Noch 10 Ligaspiele verbleiben– Wohin führt der Weg des BVB?

Der BVB spielt bis Mai noch mindestens acht Heimspiele. Foto: Ulrike Märkel
Der BVB spielt bis Mai noch mindestens acht Heimspiele. Foto: Ulrike Märkel

Das 0:0-Unentschieden vom Wochenende in Hamburg wurde von zahlreichen BVB-Fans und Journalisten schon wieder als enttäuschend wahrgenommen. Man sieht, die ‚alten‘ Ansprüche an Trainer und Team sind offenbar bei vielen schon wieder in den Köpfen präsent. Dabei ist es gerade einmal fünf Spieltage her, dass der BVB die ‚Rote Laterne‘ in der Bundesliga inne hatte. Erstaunlich, wie schnell manche das offenbar zu vergessen bereit sind.
Tatsächlich hat der BVB von den inzwischen sieben Rückrundenspielen in der Bundesliga nur eines verloren. Klingt schon wieder nach der ‚alten Borussia‘. Aber eben auch nur fast.
Vier Spiele wurden bisher seither in der Eliteliga des deutschen Fußballs gewonnen. Die Art und Weise der Auftritte war dabei nicht immer überzeugend, aber gegenüber der Hinrunde natürlich eindeutig verbessert.
Aktuell bleiben nach Spieltag 24 vom Wochenende noch zehn Rückrundenspiele bis zum Saisonende. Der BVB hat sich von Rang 18 nach Spieltag 19 inzwischen auf Rang 10 vorgearbeitet, führt die untere Tabellenhälfte an, wie man so schön sagt. Was geht da noch für die Dortmunder?

 
Bisher weniger Beachtung fand in den Analysen die Tatsache, dass die Schwarzgelben von den bisher 24 absolvierten Bundesligaspielen immerhin 13 auswärts bestritten, erst 11 Heimspiele absolviert haben. Daraus folgt entsprechend, dass von den letzten 10 Spielen noch sechs daheim, aber nur vier auswärts absolviert werden müssen.
Hinzu kommen auch noch (mindestens) zwei Heimspiele in anderen Wettbewerben. Das Champions League-Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin, und seit gestern auch das frisch ausgeloste Pokalviertelfinalspiel gegen 1899 Hoffenheim.
Macht in Summe dann sogar noch mindestens acht Heim- bei derzeit noch vier Auswärtsspielen insgesamt bis Ende Mai. Klingt recht vielversprechend, wenn man zudem bedenkt, dass Heimspiele traditionell mit einer besseren Erfolgsaussicht verbunden sind als Auswärtsbegegnungen.

 
Ein Weiterkommen gegen Juventus Turin in der Königsklasse und im Pokal gegen Hoffenheim scheint gut und gerne möglich zu sein. Reicht gegen die Italiener doch schon ein 1:0-Erfolg zum Einzug ins Viertelfinale auf europäischer Bühne. Auch das Pokalhalbfinale ist vermutlich machbar, wenn auch hier schon ein 1:0 gegen Hoffenheim, so wie auch in der Liga bereits gelungen, ausreichen würde.
Dann wären für die Dortmunder Champions League und DFB-Pokal, egal was danach dann noch folgen sollte, schon mal unzweifelhaft als Erfolg zu verbuchen. Trotz aller Probleme parallel dazu in der Liga.

 
Und dort? Werfen wir einmal einen Blick auf das Restprogramm der Klopp-Truppe. Bei aktuell sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 (aktuell belegt von Paderborn), sind es aktuell immerhin noch neun Punkte bis zum lukrativen Tabellenplatz 6, welcher die Qualifikation für den Europapokal der Folgesaison bedeuten würde.
Auswärtsspiele stehen noch in Hannover, Mönchengladbach, Hoffenheim und Wolfsburg auf dem Programm. Daheim kann der BVB noch gegen Köln, Bayern München, Paderborn, Frankfurt, Berlin und Bremen weitere Punkte in der Bundesliga sammeln.
In der Summe wohl kein leichtes Schlussprogramm. Den Abstieg sollten die Dortmunder mit dieser Ausgangslage aber definitiv vermeiden können.

