
Als im Dezember bekannt wurde, dass die Buchhandlung Stern-Verlag in Düsseldorf Ende März schließt, waren viele Leser in der Landeshauptstadt erschüttert. Der Stern-Verlag war eine Institution. Doch ist sein Ende beispielhaft für die Situation des Buchhandels in Nordrhein-Westfalen?
„Nein“, sagt die freundliche Dame am Telefon, „Herr Janssen steht für Interviews nicht zur Verfügung.“ Klaus Janssen ist der Geschäftsführer und alleinige Inhaber des Buchhaus-Stern Verlag in Düsseldorf. Der Stern-Verlag war in Düsseldorf eine Instanz, Ende März wurde das Geschäft geschlossen. Das Traditionshaus wurde 1900 gegründet. Auf gut 5000 Quadratmetern gibt es Ratgeber zur Autoreparatur über Romane bis zu den Klassikern der griechischen Philosophie alles, was an gedrucktem Papier zwischen zwei Buchdeckel gepresst werden kann. Janssen sagte der Rheinischen Post im Dezember, eine Buchhandlung dieser Größe sei wirtschaftlich nicht mehr zu führen.





Als Düsseldorf 2005 durch den Verkauf seiner RWE-Aktien alle Schulden abbauen konnte, fand das im Ruhrgebiet keine Nachahmer. Thomas Eiskirch (SPD), heute Oberbürger in Bochum und damals bereits Landtagsabgeordneter, sagte 2007, als sich die Bochumer CDU dafür aussprach, dem Weg Düsseldorf zu folgen: „Es ist mir völlig unverständlich, wie man so über einen Verkauf von Anteilen von RWE nachdenken kann. Dies zeigt ein völlig falsches Verständnis von nachhaltiger Wirtschafts- und Energiepolitik bei der Bochumer CDU und macht obendrein deutlich, dass die Erfordernisse zukunftsfester Kommunalpolitik bei der Bochumer CDU offenbar schlichtweg nicht verstanden worden sind.“

