Das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen: Eine Begegnung mit Geschichte, Technik und einem längst vergangenen Stück Ruhrgebiet

Ein Besuch im Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen. Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt noch immer Orte im Ruhrgebiet, die neu für sich zu entdecken sich lohnt. Am vergangenen Wochenende durfte ich einmal wieder einen solchen kennenlernen. Ein Besuch im Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen, das ich zuvor nur vom Namen her kannte, hat mich positiv überrascht, weshalb ich es heute hier kurz einmal vorstellen möchte. Mein Aufenthalt dort wirkte auf mich wie eine Zeitreise – eine rund zweistündige Rückkehr in längst vergangene Zeiten, interessant nicht nur für eingefleischte Eisenbahnfans.

Schon wenn man das weitläufige Gelände betritt, riecht es nach Öl, Metall und Ruhrgebiets-Geschichte. Wo früher Lokführer ihre Dampfrösser für den nächsten Einsatz rüsteten, kann man heute in aller Ruhe durch die beeindruckende Sammlung schlendern und Eisenbahn-Historie hautnah erleben.

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„Kinder des Teufels“: Weltkirchenrat badet im Hass auf Israel. Für evangelische Kirchen wird es Zeit, den Laden zu verlassen

 

„Parade of Palestinian Mujahideen prepared to carry out martyrdom operations in the territory of the Zionist entity“ by Hadi Mohammad 2011 cc 4.0

Eben erst hat er Israel als ein „System der Apartheid“ dämonisiert, jetzt legt der World Council of Churches mit einer „World week“ nach. Die Texte: Agitprop mit frommem Flair. „Apartheid“, „Genozid in Echtzeit“, „nie endende Nakba“, das Hohelied des Hasses. Über Hamas kein Wort, auch keines an eine inner-palästinensische Opposition. Israel wird theologisch geplündert und dann  –  im Wortsinn  –  verteufelt. Die Kirchen in Deutschland setzen auf „Dialog“. Über was, über Gott?  

Höhere Weihe für Hass: Kirchen weltweit sollen kommende Woche eine „World Week for Peace in Palestine and Israel“ abhalten. Die Weltwoche ist Herzstück einer Kampagne, die der Weltkirchenrat (World Council of Churches, WCC) seit 2007 fährt. Man wolle „Zeugnis ablegen“, heißt es, und „Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen dazu ermutigen, für ein Ende der Unterdrückung durch Israel zu beten“, dann könnten alle „in Frieden leben“.

Das Wort Terror taucht in keinem der Texte auf, die der WCC vorgibt, um nachgebetet zu werden. In keinem die Hamas, nicht die Massaker von 10/7, nicht die Geiseln, die in Tunneln zu Tode gefoltert werden. Nirgends der Hinweis darauf, dass das Leiden seit langem ein Ende hätte, wären die Geiseln freigegeben, die Waffen niedergelegt, dem Terror abgeschworen worden. „We will not stop resisting“ lässt der WCC beten und „our history“ 1948 beginnen, dem Jahr, in dem die israelische Demokratie gegründet worden ist.

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Liveticker zur NRW-Kommunalwahl

Heute hat NRW gewählt Foto: Laurin

22.38 Uhr: Das wars für heute. Es tickerten Frank Stenglein und Stefan Laurin.

21.27 Uhr: In Herne hat Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) gute Chancen, knapp im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu schaffen: als einziger Kandidat im engeren Ruhrgebiet, denn Hamm ist ja doch schon eine andere Welt. Der AfD-Kandidat landete in Herne klar auf Platz 2, doch für die Stichwahl scheint es dank Dudas Popularität nicht zu reichen.

