Beim Herbstleuchten 2026 im Maxipark in Hamm. Foto(s): Robin Patzwaldt
Es gibt derzeit vieles, worüber man sich im Ruhrgebiet ärgern kann. Kommunalpolitik, Baustellen, marode Infrastruktur und allerlei andere Alltagsprobleme liefern schließlich regelmäßig Stoff für schlechte Laune. Umso wichtiger finde ich es, sich zwischendurch bewusst daran zu erinnern, dass unsere Region durchaus ihre schönen Seiten hat. Eine davon habe ich am Mittwochabend wieder einmal besucht: das traditionelle Herbstleuchten im Maximilianpark in Hamm.
Auf dem Lichterfest 2026 im Fredenbaumpark in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt
Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um daran erinnert zu werden, wie unkompliziert ein schönes Stadtfest sein kann. Am vergangenen Wochenende war ich beim Lichterfest 2026 im Dortmunder Fredenbaumpark – und habe dort etwas erlebt, das mir nach den Erfahrungen beim Waltroper Parkfest fast schon wie aus einer anderen Welt vorkam: Ein Fest, bei dem der Besucher tatsächlich noch im Mittelpunkt steht.
Kein Eintritt. Keine Taschenkontrolle. Keine Leibesvisitation. Keine Stimmung nach dem Motto: Erst einmal ordentlich bezahlen, bevor der Spaß beginnen darf. Stattdessen strömten Familien mit Bollerwagen in den Park. Darin: Getränke, Essen und alles, was man für einen entspannten Abend mitbringen wollte. Und genau das fand ich ausgesprochen sympathisch.
Beim Herbstleuchten 2025 im Maximilianpark Hamm. Foto(s): Robin Patzwaldt
Das Ruhrgebiet – für viele ist es ein Synonym für graue Betonlandschaften, verkehrsgeplagte Innenstädte und industrielle Hinterlassenschaften. Zwischen Fördertürmen, Schnellstraßen und Einkaufszentren scheint Romantik auf den ersten Blick selten Platz zu finden.
Doch wer an einem milden Oktoberabend den Maximilianpark in Hamm betritt, lässt diese Klischees erstaunlich schnell hinter sich. Das Herbstleuchten 2025 (läuft noch bis zum 2. November) beweist einmal mehr, wie leicht es sein kann, die rauen, manchmal spröden Seiten der Region zu vergessen – wenn Licht, Natur und Fantasie miteinander verschmelzen.
‚Recklinghausen leuchtet‘ 2023. Foto(s): Robin Patzwaldt
Recklinghausen ist eine Stadt voller Probleme. Früher mal ein für Ruhrgebietsverhältnisse schmuckes Städtchen mit einer liebevoll gepflegten Altstadt, schreitet die Kreisstadt im nördlichen Revier seit Jahren ungebremst dem Abgrund entgegen.
Um der drohenden Bedeutungslosigkeit zu entgehen, ist es naheliegend, eines dieser derzeit in ganz Deutschland so beliebten Lichterfeste zu veranstalten. Das hebt die Stimmung und sorgt für Ambiente. In Recklinghausen bekam es den schlichten Titel ‚Recklinghausen leuchtet‘ und läuft in diesem Jahr noch bis zum 5. November. Für die Ruhrbarone habe ich mir das Ganze einmal angesehen.
Auch bei der nächtlichen Beleuchtung für das Reichstagsgebäude in Berlin soll der Stromverbrauch reduziert werden. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Die laufenden Diskussionen rund um das Thema Energiesparen tragen inzwischen schon recht irre Züge. Da wird seit Tagen lautstark darüber gestritten, ob die Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Gebäude in vielen Städten zukünftig denn noch im vertrauten Maße beleuchtet werden sollten, oder aber ob die Warmwasserversorgung in bestimmten Bereichen reduziert werden könnte. In vielen Fällen handelt es sich dabei jedoch schon offensichtlich um reine Symbolik, ist das Sparpotenzial in diesen Bereichen doch im Vergleich zur sich anbahnenden Größe des Problems eher gering.
Man kann schnell den Eindruck gewinnen, dass, trotz aller grundsätzlichen Sinnhaftigkeit des Energiesparens (übrigens auch schon deutlich vor der aktuellen Krise), damit von den eigentlichen Problemen abgelenkt werden soll.