„Und plötzlich spielen die Fußball!“ – Schalke mit Trotzreaktion gegen Hertha

Plötzlich war Feuer unterm Dach auf Schalke. Foto: Michael Kamps

So verrückt kann Fußball sein! Wenige Tage nach dem erschreckend schwachen 2:4 (0:2) gegen den spanischen Erstligisten FC Sevilla bei der offiziellen Saisoneröffnung 2025/26 in der heimischen Arena feierte der FC Schalke 04 am Freitag an gleicher Stelle einen begeisternden 2:1 (2:0)-Heimsieg gegen den Aufstiegsfavoriten Hertha BSC.

Insbesondere die Leistung in der ersten Halbzeit begeisterte die gut 62.000 Fans in Gelsenkirchen. Sie rieben sich verwundert die Augen: War das wirklich ihre Mannschaft, die in den vergangenen zwei Jahren so häufig enttäuschend aufgetreten war?

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Der VfL Bochum steht in Liga 2 vor einer Saison im Schatten des FC Schalke 04

Archiv-Foto: VfL Bochum 1848

Am morgigen Freitag startet die Saison 2025/26 in der 2. Fußball-Bundesliga. Zum ersten Mal seit Jahren sind mit dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 wieder zwei Vereine aus dem Ruhrgebiet im Fußballunterhaus vertreten. Für den neutralen Fußballfan ist das grundsätzlich eine gute Nachricht – macht es die Liga doch noch attraktiver, als sie es in den vergangenen Jahren ohnehin schon war.

Doch insbesondere dem VfL droht in Liga zwei eine undankbare Rolle. Nicht nur, dass sich das Team von der Castroper Straße mit dem Abstieg abfinden muss, den Trainer Dieter Hecking im Mai nicht verhindern konnte – dem sich im Neuaufbau befindlichen Kader droht zudem eine Spielzeit im Schatten des königsblauen Nachbarn aus Gelsenkirchen. Und das trotz sportlich deutlich besserer Aussichten und einer freundlicher wirkenden Perspektive im Vergleich zu den Schalkern.

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Auf Schalke ist alles da, außer einer Mannschaft, die diesen tollen Rahmen verdient

Bei der offiziellen Saisoneröffnung 2025/26 auf Schalke. Foto(s): Michael Kamps

80.000 Menschen am Stadion. Erwartungsvolle Fangesänge, Autogramme, Emotionen. Die Saisoneröffnung des FC Schalke 04 hätte – rein atmosphärisch – kaum stimmungsvoller sein können. Der Verein inszenierte sich wie so oft als große Fußballfamilie, als Mythos, als „Herzensverein“.

Doch am Ende des Tages stand nicht Euphorie, sondern Ernüchterung. Die abschließende Testspielniederlage gegen den FC Sevilla – ein 2:4 (0:2), bei dem das Ergebnis des Hausherren sogar noch geschmeichelt hat – entblößte, was viele schon länger vermuten: Schalke ist sportlich inzwischen sehr weit entfernt von alter Klasse. Erschreckend weit.

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Ausverkauft weit vor dem Anpfiff – Schalke-Fans senden ein starkes Zeichen

Die Fans stehen treu zum Team. Jetzt muss die Schalker Mannschaft liefern. Foto: Michael Kamps

Es ist ein Statement, das in dieser Form im deutschen Profifußball seinesgleichen sucht: Der FC Schalke 04 hat sämtliche Tageskarten für alle acht Heimspiele der Hinrunde in der Saison 2025/26 bereits vor dem ersten Spiel verkauft. In der 2. Liga wohlgemerkt.

In einer sportlich schwierigen Phase, in der das einstige Bundesliga-Schwergewicht zuletzt eher durch Unruhe, Trainerwechsel und trostlose Auftritte als durch Aufbruchstimmung aufgefallen ist. Und trotzdem – oder gerade deshalb – stehen die Fans wie eine Wand hinter ihrem kriselnden Verein.

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Frank Baumann ist als neuer Sportvorstand des FC Schalke 04 eine vertane Chance

Frank Baumann war mal ein erfolgreicher Kicker. Quelle: Wikipedia, Foto: Matthias K. / www.snapfactory.de, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Rückkehr von Frank Baumann in eine verantwortliche Position im Profifußball hat vielerorts für Aufsehen gesorgt – und für Unverständnis. Dass ausgerechnet er als neuer Sportvorstand des FC Schalke 04 verpflichtet wurde, wirft eine ganze Reihe von Fragen auf.

Fragen nach sportlicher Vision, Führungsqualität und notwendiger Veränderungsbereitschaft. Die Entscheidung wirkt wie ein Schritt zurück in eine Zeit, in der Stillstand und Mittelmaß regierten – nicht wie ein Aufbruch in eine sportlich ambitionierte Zukunft.

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Mission Wiederaufstieg auf Schalke mit Mister Unbekannt

Fußball mit Leidenschaft in Gelsenkirchen. Archiv-Foto: Michael Kamps

Das kommt überraschend: Miron Muslic soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge neuer Trainer des FC Schalke 04 werden. Zuletzt war in Gelsenkirchen über deutlich bekanntere Namen spekuliert worden – der Coach des englischen Zweitligisten Plymouth Argyle war dabei nicht im Gespräch.

