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NRW-Landtagswahl: „Morgen Kinder wihird es was geben…“

Gleich gehe ich wählen. Und ich weiß wo ich meine Kreuzchen machen werde. Schade ist, dass mir keiner sagte, was in den nächsten Jahren auf mich zukommen wird.

Es wird gespart. Sobald die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen sein werden. Egal welche Koalition es geben wird. Und es wird hart gespart werden: Im Bund, im Land und in den Städten. Getrost kann man alle Wohltaten vergessen, die im Wahlkampf angekündigt wurden. Ich hätte mich gerne zwischen verschiedenen Sparkonzepten entschieden, aber die wollte mir ja niemand erklären.

Vielleicht gibt es auch gar keine verschiedenen Sparkonzepte. Vielleicht wird einfach auf die Ausgabenbremse getreten dass es kracht.

Ich glaube viele ahnen, dass dieser Wahlkampf eine noch schlimmere Show-Veranstaltung  war, als die meisten vorher gehenden Wahlkämpfe.

Das Interesse an der NRW-Wahl war nur in den Medien groß,  die Wahl hatte  massive Auswirkungen auf die Bundespolitik der vergangenen Monate.

Aber habt ihr das Gefühl, dass die Menschen der Wahl entgegenfieberten? Die Einschaltquoten des Duells Rüttgers-Kraft im WDR waren mies. Bei uns liefen viele NRW-Wahl-Geschichten höchstens im Schnitt, oft aber auch stark drunter.

In Kneipen und auf Partys habe ich mehr Gespräche über das iPad, Apple, das miese Wetter und die Griechenland-Krise miterlebt, als über die NRW-Wahl. An den Ständen der Parteien war wohl auch nicht die Hölle los. Und die politischen Veranstaltungen waren oft schlecht besucht. Wechselstimmung? Angst vor Rot-Rot-Grün? Hoffnung auf einen Aufbruch? Ich habe davon nichts mitbekommen.

Außerhalb der Medien und der Politik hat der Wahlkampf die Menschen nicht erreicht. NRW-Themen schon gar nicht. Das könnte sich in den nächsten Monaten ändern, wenn die Sparpläne auf den Tisch kommen. Dann wird es sich rächen, dass die Parteien diese Wahl nicht dazu genutzt haben, sich die einstehenden Einschnitte vom Wähler legitimieren zu lassen.

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22 Kommentare zu “NRW-Landtagswahl: „Morgen Kinder wihird es was geben…“

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  • #2
    Dieter Carstensen

    Lieber Stefan Laurin,

    auch hier bei uns im Oberbergischen Kreis habe ich es so wahrgenommen, daß die Wahl an den meisten Menschen einfach vorbei geht. Ich gehe sogar von einer weiter sinkenden Wahlbeteiligung aus.

    Mein Eindruck aus sehr vielen Gesprächen in meiner Heimatstadt Waldbröl ist, daß die Menschen „denen da oben“ eh kein Wort mehr glauben, sie als Polarisationspunkte im Höchstfall noch die FDP oder Die Linke sehen, aber zwischen CDU, SPD und Grüne keinerlei bemerkenswerte Unterschiede mehr feststellen.

    Es hat hier zu absoluter Wahlverdrossenheit geführt, wie Sie zu recht schreiben, daß die Regierung sich vor der Wahl über ihre, mit Sicherheit vorbereiteten, massiven finanziellen Streichungspläne, vor allem wie zu erwarten, im sozialen Bereich geäussert hat.

    An die Wahlstände der Parteien auf unserem Markt gingen die Leute, di ich traf, nur wegen der Freikulis und sonstiger Schnick-Schnackpräsente, Zitat einer Nachbarin: „Sonst kriegt man von denen ja eh nix Dieter!“

    Die Regierenden spielen in der Tat mit dem Feuer, durch ihr wählertäuschendes Verhalten, sie verspielen ihren letzten, so noch vorhanden, Vertauensvorschuß und letztlich auch ihre demokratische Legitimation.

    Ein zu hoher Einsatz, finde ich, um aus parteipolitischen Gründen ein paar Prozentpunkte bei der Wahl mehr erschleichen zu können.

