Ende des Monats ist es vorbei mit dem 9-Euro-Ticket. Es war ohne Frage ein Erfolg. Mehr als 30 Millionen Tickets wurden gekauft. Nun gibt es Streit um ein Nachfolgeangebot: Das würde zwar teurer als der Neuner werden, aber die Länder würden sich an einer Finanzierung beteiligen. Allerdings tritt Finanzminister Christian Lindner (FDP) auf die Bremse: „Es stehen in der Finanzplanung für eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets keinerlei Mittel zur Verfügung“, sagte der FDP-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. „Jeder Euro müsste durch Kürzung anderswo mobilisiert werden.“ Und genau darüber sollte geredet werden.
Anlässlich des Unabhängigkeitstages der Ukraine veranstaltet das Generalkonsulat ein Konzert des ukrainischen Ensembles “Dakh Daughters” mit seiner neuen Produktion “Ukraine Fire”.
Seit ihrem Auftritt auf dem Euro Maidan in Kyjiw sind die Dakh Daughters in der Ukraine Kult. Sie erfanden einen gewagten ästhetischen Mix: ukrainische Folklore trifft auf Punk, Kabarett, Prog-Rock und Klassik. Nun möchte
Die Band Crone mit Bassmann Daniel Meier (im Bild: zweiter von links)
Die fünfköpfige Band Crone ist ein neues Juwel am Düsterrockhimmel. Mitglieder der Bands Embedded, Atomic Peat und Secrets of the Moon haben sich dem Godspeed-Rock mit verchromten Ecken und Kanten verschrieben – das ganze klingt wie eine Düster-Melange mit Endzeitmelodien, schleifenden Riffs und wasserdichter Rhythmik – als würden die Sisters of Mercy, Tool und Disturbed in einem verdunkelten Proberaum mit Satan um die Wette jammen. Nun kommt die Band nach Dortmund samt ihrer Hitsingle ›Gemini‹ und sie bestreiten zusammen mit Dool einen Konzertabend im Junkyard am 14. August. Was sonst noch wichtig ist, hat uns Crone-Bassmann Daniel Meier im youtube-Roulette verraten.
Daniel, welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
„The Huddle“ von Katja Aufleger Foto: Heinrich Holtgreve Lizenz: Copyright
Urbane Künste Ruhr beteiligt sich an der diesjährigen Ruhrtriennale mit der skulpturalen Installation „The Huddle“ der in Berlin lebenden Künstlerin Katja Aufleger. Diese lässt mehrere bewegliche Baumaschinen mit Gesten
Japanisches Godzilla Plakat (Ausschnitt) Foto: Toho Company Ltd Lizenz: Gemeinfrei
Angst zu schüren macht Spaß und offensichtlich bringt sie auch Geld – zumindest in Film und Fernsehen. Eine Geschichte der Atomangst in den Medien. Von unserem Gastautor Karsten Kastelan.
Angst vor Technologie, also den neuesten Errungenschaften der Wissenschaft, ist nicht neu – und spätestens seit Mary Shelleys Roman „Frankenstein – oder Der neue Prometheus“ von 1818 im literarischen Mainstream angekommen. Aber es gab sie auch vorher schon, schließlich endete die Idee des Ikarus, der Sonne entgegenzufliegen, auch mit einer Bruchlandung. Und es wird sicherlich den einen oder anderen Höhlenmenschen gegeben haben, der (wahrscheinlich mit Grunzlauten) vor dem Feuer gewarnt hat, weil man sich an ihm ja, leicht belegbar, verbrennen kann.
Elio Adler, der Vorsitzender der Werteinitiative, wendet sich mit einem offenen Brief an den Aufsichtsrat der Documenta. Seine Forderung: Die Geschäftsführung und die Kuratoren der Kunstausstellung müssen abgesetzt werden.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geselle,
sehr geehrte Frau Ministerin Dorn,
sehr geehrte Damen und Herren,
wir, die WerteInitiative, sind ein zivilgesellschaftlicher Verein, dessen Hauptanliegen die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland und damit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist. Wir wenden uns an Sie als Aufsichtsrat der documenta gGmbH, weil es Ihre Aufgabe ist, die Arbeit der Geschäftsführung der documenta zu überwachen und, wenn notwendig, einzugreifen.
Felix Nussbaum (1904-1944): Mummenschanz, ca 1939; Smart Museum Chicago by Sailko cc 3.0
War das die Vorspeise nur? Was die Documenta, Ausstellung für zeitgenössische Kunst, an antisemitischen Weltsichten aufgetischt hat? In heiterer Stimmung, die sich – nicht zum ersten Mal – einem “quirligen Kirchentag“ anähnelt? Mit ein bisschen Judenhassdarin, auch das nicht zum erstenoder zweiten Mal. Parallel zur Weltkunst in Kassel tritt der Weltkirchenrat in Karlsruhe zusammen, „äußerst präsent“ dort das Thema Israel. So aggressiv arglos wie die Documenta-Macher – „die Zahlen sind sehr gut, die Stimmung auch“– schlendern die 800 Delegierten nicht an ihre Tafel. Die gleichwohl zu einem Bankett für BDS zu werden droht, die antisemitische Kampagne frisst gerne Kreide. Die „Judensau von Kassel“ jedenfalls hat der ÖRK schon mal als eine „legitime Perspektive“ bezeichnet.
Heißes Thema am Tisch, an den sich die 800 Delegierten setzen: das Verhältnis zur russisch-orthodoxen Kirche (ROK), der größten unter den 352 Einzelkirchen, deren Patriarch Kyrill stützt den russischen Angriff auf die Ukraine ohne Vorbehalt. Ein Ausschluss der ROK aus dem Ökumenischen Weltkirchenrat (ÖRK) oder das Aussetzen ihrer Mitgliedschaft steht offenbar nicht an, man sucht oder versucht das Gespräch mit einem, der den russischen Überfall auf die Ukraine zum „‘metaphysischen Kampf‘“ aufdonnert, zum Abwehrkampf gegen das Böse selbst, zum Bösen zählen Gay-Pride-Paraden, Demokratie und Margot Käßmann. „Äußerst präsent“ aber auch, das hat der derzeitige Generalsekretär des ÖRK, der rumänisch-orthodoxe Theologe Ioan Sauca, Ende Mai angekündigt, „äußerst präsent“ alles, was sich in Israel/Palästina abspielt – genauer: nicht alles, sondern das, was Sauca „anhaltende Unrechtstaten und Übergriffe“ nennt, „die das palästinensische Volk unter der Besatzung erfährt“. Vom Terror, den Israelis unterm Raketenhagel erfahren, kein Wort.