SZ Bochum solidarisiert sich mit dem AZ Köln

Foto: AZ Köln

In Köln beweist das AZ in Kalk Tag für Tag wie Graswurzel-Engagement funktioniert. Doch die Bezirksverwaltung hat nichts besseres zu tun, als, ganz im Sinne von ProKöln, den Rausschmiss der AZler zu beschließen. Das SZ Bochum meldet sich jetzt mit einer Solidaritätsbekundung zu Wort und trifft dabei den richtigen Ton.

Was ist denn da wieder in Köln-Kalk los? Es ist erschreckend was sich in Köln-Kalk zusammenbraut. Eine konservative Front von der Mitte bis rechts außen – von der SPD bis zur rassistischen ProKöln – will das Autonome Zentrum Köln abreißen.

Das Autonome Zentrum bekommt kein Geld von der Stadt und übernimmt damit praktisch unentgeltliche Stadtteilarbeit, und doch versucht man mit allen Mitteln das Projekt zu zerstören. Ausschlaggebend sind nicht etwa an den Haaren herbeigezogene Gründe wie bspw. Lärmbelästigung, mit der auch jede gutbürgerliche Kneipe Probleme hat. Es ist gerade der Erfolg, der das AZ für die Bezirksverwaltung so unangenehm macht. Schon lange ist das AZ überregional bekannt und hat ein breites selbstorganisiertes Kulturangebot etabliert. Das Programm wird nicht nur hervorragend angenommen, sondern motiviert auch viele junge und

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Esoterik, Verschwörungstheorien und, natürlich, Nazis: Die Mondverschwörung (Filmtipp)

Ach, das Internet. Zwischen dem ganzen digitalen Grundrauschen aus Meinungen, Werbung und Pornographie stolpert man dann doch häufig über außergewöhnliche Dinge. Als ich neulich wiedermal eine Folge Hoaxilla hörte, wurde ein Film von Thomas Frickel namens „Die Mondverschwörung“ erwähnt, und das, was es zu hören gab, klang ziemlich interessant, hier der Trailer:

[youtube kKWIjj5RWI0]

Dennis R. D. Mascarenas ist TV-Jounalist und arbeitet für DDC-TV, ein deutschsprachiges Programm in den USA. In „Die Mondverschwörung“ begibt er sich auf eine journalistische Reise durch ein Deutschland, das viele von uns bisher so wohl noch nicht kennenlernen durften. Oder mussten. Die naiv-kindliche Art und Weise, auf die Mascarenas seine Fragen stellt, entlockt den Interviewpartnern ausschweifende Erklärungen ihrer Theorien, mit denen sie sich dann selbst bloßstellen dürfen. Erschreckend und überraschend ist, wie nah esoterische Fantasien inzwischen an demokratiefeindliche Ideen heranrücken, a la Nazis From Atlantis Going To The Moon.

Leider läuft der Film zur Zeit nur in ausgewählten Programmkinos, demnächst erscheint aber, wenn denn genug Leute Crowdfounden, eine DVD. So lange kann man sich aber schonmal mit den kurzen Clips bei YouTube einen

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Hitler, Steiner, Mussolini – Anthroposophie und Faschismus, gestern und heute

Berlin, 24. Februar 2012 – Waldorfschulen und Anthroposophie versuchten, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, wie es in einem Memorandum der Vereinigung der Waldorfschulen an Rudolf Hess offenbar wird:

"La Difesa Della Razza" übersetzt: "Die Verteidigung der Rasse"

Man erklärte, dass Waldorfschulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischem Staat im Großen anstrebt“.1 Wurde die Anthroposophie von den Machthabern in Deutschland letztlich als weltanschauliche Konkurrenz wahrgenommen, so war sie in Italien eine willkommene „spirituelle“ Ergänzung des Faschismus. Hier konnten Anthroposophen ihren Traum von der „überlegenen arischen Rasse“2 ausleben, und daran arbeiten, Rudolf Steiners programmatische Aussage „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“3 zu verwirklichen. Zur Anthroposophie im italienischen Faschismus und ihrer anthroposophischen Rezeption heute. Von Andreas Lichte.