  • #3
    Frank

    @Stefan. Das ist interessant, und spricht wohl eher für eine niedrige Wahlbeteiligung?

    Aber immerhin, Du gehst mit gutem Beispiel voran.

    Um jetzt noch den last minute swing auszunutzen: Überleg mal auf dem Gang in die Kabine, wer sich am Freitag der Stimme enthalten hat, als über die Vollkaskoversicherung für Banken abgestimmt wurde…

    Und was uns das kostet und wo dieses Geld wohl fehlen wird…

  • #4
    Malte

    So, Pause vom Wahllokal, muss erst zur Auszählung wieder hin, aber, im Norden GE’s war die Wahlbeteiligung bisher recht hoch. Das nur zur Info 😉

  • #5
    Dieter Carstensen

    Die Wahlbeteiligung scheint, wie von mir unter #1 prognostiziert, im Vergleich zur letzten Landtagswahl rückläufig zu sein, wie die Meldungen des Newstickers der Rheinischen Post ergeben.

    Siehe: http://www.rp-online.de/landtagswahl/nachrichten/Der-Wahltag-im-LIVE-Ticker_aid_854816.html

    Ich persönlich gehe von einer bis zu 5 % niedigeren Wahlbeteiligung aus, gemäß meiner Meinung aus # 1

  • #6
    dissenter

    @ Stefan Laurin

    „Ich hätte mich gerne zwischen verschiedenen Sparkonzepten entschieden, aber die wollte mir ja niemand erklären.“

    Sind Sie wirklich noch nicht auf den Gedanken gekommen, dass es Wähler gibt – vielleicht sogar eine Mehrheit -, die der ständigen Einschnitte müde sind? Die keinen Sinn darin sehen, auf ein weiteres Stück Lebensstandard zu verzichten, weil „die Finanzmärkte in Sorge sind“? Die den immensen privaten Reichtum in diesem Land nutzbar machen wollen: für Bildung, für Infrastruktur, für bessere Arbeit, für soziale Sicherheit? Die endlich wieder zwischen politischen Alternativen wählen wollen?

    Wirklich nicht?

    Ihre Bescheidenheit ist die eines braven Untertan. „Mutti“ wird ihre Freude haben!

  • #7
    Jens

    @Frank (2):
    Haha, Stefan muss man nicht mehr überzeugen.

    Ich persönlich finde übrigens die Haltung der SPD, dass man zwar nicht gegen eine Hilfe für Griechenland sei, aber Finanzmarktskonsequenzen fordert gut. Sonst kommen demnächst die nächsten Fälle…

  • #8
    zboson

    Herr Laurin: in der letzten Zeit habe ich so oft von Ihnen gelesen, dass Sie die Sparkonzepte erläutert haben möchten.

    Ich verrate es Ihnen: es wird immer im sozialen Bereich gekürzt, oder es werden Abgaben erhöht (ist ja einfacher, als Steuern), egal, was Sie wählen. Dass Ihnen das immer noch nicht selbst aufgegangen ist, erstaunt mich. Möchten Sie als Bürger immer mit entscheiden, wo genau gekürzt wird? Machen Sie Ihre Wahlentscheidung von diesem Thema abhängig? Oder sind Ihre Beiträge eher rhetorischer Natur?

    „Wir“, vertreten durch unsere Politiker, haben in den letzten zwei Jahren den Schuldenstand unserer Republik um viele Mrd. erhöht. Völlig „alternativlos“, bald ist ja „Schuldenbremse“ im GG, da muss man vorher noch zuschlagen, Systemrelevanz, Generationengerechtigkeit und so *lach*.

    Ach ja: selbstverständlich habe ich heute morgen gewählt :-).

    @Dissenter: Dito.

