
Wie viel Kreativität mit der Streikkultur verbunden ist, zeigt die Ausstellung „Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf“, die vom 13. Juni bis 4. Oktober im Kunstmuseum Gelsenkirchen läuft. Die internationale Gruppenausstellung zeichnet nach, wie Künstler von der Moderne bis in die Gegenwart Arbeitskämpfe thematisieren – dokumentarisch, poetisch, kritisch, radikal, solidarisch oder aus eigener Betroffenheit.
Anfang des 20. Jahrhunderts rückt die Kunst den Kampf der arbeitenden Klasse gegen soziale Missstände in den Fokus. In Gelsenkirchen gehört dazu auch ein feministisches Kapitel des Arbeitskampfes: Arbeiterinnen erstritten Anfang der 1980er Jahre Lohngleichheit und wurden damit Teil einer europaweiten Bewegung, zu der auch die von Künstlerinnen initiierte Kampagne „Lohn für Hausarbeit“ in Italien zählt. Die Schau zeigt unterschiedliche künstlerische Perspektiven und Praktiken des Arbeitskampfes und nimmt zugleich die vielfältigen Überschneidungen zwischen Protestästhetiken in Kunst und Alltag in den Blick.