Und auch wenn der Bekanntheitsgrad eines Trainers natürlich nichts über seine Erfolgsaussichten aussagt, zeigt diese Entwicklung eines doch ganz deutlich: Der deutsche Vizemeister von 2018 hat erheblich an Strahlkraft verloren und scheint sich inzwischen mit seiner Rolle weit entfernt von den Spitzenpositionen im deutschen Fußball abgefunden zu haben.

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„Oh, wie ist das schön“ – Schalke verabschiedet sich mit Sarkasmus in einen bitteren Sommer

Ein beeindruckendes Bild: Die Schalker Ultras in der Nordkurve wenden dem Spiel den Rücken zu. Foto: Michael Kamps

Es waren Szenen, wie man sie in dieser Form wohl selten in einem Fußballstadion erlebt. Sonntag, Arena auf Schalke. Die Mannschaft liegt gegen die SV Elversberg zurück, einen Gegner, der bisher eher für belächelten Provinzfußball als für fußballerische Glanzlichter stand – und die Fans? Feiern. Jubeln. Singen „Oh, wie ist das schön“ und lassen die La-Ola-Welle durchs Rund kreisen. Nicht aus Freude. Sondern aus purer Ironie. Aus Frust. Aus Enttäuschung.

Ein symbolträchtiger Abschluss für eine Saison, die für Schalke 04 nichts Gutes bereitgehalten hat. Platz 14 in der 2. Bundesliga. Historisch schlecht. Vom Traum des Wiederaufstiegs blieb nicht einmal ein Hauch übrig. Stattdessen: wochenlanges Zittern um den Klassenerhalt. Und während nach der 1:2-Niederlage der Knappen nun ausgerechnet Gegner Elversberg in die Relegationsspiele um den Aufstieg gegen Heidenheim darf, schauen die Schalker fassungslos auf eine Realität, die sich wie ein wahr gewordener Albtraum anfühlt.

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Von Aufstiegsträumen zu Karius‘ Albtraum – Schalke blamiert sich selbst!

Schalke gegen Hannover am 14. März in Gelsenkirchen. Foto: Michael Kamps

Ähnlich viele Fragezeichen wie die Saison des großen Revierrivalen Borussia Dortmund hinterlässt in diesen Tagen der traditionsreiche FC Schalke 04. Stetig schwankend in seinen Leistungen, immer zwischen Abstiegsangst und Aufstiegshoffnungen, verläuft die Spielzeit 2024/25 in Gelsenkirchen.

Wer in den vergangenen Wochen gedacht hätte, dass sich die Königsblauen nach einem komplizierten, um nicht zu sagen, bitter enttäuschenden Saisonstart nun stabilisiert hätten und nach achtbaren Ergebnissen zuletzt einen schüchternen Blick nach oben richten könnten, wurde am Freitag auf brutale Art und Weise eines Besseren belehrt.

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Blau-Weiße Achterbahnfahrt: Schalke feiert, aber warum eigentlich?

Großer Zusammenhalt auf Schalke nach dem Zitter-Sieg gegen Karlsruhe. Foto: Michael Kamps

Der FC Schalke 04 ist und bleibt eine der großen Enttäuschungen der laufenden Zweitligasaison 2024/25. Von den noch vor Beginn der Spielzeit angepeilten Aufstiegsplätzen noch immer weit entfernt, kann man den Gelsenkirchener Profikickern eines jedoch nicht vorwerfen: dass ihre Spiele langweilig wären.

Jüngstes Beispiel: der bis zum Schlusspfiff auf der Kippe stehende Heimsieg am Sonntagmittag gegen den Karlsruher SC. Obwohl spielerisch in fast allen Bereichen drückend überlegen, gelang es den Schalkern nicht, sich einen komfortableren Vorsprung herauszuspielen als ein 2:1. So wurde die Schlussphase in der Arena zur unerwünschten Zitterpartie.

Das Gute daran

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Wenn selbst ein eingefleischter BVB-Fan dem FC Schalke 04 ganz offen die Daumen drückt

Schalke siegt zumindest gegen Regensburg. Foto(s): Michael Kamps

Als BVB-Fan hat man es in diesen Tagen nicht leicht. Trotz des Trainerwechsels im Sommer und einem runderneuerten Kader haben die Dortmunder noch immer nichts von ihrer Wankelmütigkeit verloren. Überzeugenden Auftritten folgen in unschöner Regelmäßigkeit unrühmliche Rückschläge, so wie am Samstag zum x-ten Mal in den vergangenen Monaten und Jahren beim 1:3 in Mainz. Der Verein wehrt sich offensichtlich kaum gegen den schleichenden Niedergang, der streng genommen schon mit der Trennung von Trainer Thomas Tuchel im Sommer 2017 begann. Auch in dieser Saison kämpft die Borussia gegen den schleichenden Abstieg ins Mittelfeld der Bundesliga.

Einen ganz anderen Abstieg musste sogar der einstige große Rivale aus dem Ruhrgebiet, der FC Schalke 04 miterleben. Im Jahre 2018 als Vizemeister in der Fußball-Bundesliga sogar vor dem BVB platziert, fristen die Gelsenkirchener inzwischen ein trauriges Dasein in den Niederungen der zweiten Liga, müssen sich in diesen Tagen auch dort gegen den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit von Liga drei wehren.

Der Niedergang der Königsblauen ist sogar so bitter, dass man selbst als leidgeprüfter Dortmunder noch Mitleid mit dem Erzrivalen entwickelt und den ungeliebten Nachbarn am Wochenende von Zeit zu Zeit mal die Daumen drückt. So auch an diesem Wochenende.

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