Langweilig war es, das „Duell“ zwischen Jürgen Rüttgers (CDU) und Hannelore Kraft (SPD) im WDR. Und auf die entscheidenden Fragen gab es keine Antworten.
Eine Frage wird in den nächsten Monaten in NRW und im ganzen Land entscheidend sein: Wo wird gespart? Und auf diese Frage gab es weder von Kraft noch von Rüttgers eine klare Antwort. Rüttgers schwadronierte von 12.000 Stellen, die wegfallen sollen, ohne zu erklären, wo das denn geschehen soll. Und Kraft macht Versprechen, die sie nicht wird halten können: Abschaffung der Studiengebühren, kostenlose Kitaplätze…woher das Geld kommen soll, erfuhr der Zuschauer nicht. Einen mutigen und realistischen Ausblick auf die Zukunft des Landes gab es von keinem der beiden Kandidaten. Denn der hätte die gute Laune vermiest.
Beide gaben den engagierten Sozialpolitiker. Kraft ist mit den Mindestlöhnen eher auf der Höhe der Zeit – Rüttgers beim Zuverdienst. Man konnte zwei sozialdemokratische Politiker verschiedener Flügel beobachten.
Während Rüttgers alle Klippen geschickt und etwas aalig umging, redete sich Kraft zum Teil um Kopf und Kragen. Das Festhalten an den Kohlesubventionen ist wirtschaftlicher Wahnsinn, wird am Bund scheitern. Die SPD hätte das Thema hinter sich bringen können – sie kann es nicht, ihre Lernfähigkeit reichte dafür nicht aus.
Bei der Bildung punktete Rüttgers: Man kann für die Gesamtschule sein oder für das dreigliedrige Schulsystem. Man kann für ein längeres, gemeinsames Lernen sein. Die Gemeinschaftsschule mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach ist kein Konzept das überzeugen kann. Es ist ein fauler Kompromiss. Die meisten Eltern werden das nicht wollen.
Am Ende kam die Koalitionsfrage: Rüttgers will mit der FDP, nicht mit den Grünen, schloss aber Koalitionen mit demokratischen Parteien wie den Grünen – und unausgesprochen mit der SPD – nicht aus. Kraft eierte wie immer herum. Sie vergab die Chance zur Klarheit.
Das Duell Kraft gegen Rüttgers – es war auch ein Duell der Drückeberger.


