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Rettet der Traumstart von Erling Haaland BVB-Trainer Lucien Favre ganz nebenbei den Job?

Zufriedene Gesichter in Dortmund. Foto: BVB

Man muss mit Superlativen ja immer vorsichtig sein. Doch was der norwegische Neuzugang Erling Haaland beim BVB in diesen Tagen abliefert, das ist geschichtsträchtig.

Sechs Tage nach seinem Dreierpack nach Einwechslung bei seiner Ligapremiere gegen den FC Augsburg (5:3), netzte der 19-Jährige am Freitag auch gegen den 1. FC Köln, bei seinem ersten Auftritt vor den eigenen Fans in Dortmund, gleich wieder doppelt ein und half dadurch den lockeren 5:1-Erfolg der Westfalen unter Dach und Fach zu bringen.

Haaland ist damit der erste Spieler der Geschichte, der in seinen ersten beiden Bundesligaspielen fünf Tore erzielen konnte. Und das jeweils als Einwechselspieler. Netter Nebeneffekt: Er könnte durch seine Treffsicherheit seinem Trainer Lucien Favre indirekt den Job gerettet haben.

Zwei Siege, dabei 10:4 Tore. Der BVB sorgt nach der Winterpause bisher für viel Spektakel und ein Maximum an Punkten. Alleine die Hälfte der eigenen Tore markierte Neuzugang Haaland, der fünf der zehn Dortmunder Treffer im gegnerischen Kasten versenkte.

Eine unglaubliche Ausbeute, wenn man dabei bedenkt, dass der Neue dafür insgesamt noch keine 60 Minuten auf dem Feld stand. Seine gigantische Erfolgsquote erinnert in diesen Tagen an den erfolgreichen Start eines Paco Alcacer in Dortmund. Dieser droht auch dadurch in diesen Tagen etwas in Vergessenheit zu geraten und soll mit einem Abgang von den Schwarzgelben liebäugeln (wir berichteten).

Ganz nebenbei hat der BVB mit seinem neuen Top-Stürmer durch den guten Start in das Jahr 2020 auch die Trainerdebatte, mit der er in die Winterpause gegangen war, erst einmal beendet. Wenn sich an der Grundsatzproblematik, dass der Coach nicht wirklich zu Stadt und Klub zu passen scheint, nichts geändert hat, und auch die Mannschaft noch immer einiges an Verbesserungspotenzial offenbart, haben Haalands Tore den Fokus der Öffentlichkeit und der Fans erst einmal von der Person Favre abgelenkt.

Arbeiten muss der Trainer allerdings unverändert an der Abwehrarbeit seiner Mannschaft. Vier Gegentore in zwei Spielen ist noch immer ein Wert, der einer echten Spitzenmannschaft unwürdig ist.

Zudem muss man kein Prophet sein, um zu wissen, dass der Sturm nicht immer fünf Tore pro Spiel wird erzielen können. Des Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass die Auftaktgegner mit Augsburg und Köln auch ‚nur‘ zwei Mannschaften waren, die nicht gerade zur nationalen Spitze zählen.

Wie viele Gegentore fängt sich der BVB wohl ein, wenn er es mit einem echten Klasseteam zu tun bekommt?

In der kommenden Woche wartet mit Union Berlin zunächst noch einmal ein weiteres Team auf die Borussia, gegen das man als selbsternannter Titelanwärter gewinnen sollte.

Dass das alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, das mussten die Dortmunder ja schon in der Hinrunde feststellen, als das Team in Berlin mit 1:3 unterlag und die erste Niederlage der Saison kassierte.

Gewarnt sollte der BVB also sein, auch wenn die Stimmung in Dortmund nach dem erfolgreichen Einstand des neuen Stoßstürmers in diese Stunden schon wieder überschwänglich zu werden droht.

Ein gewohnt stiller Genießer ist Trainer Favre, der sich nach den fünf Toren von Haaland erst einmal wieder etwas fester im ‚Sattel‘ befinden dürfte.

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