Öde2010: Wo ist das Ruhrgebiet am langweiligsten?

Die Besucherzahlen im Ruhrgebiet explodieren, die Kulturhauptstadt bringt Glamour in unser Leben und in New York überlegen sie sich wahrscheinlich schon, ob sie Zechentürme aufstellen sollen, um metropolitanen Glanz in ihre Hafenstadt am Hudson zu bringen.

Aber ist das Ruhrgebiet wirklich überall so mondän wie Fulda , so sexy wie Bad Vilbel und so verrucht wie Hildesheim? Nein, sicher nicht. Und nun meine Frage: Was sind die ödesten Orte im Ruhrgebiet? Wo wird schon ein funktionierende Dunstabzugshaube in einer Pommesbude als Steigerung der Lebensqualität empfunden? Wo freut man sich, wenn einmal im Monat der Bücherbus vorbei kommt und wo treffen sich die Quartiersintellektuellen am einzigen Kiosk, an dem es den Spiegel gibt? Für mich stehen die drei ödesten Orte fest: Wattenscheid, Herne und Marl. Gladbeck ist auch schlimm, aber da bin ich aufgewachsen. Und es zieht mich auch nichts nach Duisburg. Was sind Eure Favoriten? Welcher Stadt sollen wir eine Flasche Frühstückskorn schenken, weil das Leben in ihr nüchtern nicht zu ertragen ist?

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Thomas
12 Jahre zuvor

>Welcher Stadt sollen wir eine Flasche Frühstückskorn schenken, weil das Leben in ihr nüchtern nicht zu ertragen ist?

Oberbilk. Düsseldorf-Oberbilk. Dahin geht der Frühstückskorn.

Und Freiburg-Stühlinger geben wir die Bionade zurück.

coupeuse
coupeuse
12 Jahre zuvor

also dinslaken hätte eine ganze palette korn schwer nötig.

Marcus Schneider
Marcus Schneider
12 Jahre zuvor

Wie wärs mit Marburg? Oder Mönchengladbach? Oder Gummersbach? Gibt sicherlich noch einige mehr? Wo wohnst Du denn, Stefan? Vielleicht ist das ja auch ein Ort für die Liste?

Olaf
Olaf
12 Jahre zuvor

Die Dunstabzugshaube geht an Mr.Ch***en in Duisburg-Großenbaum.

Thorsten Leineweber
Thorsten Leineweber
12 Jahre zuvor

Man könnte eine Klassifizierung danach vornehmen, wonach in welcher Stadt die SPD am längsten alleine das Sagen hatte. Das dürfte es wohl treffen. Ich komme aus Marl und wir haben noch eine Zeche. Man überlegt sich in der Politik gerade (jetzt!!!) was denn danach kommt…

Malte
12 Jahre zuvor

@Stefan: Du hast Oer-Erkenschwick vergessen 😉

Bianca
Bianca
12 Jahre zuvor

Kamen bzw. Bergkamen. Langweiliger als auf der Wachkoma-Station.

Thomas
12 Jahre zuvor

>Aber so ganz nebenbei: Es geht um öde Orte im Revier.

Ach so.

Dann so:

Zu Duisburg fällt mir nix mehr ein. Da kann ich wirklich nur pro domo berichten.

Aber – dem Ringel ist jedenfalls früher was zu DU eingefallen:

https://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/christkindchen-backt-schon-lange-nicht-mehr/

Wobei, der ist aus Moers:

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Ringel

Dazu fällt mir dann auch nix mehr ein. (-:

Außer – hier die klasssische Nummer:

https://www.buecher.de/shop/buecher/best-of-oede-orte/herausgegeben-von-roth-juergenwieland-rayk/products_products/detail/prod_id/13324052/

Und, ich schwör, der Ringel hat auch mal seine Heimatstadt in einem dieser Öde-Orte-Bücher verrissen, da hat der ne Moerser Kneipe völlig ungerechtfertigt niedergemacht,

die Röhre nämlich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_Hennen

Nur so aus Anti-Hippie-Attitüde hat der verissen, aus reiner Verweigerung, aus schierem Protest, dagegen sein ist alles, nix Konstruktives, einfach nur mal auf die Kacke hauen, um zu testen was geht. Keine Spur von Realpolitik, keine Spur.

