Bochumer Forscher untersuchen Ursachen antisemitischer Straftaten

Anti-Israel-Demo am 7.10.2024 in Essen (Foto: Roland W. Waniek)

Die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Ein neues Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Berlin soll nun genauer untersuchen, welche Formen antisemitische Kriminalität annimmt und wie ihr wirksam begegnet werden kann.

Das Verbundprojekt „Präventionsorientierte Analyse Antisemitischer Kriminalität“ (PAAK) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit knapp 1,2 Millionen Euro gefördert. Es läuft von 2026 bis 2030 und ist Teil des Forschungsnetzwerks „Antisemitismus im 21. Jahrhundert“.

Geleitet wird das Vorhaben von der Bochumer Sozialwissenschaftlerin Cornelia Weins und Robert Pelzer vom Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin. Untersucht werden antisemitische Straftaten aus den Jahren 2022 bis 2025. Ziel ist es, auf wissenschaftlicher Grundlage Handlungsempfehlungen für die Prävention antisemitischer Kriminalität zu entwickeln.

An der Ruhr-Universität liegt der Schwerpunkt auf der Analyse verschiedener Erscheinungsformen antisemitischer Straftaten sowie der Untersuchung von Täterprofilen und deren Entwicklung im Zeitverlauf. Dafür sollen neben Daten von Polizei und Justiz auch zivilgesellschaftliche Dokumentationen antisemitischer Vorfälle sowie Befragungen von Betroffenen ausgewertet werden.

Die Forscher wollen dabei ausdrücklich auch die Perspektive der Opfer berücksichtigen. Unterstützt wird das Projekt von zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie den Landeskriminalämtern von Nordrhein-Westfalen, Berlin und Baden-Württemberg.

Das Berliner Teilprojekt untersucht insbesondere die Lebenswege und Risikofaktoren von Täterinnen und Tätern. Dazu werden Fallakten ausgewertet und qualitative Interviews geführt.

Die Wissenschaftler hoffen, durch die Verbindung kriminalstatistischer Daten, Opferbefragungen und Täterforschung neue Erkenntnisse über Ursachen und Dynamiken antisemitischer Kriminalität zu gewinnen.

 

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