Cansın Köktürk (Die Linke): Die Vorwürfe sind haltlos. Die Kritiker gefährlich.

Cansın Köktürk mit einer Kuffiyeh im Bundestag
Cansın Köktürk, Bochumer MdB, Foto: cansinkoektuerk/x

Cansın Köktürk weist Antisemitismusvorwürfe zurück. Das darf sie. Die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Linken geht allerdings weiter: Wer ihr Antisemitismus vorwirft, vergrößere die Gefahr für jüdische Menschen. Aus der Politikerin, deren Aussagen kritisiert werden, wird so die Anklägerin ihrer Kritiker. Eine bequeme Rollenverteilung.

In einem Instagram-Beitrag vom 4. Oktober 2026 erklärt Köktürk die Vorwürfe gegen sich und ihre Partei für haltlos. Sie richtet sich gegen „Springer & Co.“ und unterstellt diesen Kritikern, Antisemitismusvorwürfe politisch zu benutzen: um Widerspruch zu unterdrücken, Debatten zu beenden und staatliches Handeln vor Konsequenzen zu bewahren.

Weiterlesen

Die Linke: Wird sie Juniorpartner in einem Terror-Komplex?

Hamas und Palästinensische Volksfront, iranische Revolutionsgarden und Organisierte Kriminalität. Die Japanische Rote Armee, Revolutionäre Zellen und Putins Sippe, der KGB. Kommt einiges zusammen, wenn Die Linke sondiert. Sie ist auf dem Weg zur Volkspartei. 

Wahlparty in Neukölln, Kreuzberg beginnt auf der Straßenseite gegenüber. Die Linke feiert, jeder vierte Berliner hat sie gewählt, in Neukölln jeder Dritte, es feiern mit: ein Clan-Chef, Issa Remmo, und ein Herr Ibrahim Ibrahim, der allerlei Initialwörter mit sich führt. VPNK? PFLP? HAMAS? IRGC? Ein Netzwerk, lose geknüpft oder auch nicht. Beginnen wir mit der

PFLP,

der marxistisch-leninistischen Popular Front for the Liberation of Palestine. Ende 1967 gegründet, nachdem die arabische Welt zur „Befreiung Palästinas“ geblasen und innert sechs Tagen eine blamable Niederlage bezogen hatte. Jetzt die Volksfront, sie stellt sich auf wie von Lenin verordnet, dann von Mao und zwischendurch von Hitler: sowohl als politische Partei wie als Terrorkommando. „Kampf und politische Aktion“, heißt es im Gründungsdokument der PFLP, seien „verschmolzen“, Terror und Parlament seien die beiden „Aspekte“ einer „unified fighting party“, einer vereint kämpfenden Partei. Die politische Organisation, heißt es, müsse über eine militärische Struktur verfügen, die militärische Organisation über eine „ausgereifte politische Struktur“. Ziel: die „Massen“  –  die Wähler  –  „in one direction“ zu mobilisieren, nämlich Israel auszulöschen.

Weiterlesen

Putins Botschaft

Die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Kyjiw heute | Foto: Ukrinfom, nationale Nachrichtenagentur der Ukraine

Während Die Linke in Berlin sondiert, mit wem sie über was verhandeln will, schickt Putin seine Botschaft. Sie explodiert eine Handbreit neben der Deutschen Botschaft in Kyjiw.

Im Bild: das Gebäude des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, es liegt  –  es lag  –   in der Wolodymyrska-Straße Nr. 54 im Zentrum Kyjiw. Nur ein Gebäude weiter in der Bohdan-Chmelnyzkyj-Straße liegt die Deutsche Botschaft. Nicht weit entfernt: der Majdan Nesaleschnosti, der ukrainische Platz eines europäischen Versprechens. Putin zielt genau. Zwei Tage, nachdem sich Bundesaußenminister Johann Wadephul mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York getroffen hatte. Deren Treffen endete mit einem Handschlag, hieß es. Es endet mit dem Einschlag einer Terror-Drohne nebenan.

Weiterlesen
Werbung


SDS Bochum: Der Hauptfeind ist das eigene Denkvermögen

Panzergrenadiere des Panzergrenadierbataillons 112 (Foto: Peter Ansmann)
Bundeswehrübung, Symbolbild (Foto: Peter Ansmann – Panzergrenadiere in der Bayerwaldkaserne)

Der SDS Bochum hat die Weltlage abschließend geklärt: Der Feind sitzt zu Hause. Die sozialistische Hochschulgruppe der Ruhr-Universität Bochum wirbt gemeinsam mit der Berliner Palästina-LAG gegen eine Bundeswehrübung und liefert Karl Liebknecht samt rotem Dreieck hinterher.

Andere studieren, um etwas herauszufinden. Hier steht das Ergebnis schon vor dem ersten Seminar fest.

Weiterlesen

25 Jahre nach 9/11: Terror ächten!

Turm der Christuskirche Bochum by thw

Heute vor 25 Jahren geschah etwas, das nie zuvor geschehen ist: Für einen Moment war die Menschheit in Mitgefühl vereint, war Terror weltweit geächtet.

