Ostkontakte: Mißfelder setzt Anwälte gegen FAZ in Marsch

Philipp Mißfelder Foto: Jacquez Lizenz: CC 3.0
Philipp Mißfelder Foto: Jacquez Lizenz: CC 3.0

Es gab eine Zeit, da drängte sich Philipp Mißfelder in die Öffentlichkeit. Mißfelder machte Schlagzeilen damit, den ganz Alten keine neuen Hüftgelenke mehr zu geben. Und später dann damit, wie gut er mit den Senioren klar kommt. Das ist vorbei. Geht es um seine Ostkontakte, ist der Recklinghäuser Bundestagsabgeordnete nicht nur verschwiegen, er setzt auch Anwälte gegen Journalisten in Marsch, wie die FAZ jetzt erleben musste.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet heute über die immer zahlreicheren Ostkontakte von Mißfelder, beschreibt wie er in einem Sumpf von Putin-Freunden und Gazprom-Lobbyisten politisch untergeht. Die FAZ hätte sich über dieses Thema auch gerne mit Mißfelder unterhalten. Das wollte der aber nicht:

„Dieser Artikel soll nicht erscheinen: Das lässt uns Philipp Mißfelder gleich vorab durch seine Anwälte ausrichten. Er hat auf viele Fragen nicht geantwortet, sich wochenlang verleugnen lassen und schließlich zwei Anwaltskanzleien in Marsch gesetzt.“

Aber auch ohne das Mittun von Mißfelder und trotz seiner Versuche, den Artikel zu verhindern, zeigt die FAZ wie Mißfelder immer mehr zu einem gierigen Politiker geworden ist, der seine politische Orientierung verloren hat und nur noch darauf setzt, abzusahnen solange es noch geht. Hier der FAZ-Artikel.

Dir gefällt vielleicht auch:

14 Kommentare

  1. #1 | 68er sagt am 30. Juni 2014 um 12:56 Uhr

    Lieber Herr Laurin,

    ich habe mir jetzt die Mühe gemacht dieses Machwerk Ihres Kollegen Peter Carstens auf faz.net durchzulesen.

    Schon das Eingangsbild mit den Lichtstrahlen ist unsägliche Propaganda, die sich augenscheinlich auf das Wahlkampfplakat der CDU aus den 50er Jahren bezieht.

    Es gab da auch eine Variante der NPD.

    Danach macht Carstens Herrn Mißfelder nach allen Regeln der journalistischen Kunst runter, scheut dabei auch nicht, einen Kollegen vom Spiegel zu zitieren, der Mißfelder einmal „schleimig“ genannt hat. So etwas schreibt man in der FAZ natürlich nicht selbst, das überlässt man den Kollegen aus Hamburg.

    An wirtschaftlichen Verflechtungen bekommt man nur die alte Geschichte über den Beratervertrag mit dem teNeues Verlag aufgetischt. Sitz des alteingesessenen Verlages, der sich nicht gerade durch politische Veröffentlichungen einen Namen gemacht hat, ist nicht Wladiwostok, sondern – man höre und Staune – das kleine rheinische Kempen.

    Geduldig lese ich weiter und warte auf die wirtschaftlichen Verbindungen zum Osten, allein es kommt nichts mehr. Sicherlich, Mißfelder ist einigen Vereinigungen beigetreten, die man als russlandfreundlich bezeichnen könnte, er war bei der Nord-Stream-Sause zum 70sten von G. Schröder, aber er ist auch Mitglied in der Antlantik Brücke etc. pp.

    Wenn man also keinerlei wirtschaftlichen Verbindungen zum „Osten“ nachweisen kann, ist es aus meiner Sicht auch gerechtfertigt, einen Anwalt zu beauftragen, der darauf hinweist, dass die Verbreitung von unwahren Tatsachenbehauptungen über angebliche wirtschaftliche Verstrickungen Mißfelders rechtliche Konsequenzen haben werden.

    Ich mag Herrn Mißfelder auch nicht, aber wenn ich etwas „schmierig“ oder „schleimig“ nennen müsste, dann wäre es vielleicht auch der „Journalismus“ eines Peter Carstens.

  2. #2 | WALTER Stach sagt am 30. Juni 2014 um 13:07 Uhr

    Stefan,
    ich habe gestern in der FAS den Artikel zu Mißfelder gelesen -S.2/S.3-, also an exponierter Stelle!

    Ich stehe dem Politiker Mißfelder sehr,sehr kritische gegenüber.

    Aber:
    Ich habe wider Erwarten -sh.die „Aufmachung“ des dem Beitrages in der FAS- inhaltlich nichts Neues über Mißfelder erfahren; sh. u.a. die Information über seine Mitgliedschaft bei S0 04 (Gasprom-Schröder…….).