schuri
schuri
12 Jahre zuvor

waltrop und datteln, aber eigentlich sind olfen und dülmen und der ganze speckgürtel noch viel langweiliger, andererseits brauchen die keinen schnaps umsonst

kikbde
kikbde
12 Jahre zuvor

Also wo Duisburg jetzt uninteressanter als Bochum ist würd ich ja gerne mal wissen…

Silke
12 Jahre zuvor

Herten. Ganz klar Herten. Die Steigerung ist dann nur noch: Herten-Disteln. So viel Schnaps gibt es nicht.

Dirk E. Haas
Dirk E. Haas
12 Jahre zuvor

Stefan, am langweiligsten sind Blogs, die aus Langeweile nach langweiligen Orten fragen. (-:

Dortmunder
Dortmunder
12 Jahre zuvor

Gute Umfrage, das. Und rege Teilnahme.
Morgen dann bitte „Wo isset am nettesten?“, Herr Laurin.

Mein Tipp:
1. Bermuda
2. Rüttenscheid
3. Kreuzviertel
.
.
letzter Platz: Do-Nette

beatcounter
beatcounter
12 Jahre zuvor

Am langweiligsten ist es da, wo Internetseiten mit der Eitelkeit ihrer Verfasser gefüllt werden 😉

kikbde
kikbde
12 Jahre zuvor

@Stefan:
Der Dellplatz? Ernsthaft als Argument für ne öde Stadt?
Was ist an Webster, Filmforum und Hundertmeister so (schlecht) witzig?
Aber klar, Bruckhausen steht natürlich für ganz Duisburg. Schon mal den Duisburger Süden besucht? Die Wedau? Die Sechs Seen Platte? Den Landschaftspark? Alles öde?? Alles runter gekommen??

Thomas
12 Jahre zuvor

>aber Bruckhausen ist schon etwas besonderes.

Jaja.

Red‘ nicht schlecht über Bruckhausen, wenn Du’s nicht beweisen kannst, Stefan.
(-:

Bruckhausen hat Reportageschichte geschrieben, Bruckhausen ist klassische abgepfiffene Moderne:

Für sein Buch ‚Ganz unten‘ wohnte Günter dort auf der Dieselstraße, und der hatte sogar ne Badewanne in seiner Bude. Natürlich keine Möbel. Aber, wer braucht schon Möbel?

https://de.wikipedia.org/wiki/Ganz_unten

Allein der Verdichtungsblick, wenn man von der Dieselstraße aus gesehen auf den Schornstein guckt. Der schlotet.

Das rührt doch so romantisch an wie Äonen vor Wallraff Erika Runge ihre Bottroper Protokolle.

https://www.gemeinsamlernen.de/laufend/geschlechterrollen/literatur70/erikarunge_bottrop/elke1.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Runge

Und lauf mal durch Bruckhausen, das sind eh nur zwei bis drei Straßen.

Dann wirste feststellen, daß die soziale Kontrolle dorten mittlerweile sehr streng ist.

Institutionell gesteuert:

Die Polizeiwache residiert Tür an Tür eines Bürgerzentrums, sämtliche Wohlfahrtsverbände haben sich in die leer gezogenen Häuser eingezeckt, in ehemaligen Ladenlokalen sind Streetworker mit niedrigschwelligen Angeboten für jedwede multiethnische Klientel vor Ort.

Oberflächlich könnte man den Eindruck gewinnen, daß Bruckhausen mittlerweile eine Spielwiese für Sozialexperimente jedweder Betroffenheitsprovienienz ist.

Trotz Geschäftsfassaden wie dieser

https://thomas-meiser.posterous.com/paradoxon-um-den-neuen-drucker

und ähnlichem nostalgischen Trash.

