Bedeutungssimulant Bundesverband Musikindustrie

„I’m a loser baby, so why don’t you kill me?“ (Beck, Loser) BVMI Vorstand 2017 (c) BVMI/Oliver Walterscheid v.l. Philip Ginthör, Bernd Dopp, Frank Briegmann, Dr. Florian Drücke, Konrad von Löhneysen


Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat den gestrigen Echo vergeben. Industrie – das klingt beeindruckend. Bis man sich die Zahlen anschaut.

2007 wurde der Bundesverband Musikindustrie durch den Zusammenschluss der deutschen Vertretung der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) und des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft gegründet. Es war ein Zusammenschluss in der Not: Innerhalb eines Jahrzehnts war der Umsatz der gesamten Branche von über 2,6 Milliarden Euro auf knapp über 1,5 Milliarden Euro in sich zusammen gefallen – ein Niveau, dass bis heute, mit viel Mühe, gehalten wird. Industrie sollte Größe und Bedeutung simulieren. Vor

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Echo2018: Deutsche Musikindustrie will Antisemitismus nicht ausgrenzen

Mit einer Stellungnahme hat sich kurz vor dem Start der Verleihung des Musikpreises Echo noch einmal der Bundesverband der Musikindustrie (BVMI ) an die Öffentlichkeit gewandt:

Die Diskussion um Kollegah & Farid Bang und die Nominierung mit ‚JBG3‘ hat eine Dimension erreicht, die so nicht vorherzusehen war. Die Entscheidung des ECHO-Beirats als unabhängiges Gremium, sie nicht von der ECHO-Nominierung auszuschließen, war eine mehrheitliche Entscheidung im Sinne der Kunstfreiheit, aber ganz deutlich verknüpft mit klarer Missbilligung der Sprache und der in dem Song getroffenen Aussagen sowie mit dem Appell, dieses Thema auf breiter gesellschaftlicher Front öffentlich zu diskutieren. Sowohl der Beirat als auch wir wollen uns aktiv an der Gestaltung dieser Debatte beteiligen.

In den zahlreichen Gesprächen und Diskussionen der letzten zwei Wochen ist klar geworden, inwiefern die Verantwortung auch für einen provokanten Umgang mit Kunstfreiheit jeweils bei den Kreativen und ihren Partnern liegt. Das ist insofern ein Appell an die Branche, in Zukunft noch mehr darauf zu achten und noch genauer hinzuschauen, welche Inhalte die Texte veröffentlichter Künstler haben.

Kollegah & Farid Bang treten als zwei außerordentlich erfolgreiche Repräsentanten des Genres HipHop auf, das seit über einem Jahrzehnt von sehr vielen Menschen hierzulande gehört wird. Das ist der Grund, weshalb sie im Vorfeld für einen Auftritt angefragt wurden und nun live performen werden. Wir als Gesellschaft sollten nun hinschauen und uns damit auseinandersetzen, anstatt schlicht auf Ausgrenzung zu setzen. Wir sehen doch, dass wir über ein weitaus größeres, gesellschaftliches Thema sprechen als über einen Musikpreis.

Den Antisemitismusvorwurf greift der BVMI in seinem Statement nicht auf. Man schwurbelt ein wenig vor sich hin, um am Ende für Auseinandersetzung statt für Ausgrenzung einzutreten, was ein wenig nach Kirchentag klingt. Antisemitismus soll also nach Meinung des  BVMI nicht ausgegrenzt werden – und die Auseinandersetzung sieht dann wohl so aus, dass man ihn auch noch prämiert. Und was geschehen soll, wenn man genau hinschaut, was die Konsequenzen sind, die man ziehen sollte, wenn man beim hinschauen etwas festgestellt hat – darüber schweigt man sich auch aus.

Statt das Problem – Antisemitismus – zu benennen und sich ihm zu stellen, hofft der BVMI, sich mit dieser Stellungnahme in den Abend zu retten. was nicht mehr viel hilft, selbst wenn Kollegah ihn nicht für einen Eklat nutzen wird. Denn längst steht der Echo,  der Preis, der auch in den vergangenen Jahren nur doch Streitigkeiten um seine Künstler wahrgenommen wurde, unter Druck. Die Süddeutsche fasste es heute gut zusammen:

Die Gala ist aber nur die sichtbarste Folge des eigentlichen Problems des Echo, das ein ungleich substanzielleres ist: Seine gesamte Anlage ist falsch. Und damit seine Antwort auf die Frage, was hierzulande auf in der großen Öffentlichkeit eigentlich preiswürdige Popkultur sein soll oder vielmehr: sein darf.

Vielleicht erleben wir heute den letzten Echo. Eine darbende Industrie ist nun auch mit ihrem Preis an ihr Ende gekommen.