 
Allgemein gelten 40 Punkte als Ziel für einen garantierten Nichtabstieg. Augsburgs Trainer Markus Weinzierl nahm am Wochenende sogar schon Glückwünsche zum Klassenerhalt an, weil sein Team die 38-Punkte-Marke erreichte. Dies sei, so der Trainer, in den letzten Jahren immer gleichbedeutend mit dem Ligaverblein gewesen. Dortmund hat aktuell 29. Fehlen also noch neun Zähler.
Diese sollten alleine aus den sechs verbleibenden Ligaheimspielen zu erreichen sein. Wenn man natürlich auch gegen keinen Gegner von Vorneherein schon die drei Zähler einplanen darf, und gegen die Bayern sicherlich auch nur Außenseiter ist, sollten gerade gegen Gegner wie Köln, Paderborn, Berlin und Bremen, welche allesamt eher der unteren Tabellenhälfte zuzurechnen sind (OK, Bremen punktet aktuell unerwartet regelmäßig.) zumindest die 9 Punkte möglich sein, wenn alles planmäßig läuft.

 
Und auswärts? Weil der BVB tatsächlich noch nach oben schielen, dann müssen zwangsweise auch dort noch einige Erfolge eingefahren werden. In Wolfsburg und Mönchengladbach, beides Champions League-Kandidaten, erscheinen Siege für die Dortmunder zumindest nicht sehr wahrscheinlich. In Hannover und Hoffenheim zumindest schon eher machbar, wenn es nach der Papierform geht.
Trotzdem scheint der Weg nach oben für die Schwarzgelben doch ziemlich weit. Will der BVB tatsächlich in den verbleibenden zehn Begegnungen ebenso viele Punkte auf Teams wie Hoffenheim und Schalke aufholen, dann müsste der Vizemeister des Jahres 2014 streng genommen so gut wie alle Spiele gewinnen. Das erscheint zumindest unwahrscheinlich.
Im bisherigen Verlauf der Rückrunde rangiert der BVB aktuell zwar auf Rang vier, konnte gegenüber Schalke und Augsburg bisher aber jeweils nur 3 Punkte gutmachen.
Das Tempo der ‚Aufholjagd‘ wäre bisher also zu langsam um die neun Punkte Rückstand auf beide Teams noch wettzumachen.

 
Sieht also wohl eher nach einem Saisonende im Niemandsland der Tabelle für die Borussen aus, wenn man realistisch bleibt.
Aber mal ganz ehrlich, wer nach Spieltag 19 noch Letzter ist, der bräuchte sich am Ende über einen Mittelfeldplatz bestimmt auch nicht zu grämen. Zumal wenn er dann parallel zu der in der Liga vielleicht auch insgesamt recht enttäuschenden Saison auch noch im DFB-Pokal und in der Champions League mehr als ordentlich mitgemischt hätte…

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WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

Robin,
ich stimme Dir zu, wenn Du feststellst, daß „nur“ ein Nichtabstiegsplatz -ein Platz im Mittelfeld?-am Ende der Spielzeit für uns Fans angesichts der desolaten ersten Saison -z.T. auf dem letzten Platz!!- kein Grund ist, uns zu „grämen“.

Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß wir Fans den 6.Tabellenplatz weiterhin im Blick haben. Ich denke, das gilt auch für Mannschaft Trainer und Vorstand, auch wenn die das dementieren.

Mit dem bisherigen Abschneiden im DFB-Pokal und in der Champ.liga bin ich sehr zufriedne; ‚mal abwarten, was da noch kommen wird.

Und das 3:0 gegen S04 war -nicht nur wegen des Ergebnisses- „Balsam auf die geschundene BVBFan-Seele“.
Also…
Der BVB, seinen Fans haben keinen Grund, „Trauer zu tragen“.

Thomas Weigle
9 Jahre zuvor

Nachdem das für NRW zuständige Abstiegsgespenst überraschend in Dortmund längere Zeit zu Besuch war und mit seiner fahlen Beleuchtung selbst die Kerzen am Baum überstrahlte, kann man am Borsigplatz froh sein, dass es jetzt in Paderborn weilt und dem FCP wohl in die 2.Liga heimleuchten wird.

WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

Der BVB wird, da bin ich mir sicher, auf jeden Fall noch große Spiele gegenüber einigen aktuell hochrangigeren Gegnern abliefern.
So wie S04, immerhin Tabellenvierter, förmlich an die Wand gespielt wurde, dürfte es noch dem einen oder dem anderen „Spitzenclub“ ergehen! Und auch das wird, wie der Sieg gegen S04, den Fans helfen, mit ihrer Enttäuschung über den gesamten Verlauf der Spielzeit 2o14/2o15 hinweghelfen.

Und das Pokalfinanle in Berling……!!!

WALTER Stach
WALTER Stach
9 Jahre zuvor

Robin,
ich sage ‚mal, mich trägt da ehe das Prinzip Hoffnung, weniger ein rational begründeter Optimismus.

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