 „Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses grossen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.“4

So das Fazit von Ettore Martinolis Artikel „Ein Vorankünder des neuen Europa: Rudolf Steiner“, in dem er vor allem die

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Griechenland: Aus dem Leben eines kretischen Schulbusfahrers

Haus in Paleochora Foto: Reinhold Karn Lizenz: GNU ab 1.1/CC

Wie trifft die Krise die  einfachen Menschen in Griechenland? Ein Gastbeitrag von Susanne Krueger, Radio Kreta, Paleochora

Ein Abend im Oktober 2011. Gemeindeversammlung in einem südwestkretischen Dorf, alle sind da. Thema: die Krise und ihre Auswirkungen auf die Gemeinde und ihr Budget Der Bürgermeister verkündet eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Kürzungen hier, Abstriche da, kein Geld mehr für Leistungen, wie z.B. den örtlichen Schulbus. Unser kleines Dorf im Südwesten Kretas hat zwar nur knapp 2.000 Einwohner, dafür aber eine Grund- und Hauptschule, sowie ein Gymnasium. Und auf diese Schulen gehen auch viele Kinder aus den umliegenden Dörfern. Diese wurden bis dato vom gemeindeeigenen Schulbus zur Schule und wieder nach Hause gebracht. Doch dafür war im Oktober 2011 kein Geld mehr da. Ein Raunen ging durch die Menge, denn dass hiergegen etwas unternommen werden musste, war klar.

Auch die Einwohner unseres kleinen kretischen Dorfes kennen keinen Spaß, wenn es um das Wohl und die Bildung ihrer Kinder geht. Fazit: „Das geht gar nicht! Wenn die Gemeinde (also die Politik) das nicht mehr leisten kann, machen wir das halt selbst – wie so vieles.“ Der Bürgermeister beschwichtigte, dass das ja nur eine Übergangssituation sei, aber, „ja, ähm, ob nicht eventuell… hmmmm…. Manoli, du hast doch so ́nen Bus, ob du nicht vielleicht…?“ Und nun kommt unser Protagonist Manolis, bürgerlich Emmanouil L.* ins Spiel. Selbst passionierter Familienvater (3 kleine Kinder, 2 davon

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Hilfstransporte von Deutschland nach Griechenland

Durch die Krise hat sich die Lebenssituation in Griechenland für viele Menschen dramatisch verschlechtert. In Deutschland wird um Spenden für Griechenland geworben.

Der Zusammenbruch der griechischen Wirtschaft hat viele Griechen in die Armut gestürzt. Die Situation ist für Teile der Bevölkerung so dramatisch, das es in Deutschland jetzt eine Initiative gibt, die Hilfstransporte nach Griechenland organisiert.

Norddeutschland hilft Griechenlandsammelt Geld und Sachspenden für in Not geratene Griechen. Benötigt werden zur Zeit nach Angaben der Organisation Babynahrung, Haltbare Konserven (Dosensuppen, Dosenfisch und ähnliches), Nudeln, Reis, Mehl, Speiseoel, Zucker, Kartoffelpüree, Tee oder Teebeutel, Kaffee, Trockenmilchpulver, Magarine, Schokolade, Seife, Haarwaschmittel, Zahnpasta, Toilettenpapier, Waschpulver und Damenbinden/Tampons. Auch Rollstühle und Kleidung werden benötigt.

Die Initiative plant einen Hilfskonvoi nach Griechenland zu entsenden.

 

 

 

Vom Secessionsgebäude lernen, oder: Gebt die Wand frei!

Auch Kunst, aber legal: Das Wiener Secessionsgebäude. Foto: CC BY 2.0, Juan Antonio Flores Segal, via Flickr

Zugfahrten sind langweilig. Das heißt, wenn man nichts zu tun hat. Man könnte etwa Zeitung lesen, oder Musik hören. Fehlt es hingegen an derlei Dingen, bleibt nur der meist melancholische Blick aus dem Fenster. Und das ist nun mal recht unspannend. Es sei denn, man nimmt zur Kenntnis, dass Bahnstrecken zu großen Teilen riesige Kunst-Galerien sind, und diese Kunstform nennt sich Graffiti. Klar, eigentlich habe man natürlich nichts gegen „schöne Bilder“, aber für die „Schmierereien“ habe man kein Verständnis, schon gar nicht, wenn Privathäuser als Leinwand dienen. Diese „egomanen Selbstdarsteller“ solle man die Wände „mit ihrer Zahnbürste reinigen“ lassen. Solche Sätze bekommt man oft zu hören, wenn man sich auf Diskussionen einlässt. Ich weiß noch, wie ich mich mal nach einer durchfeierten Nacht zu einem gewagten Gesetzesübertritt hinreißen ließ. Ich trug einige Milliliter weinrote Farbe  auf einen dreckigen, vergammelten Stromkasten auf. Natürlich tut es mir sehr leid, wie konnte ich nur? Die Reaktion des unvermeidlichen Richters steht exemplarisch für den Verlust von Relationen, die Frage, was „Kunst“ ist, und letztlich für einen Generationenkonflikt.

