Iran: Hysterische Vernichtungsdrohungen gegen Israel

Mohammad Reza Naqdi in Weltkonferenz über Frauen und islamisches Erwachen Foto (Ausschnitt): sayyed shahab-o- din vajedi Lizenz: CC BY 4.0


Je deutlicher wird, wie tief das iranische Regime in der Krise steckt, je hysterischer klingen die Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Damit kommt auch immer deutlicher das Wesen dieses Regimes zur Erscheinung. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

In den letzten Wochen überbieten sich förmlich Vertreter des iranischen Regimes in Kampfansagen gegen Israel und den Zionismus. Die minimale Zurückhaltung, die es mit Blick aufs Ausland in der Vergangenheit hier und dort noch gegeben haben mag, hat man längst aufgegeben.

Ganz besonders schrill klang jüngst ein hochrangiges Mitglied der Revolutionsgarden. Auf einer Ansprache erklärte General Mohammad-Reza Naghdi, hinter dem Zionismus stehe seit Jahrhunderten der Satan ganz persönlich als Instrukteur. Während der Leibhaftige Israel leite, läge das Schicksal des Iran in den Händen von Heiligen und es sei die Mission seines Landes „Licht in die Herzen der Menschen“ zu bringen und das „zionistische Regime“ zu zerstören.

Naghdi fasst hier akkurat zusammen, was eigentlich seit Machtantritt von Ayatollah Khomenei offizielles Staatsprogramm der Islamischen Republik ist. Nur wird dies zu gerne von  Anhängern von Dialog und Annäherung als „nicht so gemeint“ oder „etwas übertriebene Kritik an Israel“ abgetan, denn nimmt man ernst, was solche Leute sagen – und sie wiederum meinen es todernst – so müsste man anerkennen, dass es sich beim iranischen Antisemitismus um eine kosmische Angelegenheit handelt, ein apokalyptisches Ringen zwischen Gut und Böse, da die Sphäre von Politik längst verlassen hat.

Man müsste auch anerkennen, dass dieser Antisemitismus sehr viel mit dem Weltbild der Nazis teilt, die ja auch mit den Juden all jene globalen Kräfte vernichten wollten, die Volksgemeinschaft, Frieden und Harmonie zerstören.

Was den Nazis das Weltjudentum war, ist der Zionismus  für die Ideologen der Islamischen Republik: Ein Prinzip, Verkörperung des Bösen, das, um die Welt zu retten, zerstört und ausgerottet werden muss. Diese Mission steht über allen anderen Zielen und notfalls erfordert sie eben große eigene Opfer.

Natürlich ist so eine Mission auch nicht verhandelbar, sie ist vielmehr ein göttlicher Auftrag bei dem es auch darum geht, sich täglich gegen die Kräfte des Satans, die überall lauern, zu erwehren. Der Satan lenkt nicht nur Israel, sondern auch die USA und, wir wissen es zu gut auch aus europäischer Geschichte, findet unter Frauen besonders leichte Opfer. Sie lassen sich dann leicht verführen, etwa den Hijab abzulehnen und sich teuflisch-westlichen Sinnenfreuden hinzugeben.

Aus deutscher Geschichte wäre angesichts solch eliminatorischen Wahns zu lernen, dass je bedrängter diese Regimes sind, je stärker verfallen ihre Führer dem Wahn, fühlen sie sich doch nur in dem was ihnen geschieht nur bestätigt, dass die satanische Kräfte, denen sie so mutig den Krieg erklärt haben, zum Endkampf rüsten.

Deshalb sei, kurz vor dem Jahrestag seines Suizids im Führerbunker, daran erinnert, dass Hitlers letzte Worte, niedergelegt in seinem Testament, als schon russische Granaten auf die Reichskanzlei fielen, sich fast ausschließlich um dieses Thema drehten und er hoffte, dass „sich der Haß gegen das letzten Endes verantwortliche Volk immer wieder erneuern (werde), dem wir das alles zu verdanken haben: dem internationalen Judentum und seinen Helfern!“ Schließlich sei es „der eigentlich Schuldige an diesem mörderischen Ringen„.

Auch wenn Herr Naghdi und seine Kameraden diese letzten Worte des deutschen Führers vielleicht nie gelesen haben, inhaltlich dürften sie ihnen voll zustimmen. Nur täten sie den alten Spruch, dass die „Juden unser Unglück“ seinen heute entsprechend modernisieren und vom Zionismus sprechen.

Was sie in Teheran meinen, wenn sie von der Zerstörung Israels sprechen, ist eigentlich seit Jahrzehnten bekannt. Es bedarf dagegen großer Mühen und Anstrengungen, dies nicht verstehen zu wollen. Dabei wäre es eigentlich alles ganz einfach: Nähme man das so überstrapazierte „Nie wieder“ und „Lernen aus der Vergangenheit“ auch nur jenseits allfälliger Sonntagsreden minimal ernst, gälte es diesem Regime mit aller Macht in den Arm zu fallen, damit es nicht seine göttliche Mission am Ende noch erfüllen kann.

Der Artikel erschien in einer ähnlichen Version bereits in der Jungle World

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