Nichtrauchen schadet vielleicht Ihrer (geistigen) Gesundheit!

Hier bei den Schlot…, äähhh, Ruhrbaronen wird in letzter Zeit wieder viel übers Rauchen diskutiert. Hhmm…, ich bin jetzt seit knapp 18 Jahren Nichtraucher. Gelegentlich rieche ich gern Zigaretten-, Pfeifen- oder Zigarrenrauch in meiner Umgebung. Nimmt die Konzentration aber Smog-Stärke an, verlasse ich Kneipen, Restaurants, besuche sie nie wieder, schneide mir vor dem Zuhause meine nikotinvergifteten Haare ab und verbrenne die geräucherte Kleidung auf dem Rasen, betrete nackt unsere Mietwohnung und dusche für Stunden.

Den letzten Halt und Schliff für lebenslange Nichtraucherei gab mir eine Körperwelten-Ausstellung des umstrittenen Prof. von Hagens. Da – so meine ich mich zu erinnern –  sah ich eine reine, eine unschuldige, eine unbefleckte, eine zarte weißrosa Lunge, welch‘ Locken, welch’ Eros, welch’ Glück!
Doch jäh geriet mir auch die verklebt-teerverschmierte menschliche Luftpumpe eines starken Rauchers ins Blickfeld, Asphalt pur im Körperinnern! Dann wiederum – wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch – gab’s noch die plastinierte Lunge eines Bekehrten, der nur sechs Jahre (sechs!) nicht mehr geraucht hatte und trotzdem wohl verstorben war, sonst hätte ihn von Hagens ja nicht …
Diese Lunge war nicht so zart weißrosa wie jene von keinem Glimmstengel penetrierte des Nichtrauchers, aber immerhin hatte sie wieder eine weißlich-gräuliche Färbung angenommen. Kein schöner Pulmo also, aber ein brauchbarer, nicht mehr todgeweihter immerhin. An dieser Lunge wird kein Leben gescheitert sein.

Jetzt wissen Sie, dass ich weiß, wovon ich rede.
Obwohl ich heute auf Rauchfreiheit in öffentlichen Räumen bestehe (Was ist eigentlich mit qualmenden Weihrauchfässchen in Kirchen?), habe ich nichts gegen gemeinsame Reservate für Cowboys und Indianer, die partout an ihren Sargnägeln nuckeln wollen. Man muss schließlich das Recht behalten dürfen, sich selbst zu schaden. Sogar gegen fiese Argumente derer, die radikal den staatlich reglementierten Entzug der Krankenversicherung für alle Raucher fordern, weil diese ihn angesichts ihrer beharrlichen Selbsttötungsversuche gar nicht verdient hätten.

Wenn die Gesundheits-Stasi kommt…
„Das Leben ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann“, sagt dagegen Moritz Holl, der Bruder der Protagonistin Mia Holl aus Juli Zehs Roman „Corpus Delicti“, einem Social-Science-Fiction-Text über Gesundheitswahn als Staatsform. Und bei dessen Lektüre erfährt man auch, dass vor allem das verordnete & kontrollierte sogenannte gesunde Leben ein Angebot seitens des Staates werden könnte, das man besser ablehnen sollte.
Juli Zeh entwirft in „Corpus Delicti“ die negative Utopie eines Gesundheitstotalitarismus, einer gesundheitspolitisch und -polizeilich korrekten, keimfreien Gesellschaft, die zur geistig sterilen mutiert. Wir sehen in einen fiktiven Reinraum, in dem die Anwesenheit alles unkontrolliert Lebendigen umgehend zum persönlichen (Gesundheits-)Risiko und zur Staatsgefährdung wird.

Ein System kennt keine Ferien
Die gesunde Gesellschaft verwechselt sich mit einer glücklichen Gesellschaft und die Staatsgewalt der Hygiene und Überwachung produziert eigene Sprache, Rhetorik, einen eigenen Alltag, Wohnformen, Medien, Gerichtsbarkeit. Über allem wacht die so genannte „Methode“ und der „Methodenschutz“, ein fast lückenloses System, von und in dem es – frei nach Jean Paul – keine Ferien mehr gibt. Bei jedem Toilettenbesuch wird auch eine Urinanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse das ‚intelligente‘ „Wächterhaus“ an die GesundheitsStasi weiterleitet.

