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Nach Ausbootung durch Jogi Löw: Sandro Wagner gibt den schlechten Verlierer

Sandro Wagner. Quelle: Wikipedia, Foto: Rufus46, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sandro Wagner sorgt aktuell einmal wieder für Negativschlagzeilen. Gut zwei Jahre nachdem der stets äußerst selbstbewusst auftretende Kicker sich mit Äußerungen über das seiner Meinung nach noch nicht ausreichende Gehalt von Profifußballern öffentlich in die Nesseln setzte, fiel es ihm offensichtlich diesmal übermäßig schwer seine jüngste Ausbootung aus dem vorläufigen WM-Kader des DFB mit der wünschenswerten Souveränität zu ertragen.

Einmal mehr macht der Stürmer der Fußballnation damit überdeutlich, dass Bescheidenheit und Zurückhaltung wohl nicht gerade zwei seiner herausragenden Stärken sind. Genauer gesagt macht er das Nichtvorhandensein dieser für einen Profisportler nicht immer wünschenswerten Eigenschaften sogar für sein aus seiner Sicht schlechtes Standing bei Bundestrainer Jogi Löw verantwortlich.

Am Mittwochabend polterte der Aushilfstürmer von Bayern München nämlich gegenüber der Bild-Zeitung: „Ich trete hiermit sofort aus der Nationalmannschaft zurück. Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse….“

Inwieweit das tatsächlich der Grund für seine Nichtberücksichtigung ist, das wird sich vermutlich niemals wirklich aufklären lassen. Fest steht hingegen jedoch, dass Wagner wohl besser geschwiegen hätte, was diese unglücklichen Aussagen betrifft, da dieses Nachtreten seine ohnehin niemals besonders großen Sympathiewerte in der Öffentlichkeit so sicherlich eher noch weiter absinken lassen werden.

Nicht nur, dass er damit einmal mehr wie ein schlechter Verlierer daherkommt, auch stünde es einem Profi, der fast seine ganze Karriere über deutlich hinter den zu Karrierebeginn in ihn gesetzten Erwartungen geblieben ist, und der nach seinen vorherigen Vereinen Darmstadt 98 und 1899 Hoffenheim nun beim FC Bayern München als Backup für deren Startstürmer Robert Lewandowski sein Dasein fristet, vermutlich deutlich besser zu Gesicht sich nicht selber so maßlos zu überschätzen.

Zumal Wagner ja erst im vergangenen Sommer als sportlicher Notnagel in die DFB-Elf aufrückte, als kaum einer der etablierten Protagonisten mit zum ungeliebten Confed Cup reisen wollte, er dort völlig überraschend im fortgeschrittenen Alter als Nachrücker mit auf die große Fußballbühne stolperte. Auch äußerte er sich damals, in seiner Zeit vor dem FC Bayern also, noch deutlich anspruchsloser und bescheidener, freute sich seinerzeit nach eigener Aussage riesig darüber überhaupt einmal für die Löw-Truppe agieren zu dürfen.

Davon schent aktuell nicht mehr viel übrig zu sein. Jetzt, wo er gerade einmal eine halbe Spielzeit als Lewandowski-Vertreter in München verbringen durfte, da sind seine eigenen Ansprüche und auch die Selbsteinschätzung in der Öffentlichkeit offenbar schon so sehr angewachsen, dass er es sich nicht verkneifen konnte, die für ihn zweifelsohne bittere Tatsache mit Stil aufzunehmen, dass Löw ihm offenbar Mario Gomez und Nils Petersen vorgezogen hat. Aus welchen Gründen auch immer.

Wenn zudem ein Spieler lauthals und öffentlich über die Boulevardpresse seinen Rücktritt aus der A-Nationalmannschaft erklärt, der dort kaum zehn Länderspiele aufzuweisen hat, dann hat das schon etwas sehr Anmaßendes, was einem sicherlich auch nicht gerade zu weiteren Sympathiepunkten verhilft.

Aber das war Wagner, wie wir ja spätestens seit dieser unrühmlichen Gehaltsdiskussion wissen, wohl schon immer ziemlich egal.

Was wohl sein Mannschaftskamerad Sven Ulreich dazu sagen würde. Immerhin hätte der Keeper, der quasi die komplette Saison als Vertreter von Manuel Neuer im Tor des Rekordmeisters durchgespielt hat, dabei vollauf zu überzeugen vermochte, und ebenfalls nicht in den vorläufigen WM Kader für Russland berufen wurde, deutlich mehr Grund für Frust und Ärger, da der dauerverletzte Neuer nun die Chance auf die WM bekommt, er selber hingegen nicht. Aber Ulreich, der vermutlich nicht minder enttäuscht ist, scheint vom Typ her nicht so extrem veranlagt zu sein wie Wagner.

Oder sollen wir diesbezüglich einmal bei Mario Götze nachfragen, der bekanntlich ja auch nicht mit nach Russland fahren wird, doch für die Löw-Truppe schon ein Vielfaches von dem eines Sandro Wagner geleistet hat?

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3 Kommentare zu “Nach Ausbootung durch Jogi Löw: Sandro Wagner gibt den schlechten Verlierer

  • #1
    Aquii

    Kindergarten! Wenn ich es positiv sehe, dann hat diese Nachricht den Effekt, dass die beiden Kicker mit Migrationshintergrund aus den Schlagzeilen raus sind, ist doch auch schon mal was in Richtung ruhige Vorbereitung.

    @Robin
    bin ja mal gespannt auf Deinen Kommentar zu Ablösesumme des neuen Trainers des östlichen Ruhrgebietsclubs, 3 Mio ist ne Hausnummer!

  • #2
  • #3
    discipulussenecae

    Wie heißt es bei Boethius so richtig: "Si tacuisses, philosophus mansisses …" ( Phil. Con. II, 7)

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