  • #9
    chris

    Hab auch grad mein Kreuz gemacht (41, seit 2 Jahren Arbeitssuchend, IT-Ausbildung, 3 sprachig,…)…
    Nicht weil ich glaube dass sich was ändert (habe auch keine wirklichen Themen feststellen können bei den Parteien), aber um der aktuellen Regierung eine Stimme abzunehmen.
    Im Großen und Ganzen bin ich jedoch der Meinung dass Wahlen total FDA sind.
    Alle 4 Jahre mal ein Kreuz machen, ohne zu wissen was dann die nächsten 4 Jahre geschieht (geschweige denn dass ich auf den Ausgang der Entscheidungen noch irgendeinen Einfluss hätte). Da kann man auch gleich dressierte Affen als Spitzenkandiaten aufstellen. Entweder wünsche ich mir ein System wie in der Schweiz, oder gleich wieder einen Monarchen, der die richtigen Entscheidungen (auch gerne mit Beratern, wie ja heute auch üblich) trifft. Bevor jetzt alle aufschreien „Oh Gott, das hatten wir doch schon mal…“ möchte ich hinzufügen dass dieser Kandidat dann bitteschön vom Schlage eines Dalai Lamas sein sollte, nicht eines A.H. Alles andere ist sinnfrei.

    Damit würde auch der riesige Kropf von Verwaltung und sonstigen Institutionen verkleinert werden. Brauchen wir wirklich einen Forschungsminister ? Oder einen Minister für Familien, Frauen, Sport, Verkehr, etc. ???
    Falls zufällig diverse Partei-Führer dies lesen sollten noch eine Bitte: Lasst endlich das Lügen, Verschleiern, und die Behauptung dass Parteien Arbeitsplätze schaffen könnten.

    Zeigt mir einen ehrlichen Politiker und er bekommt meine Stimme bei der nächsten Wahl !!!

  • #10
    Dieter Carstensen

    Da fällt mir gerade @Chris #9 ein nettes Zitat ein:

    „Alle paar Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Und hinterher müssen sie’s dann tragen.“ ( Birgit Berg-Koshnavaz)

  • #11
    zboson

    @Chris #9
    Schön, dass Sie heute wenigstens gewählt haben. Sie haben immer einen Einfluss auf die Politik, auch wenn Sie nur alle paar Jahre dazu kommen. Nerven Sie in der Zwischenzeit Ihren Wahlkreisabgeordneten, dafür ist er da (nur so als Tipp), und wenn er nicht in Ihrem Sinne abstimmt (-> prüfen bei abgeordnetenwatch.de), machen Sie Druck. Engagieren Sie sich lokal, denken Sie daran, er lebt von seinem Direktmandat ;-).

    Machen Sie sich aber frei von der Suche nach Politikern, denen Sie vertrauen, oder irgendwelchen „Führern“, bei denen Sie das Gefühl haben, sie wüssten, wo es langgeht. Selbst wenn Sie Ihrem Politiker vertrauen: Sie wissen nie, ob er genug „Format“ in seiner Partei hat, Ihre Interessen zu vertreten. Vielleicht schiebt er lieber eine ruhige Kugel. Wenn es gar ein Listenkandidat der Partei ist, stimmt er eh lieber so ab, dass er wieder aufgestellt wird, im Zweifel für die Partei und gegen Sie („ja, Herr Chris, die Fraktion, Sie wissen schon.“)

    So sind Sie nicht enttäuscht, wenn Sie z.B. eine Rot-Grüne-Regierung wählen, weil Sie soziale Änderungen wollen, und Sie dann merken, dass die nach Antritt gar kein Konzept haben und monatelang rumeiern. Um sich die Zeit zu vertreiben, lässt man Modefotos in schicken Anzügen machen, und raucht sich eins. Im Laufe der Zeit befürchten Sie gar, dass das einzige politische Konzept der Parteiführer war, die eigene biographische Herkunft zu überwinden und „endlich bei den Großen mitstinken zu können“. Aber wer weiß das schon, ich bin kein Psychologe. Andererseits, einen fränkischen „Baron“ mit Geld, der es wenigstens nicht so offen nötig hat, will ich auch nicht, da bin ich zu sehr Mittelstand :-).

    Herr Laurin beschäftigt sich immer sehr mit den Personen, die eine Partei repräsentieren: vergessen Sie das. Sie müssen mit denen kein Bier trinken, an die Macht und die Fleischtöpfe wollen sie alle, da gibt es keinen Unterschied. Das gehört zu einem Politiker dazu, er soll ja auch was durchsetzen. „Faule Äpfel“ finden Sie an allen Parteien. Nehmen Sie einen grünen Parteiführer mit Bonusmeilen-Affäre und anrüchigem Privatkredit, der nach Jahren wieder aus der Versenkung auftaucht. Auf der anderen Seite haben Sie einen nationalliberalen Flügel der Freien Demokraten, von aktuellen politischen Personal abgesehen, das ist auch nicht das Wahre. Die SPD: am stärksten in der Opposition, in der Regierung: na ja, Sie ahnen es ;-)… Und an den Rändern Sektierer und Verfassungsfeinde.