Gesunde Bürger – kranker Staat
Gefordert wird vom Bürger die Unterordnung unter eine hygienisch einwandfreie Vernunft. „Wir gehorchen allein der Vernunft“, predigt der Chefideologe Kramer suggestiv und auch als Leser gerät man manchmal in den Sog seiner Argumente und Rhetorik. Der bevormundete Bürger soll als mündiger Bürger erscheinen, indem er seine Freiheit als die Einsicht in die Notwendigkeit der Kontrolle seines Körpers nicht nur anerkennt, sondern die Kontrolleure durch Selbstkontrolle auch noch entlastet. Dafür garantiert der Staat dem Bürger ein kerngesundes Leben – statt eines erfüllten. Freiheit, auch die Freiheit sich zu schaden, wird dagegen zum infektiösen Gedanken, zum krankmachenden Virus, bekämpft vom Staat als medizinisch-ideologischem Vormund.

Die Ruhrbarone (naja, vielleicht nicht alle) dagegen empfehlen:  Wirklicheralso nicht instrumentalisierter – Vernunft gehorcht man nicht –  man wendet sie an, man gestaltet sie und zweifelt auch an ihr selbst und an ihren Hohepriestern.
Jawoll. Darauf steck‘ ich mir erstmal eine an.

 

Mehr in: Juli Zeh, Corpus Delicti. Ein Prozess. Schöffling & Co. 2009
Natürlich hat auch Juli Zeh eine eigene Autorenhomepage: www.juli-zeh.de

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35 Kommentare

  1. #1 | DauHonk sagt am 10. Januar 2012 um 16:26 Uhr

    Eine ähnliche Argumentation wird auch bei Novo vertreten:

    Wenig Menschen nehmen wahr, dass der Krieg gegen das Rauchen ebenfalls schlecht für die Gesundheit ist: Für unsere moralische, für unsere geistige Gesundheit. Jawohl, das Rauchen kann uns zu vorzeitig gealterten Röchlern machen. Aber der Krieg gegen das böse Kraut, den sämtliche westlichen Demokratien führen, ist nicht viel besser: Es macht aus uns Kinder, Mündel des Staates, deren persönliche Angewohnheiten ständig überwacht und nötigenfalls eingeschränkt werden müssen.

  2. #2 | Martin sagt am 10. Januar 2012 um 17:50 Uhr

    Naja, dass es aus uns Kinder macht, halte ich jetzt ein wenig für überzogen.
    Bisher sehe ich noch nirgendwo Initiativen, die ein komplettes Rauchverbot anstreben. Zumindest keine mit Gewicht. Wenn es soweit ist, stimme ich zu, dass wir den Bürger entmündigen. Aber bis dahin ist solch eine Argumentation, in meinen Augen, nichts anderes als Nebelkerzen werfen.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 10. Januar 2012 um 17:52 Uhr

    @Martin: Die Landesregierung strebt ein absolutes Rauchverbot in den Kneipen an.

  4. #4 | okay sagt am 10. Januar 2012 um 18:03 Uhr

    Und jeder Mensch ist frei in seiner Entscheidung gegen die eigene Gesundheit? Wohl kaum. Äußere Zwänge (welcher colouer auch immer) lassen auch hier grüßen.

  5. #5 | Martin sagt am 10. Januar 2012 um 18:16 Uhr

    @Stefan Ja, das ist aber noch weit weg von einem absoluten Rauchverbot.

  6. #6 | Stefan Laurin sagt am 10. Januar 2012 um 18:19 Uhr

    @Martin: Kommt noch – die Grünen schauen bestimmt schon ganz gebannt auf New York wo man im Central Park nicht mehr rauchen darf. Wenn es um die Einschränkung der Menschen geht, fällt den Grünen immer eine Menge ein.