Martin Böttger
Martin Böttger
12 Jahre zuvor

Ich bin vor einiger Zeit mal mit dem Fahrrad nordwestlich aus Bonn raus, Ziel Erftstadt, über Weilerswist. Wenn man diese Dörfer sieht, weiss man, das wir keine EinwanderInnen brauchen, um Parallelgesellschaften zu haben. Und: hat unsereiner nichts mit „deutscher Leitkultur“ zu tun? Oder die?
Sehr sehenswert dazu auch:
https://www.realfictionfilme.de/filme/durchfahrtsland/index.php
Is nur alles nicht Ruhrgebiet. Aber auch öde.

kikbde
kikbde
12 Jahre zuvor

Wer hat von Gastro-Highlight gesprochen? Du hast von schlechtem Witz gesprochen, aber vielleicht haben wir andere Vorstellungen von Ödnis.
Eine gut besuchte Kneipe (ob Brauerei, Biergarten oder Szenebar) gehört für mich halt nicht dazu. Aber gut, wenn es in Bochum nur Innovative-Highlight-Gastronomie gibt, hab ich da wohl ne Zeitlang was verpasst….

Thomas
12 Jahre zuvor

#19 Webster, Brauhaus?

Von diesen Kleinbrauereien gibt es selbst in Duisburg drei.

Nämlich:

Das Webster.
https://www.webster-brauhaus.de/

Das Walsumer Brauhaus.
https://www.brauhaus-urfels.de/

Und Schacht 4/8 – einen Laden, den es genauso am HBF GE gibt. Dort heißt der Brauhaus Hiberna.
https://www.brauhaus-schacht-4-8.de/

Webster macht das beste Marketing, Walsumer Dunkel ist das beste Bier der Stadt. Frau König in DU-Beek macht ja nur für den Massenmarkt.

Der einzige relevante Fressladen am Dellplatz ist Nuhs, im Setting eines Imbisses ziemlich authentische Thaiküche, sehr klein, abends sehr voll, sehr gut, sehr günstig – und der beste Thai zwischen Maastricht und Düsseldorf. Der nächste, den ich empfehlen würde, läge übrigens am Amsterdamer Nieuwmarkt. In einer dieser Seitenstraßen, wo die Straßenschilder plötzlich chinesische Schriftzeichen tragen.

https://www.qype.com/place/103265-Nuhs-Thai-Schnellrestaurant-Duisburg

Nuhs Laden – übrigens auch oft meine Mittagskantine im Sommer draussen. Allein der Eistee ..

Soweit unser qualifizierter Leserservice-Teil, der die Leser-Blogbindung ja nun auch stählt. (-;

Jens König
Jens König
12 Jahre zuvor

Oberhausen Zentro. Das empfinde ich als wirklich schlimm, hab mich auch schon zweimal dort gelangweilt.
Dann schon lieber nochmal 8 Jahre Wattenscheid. Da waren wenigstens die Leute klasse. Eigentlich war Wattenscheid gar nicht soo übel.

crusius
crusius
12 Jahre zuvor

Also in Bochum bin ich nur zum Lesen. Sauerländer seh‘ ich schon in Dortmund genug… Zum Musikhören aber fahre ich nach Duisburg. Rüttenscheid finde ich aus mittlerer Entfernung inzwischen eher fürchterlich – was damit zu tun haben kann, daß ich da aufgewachsen bin und mich mühelos an Zeiten erinnern kann, als die Straßenbahn noch oberirdisch fuhr. Und früher war eben alles besser…

Um aber auf die eigentlich gestellte Frage zu antworten: Witten Marktplatz sonntagnachmittags ist schon mehr so langweilig. Und Hagen, abgesehen von wenigen Inseln, ist die ganze Woche über auch nicht viel besser.

Helmut Junge
12 Jahre zuvor

Stefan,
wieso ist das ein Witz, was es an Kneipen rund um den Dellplatz gibt?
Da bin ich aber erstaunt. Was könnte da verbessert werden?
Ich bin zwar nicht begeistert, aber die Hälfte meiner selten gewordenen Kneipenbesuche geht in in diese Richtung, weil da da Filmforum ist, die andere Hälfte zum Finkenkrug.
Es gibt ja nicht viele Alternativen.
Die Vorortskneipen? Ich geh schon mal zum Muschelessen in eine Vorortskneipe, und wenn ich damit fertig bin, geh ich wieder nach Hause.
Der Dellplatz ist der belebteste Platz in Duisburg. Wenn der schon ein Witz ist, dann gute Nacht.

