Florian Wirtz. Quelle: Wikipedia, Foto: Pyaet, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Fußball-Nationalspieler Florian Wirtz‘ Entscheidung, den FC Bayern München zu meiden und in diesem Sommer stattdessen einen Wechsel von Bayer 04 Leverkusen zum FC Liverpool nach England anzustreben, markiert einen bedeutenden Moment für die Bundesliga. Diese Entwicklung könnte sich, so merkwürdig es sich im ersten Moment auch anhören mag, langfristig positiv auf die hiesige Fußballlandschaft auswirken.
Die letzten Bälle sind in der Fußball-Bundesliga gespiel. Es stehen nur noch die Relegationsspiele und das DFB-Pokalfinale ins Haus! Die Trikots der allermeisten können gewaschen und vorerst weggepackt werden – und irgendwie ist es diesmal kein Abschied mit Wehmut, sondern eher ein erleichtertes Durchschnaufen. Zumindest bei mir! Die Bundesliga verabschiedet sich in die Sommerpause, und so seltsam es klingt: Es wird auch Zeit.
Die SV Elversberg gegen den 1. FC Heidenheim – Relegation zur 1. Fußball-Bundesliga. Auf dem Papier klingt das nach einem durchaus spannenden Duell. Doch bei näherer Betrachtung wird klar: Dieses Aufeinandertreffen entlarvt die Relegation als das, was sie längst geworden ist – ein Format, das nur noch selten hält, was es verspricht. Denn wenn am Ende der Saison zwei fußballerische Leichtgewichte gegeneinander antreten, verliert das Spektakel seine Strahlkraft – und dadurch seine Anziehungskraft auf die Masse der neutralen Fans.
Gute Nachrichten für die Bundesliga! Foto: Robin Patzwaldt
An diesem Wochenende sind im deutschen Profifußball schon mehr Entscheidungen gefallen, als man das hätte erahnen können – und es waren für den Fußballfan, der über den Tellerrand des eigenen Lieblingsklubs hinausschaut, ausnahmslos gute Nachrichten.
Nachdem der FC Bayern München bereits seit dem vergangenen Wochenende als Meister feststand, klärten sich an diesem Spieltag die vorläufigen Schicksale vieler großer Traditionsvereine. Und für die Lage im nationalen Fußball bedeuten diese Entwicklungen durchweg Positives.
Am Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Noch stehen für den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund vor dem offiziellen Jahresende einige Spiele an. Eines lässt sich jedoch bereits sagen: 2024 war für den BVB, trotz gegenteiliger Ankündigungen der Offiziellen, erneut ein verlorenes Jahr!
Die Sky-Zentrale in München. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Fußballfans in diesem Land beschäftigte in dieser Woche die Vergabe der Übertragungsrechte an der Bundesliga ab dem kommenden Sommer bis 2029. Dabei gab es im Vergleich zur bisherigen Aufteilung einige Änderungen. So wechselte die beliebte Konferenz der Samstagnachmittagsspiele von Sky zu DAZN. Sky sicherte sich hingegen die Rechte an den Freitagabendspielen, die bisher DAZN besaß. Das Top-Spiel der 2. Bundesliga am Samstagabend im Free-TV wechselte von Sport1 zu RTL.
Ansonsten blieb vieles beim Alten. Wer alle Spiele sehen möchte, braucht weiterhin Abonnements bei Sky und DAZN. Die Vertreter der beteiligten Sender präsentierten sich nach der offiziellen Bekanntgabe der neuen Regelungen wenig überraschend allesamt als Sieger. Auch die DFL betonte, dass sie mit dem Ausgang sehr zufrieden sei, da dieser finanziell höhere Einnahmen als die bisherigen Verträge bringt. Nur eine Gruppe wurde dabei offenbar vergessen: die Fußballfans im Land.
DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt
Früher sagte man einmal, dass ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga eigentlich erst nach dem zehnten Spieltag einer Saison lohne, da die Tabelle davor noch zu sehr vom Zufall geprägt sei. Glück oder Unglück mit dem Spielplan spielten häufig eine sehr große Rolle, wenn es um die Platzierungen einzelner Vereine in der Frühphase einer Spielzeit ging. Erst später begradigte sich die Tabelle dann nach und nach.
Diese Zeiten scheinen ein Stück weit vorbei zu sein. Noch sind nicht einmal drei Spieltage im Fußballoberhaus der Saison 2024/25 komplett absolviert, und schon haben viele Teams in der von ihnen erwarteten Tabellenregion Platz genommen.
Der Riss, den die Fußball-Bundesliga in Sachen Ausgeglichenheit aufzeigt, er wird immer deutlicher und früher sichtbar. Und das, obwohl die Liga seit der Meisterschaft von Bayer 04 Leverkusen, die die Dominanz der Bayern im Vorjahr beendet hatte, gefühlt so spannend ist wie schon lange nicht mehr. Ein Widerspruch?
Manchmal wundert man sich ja auch als langjähriger Fußballfan noch über Aussagen von im Profisport längst etablierten Führungskräften. Am Wochenende lieferte Ralph Hasenhüttl, der inzwischen immerhin auch schon 57-jährige Trainer des VfL Wolfsburg, Aussagen, die bei Leuten, die sich in der Fußball-Bundesliga auch nur einigermaßen auskennen, heftiges Stirnrunzeln oder sogar ein klammheimlichen Schmunzeln hervorgerufen haben dürften. Je nach eigenem Standpunkt.
Videobeweis auf Schalke. Archiv-Foto: Michael Kamps
Im Regelfall hat der sogenannte Videobeweis im Profifußball nur wenige Freunde. Seit Jahren schon wird mehrheitlich und wiederholt über ihn gemeckert. Er nehme den Fans im Stadion die Emotionen, wenn nach einem vermeintlichen Treffer erst minutenlang über die Gültigkeit eines Tores diskutiert werden würde. Zudem schaffe er am ende auch nicht wirklich mehr Gerechtigkeit. Aufwand und Nutzen stünden hier in keinem sinnvollen Verhältnis, heißt es immer wieder.
Und teilweise ist die Kritik an ihm ja auch zweifelsohne durchaus berechtigt. Wenn ein Schiedsrichter sich erst minutenlang mit dem berüchtigten ‚Keller‘ in Köln unterhält, um dann womöglich anschließend selber noch eine gefühlte Ewigkeit auf den Monitor zu starren, bis eine endgültige Entscheidung fällt, dann nervt einen das als Fan extrem. Ganz klar!
Andererseits wird einem als Zuschauer aber auch immer wieder vor Augen bzw. Ohren geführt, wie viel Gutes der Videobeweis im Fußball mit sich bringt. Und die eindrücklichste Gelegenheit dieser Art, die wurde uns am vergangenen Wochenende gerade erst wieder einmal ins Haus geliefert.
Bei der Fußball-EM 2024 in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Als jemand, der fast täglich über Sport schreibt, liegt es natürlich in meinem ureigensten Interesse, dass es den von mir dabei am häufigsten thematisierten Sportarten Fußball und Eishockey gut geht. Hohe Zugriffszahlen sichern meine berufliche Zukunft, wenn man es einmal ganz knapp herunterbricht.
So gesehen müsste es mich natürlich auch freuen, dass die gerade laufende Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, so ein großer Erfolg ist. Tut es aber nicht, wenn ich einmal ehrlich bin.
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