  7. #7 | Martin sagt am 10. Januar 2012 um 18:33 Uhr

    @Stefan: Ich weiß nicht, wer (welche Partei, aber ich glaube es waren eher konservative Parteien die da die Initiative hatten 😉 ) das initiiert hat, aber in diversen Deutschen Städten, gibt es schon Verbote bezüglich des Alkoholtrinkrens im öffentlichen Raum. (Oder gab es, ich bin da nicht auf dem laufenden was evtl. Gerichte wieder einkassiert haben). Ist in meinen Augen das Gleiche.
    Brauch man also nicht über den Teich schauen für. 🙂 Wobei man evtl. vermuten könnte, dass auch diese Idee von drüben Importiert wurde.

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 10. Januar 2012 um 18:41 Uhr

    @Martin: Die beiden Grünen OBs von Tübingen und Freiburg sind auch große Alkoholverbieter 🙂

  9. #9 | Robin Patzwaldt sagt am 10. Januar 2012 um 18:45 Uhr

    @Stefan: ich bin ja im Großen und Ganzen auf deiner Seite, denn auch ich bin dafür doch einfach die Wirte entscheiden zu lassen was sie den Kunden anbieten. Ich als Kunde kann ja dann entscheiden wo ich hingehe, wo ich mich wohlö fühle, egal ob Räucherschuppen mit Heavy Metal oder Biobistro mit Klassischer Musik im Hintergrund….
    Aber ein wenig erinnert mich die Diskussion der vergangenen Wochen hier (und ihre hohe Emotionalität) inzwischen an den Streit um die Helmpflicht beim Motorradfahren, oder die Anschnallpflicht beim Autofahren.
    Auch da gibt es jeweils gute Argumente dafür (Gesundheit und Folgekosten für die Gesellschaft), die Gegenargumente wie ‚Verlust an individueller Freiheit‘ usw. sind auch dabei ähnlich.
    Offenbar ist es schwierig dabei sinnvolle Grenzen für Gesetzesvorschriften zu finden.
    Ich wäre ja ein Freund davon, dass ‚vernünftige Menschen‘ das weitestgehend untereinander ohne Zwang und Vorschriften regeln können sollen.

  10. #10 | Ingeborch sagt am 10. Januar 2012 um 18:46 Uhr

    Guckt mal, liebe… äh… Schlote, da hat einer ein Lied extra für euch geschrieben: https://www.youtube.com/watch?v=jJfpPdtjllg

  11. #11 | Walter Stach sagt am 10. Januar 2012 um 18:53 Uhr

    Stefan Laurin, ‚mal nachgefragt -nicht ironisch -: Das radikale Rauchverbot in den USA und damit die Freiheitseinschränkung für Raucher, jedenfalls in einigen Staaten und Städten der USA -sh. z.B.New-York, stehen doch in eklatantem Widerspruch zu anderen Freiheiten in den USA, sh. vor allem zur Freiheit des Waffenbesitzes, die dann, wenn ernsthaft versucht wird, sie substantiell einzuschränken, wahlenscheidende Bedeutung hat. Liegt dieser Widerspruch an der jeweiligen Macht/Ohnmacht der Lobby oder? Stefan Laurin u.a.: Ja,es ist schon bemerkens -und (anerkennens-?)wert, wie Ihr unverdrossen gegen eine Verschärfung des Rauchverbotes in NRW kämpft.“Freiheit, die ich meine……….“ und für die ich streite und kämpfe ,wenn sie mir substantiell bedroht erscheint. Nee, Ihr habt mich nicht überzeugt, daß das jetzt geboten ist und ich in diesem Streit folglich auf Eure Seite gehöre.

  12. #12 | Stefan Laurin sagt am 10. Januar 2012 um 19:01 Uhr

    @Robin: Sehe ich genau so wie Du – und jetzt bring das noch Deinen Parteifreunden bei 🙂

  13. #13 | Robin Patzwaldt sagt am 10. Januar 2012 um 19:05 Uhr

    @Stefan: Ich bin mir gar nicht so sicher ob die Mehrheit bei den Grünen das so will. Ist da jemals parteiintern drüber diskutiert und abgestimmt worden? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Wenn ja, dann musss das vor meiner Zeit gewesen sein…. In unserem OV gibt es dafür garantiert keine Zustimmung. Da haben die Raucher deutlich die Mehrheit…. 😉 Und so wie ich das auf der LDK in Emsdetten im Mai gesehen habe, haben die Grünen in NRW offenbar einen sehr hohen Raucheranteil. Ob die da mehrheitlich zustimmen würden?