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Warum Kollegah den Integrationsbambi verdient hätte

Kollegah Foto: Pistenwolf Lizenz: CC BY-SA 3.0

Gewinnen Kollegah und Farid Bang heute den Echo2018? Keine Ahnung – die PR-Show der siechenden Musikindustrie ist die uninteressanteste Preis den es gibt: Wer viel verkauft, gewinnt ihn. Die Jury und der Ethikbeirat sind Showelemente wie früher das Fernsehballett im ZDF. Die große Leistung Kollegahs liegt in seinem Antisemitismus. Mit ihm hat er Brücken gebaut: Antisemitische Muslime lieben seine Hetze genau so wie junge, biodeutsche Rechtsradikale und auch Designprofessoren,  Kulturratspräsidenten und die beiden großen Kirchen dürfen endlich wieder beim Judenhass mitmachen. Sie stellten sich auch bereitwillig

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9000 Rivalen und Rebellen feiern in Oberhausen

Nachdem sich die Band auf zunächst unbestimmte Zeit in eine Schaffenspause verabschiedet hatte, meldeten sich die  Südtiroler Erfolgs-Rocker von Frei.Wild Ende letzten Jahres mit neuen Tour-Terminen und der Ankündigung eines neuen Albums (  „Rivalen und Rebellen“ – 16.03.2018 ) zurück.

Vor zwei Tagen starteten sie dann in München zu ihrer erstmals zusammenhängenden Tournee  durch und heute Abend stand als zweiter Halt Oberhausen auf dem Plan.

Und wie erwartet konnte Frei.Wild, um Frontmann Philipp Burger, auch live ohne weiteres an ihre bisherigen Erfolge anknüpfen. 

Rivalen und Rebellen“ ist das vierte Album in Folge, mit dem die Band es bis auf Platz 1 der deutschen Albumcharts geschafft haben und mit dem sie auch dieses Mal wieder die vorherigen Verkaufsrekorde in der Releasewoche gebrochen haben.

Des weiteren drei Platinauszeichnungen, sechs Gold-Awards und ein Echo und seit Jahren permanent ausverkaufte Shows erarbeitete sich die Band bisher  in Eigenregie, ohne große Partner an ihrer Seite.

Um die Aufmerksamkeit noch stärker auf die Musik und Kreativität richten zu können, verstärkte sich Frei.Wild und arbeitet künftig im Live-Bereich mit der Global Concerts Touring GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der DEAG, Deutsche Entertainment AG, Berlin, zusammen. Der stetige Aufstieg der Band Frei.Wild hin zu einer der erfolgreichsten Rockformationen Deutschlands und die damit verbundenen steigenden Anforderungen in allen Bereichen waren die Grundlage für diese langfristig angelegte Zusammenarbeit.

Und das hat sich durchaus bezahlt gemacht. Mit einem neuen Bühnendesign über zwei Ebenen und einem Steg, der weit ins Publikum ragt und für mehr Fannähe sorgte, eroberten die Tiroler Punkt 21 Uhr ihre Fans im Sturm und sorgten für zahlreiche Stimmungsexplosionen. Getreu den Zeilen ihres aktuellen Titels „Wir sind Rivalen, Rivalen und Rebellen, Wir sind Freunde, wir sind Brüder“ feierten Frei.Wild gemeinsam mit ihren Fans die Wiedervereinigung nach der gut einjährigen Bandpause. Hier sind die Fotos:

 

Die nächsten Shows

13.04. Bremen, ÖVB Arena

14.04. Hamburg, Barclaycard Arena

15.04. Berlin, Velodrom

16.04. Leipzig, Arena

18.04. Erfurt Messehalle

19.04. Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung

20.04. Riesa, Arena

21.04. Frankfurt, Festhalle

Zusatzshows

25.04.2018, Kiel, Sparkassen Arena

26.04.2018, Hannover, TUI Arena

27.04.2018, Düsseldorf, ISS Dome

28.08.2018, Freiburg, SICK Arena

Veranstalter für Oberhausen & Frankfurt & Düsseldorf : Handwerker Promotion

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Die Blaue Bude


In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit, über die  Bedeutung des Wortes „Wir“ nachzudenken. Denn meist wird es heute einengend, und zugleich ausgrenzend verwendet. Von unserem Gastautor Helmut Junge. 

Der Anlaß war ein Besuch meines Freundes Gilbert aus fernen Kindheitstagen an meinem Ausstellungstand auf dem Kunstmarkt in Duisburg-Ruhrort im letzten Sommer.

Er fragte mich ob ich mich mit einem Vortrag und einer Ausstellung an einem Projekt in Dinslaken-Lohberg beteiligen würde, Er und eine Kollegin würden dort ehrenamtlich ein Projekt mit dem Namen „Blaue Bude“ organisieren.

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Echo2018: Sender VOX will antisemitische Inhalte entfernen

Am Donnerstag überträgt der TV-Sender VOX die Verleihung des Musikpreises Echo. Dabei ist ein Auftritt des wegen seiner antisemitischen Texte umstrittenen Rapper-Paares Kollegah und Farid Bang fest eingeplant. Sollte die beiden Musiker jedoch auch auf der Bühne antisemitische Aussagen tätigen, will der Sender eingreifen, wie VOX diesem Blog auf Anfrage mitteilte: „Da es aufgrund der Entscheidung des Beirats aber keine Grundlage dafür gibt, Kollegah und Farid Bang nicht auftreten zu lassen, werden wir den Auftritt auch ausstrahlen. Unter Beachtung der künstlerischen Freiheit und der Tatsache, dass die Sprache des Battle-Rap Sprache hart ist und verbale Provokationen ein typisches Stilmittels sind, werden wir aber natürlich dafür Sorge tragen, dass antisemitische Inhalte nicht übertragen werden. Sollten sie im Rahmen der Veranstaltung geäußert werden, kommen wir unserer Verantwortung und unserer Überzeugung nach und werden sie entfernen.“