Bei einem Arzttermin hier am Kennedyplatz in Essen konnte der Häftling Dijvar Gündüz ist aus der Untersuchungshaft entkommen | Foto: Peter Hesse
Am vergangenen Mittwoch (14. Oktober 2026) gelang dem Häftling Dijvar Gündüz in der Essener Innenstadt die Flucht, nachdem er während eines bewachten Arzttermins am Kennedyplatz von zwei maskierten und bewaffneten Männern befreit worden war. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit bei Gefangenentransporten, zur Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und zur personellen Situation der Polizei in Essen auf.
Die Linke plant für 2027 eine Friedenskonferenz. Ein neuer Parteivorstandsbeschluss liefert dafür schon die Fragen: zur Verantwortung des Westens, zur deutschen „Aufrüstung“ und dazu, wie ernst russische Angriffsabsichten zu nehmen sind.
Nach dem Ende des Kalten Krieges hat Deutschland Truppenstärke und Waffenbestände massiv reduziert. Heute geht es auch darum, die Folgen dieses Abbaus zu beheben und verlorene Verteidigungsfähigkeit wiederherzustellen. Man darf gespannt sein, was die Debatte noch herausfinden soll. Die Richtung hat der Vorstand der Linkspartei vorsorglich ausgeschildert.
Helmut Kohl 1987: Für die Verteidigung Vedi Emdes muss nun auch der Kanzler der Einheit herhalten. (Foto: Bundesarchiv / Engelbert Reineke; CC BY-SA 3.0 DE; KI-gestützt ins Breitformat erweitert)
Dass ich einen Beitrag über die Berliner Linke einmal mit einem Foto von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl schmücken würde, hätte ich mir bis heute nicht vorstellen können. Die LAG Palästinasolidarität der Linkspartei Berlin macht’s möglich: Sie verteidigt Vedi Emde, indem sie Helmut Kohl zum Annexionisten erklärt.
Die frei gewählte Volkskammer stört dabei nur. Schon lästig, wenn Ostdeutsche selbst entscheiden.
Sidan Khudeda ist Künstler, macht Musik, malt und schreibt. Er ist Jeside und hat den Genozid des Islamischen Staates 2014 überlebt. Heute lebt er in Deutschland. Er bot dem AStA der Universität Wuppertal an, dort auszustellen und zu lesen. Sein Angebot wurde abgelehnt, aber nicht, weil seine
Linke-Fahnen bei der Kundgebung gegen den Rechtsruck in Berlin am 3. Februar 2024 (Symbolbild). Foto: DIE LINKE, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons; Ausschnitt.
Die Gegner von Rot-Grün-Rot mobilisieren weiter. Während die Berliner Linke mit SPD und Grünen über eine Regierung verhandelt, werben zwei Aktivisten aus der Neuköllner Linksjugend dafür, schon den Einstieg in Koalitionsverhandlungen zu verhindern.
Elif Eralp hat mit den eigenen Leuten offenbar noch einiges zu besprechen.
Die Berliner Sondierungen werden langsam zum Belastungstest für die Selbstachtung von SPD und Grünen. Am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, nahmen sie die Gespräche mit der Linken wieder auf. Am Abend erklärte Vanessa „Vedi“ Emde, dass sie keine ihrer umstrittenen Aussagen zurücknimmt. Die neue Abgeordnete hat ihren Platz in der Fraktion. Wer sich davon eine politische Klärung versprochen hat, bekommt nun eine Antwort auf Instagram.
NRW: FDP sieht NRW auf „Abstiegsplatz“…Stern NRW: Bahnt sich in NRW ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD an?...KStA NRW: So viele Menschen wurden Opfer von häuslicher Gewalt…WAZ
Unter einer Fahne, beim Regieren uneins: Linke-Fahnen bei der Kundgebung gegen den Rechtsruck in Berlin am 3. Februar 2024 (Symbolbild). Foto: DIE LINKE, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons; Ausschnitt.
Die Berliner Sondierungen gehen heute weiter. SPD, Grüne und Linke haben sich nach der Unterbrechung erneut verständigt. Die Palästina-LAG der Linken reagiert auf ihre Weise: Sie verbreitet Rassismusvorwürfe gegen die möglichen Koalitionspartner, eine „Mittäter“-Kachel gegen Kritiker und eine Ansage an die eigenen Verhandler. Die Spitze versucht, den Streit beizulegen. Die eigenen Genossen legen nach.
Dass sich SPD und Grüne das weiter zumuten, verdient größten Respekt. Die Schmerzgrenze der potenziellen Koalitionspartner der SED-Nachfolgepartei liegt offenbar deutlich höher als ihre bislang verkündeten roten Linien.
Die Palästina-LAG der Linken NRW hat ihre Wunschliste für den Landtag veröffentlicht: acht Namen, acht konkrete Listenplätze. Dazu gibt es einen politischen Auftrag – gegen Militarismus, für Palästinasolidarität und für Opposition. Die Delegierten müssen am Wochenende nur noch wählen.