    Fazit: Seien Sie kein Parteigänger, seien Sie politisch. Wählen Sie, was Ihnen nützt. Wechseln Sie ab, vergessen Sie Personen, schauen Sie in Programme und überlegen Sie, ob das durchsetzbar ist und ob eine Durchsetzung „in echt“ gewünscht ist (insbesondere, wenn Sie sich die SPD ansehen).

  • #12
    chris

    @zboson #11
    Mein Problem ist nur das der grosse Teil des Volkes entweder zu dumm ist (Wahlversprechen), oder aus Gewohnheit immer das selbe ankreuzt.
    Erschwerend kommt dazu dass sich seit einigen Jahren inzwischen soviele Parteien herumtummeln, dass es so gut wie ausgeschlossen ist, eine auch nur annährend vernünftige Koalition zu bilden.
    „Damals“ gab es i.G.g. nur 3, d.h. pi x Daumen genommen konnten entweder 1 oder max. 2 die Mehrheit für sich erringen. 100% : 3 = 33,33…
    Jetzt mit über 10 Parteien wird der „Kuchen“ ja nicht großer, den man sich teilt.
    Also 100% : 10 = 10…
    D.h. es müssten (theoretisch in diesem Rechenbeispiel) sich mind. 5-6 Parteien zu einer Koalition zusammen finden.
    Was dann noch an Entscheidungen unterm Strich dabei herauskommt kann man sich denken. Alles trifft sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
    Und ich bezweifle stark dass das weder für den Bürger, noch für das Land gut ist.

    Kommt mir vor wie im Supermarkt… Früher gabs 5 Waschmittel, heute 50… welches nehm ich denn bloß ? Und wieso nehmen nicht alle Kunden das gleiche ? Gibts da wirklich solche großen Unterschiede in der Leistung ? Oder nur im Preis ?
    Wo bleibt die Stiftung Parteientest ?

    Das Fernsehprogramm wird auch nicht besser nur weil es mehr Sender gibt…

  • #13
    chris

    … und wieso gibts hier keine edit funktion ???

    :-((

    i.G.g. soll „Im Großen und Ganzen“ bedeuten…

  • #14
    zboson

    @Chris
    Die meisten Wähler lassen sich durch Personalisierungen von den Inhalten ablenken. Sie sehen es auf den Plakaten, immer freundliche Gesichter, keine Inhalte. Oder Angst machen, das zieht auch immer. Oder gegen Ausländer, kommt auch gut.

    Ich klassifiziere die Parteien für mich immer so: zum einen gibt es die Konservativen (CDU), die sich aufteilen in den katholischen Arbeitnehmerflügel (davon hören Sie nicht mehr viel) und den neoliberalen Wirtschaftsflügel.

    Dann gibt es die Brüder vom Stamme „Nimm“ (FDP): „Freie Märkte und Deregulierung für alle (außer für uns selbst, denn wir haben Gebührenordnungen, an denen wir eisern festhalten).“ Lächerlich, und das sage selbst ich als Unternehmer (ohne Gebührenordnung).

    Dann haben wir die heimliche Partei der Besserverdienenden, des öffentlichen Dienstes und der ökologisch interessierten. Soziales Profil eher mäßig ausgeprägt, da selbst nicht betroffen. Eigentlich Fleisch vom Fleische der CDU: ähnlich bürgerlich, aber Toskana statt Oberbayern. Schwarz-grün ist die logische Konsequenz der Vereinigung der Rentnergeneration mit ihren einst abtrünnigen Kindern :-).

    Dann gibt es noch die SPD: in der Opposition sozial, aber wehe, wenn sie an der Regierung sind. In diesem Fall schlimmer als die CDU, da die schlafenden Gewerkschaften erst zu spät merken, wie ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird (Zeitarbeit, Minijobs etc.)