  14. #14 | Walter Stach sagt am 10. Januar 2012 um 19:07 Uhr

    Höre so eben in den ZDF-Nachrichten: Nikotin hilft gegen Demenz!! Stefan Laurin: Ich denke natürlich ab sofort mehr als bisher über meinen Widerstand gegen öffentliches Rauchen bzw.meine Akzeptanz eines verschärften Rauchverbotes in NRW nach, wenn ich das als Nichtraucher -seit ca.2o Jahren-überhaupt noch können sollte.

  15. #15 | Stefan Laurin sagt am 10. Januar 2012 um 19:08 Uhr

    @Robin Patzwaldt: Es wurde im vergangenen Jahr auf einem Parteitag beschlossen. Die Piraten sind übrigens gegen solche Verbote… ich hab nachgefragt 🙂

  16. #16 | Stefan Laurin sagt am 10. Januar 2012 um 19:12 Uhr

    @Walter: Willkommen an Bord 🙂

  17. #17 | Robin Patzwaldt sagt am 10. Januar 2012 um 19:15 Uhr

    @Stefan: OK, dann kommt das ja nicht aus heiterem Himmel bei den NRW-Grünen. Wieder etwas gelernt. Das Thema ist mir bisher gar nicht groß aufgefallen bei den Grünen, da gerade unser OV ja zuletzt häufiger mal mit anderen Themen in parteiinternen Diskussionen verstrickt war 😉 Offenbar hat das Lokale und die parteiinterne Diskussion darüber meine Aufmerksamkeit für das Thema in 2011 abgelenkt. 🙂
    Aber nochmal im Ernst: Ich halte das für unnötig. Wir haben in NRW ghanz andere Probleme als das Rauchen in Kneipen.

  18. #18 | Thomas sagt am 11. Januar 2012 um 04:03 Uhr

    Der historisch aktuelle Gegenentwurf zur fundamentalistischen Gesundheitspriesterin, der grünen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens ist übrigens Françoise Hardy.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7oise_Hardy

    Diese, seinerzeit übrigens mit Esprit und Glamour ausgestattet und nicht mit der schlechten bevormundenden Laune einer Nichtraucher-Konvertitin, gab ihre Autogramme seinerzeit nur auf Zigarettenpackungen der Marke Gauloise.

    So stell‘ ich mir Idole der Jugend vor.

    https://www.videoportal.sf.tv/video?id=ce954241-8906-46db-8023-1fe7aa95544e

    Und was und ob Frau Steffens mal geraucht hatte, in Sonderheit in der Küche der damaligen Geschäftsstelle der Grünen NRW in der Düsseldorfer Volksgartenstraße – das erklären wir in unserer Pilotfolge der Serie: Barbara sagt trotzig, ich hatte niemals inhaliert.

  19. #20 | Susanne sagt am 11. Januar 2012 um 10:02 Uhr

    „Helmpflicht beim Blumenpflücken“ – grüne Gedanken schaffen das normale Leben weitestgehend ab.

