Impfpflicht: Mit Schiefer klappt`s!

Das deutsche Zukunftsmedium: Schiefer (Quelle: Photo by jens schwan on Unsplash)

Viel wurde über eine Impfpflicht diskutiert. Das moralische, ethische, verfassungstheoretische Für und Wider abgewogen. Es wurde überlegt, wie ein entsprechender Antrag in den Bundestag eingebracht werden sollte, ob als Antrag der Regierung, von einzelnen Abgeordneten, und welche Rolle das Bundesgesundheitsministerium mit dem aktuellen Lockerungsminister Lauterbach dabei spielen solle, kann, muss. Nun greift die normative Kraft des Faktischen: Papiermangel.

Es wäre eine wunderbare Satire, wenn es nicht eben die Realität wäre: Die Gesetzlichen Krankenkassen halten eine Impfpflicht für nicht durchführbar, weil es an Papier mangelt. An Papier mangelt. Im Jahr 2022. Dazu fällt einem eigentlich nicht viel zu ein. Zurecht hagelt es im Netz Häme und Unverständnis. Selten wurde deutlicher wie abgehängt Deutschland ist.

In einer Zeit, in der vom kleinsten Betrieb bis zum Großkonzern, vom Kind in der Grundschule bis zu hochbetagten Greisen das Internet, Emails und wasauchimmer selbstverständlichst nutzen, fehlt es den Krankenkassen an Papier. Auf Idee, dass allerspätestens jetzt der Zeitpunkt für eine grundsätzliche digitale Revolution ist – und mit „jetzt“ ist vor 10 Jahren gemeint, spätestens aber mit Beginn der Corona-Pandemie – kommt gleichwohl niemand.

Die Versorgung mit Schiefer ist gleichwohl – wenn eine erste kurze Recherche im Internet (diesem Ding mit Bits und Bytes) stimmt – sichergestellt. Vielleicht wäre das ja ein besserer Weg. Schiefer ist ein nachhaltiges Produkt: für Schiefer müssen keine Bäume sterben, und noch nach Jahrhunderten, gar Jahrtausenden, sind Schriftzeichen auf Schiefer sicher zu erkennen. Schiefer ist dokumentenecht, es ist kaum verfälschbar, und hält Licht und Wasser Stand. Nur weil andere Staaten seit längerem selbstverständlich Digitales nutzen, muss das doch für Deutschland nichts heissen! Sollen die anderen sich doch von elektronischen Medien abhängig machen.

Deutschland ist Schieferland! Es gibt eigene Abbaugebiet, und wenn die versiegen, ist Schiefer in vielen vielen anderen Ländern verfügbar. Eine Abhängigkeit von einem Lieferanten ist bei Schiefer nicht befürchten. Darüber hinaus kann auch die Schieferinfrastruktur nicht einfach durch einen Hackerangriff, im Einzelfall höchstens durch einen Hackenangriff, gestört werden.

Zudem ist Schiefer allen Bürgern vertraut, es ist seit langer Zeit erfolgreich im häuslichen Umfeld vertreten, und auch ein Anti-Schiefer-Aktionismus ist nicht bekannt. Zumindest einstweilen – sicherlich wird es Protestbewegungen gegen Schiefer geben; aber die gibt es in Deutschland gegen alles!

Sicher schreiben – let Schiefer serve!

 

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11 Kommentare

  1. #2 | Helmut Junge sagt am 22. März 2022 um 12:33 Uhr

    Ich habe die vierte Impfung erfogreich hinter mir. Keine Veränderung meines Körperbaus bisher, kein Reptil geworden, überhaupt keine Beschwerden. Aber bei einem Gespräch mit meinem Nachbarn haber ich viel über die Gefahren gehört. Alles solche Sachen, von denen ich vorher nie gehört hatte. Auch hier im Blog nicht. Diese Nachbarn lassen sich nicht impfen! Diese Diskussion hat mich an all die vielen Diskussionen über Fußball erinnert. Da bin ich auch nach wenigen Sätzen nicht mehr ernstgenommen worden. Mir ist deshalb klar, daß es ca. 70% Impffreunde und ca. 30% Impfgegner gibt. Dieses Zahlenverhältnis kann man als Eichmarke benutzen. Das ist stabil. Und käme es zur Impfpflicht, wächst die Zahl der Impfpflichtgegner, nicht die Zahl der Impffreunde. Das schon deshalb, weil etliche Impffreunde nicht glauben, daß eine Impfpflicht notwendig ist.

