Meine Liebe zu den Ruhrbaronen ist geklärt. Der Wohnstatus meiner Katze nicht.

17.09.2026 – 20:52 MESZ: Cleopatra frisst! (Foto: Peter Ansmann)

Es ist jetzt gut fünf Wochen her, dass ich hier auf Ruhrbarone über das mutmaßliche Doppelleben von Cleopatra geschrieben habe (Königin Cleopatra hat offenbar einen illegalen Zweitwohnsitz). Sie ist die Katze, mit der meine Freundin und ich zusammenwohnen. Oder zusammengewohnt haben. Oder jetzt temporär zusammenwohnen. Man weiß es nicht genau.

Seitdem schreibe ich wieder öfter hier im Blog.

Der Grund dafür hat einen Namen. Und der lautet Cleopatra.

Eine Leserin lässt Cleos Doppelleben auffliegen

Auf meinen Beitrag vom 12. August 2026 bekam ich fünf Tage später eine Reaktion: eine Freundschaftsanfrage auf Facebook und kurz darauf eine Nachricht über den Messenger. Gelesen habe ich sie erst am 18. August 2026:

Guten Abend Peter, ich melde mich (für meine Mama) bei dir wegen Cleo 🙂 in unserem Kleingartenverein hält sich eine sehr freundliche Katze auf, die Cleo verdächtig ähnlich sieht. Sie hält sich fast den ganzen Tag in unserer Parzelle auf. Weil wir nicht wussten, dass sie ein Zuhause hat und wirklich gute Überzeugungsarbeit leisten kann, haben wir sie auch das ein oder andere mal gefüttert. Ich sende dir noch ein Foto von ihr, das Bild ist etwa 1,5 Stunden alt.

Cleo hatte also, wie von mir im Beitrag vermutet, eine Heimstätte in der nahe gelegenen Kleingartenanlage Hardtmühle gefunden. Schon bei ihren ersten Freigängen im September 2021 zog es sie dorthin. Ihr Bewegungsradius ist eher groß.

Die einzige einigermaßen feste Angewohnheit, die sich feststellen ließ, war ihre tägliche „Ruhephase“: Gegen 7 Uhr verbrachte sie mehrere Minuten an einer Trinkhalle, zwei Straßenecken von ihrer Homebase entfernt. Nicht mal Gott weiß, was sie dort getrieben hat.

Die Überwachung wurde eingestellt, nachdem sie den ersten GPS-Tracker irgendwo und den zweiten auf dem Dach einer Druckerei neben der gerade erwähnten Kleingartenanlage abgestreift hatte. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild „Cleopatras Radius: Die Wege der Königin (5)“. Sie lebte damals – im September 2021 – noch nicht lange bei uns, wusste aber schon, wo sie zu Hause war, und kam immer täglich zurück. Zumindest bis vor fünf Wochen.

Zwei GPS-Tracker hatte Cleo abgeschüttelt. Einer aufmerksamen Ruhrbarone-Leserin entging sie nicht. Die Nachricht über ihren Zweitwohnsitz beruhigte mich aber nicht nur. Sie hatte eine Nebenwirkung, mit der ich nicht gerechnet hatte:

Ich hab’s im letzten Jahr mit der Schreiberei im Blog etwas schleifen lassen. Zwischen Job und anderen Stressfaktoren war das irgendwie eingeschlafen. Der Beitrag im Blog war zu diesem Zeitpunkt die einzige Vermisstenanzeige für die abtrünnige Katze. Und sie war offensichtlich erfolgreich. Da ging mir so etwas wie „Die Ruhrbarone wirken tatsächlich, ganz konkret und vor Ort!“ durch den Kopf. So gefühlsmäßig. Nur heftiger.

Eine größere Dosis Motivation, direkt in die Venen gespritzt, hätte mich vermutlich direkt ins Grab gebracht.

Schon beim Beitrag zum Verschwinden von Streunerkater Moses ((Ex-)Streuner Moses wird in Duisburg-Wanheimerort schmerzlich vermisst) hatte ich auf einen Beitrag mehrere Reaktionen erhalten: Die darüber Aufschluss gaben, wo er sich aufhielt bevor Cleopatra ihn am Valentinstag 2024 angeschleppt hat (Straßenkater Moses macht jetzt ins Katzenklo).