    Ich habe den Eindruck gewonnen, daß die Journalisten der FAS/FAZ sich mächtig darüber geärgert haben, daß Mißfelder auf ihre Nachfragen nach einem Gespräch nicht „entgegen kommend“ reagiert hat und daß sie wütend darüber waren und noch sind, daß M. wohl schon in einem früheren Stadium der ihm bekannt gewordenen Intentionen zu dem geplanten Artikel zwei Anwaltsbürose gegen die FAS/FAZ in Stellung gebracht hat.

    Wird hier medial der Abschuß von Mißfelder versucht?

    Ein Spitzenpolitiker war er nie, jedenfalls nicht nach dem, was von ihm zu hören war, was er politiksch konkret zu bewirken versucht hat.Auch an seinem politischen Agieren gab es häufig massiv und m.E. berechtigt Kritik.

    Insofern wäre „sein Abschuß“ aus der Politik (-aus Führungsfunktionen?) für diese kein Verlust.
    Nur scheinen mir Anlaß, Mittel und Methode von FAS/FAZ fragwürdig.

  3. #3 | ChrisMiss sagt am 30. Juni 2014 um 21:39 Uhr

    Dem Mann kann der Anwalt von Frau Dittfurth nur empfohlen werden. Oder doch nicht. Hihihi.

  4. #4 | ChrisMiss sagt am 30. Juni 2014 um 22:05 Uhr

    Haha, die Kommentare – wie geil: 80% der Leser durchschauen mittlerweile das systematische RUsslandbashing und können die Hintermäner solcher Machwerke auch sofort bennnen. Und jetzt einmal die ZEnsurschere bitte, Herr Laurin.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 30. Juni 2014 um 22:26 Uhr

    @ChrisMiss: Warum soll ich Dich löschenP Ich finde es schön, wenn alle sehen, was für eine Tröte Du bist 🙂 Und jetzt ab ins Bett – gleich kommt der Pfleger mit den Tabletten!
    @68er:Ich weiß, wer wer gegen den Westen ist, ist Ihr Freund.
    @Walter: Ich finde den FAZ gut und wichtig. Warum? Weil er zeigt, wie ein ehemaliger Atlantiker sich Richtung Putin bewegt. Und dass Mißfelder darüber nicht reden mag, deutet an, was dahinter stecken könnte: Geld. Mißfelder könnte aufklären – was seine Pflicht als Politiker wäre. Aber er schweigt lieber. Und droht Medien. Ich finde das interessant und gut, dass die FAZ darüber berichtet hat.
    ChrisMiss zeigt, mit welchen Gestalten es Mißfelder in Zukunft zu tun haben wird: Willkommen in der Welt der Autokraten und Hirnis.

  6. #6 | Thomas Weigle sagt am 30. Juni 2014 um 23:02 Uhr

    Gab es da nicht mal einen Präsi, der……

  7. #7 | Arnold Voss sagt am 1. Juli 2014 um 01:04 Uhr

    Wenn einem regierenden Politiker in Russland ein Bericht einer unabhängigen Zeitung (gibt es die da überhaupt noch?) oder eines unabhängigen Journalisten nicht gefällt, dann schickt man auch schon mal Jemand der statt eines Gesetzbuches eine Pistole in der Hand hat. Im Verhältnis dazu ist Mißfelder mit seinen Rechtsanwälten doch ein richtig netter Kerl, oder?

  8. #8 | Arnold Voss sagt am 1. Juli 2014 um 01:14 Uhr

    @68 ger # 1

    Wenn der Artikel wirklich so ein Machwerk ist, wie sie schreiben, warum nutzt Mißfelder nicht die Gelegenheit eines Interviews um das klarzustellen? Warum schickt er Rechtsanwälte, wenn er nachweislich nichts zu verbergen hat?

  9. #9 | Frank sagt am 1. Juli 2014 um 06:24 Uhr

    @68er und Walter Stach:

    Wäre Missfelder einfach nur einer neuen Erkenntnis darüber erlegen, dass der Westen Mist ist und das neue Zarenreich ein Hort der Gerechtigkeit, hätte er das ja offen bekunden können. Gerade auch als Außenpolitiker.

    Was der FAZ Artikel, und schon die Recherche dazu, geleistet hat ist die Aufdeckung, dass es dabei nicht mit rechten -wenn auch vertrauten- Dingen zugegangen ist.

    Und Journalisten mit Anwälten zu bekämpfen zeigt nur, dass Missfelder vom lupenreinen Demokraten schon viel „gelernt“ hat. Gut, dass sich die FAZ nicht einschüchtern lässt. Wo sind wir eigentlich schon angekommen, wenn wir uns nicht mehr über Enthüllungen aufregen, sondern über die Enthüller…?