    Es ist längst kein Geheimnis mehr: in Deutschland haben sich einige aufgemacht, dem scheinbar unmündigen Bürger ein grandioses Erziehungsprogramm zuteil werden zu lassen. Man könnte meinen, dass nur grüne Lebenskünstler und ein paar selbsternannte Volkserzieher wissen, worum es im Leben geht. An diesem Erziehungswesen soll das ganze Volk genesen. Rauchverbote, E-Zigarettenverbot, Zucker -, Fett -, Cola -, Alkohol – Verbote und sicher noch weitere „Schädlingsbekämpfungsideen“ machen die Runde. Die politisch Verantwortlichen glänzen durch Lemmingverhalten und folgen dem Diktat auf Schritt und Tritt. Von Abwägung und demokratischer Gerechtigkeit ist nur wenig zu sehen. Eine komplette Veränderungen innerhalb der politischen Landschaft ist erkennbar. Hervorgerufen durch schamloses Eingreifen in persönliche Lebensführung. Wehrt sich der Bürger dagegen? Scheinbar nicht. Noch ist kein allgemeiner Aufschrei zu hören. Möglicherweise stellt die Alltagsbewältigung viele vor andere Probleme, die gemeistert werden wollen. Da zählen Verbote vielleicht nicht zu den Prioritäten, es sei denn, man ist irgendwann selbst betroffen. Doch dann ist es zu spät. Gesetz ist dann Gesetz, Nachbesserungen scheitern dann an parlamentarischer Trägheit und Feigheit gegenüber dem vielzitierten Mainstream. Dann folgt Wut, Enttäuschung und häufig virtuelle Bestürztheit. Danach setzt Lethargie ein. Eine Spirale, mit der es sich prima planen und erziehen lässt. Das wissen die Protagonisten der Diktatur über den Körper sehr genau. Und deshalb scheint es zu gelingen. „Helmpflicht beim Blumenpflücken“ ist deshalb keine Satire, sondern könnte bald Wirklichkeit werden. Nur der gesund und überversichert lebende Mensch wird dann wertvoll sein. Alle anderen gehören geläutert und gegebenenfalls bestraft. Gerne auch als Unterschicht tituliert, finden sich dann Menschen in der Ausgrenzung, die soeben noch der Meinung waren, sie tragen ihren Teil zum Volkswohl bei. Der Liberale wird zum Außenseiter, der Raucher zum Killer und der Weintrinker zum Abszess der Gesellschaft. Viel Vergnügen im Jahr 2012. Was immer auch Vergnügen dann noch sein mag?

    Wer sich zum Beispiel gegen eine Verschärfung des Rauchverbots in Nordrhein-Westfalen aussprechen möchte, der erhält die Gelegenheit dazu in einer Petition, die durch BFT e.V. Bürger für Freiheit und Toleranz auf den virtuellen Weg gebracht wurde. Bis Anfang März 2012 läuft diese Solidaritätsbekundung im Internet. Alle Unterzeichner werden dann an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft übermittelt, damit diese den NRW-Landtag über Volkes Meinung informieren kann. Man darf aber gespannt sein, inwieweit sich die Bürgerinnen und Bürger für ihre eigenen Belange motivieren lassen. Wenn sich eine große Anzahl von Unterstützern der Petition aufmacht, dann dürfte dieses vom Landtag in Düsseldorf kaum ignoriert werden. Zudem die Reihen der Befürworter eines absoluten Rauchverbots in NRW nicht geschlossen sind. Hier ist jeder Abgeordnete selbst gefordert, ob er das Übermaß an Volkserziehung zulässt, oder er in freier Entscheidung gegen eine weitere Verschärfung der Bürgerdrangsale votiert.

    Abstimmen kann man hier:
    https://www.openpetition.de/petition/online/kein-neues-nichtraucherschutzgesetz-in-nordrhein-westfalen

  20. #21 | Helmut Junge sagt am 11. Januar 2012 um 10:40 Uhr

    Vor 20 Jahren hat sich noch niemand lautstark zu diesem Thema geäußert.
    Warum also jetzt?
    Raucher sind seit einiger Zeit in der Minderheit!
    Das scheint mir der Grund, warum sich genau jetzt, einige Leute trauen,
    gegen diese restliche kleine Gruppe vorzugehen.
    Es hat aber immer schon Gründe gegeben, warum Menschen geraucht haben.
    Schließlich ist ziemlich sicher, dass Rauschmittel, also auch Tabak, lange vor der „Erfindung“ des Ackerbaus angebaut wurden.
    Es gibt also eine ungebrochene Tradition, weil die Nutzung solcher Mittel einen großen Reiz hat.
    Jetzt ist mitten in der Diskussion um ein Rauchverbot etwas Nachdenkenswertes geschehen.
    Als wenn Raucher so etwas immer schon geahnt hätten, stellt sich jetzt heraus, dass Nikotin Demenz abbaut!
    Verkürzt gesagt, haben Raucher, sofern sie überhaupt in das typische Alter für Demenz kommen, noch ein paar Jahre bei vollem Bewußtsein.
    Die meisten Grünen sind noch nicht in diesem Alter.
    Wenn Grüne also Unsinn verzapfen, muß das andere Gründe haben.
    Aber Grüne sind meist sehr ichbezogen. Deshalb vermute ich, dass sie bald, einige altersmäßig sehr bald, darüber nachdenken, das Rauchen zur Arznei zu erklären, und womöglich von der Krankenkasse finanzieren zu lassen.
    Das hysterische Geschrei von heute unterliegt dann aber schon dem Vergessen.
    Ich selbst hab hoffentlich noch etwas Zeit mit dem Wiedereinstieg.

