Schalke: Auch der Auftritt in München gerät zum Debakel



Dass die Partien dieser Woche, gegen Real Madrid und Bayern München, zu den sportlich schwierigsten gehören würden was einem die Fußballwelt aktuell als Bundesligist zu bieten hat, das war dem FC Schalke 04 und seinen Anhängern ja wohl bereits in Vorfeld klar. Auch zwei Niederlagen musste der geneigte Schalke-Fan da wohl mit einkalkulieren.

Doch das auf die demütigende 1:6-Heimpleite gegen Real in der Champions League direkt ein 1:5 in München folgen würde, welches vom Spielverlauf her noch deutlich höher hätte ausfallen können, das hatten dann doch wohl auch die ärgsten Pessimisten so nicht erwartet. Am Ende dieser Woche ist die Fußballwelt des FC Schalke 04 ernsthaft erschüttert.

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Fußball: Sportlich ist die Torwartfrage für die WM in Brasilien eigentlich längst beantwortet

Roman Weidenfeller. Foto: BVB
Roman Weidenfeller. Foto: BVB

Wenn man am heutigen Sonntagvormittag einen Blick auf die Fußball-Bundesliga wirft, dann bieten sich viele spannende Themen an. Der Spieltag war an diesem Wochenende bisher sehr spektakulär.

Der hier bei den Ruhrbaronen erst in der letzten Woche thematisierte Hamburger SV hat sich nach der gestrigen 2:4-Niederlage bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig noch am Abend von Trainer Bert van Marwijk getrennt. Der VfB Stuttgart steuert nach der 1:4 Niederlage bei der TSG Hoffenheim ebenfalls mit riesigen Schritten in Richtung der Abstiegsregion. Der FC Schalke 04 gewann ein unterhaltsames Top-Spiel beim Tabellenzweiten aus Leverkusen und lässt die Spitzengruppe, mal abgesehen von den bereits weit enteilten Bayern, wieder ganz eng zusammenrücken. Borussia Dortmund besiegt den sogenannten ‚Heimfluch‘ der letzten Wochen und kann beim 4:0 gegen die Frankfurter Eintracht erstmals nach vier sieglosen Heimspielen auch zu Hause wieder die Fans begeistern.

Ich möchte mich hier heute, bei all dieser Themenauswahl, aber doch lieber einem vermeintlichen Randthema des aktuellen Geschehens widmen:

Denn beim gestrigen 2:4 in Braunschweig lieferte der Torwart der Hamburger, Rene Adler, eine Leistung ab, welche den Bundestrainer, Joachim Löw, eigentlich sehr nachdenklich stimmen müsste.

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Fußball: Manuel Neuer ist bei den Bayern angekommen

Manuel Neuer. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC
Manuel Neuer. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC

Zwei Jahre ist es jetzt her, dass der ‚Ur-Schalker‘ Manuel Neuer zum FC Bayer München wechselte. Man, was war das ein öffentliches Aufschrei damals!

Die Schalke-Fans waren unglaublich sauer und enttäuscht. Auch hier bei den Ruhrbaronen äußerte sich die Gastautorin  Eva Neumann damals  über ihre tiefe Verbitterung über den Abgang des Torhüters. Niemals würde diese Wunde im Herzen der Schalker heilen, so schien es.

Neuers Problem: Auch die Bayern-Fans zeigten sich ihm gegenüber zunächst alles andere als wohlgesonnen. Einigen von ihnen gelang es sogar Neuer einige Verhaltensregeln auf dem Platz aufzuzwingen, welcher dieser schlussendlich akzeptieren musste, um die Situation in München für sich nicht eskalieren zu lassen. U.a. durfte Neuer in München nicht übermäßig jubeln usw.. Keine einfache Zeit für den deutschen Nationaltorwart, welcher sich scheinbar ohne Not sportlich entwurzelt hatte.

Nun, zwei Jahre später, erntet Neuer die Früchte seiner Mühen:

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DFB-Elf: Pfiffe für Manuel Neuer in Nürnberg – Na und?

