[HIDDEN ORCHESTRA & POPPY ACKROYD sind urban urtyp #28 / Christuskirche Bochum]

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>> Wie immer sonntags, wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 Euro.

Morgen das letzte Konzert vor der Urban Urtyp Sommerpause!

Musik, daran muss man in Zeiten des iPod ab und an erinnern, ist nie nur da, sie muss hergestellt werden. Wer sie hören will, muss sie aus dem befreien, was sie gefangen hält, aus Materialien wie Holz, Naturdarm oder Blech. POPPY ACKROYD  –  kein Künstlername  –  kommt aus London und hat gerade bei Denovali  –  dem Bochumer Label  –  ihr erstes Solo-Album herausgebracht. Ihre Art, Töne aus Materialien zu befreien –  den klassisch bürgerlichen: Klavier und Geige –  und aus solchen Tönen Musik zu formen, hat ihr allerohren Vergleiche eingespielt mit Hauschka, Nils Frahm, Max Richter.

Große Namen, weil das, was Ackroyd macht, großes Kino ist: Sie ist festes Mitglied im HIDDEN ORCHESTRA, und dieses fünfköpfige Orchester aus Edinburgh kann abendfüllende Filme drehen. Wobei Hidden Orchestra eben nicht bedeutet, dass sich hinter der Leinwand ein Orchester versteckt, es bedeutet: Das Orchester steckt in deinem Kopf. Und dort, im Kopf, spielt sich anderes ab als das, was auf der Bühne passiert. Auf der Bühne sieht man Materialien: Tasten, Saiten, Soundgeräte, dazu zwei voll ausgestattete Drum-Sets. Im Ohr hat man etwas, das an Triphop erinnert und an klassische Musik: langsame Basslinien und entspannte Rhytmen, in organische Sounds gehüllt, von akustischen Instrumenten umflattert. Aus dem, was man sieht und was man hört, entwickelt sich dann aber ein Film, bei dem man bald nicht weiß, wer die Regie führt im eigenen Kopf. Und das ist ja eben, was großes Kino kann: eine Geschichte erzählen, die man nicht kennt, das aber so, als ob es die eigene sei.

Ist solche Musik Avantgarde? Ambient? Nur was für Studierte? Nun, das Ganze ist derart verschraubt, dass jeder und jede es nachvollziehen kann. Für diese Fähigkeit wurden Hidden Orchestra immer schon verehrt: dass ihre Musik beides sei, hoch komplex und zugänglich für alle. Ziemlich ruhig, ziemlich dramatisch. Diese Leute haben klassische Musik studiert, das ist schon mal klar. Auch so gesehen kein Wunder, dass sie  –  solo wie als Band  –  in Bochum bei Denovali veröffentlichen und bei urban urtyp spielen: Bochum ist eine Uni-Stadt.

Und URBAN URTYP, die Indie-Reihe dieser Uni-Stadt, schließt mit diesem Konzert die dritte Spielzeit ab. Was ja nie jemand gedacht hätte, dass es jemals soweit kommen würde. Nach 28 Konzerten aber hat das Team, das urban urtyp macht, nicht weniger, nur mehr Ideen. Viele Orchester, die im Kopf von vielen spielen. Es wird eine vierte Spielzeit geben.

Weitere Informationen auf der Seite der Christuskirche Bochum !

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