    Zuletzt die Linke: eine Mischung aus SPD vor 20 Jahren plus Sektierer, die gelinde gesagt schwierig sind. Aber es geht uns ja immer um das Programm :-).

    Alles, was keine fünf Prozent bekommt, können Sie eigentlich vergessen. Die Existenz der Piraten ist aber z.B. ein gutes Zeichen, dass es auch außerhalb des Parlaments ein Potential gegen verfassungsfeindliche Gesetze gibt, das die anderen Parteien in Schach hält.

    Sie sehen, Sie haben die freie Auswahl, überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist ;-).

  • Pingback: Endergebnis Landtagswahl NRW 2010 – CDU liegt vorne - Kruta Magazin

  • #16
    zboson

    Moin Herr Laurin,

    ich war gestern doch ein bisschen zu pauschal, sorry dafür. Angeregt durch Ihren Artikel habe ich gestern noch begonnen, eine Sparliste zu erstellen. Jugendzentren, Schwimmbäder, das übliche halt. Wenn wir die Becken nicht mehr heizen, spart das viele Tausend EUR im Jahr (etwas Zähneklappern gehört dazu, die Zeiten werden eh hart). Leuchtturmprojekte und „richtige“ Kultur natürlich nicht (also, diese Sachen, wo wir Unternehmer, Jourstatisten und Politiker uns in gediegenem Ambiente zu „Hintergrundgesprächen“ bei Schnittchen treffen, knickknack ;-). Schließlich brauchen wir ne kreative Klasse hier im Ruhrgebiet, wir wollen ja nicht alle an Berlin und Hamburg verlieren (weiß eh nicht, was die alle an dem Nebel da finden).

    Heute morgen bin ich das nochmal durchgegangen, echt übel, wenn wir das den Wählern verklickern wollen. Blut, Schweiß und Tränen, sage ich nur (*notier* mal bei Bismarck nachlesen wg. Argumentation).

    Zur Entspannung war dann wieder Trash und Unterhaltung angesagt, also mal eben SPON aufgemacht. Da fiel mir fast der Kaffee aus dem Gesicht: 720 Mrd. EUR für die Halter von Staatsanleihen (also z.B. mich). OK, im Prinzip nichts dagegen, aber bei mir rebelliert da was. Nicht, dass ich Geld nicht schätzen würde, aber so ganz ohne Regeländerungen für den Kapitelmarkt… Immerhin, die Börse in Tokio fands gut :-).

    Herr Laurin: die Frau ist uns über. Die rotzt die Kohle schneller raus, als wir mit unseren Listen nachkommen. Sie wissen selbst, der Bund zieht sich das über Länder und Kommunen wieder rein. Gegen Berlin sind wir das kleine Karo, wir Sparbrötchen :-). *notier* Mehrwertsteuer wg. EU anheben, mal sehen, 25 Prozent erstmal für die Kassenkredite. Und ja, die PKW-Maut, die Anlagen fotographieren doch eh schon Autos, das sollte einfach gehen, gute deutsche Ingenieursleistung… Ich bleibe dran, Herr Laurin ;-).

    Ich muss da so an Heinrich Heine denken, nur etwas abgewandelt: „Denk ich an Angie in der Nacht…“

  • #17
    Stefan Laurin Beitragsautor

    ZBOSON: PKW-Maut könnte gut sein. Mehwertsteuer auf 25 Prozent? Eigentlich ein Wahnsinn, aber woher soll das Geld kommen? Wir könnten auch Inseln verkaufen! Wer braucht schon Helgoland? Auf der anderen Seite: Wer will schon Helgoland?

  • #18
    zboson

    Nee, Helgoland geht nicht, vielleicht brauchen wir die Insel wieder als Bombenabwurfplatz :-). Die Sandsteinformationen dort ähneln doch optisch auch Afghanistan, so wie ich es aus den Nachtrichten kenne, also: strategisch wichtig zum Üben ;-).

    Vielleicht verkaufen wir einfach Bayern an Österreich, dann sind wir die Hypo Alpe Adria auch gleich los (und die HRE gibts (fast) gratis dazu, wir sind ja nicht so :-).