  10. #10 | WALTER Stach sagt am 1. Juli 2014 um 14:29 Uhr

    Frank -9-

    1.
    Enthülltt haben FAS/FAZ nichts, aber auch gar nichts.

    2.
    Ich rege mich grundsätzlich „so oder so“ nie über FAS / FAZ auf.
    3.
    Über Missfelder habe ich mich noch nie aufgeregt, und das werde ich auch zukünftig nicht.

    (Ich habe seinen politischen Lebensweg relativ gut verfolgen können, da er in „meinem“ Wahlbezirk seit…….(?) direkt für den Bundestag kandidiert -ohne Aussicht auf Erfolg, was aber nichts mit ihm zu tun hat-und ich zu Vielen in Recklinghausen, wo M.wohnt, persönliche Kontakte habe, auch politische, vor allem auch zu Bekannten, die dort in der CDU aktiv sind.
    4-
    Auch wenn es arrogant klingen mag:

    “ Einen politischen Diskurs mit Missfelder würde ich nie wollen, denn sein permanent oberflächliches, stets nichtssagendes Geschwafel entzieht sich einem solchen.
    Ich habe bis heute nicht nachvollziehen können, welche Qualitäten ihn so besonders auszeichnen, daß er außenpolitscher Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion werden konnte .“

    5.
    Auch deshalb frage ich ich mich , warum „man“ -FAS,FAZ- Missfelder offenkundig für so bedeutsam hält, vor allem mit Blick auf die deutsche Russland/Putin/Ukraine Poltik, daß man sich ihm an exponierter Stelle und relativ umfangreich widmet, auch wenn FAS/FAZdabei nur „olle Kamellen“ ausgepacken.
    6.
    Jäger bemühen sich m.W., wenn es um den Versuch eines gezielten Abschusses geht, doch in derf Regel um einen „kapitalen Bock“ und nicht um…………………………………???

    7.
    Ob FAS/FAZ in ihrem Bemühen um einen “ Abschuss“ von Missfelder Erfolg haben werden?
    Mich interessiert das letztlich aus den o.a.Gründen nicht.
    Ich habe abschließend unter -2-lediglich von einer Fragwürdigkeit bezüglich des Anlasses, der Mittel und Methoden von FAS/FAZ gefragt; ist doch gestattet oder ?

  11. #11 | WALTER Stach sagt am 1. Juli 2014 um 16:03 Uhr

    Ergänzung:

    Habe so eben die Kolumne zu Mißfelder von Jan Fleischhauer gelesen -spiegelonline-.

    Schießt man sich jetzt auf Missfelder auch seitens des SPIEGEL ein, der ja schon ‚mal durch Dirk Kurbjuweit vor einiger Zeit sehr kritisch den Politiker Missfelder „beschrieben“ hat?

    Meinetwegen.

    Allerdings läßt mich auch der Beitrag von Fleischhauer fragen, wie er ebenso wie viele andere Journalisten, zu der Auffassung kommen konnte, Missfelder habe die Qualitäten einer zukünftigen Polit-Größe in Deutschland bzw. er sei als solche in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden.
    Einige -Journalisten(!!)- haben ja sogar von Missfelder als einem denkbaren Kandidaten für das Kanzleramt gefaselt.

    Und nun entdeckt „man“, daß die politische Persönlichkeit Missfelder völlig überschätzt worden ist und „man“ zwangsläufig infolge dieser Überschätzung irritiert zu sein scheint, ob des konkreten Handelns von Missfelder in jüngster Zeit

    Ich habe ihn nie überschätzt.
    Mich hat foglich sein konkretes Tun -weder jetzt noch in der Vergangenheit- irgend wie überrascht.

  12. #12 | Thomas Berscheid sagt am 1. Juli 2014 um 17:25 Uhr

    Danke für den Artikel!

    Auch hier zeigt das Forum, wie die gewaltige Maschinerie des Putin zur Vollmüllung des deutschen Internets mit Lügenpropraganda pro Russland funktioniert. Die ersten Beiträge der Freunde des Putin zeigen, dass Putin eine riesige Armee von Willigen in Marsch gesetzt hat.

    In der FAZ stand eine Verbindung zu einem Verlagshaus in Kempen am Niederrhein. Es bereitet mir extreme Übelkeit lesen zu müssen, dass die Macht des Putin auch auf diesen Zweig der Wirtschaft übergegriffen hat. Ich danke der FAZ, denn ich wollte mich gerade dort bewerben. Um dieses Unternehmen werde ich einen sehr weiten Bogen machen.

  13. #13 | 68er sagt am 1. Juli 2014 um 20:17 Uhr

    @ Thomas Berscheid

    Walter Stach als Teil einer „riesigen Armee von Willigen“ zu bezeichnen, die von Putin „in Marsch“ gesetzt wurde, ist schon ein echter Brüller.

  14. #14 | Arnold Voss sagt am 1. Juli 2014 um 21:23 Uhr

    Ich stimme von ganzem Herzen zu, 68ger. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung