Kirchenschutz vor Kinderschutz

Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte Foto: DIMR/A. Illing


Der letzte Menschenrechtsbericht für den deutschen Bundestag hat eine interessante Lücke.

Das Institut für Menschenrechte, eine Einrichtung des Deutschen Bundestages, hat seinen siebten Bericht zur Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland veröffentlicht. Behandelt wird der Zeitraum von Juli 2020 bis Juni 2021, Redaktionsschluß war im Oktober 2021.

Ein Schwerpunkt sind Kinderrechte. Die Liste der Kinderrechtsverletzungen, die im Bericht vorkommen, ist lang; mal trägt an ihnen die Wirtschaft die Schuld (Kinderarbeit in Afrika und Asien), mal die Politik (Einschränkungen beim Familiennachzug, Lockdown-Maßnahmen).

Das Institut ist ein wokes Institut. Auf den 124 Seiten des Berichts gendert es gut 120mal (mit Unterstrich). Die Wörter Rassismus, rassistisch usw. fallen knapp 150mal, die Wörter Diskriminierung, diskriminierend usw. 50mal und die Wörter Struktur und strukturell 30mal. Kinder, heißt es an einer Stelle, befinden sich »in einer strukturell bedingten benachteiligten Situation«.

Das Institut für Menschenrechte beschäftigt 60 Akademiker, vier davon allein in einer »Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention«. Und doch wird die strukturellste aller Kinderrechtsverletzungen, der Kindesmißbrauch in der katholischen Kirche, im Bericht nicht einmal erwähnt; das Wort Kirche fällt bis zur letzten Seite nicht. Das Institut für Menschenrechte nennt sich nur so; seine Direktorin ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte ist der antisäkularen Querfront zuzurechnen. Als 2019 über ein Kopftuchverbot für Kinder diskutiert wurde, stellte es sich auf die Seite des reaktionären Islam. »Kinder«, erklärte seine Direktorin, »genießen Religionsfreiheit«. Und so selbstbestimmt, wie kleine Mädchen Kopftuch tragen, folgen kleine Jungen dem Priester halt auch mit in die Sakristei.

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