Spliff, Mittwoch, 6. Dezember, 20.30 Uhr, Mythos, Castrop-Rauxel.
Ein Sozialdemokrat ist gegangen

Franz-Josef Drabig, der langjährige Vorsitzende der Dortmunder SPD ist gestorben. Mit ihm hat die SPD nicht nur einen engagierten und erfahrenen Politiker, sondern einen richtigen Sozialdemokraten, einen alten Sozi der Klartext redete, der sich auch mit den mächtigen in seiner Partei anlegte und dem das grüne Chichi, mit dem die SPD in den vergangenen Jahren in die Bedeutungslosigkeit abglitt, kulturell zutiefst zuwider war.
Mit kaum jemanden konnte man so lange und laut über Politik streiten wie mit Drabig. Er kämpfte mit offenem Visier und ganzem Herzen für das woran er glaubte: Das eine Stadt ihren Bürgern eine Chance geben musste. Das Politik sich auch kritisieren lassen muss und dass man nie so blöd sein darf zu glauben, was in den eigenen Broschüren steht. Drabig war robust, wenn es gegen Nazis ging, war niemand der zurückwich
Ein arrogant vollführter Pinselstrich – eine Anekdote

Je mehr ich mich in meine Studien verbohrte, mit ungezählten Stunden in der Uni-Bibliothek und mit der Erarbeitung von zahllosen Konzepten, unter anderem auch für Seminarveranstaltungen, die ich unter Studenten für Studenten mitausrichtete, wurde ich gesellschaftlich kaum noch ertragbar. Ein wichtiges Element gesellschaftlichen Lebens, das seichte Geplauder, war mir stets schwer gefallen, nun zeitlich nicht mehr zu vollführen. Auch meine Sprache änderte sich. Gesellschaftlich üblich war ein Geplapper. Ein Denken zu behandeln, von wem auch immer, obwohl nur Sprache zugänglich war, galt mir – und gilt mir weiterhin – als ein verfehlter Übergriff.
Der Ruhrpilot

AfD: Kritik an Wasserwerfer-Einsatz gegen AfD-Gegner wächst… HAZ
AfD: Die Macht der Völkischen… Taz
AfD: Essener ex-Sozi Reil in Bundesvorstand gewählt… Waz
Bochum: NRW-Erstaufnahme für Flüchtlinge geht heute in Betrieb… Waz
Asyl: Immer mehr Klagen von Flüchtlingen erfolgreich… Tagesschau
Dortmund: Pflege-Notstand in Kliniken… RuhrNachrichten
Korea: USA und Südkorea beginnen gemeinsames Manöver… FAZ
Deniz Yücel: Nicht mehr in Einzelhaft… Welt
Altena: Bürgermeister macht Hetze im Netz für Attacke mitverantwortlich… FAZ
DARK: Düstere Mystery darbt an deutschen Darstellern

Endlich ist es soweit: Mit „Dark“ bringt der Streaming-Dienstleister Netflix die erste Serie in deutscher Eigenproduktion heraus. Dabei wurde schon im Trailer deutlich, dass sich die Produzenten am Publikumsliebling „Stranger Things“ orientiert haben. Nehmen wir etwa den Plot: In der verlassenen Kleinstadt „Winden“ verschwindet ein Junge auf mysteriöse Weise im Wald. Es stellt sich heraus, dass er in einer Zwischenwelt, die sich in den 80er Jahren befindet, gefangen ist. Dazu kommen pubertierende Jugendliche als Handlungsträger, die im 80er-Schick mit flackernden Taschenlampen und zu gruseligem Synthie-Sound alleine im Wald und in unterirdischen Höhlen umherirren. Eine Rezension von Judith Sevinç Basad.
Die Wahrheit, und wie sie mir zerfiel – eine Anekdote