Helmut Junge
12 Jahre zuvor

Stefan
Und was muß anders sein? Ich bin da wirklich Laie, aber interessiert. Sind das die Leute, die Einrichtung, oder was? Am Bier kann es ja nicht liegen. Immerhin geht es von einer der Kneipen direkt die Treppe hoch ins Filmforum. Das ist doch was.

Helmut Junge
12 Jahre zuvor

Also, entweder sind wir hier nur nicht viel gewöhnt, oder Du verstehst unter viel los einfach was anderes als ich.

Ralf
Ralf
12 Jahre zuvor

Bin kürzlich von Schloß Lembeck (bei Dorsten) mit dem Bus über Marl nach Recklinghausen zum dortigen Bahnhof.

1) Dorsten: Klein, hübsch, öde. Bierbörse war der gesellschaftliche Höhepunkt.
2) Marl: Mein erster Gedanke: „Die können froh sein, dass sie das Grimme-Institut haben. Sonst gäbs hier gar nix, was interessant ist“. Zweiter Gedanke: „Wieso ist das Grimme-Institut eigentlich an so einem verschnarchten Ort?“
3) Recklinghausen: Bahnhof mit zwei Bahnsteigen und drei Gleisen, an denen Züge halten. Reicht aus, um schnell wegzukommen.

Vorher hatte ich das Vergnügen, mit dem Nahverkehrszug der Nordwestbahn von Dortmund nach Dorsten zu gondeln. Fuhr durch den Herne, Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel,Gladbeck, Wanne-Eickel und wie die Örtchen noch heißen (Reihenfolge nach Erinnerung…)

Das war eine Fahrt durch die verstaubten Wohlstandswüsten der 60er- und 70er-Jahre. Glasbausteinarchitektur und Betonklotzarrangements.

Sehr schön: viel Grün. Weniger schön: trostlose Bahnhöfe der Sonderklasse (Herne!).

Fazit: Das Land meiner Urgroßväter und Großonkels (ersterer Sprengmeister auf Zeche in Gelsenkirchen, der zweite Kicker bei Schalke 04) lockt mich nicht.

matthes
matthes
12 Jahre zuvor

Haha, als bekennender und bewusster (nach einer Auszeit freiwillig wieder zurück gezogen) Einwohner von „Deutschlands größter Kleinstadt“ muss ich zwar ein Wenig relativieren:
– Bei gutem Wetter mit Außengastronomie IST es am Dellplatz schön!
– Das Filmforum und das von Herrn Meiser schon erwähnte Nuhs sind echte Juwelen und machen auch indoors (sagt man so?) Spaß.
– Ein paar tapfere Clubs wie der erwähnte Steinbruch und das Djäzz tröpfeln, weit ab von den Subventionstöpfen (aus denen z.B. das HundertMeister immer seltener etwas für mich interessantes zu brauen fähig ist) fleißig auf den heißen Stein der kulturellen Ödnis, und der Verein Mustermensch kämpft trotz der (für die Stadt) blamablen T5-Schließung weiter gegen Windmühlen für Kultur von unten.
– und überhaupt, irgendwie isset hier schon schön, außerdem ist man mit der Bahn ruck-zuck in MH/OB/E/D und kommt auch spät abends noch nachhause.

Aaaaaabär: Für eine knapp-Halbmillionenstadt ist es schon traurig, was hier kulturell läuft oder eben nicht läuft. Wein- und Matjes“feste“ oder eine Stadtfest genannte Ansammlung von Bierbuden und Coverbands als Highlights im städtischen Veranstaltungskalender sprechen eine deutliche Sprache. Der Beißreflex derer, die Duisburg krampfhaft als flotte Rheinschienen-Metropole darzustellen versuchen, sobald Auswärtige unsere Provinzialität ansprechen, ist bestenfalls unfreiwillig komisch, meistens aber mitleiderregend bis peinlich. Es ist vieles besser geworden, aber es muss noch deutlich mehr besser werden, bis wir uns glaubwürdig gegen den Status „Provinz“ wehren können.
Trotzdem: Die richtig öden Orte im Revier sind woanders. (Der Speckgürtel zählt nicht: Da wohnt man freiwillig, und wer das tut, will es genau so – hoffentlich werde ich nie so alt im Herzen, dass ich es nachvollziehen kann. Damit fallen auch diverse, beim Jungfamilien-Häuslebauer-Mainstream durchaus begehrte Randstadtteile von Duisburg, in denen ICH nicht tot überm Zaun hängen wollte, durchs Raster. Der komplette Ennepe-Ruhr-Kreis dito.) Hm… Neben Wattenscheid und Herne, zu denen es scheinbar einen Konsens gibt, fand ich Hagen immer sehr abschreckend.