  2. #3 | P. D. sagt am 22. März 2022 um 16:04 Uhr

    Vom Taunus bis in die Eifel, vom Hunsrück bis ins Sauerland freuen sich jetzt die Bewohner des rheinischen Schiefergebirges, denn deren Renaissance ist jetzt da. Die haben wahrscheinlich eh schon gewusst, dass man Schieferplatten auch scannen kann (FAX!), man auch Löcher reinbohren (Lochkarte!) und mit den benutzen Platten sogar noch eine Häuserfassade bauen kann! Mach das mal wer mit Druckerpapier!

  3. #4 | Wolfram Obermanns sagt am 22. März 2022 um 16:45 Uhr

    Eine Impfpflicht ist in Deutschland so gut umsetzbar wie Abgasnormen. Falls also ein ausländisches Gericht strafbewehrt deutsche Institutionen verurteilen kann, dann wird das vielleicht was.

    Eine der Altlasten der Groko ist die unglaubliche disfunktionale öffentliche Hand. Schon länger werden Gesetze ausschließlich für's Schaufenster erlassen, an eine reale Umsetzung ist schon von vorhinein her gar nicht mehr gedacht.

    Nun also ist Papiermangel bei den Krankenkassen der Hinderungsgrund. Dies aber wahrscheinlich auch nur, weil die Umsetzungsverordung zur Impfpflicht, eine PAPIERENE
    Dreifachdokumentation der Impfung,
    eine Doppeldokumentation zur Einhaltung des Datenschutzes zzgl. Einverständniserklärung,
    vierseitigem Anschreiben an die Impflinge mit Bußgeldkatalog,
    Widerspruchsformular für bereits geimpfte,
    Widerspruchsformular für gesundheitliche Impfhemmnisse,
    Widerspruchsformular aus religiösen Gründen,
    Aufklärungstexte zur Impfung,
    Belegbögen zum Versand der Schreiben,
    Emfpangsdokumentation der Widersprüche (Achtung Papierersparnis: natürlich ohne bestätigungsschreiben für die Widersprechenden!),
    sechseitiges Erinnerungsschreiben mit dem Bußgeldkatalog einschließlich verwaltungsrechtlicher Implikationen,
    Mahnschreiben und
    Dokumentation der Einstellung des Verfahrens wegen Zwecklosigkeit
    verlangt.
    (Auch der gesamte mitteldeutsche Schiefergürtel würde da nicht für reichen.)

    Ein Impfregister, das überhaupt erst Rechtssicherheit schaffen könnte, ist meines Wissens auch nicht vorgesehen. Von daher ist ohnehin nur eine Impfpflichtsimulation in Planung.
    Much ado about nothing 2022. Der Literaturnobelpreis 2022 geht an Lauterbach, nicht wegen der Qualität der Prosa, aber diese Menge…

  4. #5 | Helm-Hutter sagt am 22. März 2022 um 16:46 Uhr

    sehr geehrter Herr Bartoschek,
    Ich hoffe Sie lassen sich regelmäßig boostern?!
    Zu Ihrem Besten: drücken Sie sich nicht!
    Denn: entweder sterben alle bis März oder sie werden geimpft sein. (Zitat Jens Spahn 11/21).