Die Glocken der Christuskirche Bochum läuten nur einmal im Jahr  –  immer am 11. September von 14:46 h bis 15:03 h. Sie erinnern an die Opfer des Terrors und daran, dass kein Gott ist, der Menschenopfer verlangt: In den Trümmern des World Trade Centers starben Menschen aus 90 Nationen  –  Christen, Juden, Muslime und Bürger, die sich nicht religiös gebunden hatten. Der Anschlag auf New York war ein Verbrechen gegen die Menschheit. Die darauf reagiert hat auf eine Weise, wie sie es zuvor nie gegeben hat: Für einen Moment war die Menschheit in Mitgefühl vereint. In diesem einen Moment war Terror weltweit geächtet.

Weiterlesen

Die Bundesliga hat das Geld – die 2. Liga die Seele

Das Ruhrstadion in Bochum. Archiv-Foto: Roland W. Waniek

Die 2. Fußball-Bundesliga startet am kommenden Wochenende in die Saison 2026/27. Und obwohl mit dem FC Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf gleich zwei große Namen die Liga zuletzt in unterschiedliche Richtungen verlassen haben, dürfte die Vorfreude vieler Fußballfans auf die Rückkehr des Unterhauses kaum geringer sein als auf den Start der Beletage Ende August. Das klingt zunächst paradox. Ist es aber gar nicht.

Denn die 2. Liga hat sich längst zu einem Wettbewerb entwickelt, der vieles verkörpert, was der 1. Bundesliga in den vergangenen Jahren zunehmend verloren gegangen ist.

Weiterlesen

Novaks Wut: Endlich mal wieder ein echter Ruhrpott-Movie (der leider nicht aus dem Ruhrpott kommt)

Beste Laune vorm Thega-Kino in Hildesheim. Das Publikum hat eben die Premiere von "Novaks Wut" gesehen. Foto: Till Oliver Becker
Beste Laune vorm Thega-Kino in Hildesheim. Das Publikum hat eben die Premiere von „Novaks Wut“ gesehen. Foto: Till Oliver Becker

Es gibt Filme, die sind glattgebügelt, sauber produziert, handwerklich makellos – und nach zehn Minuten wieder vergessen. Und dann gibt es Filme wie „Novaks Wut“. Einen Film, bei dem man sich gelegentlich fragt, was um alles in der Welt da gerade passiert. Einen Film, bei dem Dialoge fallen, als stammten sie aus dem Poesiealbum eines vollkommen Bekifften. Ein Film, bei dem man Tränen lachen kann, obwohl – oder gerade weil – er so herrlich krank ist.

Weiterlesen
Werbung


Über 600 Kinder aus 21 Städten beim „Fußball trifft Kultur“-Abschlussturnier

Foto: Robin Patzwaldt

Während die Fußballwelt zur WM nach Nord- und Südamerika blickt, erlebten rund 600 Kinder beim großen Abschlussturnier des Bildungsprogramms „Fußball trifft Kultur“ (FtK) ihr ganz persönliches Highlight. Aus 21 Städten reisten die Teilnehmenden ins Riedstadion in Frankfurt-Enkheim, um in den Altersklassen U10, U12 und U14 um die begehrten Pokale zu spielen – eingebettet in die diesjährige FtK-WM26-Challenge, bei der sich die Kinder im Schuljahr spielerisch und kreativ mit der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 auseinandergesetzt haben.

Weiterlesen

Der WDR greift die freie Presse an

Katrin Vernau mit Tom Buhrow bei der Wahl zur Intendantin des WDR am 27. Juni 2024 Foto: Superbass Lizenz: CC BY-SA 4.0

Der WDR ist ein Koloss: 1,70 Milliarden Euro groß ist sein Etat im laufenden Jahr, über 3700 fest Beschäftigte und zahlreiche freie Journalisten arbeiten für den Kölner Sender. Und der will sich künftig stärker auf die regionale Berichterstattung konzentrieren. Das sagte WDR-Intendantin Katrin Vernau schon bei ihrem Amtsantritt 2025. Im Februar dieses Jahres stellte der WDR dann klar, in welche Richtung es gehen soll. „Wir wollen die regionale Berichterstattung für die Menschen im Land

Weiterlesen

Abseits von BVB und S04: Die stillen Revierhelden aus Duisburg und Essen träumen groß

Im Stadion des MSV Duisburg könnte bald wieder deutlich mehr los sein als hier. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Borussia Dortmund kämpft aktuell mit der eigenen Identität, Schalke 04 liefert mal wieder das ganz große Drama – und während die grellen Scheinwerfer des Fußballs im Ruhrgebiet einmal mehr auf die beiden schillerndsten Vertreter ihrer Art gerichtet sind, droht ein bemerkenswertes Stück Fußballkultur auf überregionaler Bühne einmal mehr fast unbeachtet zu bleiben: die mögliche Renaissance von Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg.

Weiterlesen