Frank Dudda (SPD) Foto: RVR/Wiciok Lizenz: Copyright

21.25 Uhr: Die SPD schlägt die AfD in Gelsenkirchen in einem Fotofinish bei der Wahl des Rates knapp mit 30,36  % zu 29,92 %. Die CDU schafft gerade einmal 19 %, die Grünen nur 4,6 %. Bei der OB-Stichwahl muss

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11. September 14:46 – 15:03 Uhr

Christuskirche Foto: Ayla Wessel Lizenz: Copyright

Der 11. September 2001 war eine welthistorische Zäsur aus zwei Gründen: Die islamistischen Attacken auf New York lösten eine Welle des Terrors aus, sie dauert an bis heute, die Barbarei berauscht sich an sich selbst. Und: Vor 24 Jahren war die Welt für einen Moment in Mitgefühl vereint, dem Impuls, der einem sagt, das soll nie wieder sein. Er ging zügig vorüber, dieser inmalige Moment, heute  –  nach den Massakern an Israelis, mit denen sich Hamas aus der Menschheit herausgemordet hat  –  wird der islamistische Hass kultiviert, Terror zum „Widerstand“ verklärt, der Hass auf Israel zur schicken Pose.

Dass Terror einmal geächtet würde, wie Sklaverei geächtet worden ist, Folter, Streumunition? Völlig aussichtslos, Terror ist kein Stigma, Terror ist Ethos geworden.

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„Judensonntag“ jeden Tag

Berlin-Tiergarten, 10. November 1938 | Copyfraud Jean-Pierre Dalbéra cc 2.0

Und nirgends Welcome Places. Über die Angst im deutschen Alltag und ihre Zuschauer. Und die Kirche, die EKD

„Ich gehe nicht mehr ins Fitnessstudio“, sagt Felix Lipski (86), Bochumer. Als Kind ist er an der Hand seiner Mutter dem Morden im Ghetto von Minsk entkommen, hat zusammen mit Partisanen in belarussischen Wäldern gelebt, hat überlebt. Wurde Chirurg, der Menschenleben gerettet hat, vor mehr als einem Viertel Jahrhundert ist Felix nach Bochum gekommen. Sein Querenburger Fitnessstudio hat er, der Mediziner, regelmäßig aufgesucht. Jetzt nicht mehr. „Aus Angst.“ Vor Angriffen auf ihn? „Angst davor, dass mir niemand helfen würde.“

Amit Peled ist Cellist, international renommiert. Am 23. Juli saß er vor seinem Konzert für die International Summer Academy in Wien zusammen mit der Pianistin Julia Gurvitch und dem Violinisten Hagai Shaham im Restaurant „Ramazotti“, es liegt nur wenige Schritte von dem Konzertsaal entfernt. Die drei Israeli bestellen, der mehrsprachige Peled fragt auf Hebräisch, „was wollt ihr essen, Pizza oder Pasta“, daraufhin werden sie vernehmbar aufgefordert, das Restaurant zu verlassen. „Was uns am allermeisten schockierte“, sagt Peled

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„Dass der andere bereit ist, für mich zu sterben“: Die ukrainische Erfahrung, keine europäische

Ukraine in Bochum, Demo am 23. Februar 2025 by Andreas Posmyk

„Die Ukraine erklärt ihre staatliche Unabhängigkeit als souveräner, demokratischer und unabhängiger Staat.“ Das war heute vor 34 Jahren, die Ukraine feiert. Und kämpft. Und leidet. Und feiert und kämpft um das, was sie entdeckt hat. Etwas, das im Westen Europas vergessen worden ist: die unglaubliche Macht jedes Einzelnen.

Vielleicht waren es hundert oder weniger Studenten, Journalisten, Bürgerrechtler, die am 21. November 2013 in Kyjiw auf die Gruschevskoho-Straße gingen und auf den Majdan. Für Europa. Das Ukraine–European Union Association Agreement war ausgehandelt, es musste nur noch unterschrieben werden, Europa hing in der Schwebe. Die Demo wurde von der Berkut zerprügelt, einer Spezialeinheit der Polizei, darauf gedrillt, Aufstände niederzuschlagen. 2000 Elite-Schläger gegen eine Handvoll Europäer. Noch am selben Abend kam es in vielen Städten und Städtchen der Ukraine zu spontanen Kundgebungen. Kleine Majdans im ganzen Land. „Kommt um 22:30 Uhr zum Unabhängigkeitsplatz in Kyjiw“, postete auch Mustafa Nayem, ein afghanisch-ukrainischer Journalist, „bringt warme Kleidung, Regenschirme, Tee, Kaffee, gute Laune und Freunde mit.“ Die Majdan- Erfahrung. So beginnt eine Revolution.