  5. #6 | Berthold Grabe sagt am 22. März 2022 um 19:20 Uhr

    Nun ja, die Mischung aus Kapitalismus und Planwirtschaft, die wir pflegen führt zwangsläufig zu ähnlichen Zuständen wie die sozialistische Wirtschaft, das schreibe ich schon seit ein paar Jahren, aber ernst will das niemand nehmen, weil die meisten Fachleute vom Kopf bis zu den Hüften in den Systemen stecken und nicht auf die Idee kommen mit gesundem Menschenverstand mal von außen aufs Ganze zu schauen.
    Es gibt einen Unterschied zwischen Kapitalismus und Marktwirtschaft.
    Der Kapitalismus strebt keine Vollversorgung an, sondern Gewinnmaximierung und man maximiert keine Gewinne mit einer Vollversorgung, weil das Verzicht auf hohe Margen bedeutet.
    Deshalb gab es die soziale Marktwirtschaft, die eine marktwirtschaftliche Bedarfswirtschaft ist und so kapitalistische Mangelwirtschaft vermeidet.
    Weshalb es auch nicht sinnvoll ist Krankenhäuser zu Privatisieren, denn das heisst Gesundheitsleistungen zu verknappen und somit nicht mehr für jeden zugänglich ist.
    Auch die aktuellen Mangelerscheinungen haben viel mit kostenrechnerischer Verknappung zu tun, Es lohnt für Unternehmen nicht Reserven vorzuhalten, sie mindern den Gewinn, was so lange gut geht wie es ökonomisches Schönwetter gibt.
    Teile des Booms der letzten Jahre waren also nur geborgt, auf Kosten solcher Reserven

  6. #7 | ke sagt am 22. März 2022 um 19:26 Uhr

    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Kassenärztliche Vereinigung die Papiervorräte für die nächsten Jahre für die Dokumentation in den Impfzentren verwendet hat.

    Da habe ich für eine Impfung mehr Papier gebraucht als in den letzten 5 Jahren im Job.

    Behörden und behördenähnliche Strukturen sind einfach noch nicht im Jahr 1995 angekommen.

  7. #8 | Berthold Grabe sagt am 22. März 2022 um 20:21 Uhr

    #7
    Es sind nicht die Behörden, sondern das Parlament, das aufgrund des hohen alters in der Vergangenheit lebt.
    Und selbst wenn Ihnen bewusst ist, das wir digitalisieren müssen, sind sie viel zu weit weg vom Thema und dessen Herausforderungen, dass sie auf jeden Verkäufer einfallen, der Ihnen viertklassige Systeme verkauft.
    Es fehlt also schlicht die Professionalität für neue Technik.

  8. #9 | Jori sagt am 23. März 2022 um 06:21 Uhr

    @#7: Sie haben natürlich wie alle modernen Bürger eine qualifizierte digitale Signatur und ein de-mail-Postfach/Servicekonto.NRW, damit Behörden Ihnen digitale Bescheide zustellen können und Sie mit Behörden rechtswirksam und vor allem papierfrei kommunizieren können, richtig?

  9. #10 | SvG sagt am 23. März 2022 um 08:14 Uhr

    @9. Selbst wenn dies der Fall wäre: Ich warte seit 20 Arbeitstagen, einer Fehlermeldung, zwei Telefonaten und mehreren Erinnerungsmails darauf, daß sich das kommunale Rechenzentrum wie versprochen bei mir meldet, weil ich bei der Anmeldung im Bürgerzentrum jedes mal in eine Fehlerschleife gerate. Die Bürger können und werden nur Angebote nutzen, die für sie leicht handhabbar sind und vor allen Dingen funktionieren.

  10. #11 | Reginald sagt am 23. März 2022 um 12:46 Uhr

    Bravo.Nach gefühlten Millionen von Kostendämpfungsgesetzen im Gesundheitswesen haben es also die Betriebswirtschaftler geschafft ein völlig kaputtes Gesundheitssystem zu etablieren.Die gehören vom Hof gejagt und sonst nichts.Unser Gesundheitssystem war super.Mittletweile ist es nur noch kaputtgespart.Hauptsache irgendwelche möchtegern-Kaufleute haben sich die Taschen vollgestopft.Dass jetzt so viele den Impfungen nicht vertrauen wollen ist ein Beweis für das mittlerweile fehlende Vertrauen in unser Gesundheitssystem.

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