparade IV: 1000 Fußballfans ziehen trauernd durch Duisburg…Der Westen
Loveparade V: Love Parade wird zum kulturpolitischen Desaster der Ruhr.2010…BSZ
Loveparade VI: Plädoyer für einen Paradigmenwechsel im Ruhrgebiet nach der Katastrophe von Duisburg…Thomas Ernst
Loveparade VII: Flashmob vor dem Rathaus Duisburg…Pottblog
Loveparade VIII: Boykottaufrufe gegen McFit…taz
Loveparade IX: Mc Love…Jungle World
Loveparade X: Die Familien der Loveparade-Toten danken allen Werbenden für ihre Anteilnahme…Mediaclinique
Dortmund: Land prüft Arbeit der Behörden im Fall Envio…Der Westen
Dortmund II: Früherer SS-Mann wegen Massenmords an Juden angeklagt…Der Westen
Gelsenkirchen: Raul endlich da…Ruhr Nachrichten
Essen: Kommunalaufsicht stoppt „Bäderkonzept“…Der Westen
Internet: Für die Freiheit statt Angst – Demonstration werben…Netzpolitik
Umwelt: Professor Sinn’s unsinnige These vom „Klimaparadox“…Frontmotor
Ruhrgebiet und Loveparade: Der Zwang zum Megaevent

Auf Exportabel findet ihr guten Text darüber, warum Duisburg eine abgelegte Veranstaltung wie Loveparade nicht nötig hatte. Doch Veranstaltungen wie die Loveparade stehen im Zentrum der Kommunikationsstrategie des Ruhrgebiets. Die Region hat sich von Megaevents abhängig gemacht.
Es war in den 80er Jahren, als das Ruhrgebiet Kommunikationsgeschichte schrieb: Mit der Kampagne „Ein starkes Stück Deutschland“ setzte das Ruhrgebiet als erste Region auf Regionalwerbung. Die Kampagne zeigte das „neue Ruhrgebiet“ und sorgte für viel Aufmerksamkeit. Zu jedem der Anzeigenmotive konnten per Postkarte Informationen angefpordert werden – Tausende machten jedesmal davon gebrauch.
Mitte der 90er beendete damalige Kommunalverband Ruhrgebiet das „Starke Stück Deutschland“. Die Städte wollten keine teuren Anzeigenkampagnen mehr finanzieren. Es kam noch 1999 zur Kampagne „Der Pott kocht“, aber die war nur der kommunikative Schlusspunkt der internationalen Bauausstellung.
Im neuen Jahrzehnt setzte das Ruhrgebiet in der Kommunikation auf zwei Wege: Die Präsenz auf Messen wie der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin oder auf den Immobilienmessen Expo Real in München und MIPIM in Cannes sollte Immobilieninvestoren und Touristikunternehmen vom Standort Ruhrgebiet überzeugen.
Die breite nationale und internationale Öffentlichkeit sollte hingegen mit Events auf das Ruhrgebiet aufmerksam werden. Ob Klavierfestival Ruhr, Kulturhauptstadt, Loveparade oder die gescheiterte Olympia-Bewerbung: Möglichst große Events sollten als Kommunikationsvehikel die Botschaft des strukturgewandelten Ruhrgebiets transportieren.
Auf den ersten Blich ein schlüssiges Konzept: Die Kontakte, die man auf diesem Weg erzielt hat, hätte sich das Ruhrgebiet über klassisches Werbung nie leisten können. Die Bilder des Stilllebens auf der A40 gingen um die Welt – unbezahlbar.
Der Nachteil dieser Strategie: Es mussten immer neue, möglichst große Events her. In der Region gewachsene Veranstaltungen wie Bochum-Total oder Juicy Beats wurden nie gefeatured. Sie waren schlicht zu klein, sorgten nicht für das nötige mindestens bundesweite mediale Interesse. Lieber kaufte man die Marke Loveparade ein. Klar, die Veranstaltung war eigentlich schon tot als sie 2007 ins Revier kam. Aber es war damals kein andere Megavent auf dem Markt, das man ins Ruhrgebiet holen konnte. Und langfristig auf die eigenen Stärken zu setzen passte nicht ins Konzept.
Der Zwang zum Megaevent war einer der Gründe warum bei der Sicherheit alle Augen zu gedrückt wurden. Die Loveparade durfte nicht scheitern – wer auf große Events als Haupt-Kommunikationsmittel setzt kann das Scheitern eines solchen Events nicht auffangen. Das Ruhrgebiet definierte sich über Massenveranstaltungen und wurde von den großen Zahlen abhängig wie ein Junkie vom Heroin: Es mussten immer Millionen Besucher sein.
Diese Kommunikationsstrategie ist der Grund, warum das Ruhrgebiet, warum Duisburg die Loveparade brauchte. Warum die Sicherheit im Hintergrund stand und Warnungen ignoriert wurden. Diese Kommunikationsstrategie ist am vergangenen Samstag endgültig gescheitert. 20 Menschen liessen für sie ihr Leben.
Der Ruhrpilot
Loveparade: Heftige Vorwürfe gegen Veranstalter der Loveparade…Süddeutsche
Loveparade II: Duisburg macht dicht…Zeit
Loveparade III: Es war wunderschön…Welt
Loveparade IV: OB Sauerland versteckt Familie…Der Westen
Loveparade V: Was ist Techno…Julia Seeliger
Loveparade VI: Der Mythos von den 1,4 Millionen Besuchern…Welt
Loveparade VII: Alle Opfer bei Loveparade wurden erdrückt…FAZ
Loveparade VIII: Loveparade, the final chapter…Frontmotor
Loveparade IX: Was passierte auf der Loveparade warum?…Odem
Loveparade X: Warum Duisburg die Loveparade nicht nötig hatte…Exportabel
Dortmund: „Zweites Envio darf nicht vorkommen“…Der Westen
Bochum: Ausstellung im Bochumer Bahnhof eröffnet…Ruhr Nachrichten
Demos: Polizei darf nicht grundlos filmen…Law Blog