  21. #22 | Susanne sagt am 11. Januar 2012 um 11:10 Uhr

    „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ (Napoleon)

  22. #23 | ate sagt am 11. Januar 2012 um 11:17 Uhr

    Wenn man bei ebay einkauft, dann fragt man sich, wo die Raucher und die Katzen- und Hundebesitzer geblieben sind? Wohin man schaut nur „tierfreie Nichtraucher-Haushalte“ und das schon immer, denn das Zeug, das da verkloppt wird, ist ja nicht mehr nagelneu.

    Als ich letztens bei ebay ein Keramikspülbecken kaufen wollte und es von einem tierfreien Nichtraucher-Haushalt angeboten fand, habe ich mich allerdings gefragt, was denn so ein Frettchen, Wellensittich oder Meerschwein einem Keramikspülbecken anhaben könnten? Setzt sich Nikotin auch in Spülbecken fest, so dass die dann müffeln? Ist das Becken wirklich besser, wenn der Vorbesitzer gesund und tiefrei lebt?

    Oder zahlt man jemanden, über den sich kein Hund beim Heimkommen freut und der noch nie seinen Rauchringen hinterherblickte, gerne ein bisschen mehr? Schmerzensgeld, Belohnung?

    Ich grübel immer noch.

  23. #24 | Walter Stach sagt am 11. Januar 2012 um 13:45 Uhr

    Susanne-22- meine Antwort auf Napoleon: „Es gibt kein Volk, das im alltäglichen Streit stets so sehr die Tiefen der Philosophie, der Theologie,des Rechtes ergründet wie das Deutsche“. Während u.a. in in Rußland , in China, in Syrien um die Freiheit der Menschen vor der Allmacht staatlicher Diktatur gekämpft wird, wird in Deutschland um die Freiheit des Rauchens in Eckkneipen gekämpft – mit philosophischen,theologischen,menschen- und grundrechtsrelevanten Argumenten, Geistesgrößen und Staatsmänner -sh.Napoleon-werden zitiert. Also, dann weiterhin für Euch alle: „Kämpft ‚mal schön“ ( Gustav Heinemann ). Gibt es eigentlich schon -Zwischenstand-Wetten zum Ausgang des Kampfes?

  24. #25 | Helmut Junge sagt am 11. Januar 2012 um 18:04 Uhr

    @Walter Stach,
    „Während u.a. in in Rußland , in China, in Syrien um die Freiheit der Menschen vor der Allmacht staatlicher Diktatur gekämpft wird, wird in Deutschland um die Freiheit des Rauchens in Eckkneipen gekämpft “

    Und das mit großem Ernst, so, als ginge es wirklich um etwas gaaaanz gaaanz Wichtiges.
    Aber das tut es doch auch, weil wir das Glück haben, all diese Dinge, um die die Völker in Deinem obigen Satz zur Zeit kämpfen müssen, schon bei unserer Geburt bzw. seit unserer Kindheit vorgefunden haben.
    So ist der Kampf gegen Verbote unser kleines Abenteuer statt des großen Abenteuers Krieg oder Kampf um Freiheit, und da bin ich froh drüber.
    Aber Napoleons Satz beruhte ja nicht auf einer Theorie. er hatte doch über einige Jahre ganz Deutschland unter seiner Kontrolle, was der Geschichtsunterricht allerdings gerne verschweigt. Als Eroberer kannte er seine Untertanen vermutlich ganz gut.
    Und da er den ganzen Kontinent unter Kontrolle hatte, war er wohl auch in der Lage, seine vielen Völker zu vergleichen. Chefs machen so etwas gelegentlich.
    Muß ja nicht immer richtig sein, was die so über ihre Völker denken.
    Dann schreibst Du:

    “Es gibt kein Volk, das im alltäglichen Streit stets so sehr die Tiefen der Philosophie, der Theologie,des Rechtes ergründet wie das Deutsche”.