Thomas
12 Jahre zuvor

@Matthes, #30:

Zu Duisburg, bei alledem und alledem:

>in paar tapfere Clubs wie der erwähnte Steinbruch

Genau. Darauf muß ich mal antriggern.

Die Konzertprogramme des Steinbruchs sind sensationell. Und völlig unterschätzt.

Allein die Krautrock-Reihe.

Keine Ahnung, wer da das Booking macht, aber es müssen Wesen mit Herzblut sein, ich bin da nur Fan und wir zahlen selbst, aber wer Embryo, Cluster usf hintereinander auf eine Bühne bringt, der schreibt ja schon Kulturgeschichte. Mit geringeren Worten kann man das gar nicht sagen.

Ich wäre gewiß bis nach A’dam gefahren, um diese Krautrockkonzis zu hören, insoweit ist DU echt ein Standortvorteil für mich.

Ich fahr nämlich nur sechs km mit der Fiets dahin.

Das ist echt ein Standortvorteil von DU, bei aller begründeten Verachtung, die ich für meinen Lebensmittelpunkt sonst so hab.

https://www.youtube.com/watch?v=8GO5jAcLAZ0

https://www.ruhrbarone.de/zwei-cluster-auf-der-lotharstrase/

>und das Djäzz tröpfeln, weit ab von den Subventionstöpfen

Genau.

Djäzz. Auch völlig unterschätzt.

Die semmeln manchmal Sachen in ihr Konzertprogramm, da kannste nur entdecken, staunen und lernen.

Und das Beste: Die beiden Läden völlig unabhängig von Staatsknete.

Helmut Junge
12 Jahre zuvor

Stefan, siesse jezz, watte da mit Deine Bemerkungen angerichtet hass?
Der Thomas, der Matthes, der(die) Kikbde und der ich ham die Reihe geschlossen. Der Dellplatz kommt für Dein Neggativpreis nich in Frage.
Such Dich Deine Anhängers woanders. Such Dich also Dein Ort in Dortmund oder Ückendorf.

JK
JK
12 Jahre zuvor

@@ Helmut

Ückendorf ist cool, da gibs jetzt nen Cafe del sol und nen 24 St. Mr. Chicken, welches sich natürlich noch im Bau befindet. Und was zu rauchen findet man da meistens auch. Dazu wird dein Sperrmüll garantiert weg getragen…
Ausserdem kann man mit der Ital. Mafia Karten Spielen…

matthes
matthes
12 Jahre zuvor

Ohgottohgott, jetzt steh ICH hier plötzlich als Verteidiger der Dellplatz-Gastroniomie da… Nee nee, so war das nicht gemeint! Filmforum gut, Nuhs gut, (ganz vergessen: Graefen auch gut, aber dass eine Kneipe, in der man wochentags nach 1 noch was zu trinken kriegt, erwähnenswert ist, spricht auch schon wieder Bände…) Der Rest bei gutem Wetter draußen annehmbar.
Übrigens bin ich gerade mal auf die Seite gesurft, auf der ich zum ersten Mal von „Deutschlands größter Kleinstadt“ gelesen und mich voller Zustimmung sofort in diese Wortkreation verliebt habe:
https://www.indiepedia.de/index.php?title=Duisburg
Da hat scheinbar das Stadtmarketing dran rumeditiert, und schon haben wir wieder die unfreiwillig komische Selbstbeweihräucherung einer Möchtegern-Metropole: Was wollen eigentlich Hamburg, Berlin und Köln – wir haben schließlich zwei Botanische Gärten, ein leerstehendes Musicaltheater, das Steinhaus (WTF? Und ich _wohn’_ in dieser Stadt!), „vor allem im Bereich Duisburg-Wedau und Duisburg-Hochfeld ein aktives Bermudadreieck“ (aha?!) und die Rheinhausenhalle, in der „schon viele Alleinunterhalter Station gemacht“ haben.