Katze Cleopatra nachts vor einem Fenster in Duisburg-Wanheimerort
Nächtlicher Besuch am Fenster: Cleopatra in Wanheimerort (Foto: Peter Ansmann)

Zurück zur (temporär) verschwundenen Königin: Cleopatra tauchte dann sogar irgendwann am Abend auf. Sie fraß wie eine Wahnsinnige, erzählte davor und danach ausgiebig (sie erzählt immer sehr viel) und verschwand wieder. Bis zum übernächsten Morgen. Dieses Spiel wiederholte sich bis zum 11. September 2026. Die Katze ist eine einzige Katastrophe, wenn es darum geht, pünktlich oder überhaupt nach Hause zu kommen.

Am Wochenende tauchte sie gar nicht auf. Wir machten uns etwas Sorgen. Am Montagabend erschien sie, miaute laut, fraß wieder wie eine Irre und verschwand erneut. Am 17. September 2026 tauchte sie nach drei Tagen wieder auf. Um 20:42 Uhr, um genau zu sein. Als ich vom Einkaufen heimkam, stand sie vor der Haustür und miaute, offensichtlich etwas missmutig, weil ihr niemand öffnete. Schimpfen kann sie auch.

An diesem Abend blieb sie länger: Sie sprang auf das Sideboard (ihren Stammfressplatz), verzehrte ein Schälchen Hühnerfleisch sowie eine halbe Schale Dreamies (Katzenminze-Geschmack!) und trank eine ganze Portion Katzenmilch. Nach der Inspektion sämtlicher Räume, die sie natürlich kennt, forderte sie ihren Ausgang, energisch und erfolgreich: Ich hatte in der Zwischenzeit mal die Katzenklappe in der Terrassentüre verriegelt. Für den Weg nach draußen nutzt sie diese schließlich sehr oft. Nur beim Eintreten ist sie die Königin. Sie wollte natürlich durch die Haustüre.

Böse gucken kann sie: Cleopatra (Archivbild: Peter Ansmann)
Böse gucken kann sie: Cleopatra (Foto: Peter Ansmann)

Trotz des potenziell tödlichen Straßenverkehrs, böser oder blöder Menschen (Die Linke Berlin: Feind, Todfeind, Parteifreund) und diverser anderer Gefahren, die „draußen“ lauern: Angst habe ich nicht.

Ich gucke auch nicht mehr stündlich aus dem Fenster oder laufe um den Wohnblock, um nach der Renegatin Ausschau zu halten. Ich weiß, dass sie einen Zweitwohnsitz hat, und ich weiß, wo sie sich befindet. Dank der Ruhrbarone. Genauer: dank einer Ruhrbarone-Leserin.

Der Wohnstatus von Cleopatra ist ungeklärt. Wäre sie meine Lebensabschnittspartnerin, würde unser Beziehungsstatus bei Facebook wohl „Es ist kompliziert“ lauten.

Da ist sie wieder!

Es ist Freitag, der 18. September 2026, 5:30 Uhr MESZ. Der Beitrag ist fast fertig. Es miaut vor dem Wohnzimmerfenster!

Cleo ist wieder vorbeigekommen. Hat gefressen, irgendwas erzählt und ist wieder verschwunden.

Ich werde trotzdem ruhig schlafen, weil ich weiß, dass es ihr gut geht und dass sie nicht „weg“ ist.

Und ich schreibe wieder mit der gleichen Begeisterung wie bei meinen ersten Beiträgen im Blog. Vielleicht sogar mit größerer als vorher.

Weil ich erfahren habe: uhrbarone wirken. Auch bei mir vor Ort. In meinem Umfeld.

Katze Cleo (Foto: Peter Ansmann)
Katze Cleo: Immer grenzenlos begeistert beim Besuch der Tierärztin! (Foto: Peter Ansmann)

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Autorenseite: Peter Ansmann
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