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Wulff: 22 offene Stellen für den bald ehemaligen Bundespräsidenten

Christian Wulff Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Aufhebung der Immunität von Bundespräsident Christian Wulff beantragt. Der Verdacht: Vorteilsannahme im Amt

Damit ist klar: Wulff wird sich kaum im Amt halten können. Ein Bundespräsident gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, ist eigentlich nicht vorstellbar. Obwohl, warten wir es ab: Wulff hat die Maßstäbe für Anstand im Amt schon in den vergangenen Monaten eifrig verschoben. Vielleicht kommt er ja auf die Idee das Amt ruhen zu lassen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Zuzutrauen ist ihm vieles. Aber es gibt auch gute Nachrichten für Wulff: Auf dem  Arbeitsmarkt sieht es für ihn gar nicht so schlecht aus – falls er denn bald einen Job sucht. Aktuell sind auf Monster.de 22 Stellen für Juristen in Niedersachsen frei:

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Wie sich die New York Times wieder auf den Kriegspfad begab

Im Visier? Menschen in Isfahan

In den ersten Januar-Tagen platzierte die New York Times sehr prominent einen Bericht von einem Besuch auf dem amerikanischen Flugzeugträger John C. Stennis im Golf von Oman. Es sei alles ruhig, schrieb der Korrespondent. Die Mannschaften erledigten gelassen ihre Aufgaben auf dem Schiff, dessen Bomber die Bodentruppen in Afghanistan unterstützen. Keine Panik auf dem Flugzeugträger? Alles Routine? Der Nachrichtenwert dieses Berichts: null. Null komma null. Warum hat die Zeitung diesen Bericht gedruckt, und dann auch noch ganz vorne?

Die New York Times ist wieder auf dem Kriegspfad. Sie schlägt die Trommeln und schmiert sich Kriegsfarbe ins Gesicht. Sie tanzt ums Lagerfeuer, sie ruft die Geister der amerikanischen Ahnen herbei.

Der iranische Verteidigungs-Minister hatte erklärt, das Land würde die Durchfahrt der Stennis durch die Straße von Hormuz verhindern, sollte diese in den Persischen Golf zurück kehren wollen. Eine Replik auf die verschärften Sanktionen, die Barack Obama zuvor durch gesetzt hatte. Es ist Vorwahlkampf in den USA, fast alle Präsidentschafts-Kandidaten der Republikaner werben mit einem Angriff auf den Iran um Stimmen bei den Vorwahlen. Diese Flanke wollte Obama im Wahljahr mit den

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Wetten Dass?: Drei Alternativen zu Lanz

Markus Lanz – man muss weder ein großer Gottschalk noch ein großer „Wetten dass?“ Fan sein, damit diese Nachricht erschüttert. 

Ich dachte immer Beckmann und Kerner würden die Tiefpunkte der Fernsehunterhaltung definieren – bis ich im Januar 2010 in der Ruh2010-Show Lanz sah. Geschüttelt von Krämpfen verfolgte ich eine der elendsten Fernsehsendungen, die ich je geschaut habe. Und ich konnte noch wegschalten, weil ich darüber schreiben musste. Es sollte Frühjahr werden, bis ich wieder feste Nahrung zu mir nehmen konnte.

Und jetzt das: Lanz wird Nachfolger von Gottschalk bei „Wetten dass?“. Dem kann man nicht aus dem Wege gehen. Sicher, „Wetten dass?“ werde ich künftig nur schauen, wenn ich eine Schnelldiät machen will, aber Lanz wird einen jetzt monatelang im Internet und in allen Zeitungen und Magazinen verfolgen.

Dabei hätte es Alternativen gegeben. Welt-Kompakt schlug vor ein paar Wochen Achim Mentzel vor. Wäre lustiger als Lanz gewesen. Ein Ossi, der dank Schnurrbart auch als Herner durchgegangen wäre. Den hat aber niemand gefragt.

Oder Chalie Schultz, der Chef der Boxbude auf der Cranger Kirmes. Kein schlechter Mann. Erfahrener Live-Moderator. Kann auch eine Frau sein – Lanz-Ex zum Beispiel. Birgit Schrowange. Die macht wieder Werbung für Adler, die ist wenigstens nicht teuer. Alles, alles nur nicht Lanz.