Bundestrainer Joachim 'Jogi' Löw; Lizenz: CC; Quelle: Wikipedia; Foto: Steindy
Bundestrainer Joachim ‚Jogi‘ Löw; Lizenz: CC; Quelle: Wikipedia; Foto: Steindy

Bundestrainer Joachim Löw echauffierte sich, wie man ausführlich hören und lesen durfte, also gestern mächtig über die Pfiffe gegen Torhüter Manuel Neuer, welche diesem nach seinem krassen Fehler zum 1:3-Anschlußtor der Kasachen im Länderspiel in Nürnberg entgegenschlugen.

Schon während der Begegnung konnte man das Unverständnis des Coaches über die hämische Reaktion vieler Fans gegenüber dem ‚eigenen‘ Torwart förmlich sehen.

Nach dem Spiel wurde er in Interviews dann auch verbal sehr deutlich: „Der Fehler ist passiert, das muss man ihm ankreiden. Was ich nicht gut finde, ist dass das Publikum ihn dann auspfeift. Er ist Torhüter der Nationalmannschaft, hat in den letzten Jahren hervorragende Leistungen gebracht. Aber wenn er einen Fehler gemacht hat, muss man nicht die ganze Zeit pfeifen. Dass er für den Rest des Spiels durch das Publikum mit Ironie begleitet wird, finde ich unsportlich.“

Diese damit zur Schau gestellte Dünnhäutigkeit des Bundestrainers vermag ich allerdings so nicht zu teilen. Solche Unmutsbezeugungen der Fans mögen für ihn als verantwortlichen Trainer im Einzelfall zwar nur schwer nachvollziehbar sein, Missfallensbekundungen gegenüber einzelnen Spielern sind allerdings das gute Recht der Fans.

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Fußball: Soll René Adler (schon) zurück in die Nationalmannschaft?

Adler im Dress der Nationalmannschaft Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: cc

Eines der heißer diskutierten Themen rund um den letzten Spieltag in der Fußball-Bundesliga war ja u.a. die Frage, ob René Adler (schon jetzt) zurück in den Kreis der Nationalmannschaft berufen werden sollte!?

Adler gehörte bekanntlich bis zu seiner Patellasehnenoperation am Saisonende 2010/2011 unumstritten zu den besten deutschen Torhütern.

Eine Mehrmonatige Auszeit kostete ihn aber nicht nur seinen Stammplatz bei Bayer 04 Leverkusen, den er an den Nachwuchstorhüter Bernd Leno verlor, sondern es stand über Wochen und Monate sogar seine gesamte Profikarriere auf dem Spiel.

Sein im Sommer auslaufender Vertrag in Leverkusen wurde nicht verlängert, man setzte dort auf den jüngeren (und billigeren) Leno, wollte das hohe Gehalt eines René Adler zukünftig einsparen.

Nach zähen Verhandlungen einigte sich Adler dann vor Saisonbeginn im August auf einen Fünfjahresvertrag mit dem Hamburger SV.

Dort wurde er jedoch nicht von allen mit offenen Armen empfangen.

Vielen HSV-Fans und Verantwortlichen schien die risikobehaftete Verpflichtung eines lange verletzten (Ex-National-)Torhüters angesichts der knappen Finanzen des HSV zu riskant und überhaupt ziemlich unnötig.

Zumal der Club von der Elbe mit Jaroslav Drobny eigentlich einen soliden Bundesligatorwart im Kader hatte, und eine Verstärkung auf der Torhüterposition für viele Beobachter eigentlich nicht das drängendste Problem der Hanseaten zu sein schien.

Doch bereits in den ersten Saisonspielen

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Der Bilderbuchtorwart

Manuel Neuer hat sich jemand ausgedacht. Der Fußballgott? Ein Forscher? Vielleicht die Fügung. "Der Junge" (Werner Hansch) ist der perfekte Torhüter. Auf Jahrzehnte unbesiegbar. Ein Jahrhunderttalent. Und jetzt wollen ihn die Bayern. Natürlich. Eine Hommage aus gegebenem Anlass.