Anekdoten könnten mit Wahrheit nicht einmal etwas aus der Ferne zu tun haben, auch dann nicht, falls es Wahrheit geben würde, zumindest der logischen Möglichkeit nach. Anders in den Wissenschaften: Gleich im ersten meiner Duisburger Semester, im Analysekurs „Formen des Wissens“, einer Seminar-Veranstaltung, die ehemalige Schüler auf die wissenschaftliche Arbeit vorbereiten sollte, stieß ich in einer der Fußnoten eines erörterten Textes auf den Verweis zu Tarskis semantischer Wahrheitstheorie. Es erstaunte mich, wie relativ direkt ich an der Duisburg Uni zu einer wissenschaftlich zentralen Sache gelangen konnte. Ich entschloss mich, dem Verweis zu folgen, zeitlich bis in die Weihnachtsferien hinein.
Natürlich war zu diesem Engagement eine Eigeninitiative erforderlich, und eine Wissbegierde, die besonders nach der leidigen Erfahrung rationaler Esoterik in mir hemmungslos war. Diese emotionale Komponente wird bildungspraktisch häufig unterschätzt. Der junge Mann gierte nach Wissen!
Der Ruhrpilot

Gelsenkirchen: Ein Elend, zum Trinken nach Bochum… DerWesten
Popkultur: Düster und gut? Dark Die Welt
Geflüchtete: Neuorganisation der Erstaufnahme in NRW DerWEsten
Dortmund: Pflegenotstand in Krankenhäusern… Ruhrnachrichten
BVB-S04: Polizei reagiert auf Kritik der Fans… Ruhrnachrichten
Köln: AFD ausgedruckt… RP
Kroatien feiert Kriegsverbrecher. SPON
Wir und Heute Unterwegs – GroKo: Opposition ist keine Reha
Heute sind Martin Kaysh und David Schraven mit dem Familienpodcast „Wir und Heute“ in Recklinghausen unterwegs, im Ruhrfestspielhaus. Sie treffen Michael Vassiliadis, den Chef der Bergarbeiter-Gewerkschaft IG BCE. Es geht um Kultur im Klassenkampf – warum die Hamburger für Kohle spielen. Den Klimawandel – warum die IG BCE dafür ist, die Braunkohleverstromung in absehbarer Zeit zu beenden (2050 oder so). Die Große Koalition – was man machen muss, wenn man weiß, was man ändern will und wie man es ändern kann. Vassiliadis sagt: „Opposition ist keine Reha“. Man kann den Spruch interpretieren als Weckruf an die SPD, Verantwortung in der Regierung zu übernehmen. Lieber GroKo – als schlecht regiert werden. 45 Minuten mit einem Realisten.
Zu den anderen Folgen des „Wir und Heute“-Podcastes – und zum Abo des YouTube-Kanals geht es hier.
Die Hörversionen des Podcasts, sowie die Abos für iTunes und Spotify sind hier zu finden.
Kassierer
Die Kassierer, Samstag, 2. Dezember, 20.30 Uhr, Turock, Essen.
VfL Bochum unterstützt Westfalia Herne
Der VfL Bochum 1848 bietet Nachbarschaftshilfe an: Die Blau-Weißen unterstützen die in Not geratene Westfalia aus Herne, die aufgrund der Renovierung am GermanFLAVOURS Park (dem ehemaligen Stadion am Schloss Strünkede) bis ins kommende Frühjahr hinein keine Möglichkeit hat, zuhause zu spielen oder zu trainieren. Vereinbart ist, dass der VfL zu einem Benefizspiel bei der Westfalia antritt, sobald der neue Kunstrasenplatz in Herne fertig gestellt ist. Bis dahin greift er dem Oberligisten finanziell unter die Arme.
Die Situation ist vertrackt: Aufgrund von Bauverzögerungen ist Westfalia Herne derzeit heimatlos. Der GermanFLAVOURS Park wird derzeit von einem Naturrasen- in einen Kunstrasenplatz umgebaut. Allerdings verzögern sich die Arbeiten voraussichtlich bis in den Mai 2018 hinein. Für den derzeitigen Tabellenachten der Oberliga Westfalen fallen dadurch nicht nur Zuschauereinnahmen und Sponsorengelder weg, auch sportlich muss sich die Westfalia im Trainings- und Spielbetrieb neu orientieren und um eine feste Bleibe kämpfen. Für die Aufstiegsambitionen bedeutet das einen herben Dämpfer.