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Polit-Besuch in Bochum: Heidi Reichinnek war da

Empfang wie bei einem Popstar: Heidi Reichinnek trat heute zusammen mit Batıkağan Pulat für „Die Linke“ auf | Foto: Peter Hesse

Mit ihr erlebt die Partei „Die Linke“ gerade einen wahren „Heidi-Hype“: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Insa war Reichinnek im April die beliebteste Politikerin Deutschlands. Und da zeichnete sich auch bei ihrem Besuch heute Mittag in Bochum ab: Reichinnek wurde von geschätzten 700 Besuchern empfangen wie ein Popstar.

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Warum der Allwetterzoo in Münster deutlich attraktiver ist als die Zoos im Ruhrgebiet

Zu Besuch im Allwetterzoo Münster. Archiv-Foto(s): Robin Patzwaldt

Ich habe in den letzten Jahren so einige Zoos im Ruhrgebiet besucht: Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen. Einige davon habe ich auch hier im Blog kurz vorgestellt. Jeder hat seine Vorzüge und Kritikpunkte. Und trotzdem: Jedes Mal, wenn ich im Allwetterzoo in Münster bin, merke ich wieder, warum er für mich der schönste von allen ist.

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Warum Bücher verklagen, wenn man sie sich schenken kann: Der Kulturbetrieb arbeitet sich auf und ab am Israelhass

Documenta 15 Friedrichsplatz 2022-06-21 by C.Suthorn cc-by-sa-4.0

„Jenseits von Mbembe“, „Anstößige Bilder“, „Kultur im Streit“. Drei Bücher über die Documenta von Ruangrupa und die Ruhrtriennale von Stefanie Carp. Drei Versuche zu bewältigen, was sie überwältigt hat, der Hass auf Israel. Und die Kritik an diesem Hass. Versuche dürfen scheitern. Aber so? Falsche Zitate, miese Nachreden, eine groteske Opfererzählung? Für die Ruhrbarone gäbe es Gründe zu klagen, machen wir nicht. Erst am Ende.

Beginnen wir mit Stefanie Carp, Intendantin der Ruhrtriennalen 2018 und 2020, die den Israelhass des BDS erstmals auf die große Bühne des Kulturbetriebs geschoben hat. Und beide Mal von den Ruhrbaronen ausgebremst worden ist: sowohl 2018, als Carp die britische BDS-Band „Young Fathers“ präsentieren wollte, wie auch 2020, als sie Achille Mbembe, den postkolonialen Großdenker, zum Deuter ihres Spielprogramms erkor. Weder die BDS-Band noch der BDS-affine Mbembe trat auf. Der eigentliche Grund dafür, schreibt Carp in „Jenseits von Mbembe“  –  was ein albern-pathetischer Titel[i] –  der wahre Grund werde „bis heute verschwiegen“, außer ihr selber sei es „allen zu peinlich“, ihn auszusprechen: dass es eine „kleine, regionale, intrigante Verabredung“ gewesen sei, die habe gar nicht Mbembe treffen sollen  –  sich also nicht gegen BDS gerichtet, nicht gegen Israelhass  –  sondern die „sollte die Intendantin der Ruhrtriennale treffen“. Carp das eigentliche Opfer, Mbembe „missbraucht“, wie sie mehrfach erklärt. Missbraucht von wem? Carp nennt „fünf Personen aus NRW“, darunter Stefan Laurin,

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