Grafik: ruhrbarone.de

Manuel Neuer ist Ian Thorpe unter den Fußballtorleuten. Hände wie Bratpfannen, Finger wie Bratwürste. Statt Arme Adlerschwingen. Ein Schrank von Kerl. An Neuer ist kein Vorbeikommen, wenn er sich groß macht, breit, wenn er auf die Stürmer zuhüpft, aufrecht, zögernd, wie ein Riesenochsenfrosch. Neuer hat Fäuste wie Diamant, eine Sprungkraft wie Spiderman. Dazu Herz, Gemüt, Zähne, ein Grinsen.

Manuel Neuer hat gejubelt und geweint mit Schalke. "Der Junge" (Werner Hansch) aus Gelsenkirchen-Buer hat noch die Eurofighter siegen sehen und die Meisterschaft flöten gehen. Wenn er sich freut, rennt er selbst die Zäune vor Fankurven weg, überwindet Wassergräben, fünfzehn Meter hohe Stufen, und dann herzt er die alten Freunde von der "Buerschenschaft". Manuel Neuer ist so schnell, er kann sich gleichzeitig anfeuern und durch den Strafraum segeln. Neuer ist nicht von dieser Welt.              

Manuel Neuer hat diese magischen Momente. In der Champions League in Portugal, ganz alleine hat er sich 534 Angreifern entgegen geworfen, sein Tor sauber gehalten. Der Blondschopf, der Recke, Drachentöter, Siegfried unter den Kickern. In der Höhle des Löwen hat er die Bayern besiegt, in der Schlangengrube hat er den Titan gegeben, die Eckfahne gewuchtet, die Bayern verhöhnt. Und jetzt?

Manuel Neuer ist ein Fußballmärchen. Selbst auf dem Trainingsplatz dehnt er sich bis zu einer Spannweite von 7,32. Von Pfosten zu Pfosten. Ich habs gesehen. Irgendwann gibt es keine Gegentore mehr für einen wie ihn. Modellathlet. Mit dem rechten Bein stößt er sich ab in den blauen Himmel über der Ruhr. Lacht bis die Geschäftsstellenscheiben klirren, der Gute-Laune-Manuel, ein Bilderbuch von Keeper, ansteckend.

Das wissen sie auch vor den sieben Bergen, jeder sieht es, ohne Neuer keine Zukunft, nur Butt und Rensing, keine Turniersiege, keine Stimmung, keine Legende, keine Champions League. Bayern München ist also "interessiert" an "dem Jungen ausm Kohlepott" (Werner Hansch). Und der? Was macht er?

Sagt, dunkle Schatten auf der rosigen Wange, "war auf Asienreise, kann dazu nichts sagen, denke, die Vereine haben gesprochen." Der Berater sagt, wenn Bayern fragt, würde sich jeder Spieler, Achtung, Gedanken machen. Nein, tu es nicht! Man möchte brüllen: Manuel, Manuel, MANUEL, mach Dir alles, nur keine Gedanken. Bleib Du, bleib Weltwundertorbeschützerschalkerdurchunddurchsonnenkindfußballborisbecker. Doch der Herr Berater sagt, Schalke sei jetzt "am Zug". Ein Drama?

Aber auf Schalke haben sie zum Glück mehr Weltwunder. Einen Weltfleischer und den Weltfelix. Was die sagen? "Es gibt keine Schmerzgrenze." (Neu-Trainer Felix Magath) Oder:  "Ich sehe es hundertprozentig wie Felix Magath. Wir lassen uns von den Bayern nicht das Gesicht wegreißen!“ (Boss Clemens Tönnies). Nicht das Gesicht wegreißen, gut gesagt. Puh!

Puh, update (!):

Neuer im Kicker, Thema Bayern ist durch (1). Bin durch (2) und durch (3; sic!) Schalker. Hab Vertrag bis 2012.