Da war es wieder, dieses Fremdschämen.

Es ist nicht immer leicht, diese Stadt zu lieben.

Krieg‘ ich den Frühstückskorn?

Helmut Junge
12 Jahre zuvor

Stefan,
Ückendorf fällt raus aus der Liste, muß laut JK(33) spannend sein dort.
Nimm Dortmund.

Perik Hillenbach
12 Jahre zuvor

Thomas, was ist eigentlich aus dem Graefen geworden? Das war „damals“ der Grund, sich von Bochum aus auf den Weg zum Dellplatz zu machen, weil es eine solche Künstler-Absturzkneipe im bornierten Bochum nie gab. Viel später vielleicht das Rauschen.
Meine ödesten Lebensjahre habe ich zwischen 30 und 40 in Wuppertal-Barmen verbringen müssen (ist aber kein Ruhrgebiet), dagegen waren meine späten Teenie- und kompletten Twen (versteht das noch jemand?)-Jahre in Herne geradezu erleuchtet. Auf Herne lass ich nix kommen. Kennt einer noch das Podium von ganz früher?
Über die kleinen Städte herzuziehen ist müßig und unfair. Natürlich sind Castrop, Hagen, Gladbeck, Unna usw. öde. Na wenn schon, irgendeine Kneipe gibt sich immer Mühe, dann trinkt man halt dort, und wenn’s mal krachen soll, fährt man eben nach … Bochum?! Nee! Bermuda lockt mich nicht mehr. Wer allerdings spannende Tipps für gutes Bochumer Nachtleben haben will, kann ab und zu mal beim Ralf Odermann im Kochplattenteller-Blog nachlesen.
Gehen wir die Großen an: Die Essener Innenstadt ist Öde pur. Da will man nicht mal drüberFLIEGEN. Essen ist seehr langweilig. Daran ändert auch das urbane Rüttenscheid unterm Strich nicht viel. Essen-City kriegt von mir douze points.
Und Dortmund? Ist ne gute Stadt, vor allem tagsüber in der City sehr lebendig und gar nicht unsympathisch. Kreuzviertel gut und schön, aber will man ernsthaft abends in Wellinghofen oder Kirchhörde ausgesetzt werden? Brrr! Mein zweitödester Großstadtort ist die Wittbräucker Straße auf dem Dortmunder Höchsten.

Thomas
12 Jahre zuvor

#Matthes:

>Ohgottohgott, jetzt steh ICH hier plötzlich als Verteidiger der Dellplatz-Gastroniomie da… Nee nee, so war das nicht gemeint!

Da war der @Helmut Junge vielleicht zu voreilig.

Auch ich möchte mich nicht als Promoter des Dellplatzes bezeichnen lassen.

Im Gegenteil – ich bin schwer enttäuscht, ich weiß noch, welche Erwartungen etwa an den Hundertmeisterladen bei seinem Beginn gestellt wurden, ich habe das ja publizistisch begleitet.

Er sollte eine avantgardistische Ausformung des Meta Luna-Ladens werden, von Klöters bis Zappo, letzterer wurde ja extra als Booker eingestellt, und dann war da die Galerie, die heute die Raucherlounge des Hundertmeisterladen ist. Damals von Zappo gefüllt. Mit Kunst.

Jetzt ist der Hundertmeisterladen eine Kleinstadt-Kneipe, die ich mir auch in Viersen-Dülken neben der Narrenmühle vorstellen kann, mit einem Programm ohne Ambition, das nur auf die sichere Seite zieht und in der viel zu kleinen Halle oben
werden fünftklassige Klone von Mario Barth, also pissige Comedy veranstaltet.