    Ich weiß nicht, vielleicht können wir nur nicht genügend Sprachen, um die Diskussionen in den anderen Ländern zu verfolgen? Vielleicht interessieren uns diese Diskussionen, wenn sie stattfinden, auch nicht, nicht mal, wenn sie tief durchdacht sind!?
    Wir sind vielleicht einfach nur Nabelschauer.

    Ich finde,
    @Susanne hat da einen interessanten Aspekt in die Diskussion gebracht. Nachdenkenswert. Wenn Napi unsere Seele damals durchschaut hat,
    ob wir heute noch so sind?
    Als Finanzkrisengewinner?
    Auf das Rauchverbot bezogen, verstehe ich @Susannes Hinweis übrigens so, dass die Populisten mit ihrem Rauchverbot darauf vertrauen können, dass diese sich so verhalten, wie Napoleon sagte:
    „Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“

  25. #26 | Walter Stach sagt am 11. Januar 2012 um 20:52 Uhr

    -21-Helmut Junge-ich verstehe und akzeptiere schon, warum Susanne-22-das Zitat gebracht hat und so verstehe und akzeptiere ich auch Deinen Kommentar. Was ich mit meinem Beitrag letztlich -und lediglich- sagen wollte -und so ähnlich habe ich es ja hier bei den Ruhrbaronen in der „Raucherdiskussion“ schon mehrfach in Richtung der Streiter gegen die Erweiterung des Rauchverbotes gesagt-: „Laßt argumentativ die Kirche im Dorfe“! Ich weiß, daß das meinerseits „vergebliche Liebesmüh“ ist und zwangsläufig auch wohl sein muß.

  26. #27 | judas thomas kuhl sagt am 12. Januar 2012 um 03:18 Uhr

    ein wahlplakat der nsdap

    „unser führer adolf hitler raucht nicht und trinkt keinen alkohol“

    dann hat der 1937 das rauchen in ämtern verboten

    an kneipen hat er sich nicht rangetraut

    ich war gerade ne woche in schwabing

    da ist totales rauchverbot in allen kneipen

    claus bärsch nennt das „postfaschistischer hygienewahn“

    und ein paar schwabinger studieren wohnungsanzeigen in anderen bundesländern

    die halten inzwischen duisburg für ein paradies

  27. #28 | Walter Stach sagt am 12. Januar 2012 um 12:36 Uhr

    Nach Napolen -sh.22 Susanne- jetzt der Führer -sh.27- und „postfaschitischer Hygienewahn“ als Zitat. Geht’s noch? Mein Wunsch und meine Anregung -sh.26-, argumentativ „die Kirche im Dorfe zu lassen“, wenn es gegen die Pläne de Landesregierung NRW geht, daß Rauchverbot zu erweitern, sind augenscheinlich absolut irreal.

  28. #29 | Nansy sagt am 12. Januar 2012 um 15:23 Uhr

    Lieber Gert Herholz,
    was ihnen da mit der verklebten-teerverschmierten menschlichen Luftpumpe eines starken Rauchers ins Blickfeld gekommen ist, ist die seit Jahren geglückte Angstmacherei der Gesundheitslobbyisten. Wissenschaftlich steht der verbreitete Mythos von der schwarzen „Raucherlunge“ auf tönernen Füßen. Großstadtluft und Autobahnabgase führen genauso zu Einfärbungen. Zur Abschreckung greift man wohl auf angemalte Lungen oder auch Schweinelungen zurück.
    Die Propaganda funktioniert prächtig, ähnlich wie beim ominösen Passivrauch.
    Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=YcJKeJnbl1o

  29. #30 | Gerd Herholz sagt am 12. Januar 2012 um 16:02 Uhr

    ’30: Sie selbst sind aber nicht zufällig Tabaklobbyist/in?