  • #19
  • #20
    zboson

    Nicht schlecht die Idee, aber ich esse doch lieber Currywurst als Frikandel. Da müssen wir drauf achten, dass uns das als kulturelle Eigenart erhalten bleibt. Integration statt Assimilation, sage ich nur :-).

    Ich habe gerade mal einige Fragmente einer Rede zum Sparprogramm entworfen, vielleicht lesen Sie mal drüber:
    „Ich freue mich, heute abend im Hotel Adlon [oder wo auch immer] zu Ihnen zu sprechen. Vor 90 Jahren wurde das alte Adlon von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht [= mein Bezug zu Bismarck, wegen der kalten Schwimmbäder. Ich rhetorischer Fuchs ;-)]. Ich für meinen Teil weihe heute nicht ein, sondern ich bin eine Art republikanischer Vorkoster, der sich allerdings nicht weniger darüber freut, daß dieses Traditionshaus an alter Stelle wieder entsteht.“ – wirkt vielleicht etwas dick aufgetragen, aber unsere Zuhörer sind ja auch alle aus dem Bildungsbürgertum, da kommt das gut. Wer steht nicht auf schicke Altbauwohungen aus der Gründerzeit ;-).

    Na ja, dann so das übliche, asiatische Herausforderung und so, Sie kennen das, ein bisschen Kritik an unserer Kultur muss man da bieten. Also, die Kultur unseres Pöbels, nicht unsere ;-).

    Als Kernaussage habe ich mir folgendes überlegt:

    „Niemand darf aber vergessen: In hochtechnisierten Gesellschaften ist permanente Innovation eine Daueraufgabe! Die Welt ist im Aufbruch, sie wartet nicht auf Deutschland. Aber es ist auch noch nicht zu spät. Durch Deutschland muß ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen: – die Arbeitgeber, indem sie Kosten nicht nur durch Entlassungen senken. – die Arbeitnehmer, indem sie Arbeitszeit und -löhne mit der Lage ihrer Betriebe in Einklang bringen. – die Gewerkschaften, indem sie betriebsnahe Tarifabschlüsse und flexiblere Arbeitsbeziehungen ermöglichen. – Bundestag und Bundesrat, indem sie die großen Reformprojekte jetzt rasch voranbringen. – die Interessengruppen in unserem Land, indem sie nicht zu Lasten des Gemeininteresses wirken.“

    Also, das mit den Arbeitgebern und so ist natürlich nicht so ernst gemeint, aber es klingt so warm :-).

    Anregungen nehme ich gerne entgegen, es sind bisher nur Fragmente ;-).

  • #21
    dissenter

    @ZBOSON

    „Anregungen nehme ich gerne entgegen“

    Dem Mega-Thema Demographie sollten Sie das ihr gebührende Gewicht einräumen.
    „Wir werden alle immer älter“ ist ja schließlich immer richtig. 😉

  • #22
    zboson

    @Herr Dissenter
    Da haben Sie völlig Recht!

    „Auf den Spielplätzen tollen immer weniger Kinder umher, und in den Fußgängerzonen ist Kinderlachen immer seltener geworden [erinnert mich spontan an die Szene beim Kleinen Arschloch von Walter Moers, aber das gehört hier nicht hin, das ist ja ein ernstes Thema :-)]. Aber das ist erst der Anfang [hier noch ein paar Szenarien, wie viele Rentner ein Arbeitsloser im Jahr 2525 versorgen muss, wegen der Dramatik, ich reiche da ein paar Hochrechnungen nach *notier* Verband der privaten Versicherungen nach belastbaren Zahlen anfragen]“ – in dem Stil dann weiter.

    Es gibt ja auch kaum noch Latte Macchiato-Mütter in den Rüttenscheider Cafes (um mal nicht immer dieses ewige „Schwäbische Hausfrauen am Prenzlauer Berg“-Klischee zu bemühen), die mit ihren Kinderwagen den Zugang versperren, d.h. wir gehen wirklich dunklen Zeiten entgegen, ich mache mir da schon Sorgen…

    Aber, Herr Dissenter, da spreche ich Sie einfach mal persönlich an: Sehen wir das trotz allem positiv: so jung wie heute kommen wir nie mehr zusammen ;-).

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