Und trotzdem soll das Management des Ladens nicht mal die Kosten eingespielt kriegen, wie man hört.

>Krieg’ ich den Frühstückskorn?

Wenn ich mal wieder im Gräefen um vier morgens auf den Samstag rumlunger, geb ich Dir nen dreifachen Wild Turkey zum Absacken aus, sofern die junge Frau am Tresen diesen Erwachsenendrink überhaupt noch kennt.

Und die klassische Ironie, die sich damit verbindet.

Also etwa die mit Hunter und dem Vegastrip.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wild_Turkey

Du erkennst mich an meinem Deckel mit den vielen Wasserstrichen. Nein.

Helmut Junge
12 Jahre zuvor

@Matthes(34und30)
Was du da geschrieben hast, war eine wunderbare Kritik, vielleicht die schönste, die ich je gelesen habe. Einige direkte Hinweise darauf, wo das Hauptproblem dieser Stadt liegt. Ich finde, mehr kann man nicht tun. Das ist beinahe so etwas wie eine Liebeserklärung.
Aber die Frage lautet ja: „Welcher Stadt sollen wir eine Flasche Frühstückskorn schenken, weil das Leben in ihr nüchtern nicht zu ertragen ist?“
Da gehst Du leer aus. Stefan müßte der Stadt, also dem Duisburger Oberbürgermeister die Flasche geben. Ob er die dann doch nicht lieber selber trinkt?

matthes
matthes
12 Jahre zuvor

Nachtrag zu #30 „Steinhaus“ war schlampig zitiert, gemeint war der „Steinhof“. Da das erstmal nichts am WTF? änderte, musste ich mich bei Google schlau machen. Ergebnis: Für Huckingen schon okay. Damit der Indiepedia-Zielgruppe Duisburg als hippe Metropole zu verkaufen, bleibt aber bizarr.

Thomas
12 Jahre zuvor

@Perik Hillenbach:

>Das war “damals” der Grund, sich von Bochum aus auf den Weg zum Dellplatz zu machen, weil es eine solche Künstler-Absturzkneipe im bornierten Bochum nie gab.

Natürlich. Nach den Premieren vom Schauspielhaus und so fuhr ja auch etwa der Stamm des Ensemble zum Eckhard Gräefen, um Druck abzulassen und Party zu machen.

Aus meiner Sicht ist gezz trübe.

Da sind Leute hängengeblieben, ganz klar – ich selbst bin nur noch alle paar Monde da, dann aber mit Risiko. Der Laden ist halt der, der am längsten aufhat am Dellplatz, keine Frage, bis der letzte rausgekrochen ist.

Aber wie war das denn mit dem Meta Luna am Bahnhof, einst unter Jochen Klöters, dann unter Zappo – der Laden hatte 24/7 auf.

In der Nacht, bis zum Morgengrauen sind da Dinge gelaufen.

Also, als ich mit meinen Geschichten für das Dir bekannte Regionalmagazin um drei morgens fertig war, hab ich mich für 20 Taximark dahin fahren lassen.

Um abzuschalten. Was man so nennt.

Und:

Da war sogar nachmittags eine Friseuse auf der kleinen Bühne am Start, wo ich mich hab scheren lassen, um dann bis zum Abend dazubleiben – und dann die Zitronen zu sehen.

„Damals“.

Perik Hillenbach
12 Jahre zuvor

@40 Thomas: Zappo ist aber längst in Hamburg und macht dort seine Ufo-Ausstellungen… Auch einer von den GANZ Guten, die uns verlassen haben.

Perik Hillenbach
12 Jahre zuvor

Übrigens, dieses „Damals“ ist natürlich schrecklich altmännerhaft. Ist doch Quatsch, dass heute nix mehr läuft, wir sind nur zu oll. Dass es z. B. ein Domicil in DO gibt, ist ein Glücksfall, und ebenso gibt es etliche weitere anspruchsvolle Clubs und Kneipen im Ruhrgebiet. Liegt ja an uns, diese zu frequentieren.
Zurück also zur Ausgangsfrage und zum Frühstückskorn: Da schließt sich der Kreis zu Stefans häufig geäußerter These, die „Kleinen“ doch sich selbst zu überlassen und lieber in die knappe handvoll Lichterstädte im Revier zu investieren. In Ordnungsamt-unterstützte Außengastronomie, in lebendige Märkte, einen gesunden inhabergeführten Einzelhandel, mehr Live-Möglichkeiten für Bands, Humus für Galerien usw.
Da sich keine unserer Städte damit lobenswert hervortut, kriegt jede morgen früh ein Pinnchen.