  30. #31 | Nansy sagt am 12. Januar 2012 um 17:03 Uhr

    Lieber Gerd Herholz – nein, ich bin nicht Tabaklobbyist/in! Ich rauche nur gerne mal eine, trinke gerne ein Bierchen und will mich nicht von Gesundheitsfetischisten zum Abnehmen zwingen lassen (obwohl ich das wohl eher nicht nötig habe). Mir gehen die Lügen und Halbwahrheiten auf den Nerv – insofern würde ich mich als Lobbyist/in gegen Zwangsbeglückungen und Gesundheitsterror bezeichnen. Sie finden mich ebenso bei Diskussionen gegen übertriebene Alkoholverbote oder gegen die Diskriminierung von Dicken.
    Es ist allerdings enttäuschend, wenn mir von Ihnen bei kritischen Anmerkungen im Stil der Anti-Raucher-Lobby sofort unterstellt wird, daß man der Tabaklobby angehört – auch wenn dies in eine Frage verpackt wird. Es wäre vielleicht interessant, wenn sie die Frage nach dem Lobbyeinfluß mal der Gegenseite (WHO und Pharmaindustrie) stellen würden.

  31. #32 | Susanne sagt am 12. Januar 2012 um 20:00 Uhr

    Warum ist in den Augen vieler Menschen, die sich hier gegen den Verbotswahn der Politiker wenden, jeder ein Tabaklobbyist..??!
    Mittlerweile wachen, Gott sei Dank, die Menschen auf und sehen, was passiert! Was sollen WIR in den Augen „gewisser“ Leute denn sein? Ein gut funktionierender Mensch, der nach Möglichkeit nie mehr krank wird, wenn er nach den „Regeln“ „gewisser“ Leute lebt..??!!
    Ich will nach meinen Regeln leben! Rauchen, wenn mir danach ist.. Mal was trinken, wenn mir danach ist.. Essen, worauf ich auch immer Lust habe.. WIR sind keine kleinen Kinder, die „erzogen“ werden müssen!!

  32. #33 | meteorite sagt am 13. Januar 2012 um 15:45 Uhr

    Ich lebe zum Glück in einem Bundesland mit Raucher-Eckkneipen und zusätzlich noch manchen Wirten, denen das Gesetz scheißegal ist (mal eine schöne Seite an Bremen). Ich bin selbst Nichtraucher und mag auch weder die Kopfschmerzen noch den Gestank, den mir das Rauchen bereitet – aber bitte, sollen Raucher doch in ihren Kneipen Rauchen. Gibt genug andere Kneipen für Menschen wie mich.

    Wobei das Naheliegendste in Deutschland komischerweise nie ins Gespräch kam: Abluftanlagen! Ich kannte in New York mehrere Kneipen, die mit Hilfe ihrer Abluftanlage problemlos den Rauch eines ganzen Bataillons hätten absaugen können. Wäre doch ein Leichtes gewesen, eine kurze Mindestnorm für Frischluft in Kneipen zu schreiben.

  33. #34 | ate sagt am 13. Januar 2012 um 16:01 Uhr

    @Meteorite

    Im Büro haben wir das schon, ein Raucherzimmer mit Deckenlüfter. Da riecht es oft besser als im Rest der Räume. Inzwischen gibt es sogar Lüfterbausteine, vulgo Dunstabzugshauben, mit irgendwelcher ionisierender Technik, die Pollen und alle möglichen Partikel aus der Luft filtern können.

    Mir scheint das Raucher-Problem eines von der Sorte zu sein, bei dem es nicht darum geht, eine Lösung zu suchen, sondern sich darüber aufzuregen.

  34. #35 | Gerd Herholz sagt am 13. Januar 2012 um 18:16 Uhr

    # 33 meteorite & 34 ate: Ja, die Richtung stimmt wohl: „Mir scheint das Raucher-Problem eines von der Sorte zu sein, bei dem es nicht darum geht, eine Lösung zu suchen, sondern sich darüber aufzuregen.“

    Ansonsten gilt der alte Spruch: Auf einem Raucherbein kann man nicht stehen!

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