Das Ringen um die Täterherkunft

ICE am Bahnhof Siegburg Foto (Symbolbild): Freddy2001 Lizenz: CC BY-SA 4.0


Nach dem Angriff eines 20-Jährigen in einem ICE entbrannte die Debatte über seine Herkunft und politische Gesinnung. Sie zeigt erneut, wie lückenhafte Informationen über Tatverdächtige schnell für politische Propaganda genutzt werden können – und warum vollständige Berichterstattung entscheidend wäre. Von unserem Gastautor Andreas Wolf.

Wie BILD berichtete, bestieg ein 20-jähriger Mann am vergangenen Donnerstag, dem 2. April 2026, in Siegburg (NRW) einen ICE nach Frankfurt am Main. Im Zug ließ er eine Softair-Granate explodieren und verletzte dadurch 12 Menschen. Bei einer solchen Granate handelt es sich um Sportausrüstung, mit der die Explosion einer Splittergranate ohne echten Sprengstoff simuliert wird. Mithilfe von Gasdruck oder einer Federmechanik werden kleine Plastikkügelchen mit einem Durchmesser von fünf bis sechs Millimetern in alle Richtungen geschleudert. Das gilt als relativ ungefährlich, allerdings werden beim Softair-Sport

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Teurer Tanken, billige Ausreden – Willkommen im energiepolitischen Irrenhaus

Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Wir erleben es gerade alle live und in Farbe: Der Zapfhahn wird zum Luxusartikel, der Blick auf die Preistafel zur täglichen Mutprobe. Der Krieg im Iran treibt die Ölpreise nach oben – geschenkt. Das ist ein globaler Effekt, den niemand in Berlin mal eben wegregeln kann. Aber was unsere Politik daraus macht, ist schon eine ganz eigene Kunstform: eine Mischung aus Aktionismus, Symbolpolitik und erstaunlicher Realitätsverweigerung.

Während Autofahrer mittlerweile fast schon reflexartig beim Tanken zusammenzucken, scheint man im Regierungsviertel vor allem eines zu tun: Ideen produzieren, die nach „Wir machen was!“ klingen – aber in der Praxis ungefähr so wirksam sind wie ein Regenschirm im Orkan.

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Kinobetreiber Flebbe knickt vor der judenfeindlichen Lobby ein

Hans-Joachim Flebbe Foto (Archiv): Bernd Schwabe Lizenz: CC BY-SA 3.0


Judenfeindlichkeit macht sich seit dem 7. Oktober 2023 immer breiter, besonders im Kulturbetrieb, ähnlich wie schon vor 100 Jahren. Der Kinobetreiber Hans-Joachim Flebbe hat die Zusammenarbeit mit den jüdischen Filmtagen in Frankfurt nach vielen Jahren beendet – aus fadenscheinigen Gründen und ganz offensichtlich unter Druck der Antisemita. Dazu dokumentieren wir einen offenen Brief  des Vorsitzenden der Werteiniitative – jüdisch-deutsche Positionen, Elio Adler, an Flebbe:

„Mit großem Unverständnis nehmen wir die Entscheidung Ihres Theaterleiters zur Kenntnis, die Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt im Rahmen der Jüdischen Filmtage 2026 abzusagen.
Die wirtschaftliche Begründung erscheint uns hierbei als ein vorgeschobenes Argument, da unseres Wissens die Jüdische Gemeinde Frankfurt bereit gewesen wäre, einen Mindestumsatz zu garantieren. Ihr Theaterleiter begründet den Rückzug der Astor Film Lounge ferner mit der bestehenden Sicherheitslage und mit dem Hinweis, in Deutschland müsse es „noch erlaubt sein, sich als Kino neutral zu verhalten“.

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Der Ruhrpilot

Slogan „Free Palestine from German Guilt“ bei einer antisemitischen Demonstration Foto (Symbolbild): Montecruz Lizenz: CC BY-SA 3.0


NRW:
Antisemitische Vorfälle und rechte Übergriffe erreichen Höchstwerte…KStA
NRW: Bühne frei für die linke Blase(€)…FAZ
NRW:
Düsseldorf hängt den Rest von NRW ab…RP
NRW:
Zahl der Ausbildungsverträge fällt auf historischen Tiefststand…KStA

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„Danke, Wolfram Weimer“: Über den Kulturbetrieb, der Israelhass beschweigt. Und liebäugelt mit AfD

Gegen AfD by conceptphoto.info cc 2.0

Die Kunst ist frei, die Kunstfreiheit heilig? Leider ja, schrieb Alfred Döblin vor knapp 100 Jahren, es bedeute „nichts weiter als: der Künstler ist ein Idiot, man lasse ihn ruhig reden.“ Und wie sie reden, die Künstler und Kunstfunktionäre im staatsfinanzierten Betrieb, sie schweigen den Judenhass tot. Eine Strategie? Für den Tag, an dem die AfD den Laden übernimmt?

Als Abdallah Alkhatib fertig war mit seinen hasserfüllten Tiraden, sagte Desiree Nosbusch „Congratulations“ und knetete hilflos ihre Hände. Allein gelassen auf der Bühne, war es ein Zuschauer, der ihr, der Moderatorin, zurief, was Tricia Tuttle hätte sagen müssen, die Berlinale-Chefin: „Free Gaza? From Hamas!“ Tuttle schwieg, also knetete sich Nosbusch, offenbar nicht vorbereitet auf eine Situation, die längstens zu erwarten war, selber etwas zusammen derart, dass die Meinung der vielen Künstler „nicht notwendigerweise in jedem Fall“ auch die der Berlinale sei: „Okay, this is really hard“. Was genau? Dass Kunst so frei sei, dass sie Israelhass beschweigt?

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Strafanzeige gegen UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese nach Auftritt in Köln

Francesca Albanese Foto: Rais67 Lizenz: CC0


Der Auftritt der „UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas“ Francesca Albanese am Samstag in Köln könnte ein rechtliches Nachspiel haben.

Am vergangenen Samstag trat Francesca Albanese, die „UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas“, im Kölner Metropolis-Kino am Ebertplatz auf. Bereits im Vorfeld hatten die DIG AG Köln und das Jüdische Forum in der CDU NRW gegen die Albanese-Show in der Domstadt protestiert. In einer diesem Blog vorliegenden Strafanzeige wird Albanese üble Nachrede (§ 186 StGB), Verleumdung (§ 187 StGB) und

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