Thomas
12 Jahre zuvor

#43 Übrigens, dieses “Damals” ist natürlich schrecklich altmännerhaft.

Oberleherhaft, gar. Aber das muß die Jugend aushalten. Die jungen Menschen können sich ja daran abarbeiten. Der erwünschte Effekt. Har.

>und ebenso gibt es etliche weitere anspruchsvolle Clubs und Kneipen im Ruhrgebiet.

Sach ich ja weiter oben:

In DU also Steinbruch und Djäzz.

>Da sich keine unserer Städte damit lobenswert hervortut, kriegt jede morgen früh ein Pinnchen.

Du kriegst auch ein Pinneken. Dafür daß das jetzt so moderat, so ausgesteuert und altersweise klingt.

Dortmunder
Dortmunder
12 Jahre zuvor

ät Per Wer:
In Ihrem Gastroführer besprechen Sie die Buden auf dem Höchsten aber immer a la bonheure.
Und wir beide wohnen ja bewußt nicht in Kirchhörde, sondern Sie im guten Klinikviertel, ich im sehr guten Kreuzviertel.

Und an den Kollegen Helmut Junge: Neid?

Perik Hillenbach
12 Jahre zuvor

„Dafür daß das jetzt so moderat, so ausgesteuert und altersweise klingt.“

Bäh, hast ja recht. Das muss ich mir dringend abgewöhnen. Jerry Lee Lewis sagte einst: „Sei heiß oder sei kalt. Wenn du lauwarm bist, wird dich der HErr ausspucken.“

Ich geh jetzt noch mit 1,2 vor die Tür. Is aber nix mehr offen, ha! Doatmund, Doaaatmuund! (Swabedoo in 500 m Entfernung geht aber noch. Und El Mundo.)

Perik Hillenbach
12 Jahre zuvor

@45 Dortmunder: ja klar, das ist die Gastronomie (= Restaurants) dort, die man punktuell ansteuert. Und die auch weitgehend okay ist. Wenn man mal genau hinschaut, sind das aber alles Kirchhörder, die sich dorthin begeben, weil man dort freundlich ein bisschen Geld ausgeben kann, ohne in der Siedlung unangenehm aufzufallen. Will sagen: Das Schlimmste, woran der Dortmunder (und das ist ein westfälischer Provinzler) krankt, ist, dass er sich nicht beim Geldausgeben für Hedonismus ertappen lassen will. Seine teuren Maßschuhe kauft man in Düsseldorf, und beim Mischeleng-Koch will man auch nicht gesehen werden, das macht man hier nicht (ist Essen-Style, also rheinisch-verdorben), deshalb parkt man seinen großen Audi bei Overkamp und bestellt die solide bürgerliche Nummer. Ganz entre-nous.
Treffen wir uns gleich mal aufn Pilsbier? Um mal zu prüfen, wer den Korn kriegt?

trackback

[…] via Öde2010: Wo ist das Ruhrgebiet am langweiligsten? | Ruhrbarone. […]

Dortmunder
Dortmunder
12 Jahre zuvor

Ach menno Perik, Sie scheinen ja ein durch und durch sympathischer Typ zu sein.
Ich hab nur normale Lloyds, keine massangefertigten Budapester, wohn auch nicht in Kirchhörde, sondern nur fünfhuntert Meter entfernt von Ihnen.

Trotzdem isses geil hier. Morgen nen Pils im Lokales vor Borussia? Sieben Uhr am Tresen?

Und Audi? Och ne, keine SPD-Autos. Ich fahr Stern.

Arnold Voss
12 Jahre zuvor

Diskussionen über Ödnis müssen offensichtlich nicht öde sein.Aber irgendwie hat das Ganze was von Selbstkasteiung.

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